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Elektroauto oder Benziner: Was lohnt sich mehr?

Über diesen Artikel

Lesezeit

5 Minuten

Veröffentlichung

07.01.2022

Letztes Update

17.01.2022

Elektroauto oder Benziner: Lohnt sich der Umstieg?

Kaufprämien sollen den Abschied vom Verbrennungsmotor attraktiver machen. Doch der Kostenvergleich zeigt, dass die Entscheidung Elektroauto oder Benziner gut überlegt sein will.

Inhalt des Blogartikels

Wie unterscheiden sich Elektroauto und Benziner technisch voneinander?

In den vergangenen Jahrzehnten drehte sich die Diskussion meist um die Vorteile und Nachteile von Benziner und Diesel. Inzwischen geht die Diskussion in Richtung Elektroauto (E-Auto) oder Benziner beziehungsweise Diesel.

So funktioniert ein Elektroauto

Elektrische Fahrzeuge werden nicht durch fossile Brennstoffe angetrieben, sondern durch elektrischen Strom. Die benötigte Energie kommt aus einer entsprechend dimensionierten Batterie. Manche Elektroautos besitzen mehrere Elektromotoren (zum Beispiel an den Radnaben). Das Funktionsprinzip ist aber immer dasselbe. Der im Akku gespeicherte Strom fließt durch den Elektromotor, der die Energie in eine Drehbewegung umwandelt, welche zum Antrieb des Fahrzeugs genutzt wird. Verglichen mit einem Verbrennungsmotor verfügt ein Elektromotor über ein deutlich höheres Drehmoment, das in einem sehr breiten Drehzahlband anliegt. Daher ist kein klassisches Getriebe mit mehreren Gängen mehr erforderlich. Geregelt wird die Leistungsabgabe über die im Fahrzeug verbaute Elektronik.

So funktioniert ein Benziner

Bei einem Ottomotor wird bei der Verbrennung von Kraftstoff Energie freigesetzt und in mechanische Arbeit umgewandelt. Dies geschieht bei modernen Benzinern elektronisch gesteuert. Die meisten Benziner verfügen über Viertakt-Hubkolbenmotoren. Dabei dienen Zündkerzen als Quelle für die Entzündung des Luft-Gas-Gemischs im Brennraum. Im ersten Takt wird das Kraftstoff-Luftgemisch angesaugt und im zweiten Takt durch die Aufwärtsbewegung der Kolben verdichtet. Im dritten Takt entzündet sich das Gemisch durch den Zündfunken, wodurch der Kolben nach unten gedrückt wird und Arbeit verrichtet. Im vierten Takt werden die Abgase aus dem Brennraum entlassen. Die vom Motor verrichtete Arbeit wird über Kurbelwelle und Getriebe letztlich auf die Räder des Fahrzeugs übertragen.

 

Elektroauto oder Benziner: Der Vergleich

Wir vergleichen für dich die wichtigsten Kriterien, um herauszufinden, ob sich ein Elektroauto oder Benziner für dich lohnt.

Anschaffungskosten

Wer ein Fahrzeug kaufen möchte, vergleicht die Kosten. Das gilt unabhängig vom Antriebskonzept. Am wichtigsten sind dabei die Anschaffungskosten. Der direkte Vergleich ist dabei nicht ganz einfach, da es für viele Modelle gar kein elektrisches Pendant gibt.

Dort, wo du die Wahl zwischen Elektroauto oder Benziner hast, fällt der Vergleich der Kosten für die Anschaffung auf den ersten Blick nahezu immer für den Benziner aus. Besonders die hohen Kosten für die Batterien machen sich hier bemerkbar. Der Staat und Fahrzeughersteller zahlen für den Kauf von Elektrofahrzeugen aber Innovationsprämien, die den Kaufpreis zum Teil deutlich reduzieren. Danach fällt der Unterschied gar nicht mehr so groß aus. Beim Vergleich der Listenpreise solltest du allerdings berücksichtigen, dass Händler auch bei Verbrennern oft großzügige Rabatte einräumen.

Je nach Fahrzeugmodell kann die Rechnung also sowohl zugunsten des Benziners als auch zugunsten des Elektroautos ausgehen. Die Anschaffungskosten sind aber nur ein Teil der Gleichung und die restlichen Faktoren ebenfalls wichtig.

Unterhaltskosten

Die Kosten für Betrieb und Verbrauch spielen bei der Entscheidung zwischen Elektroauto oder Benziner eine wesentliche Rolle. Dabei ist es ebenfalls nicht so einfach, einen direkten Vergleich anzustellen. Stellen wir die Kosten von Benzinverbrauch und Stromverbrauch bezogen auf die Liter bzw. Kilowattstunden pro 100 Kilometer gegenüber, fallen die Kosten beim E-Auto bei fast allen Modellen niedriger aus. Dabei wird allerdings davon ausgegangen, dass du dein Elektroauto kostengünstig an einer heimischen Ladestation oder Wallbox aufladen kannst, die ebenfalls Installations- und Betriebskosten verursacht. Dennoch: Angesichts steigender Spritpreise dürftest du mit dem Elektroauto selbst bei höheren Strompreisen mittelfristig günstiger unterwegs sein.

Förderungen und Steuervergünstigungen

Hier punktet das Elektroauto erheblich, denn aktuell wird die Elektromobilität mit den bereits erwähnten Kauf- und Innovationsprämien gefördert. Für den Kauf von Verbrennungsmotoren erhältst du keinen Zuschuss. Bei der Kfz-Steuer werden Verbrenner (insbesondere der Diesel) sogar sukzessive schlechter gestellt, da die Kosten nach CO2-Ausstoß gestaffelt künftig voraussichtlich immer weiter steigen. Elektroautos sind zumindest in der ersten Zeit von der Steuer befreit bzw. mittelfristig allenfalls gering besteuert. Bei der Kfz-Versicherung gibt es hingegen kaum Unterschiede bei den Tarifen. Allerdings kann die zusätzliche Versicherung der Akkus, die sehr zu empfehlen ist, höhere Kosten verursachen.

Wartung und Reparaturen

Bei der Wartung und Reparatur punktet das E-Auto. Elektrische Fahrzeuge sind wartungsfreundlicher und weniger anfällig für Verschleiß, da der Aufbau von Elektroautos weniger bewegliche Teile und Komponenten beinhaltet. Sehr teuer wird es, wenn die Batterien nicht mehr funktionieren. Neue Akkus können bei älteren Elektroautos außerhalb der Garantiezeit unter Umständen den wirtschaftlichen Totalschaden bedeuten. Allerdings zeigen die ersten Erfahrungen, dass die Batterien neuerer Elektroautos recht zuverlässig und langlebig sind.

Der ADAC hat in der Gesamtbilanz beispielsweise im Vergleich zwischen VW Golf Benziner bzw. ID.3 Elektroauto bei den Kosten (inklusive Anschaffung, Wartung, Unterhalt) Werte von rund 53 Cent beziehungsweise 44 Cent pro Kilometer ermittelt. Sogar bei 15 Prozent Nachlass auf den Kaufpreis des Benziners bleibt die Elektrovariante günstiger. Beim Wertverlust schneiden Elektroautos inzwischen oft besser ab als Verbrenner.

Reichweite, Infrastruktur und Fahrspaß

Bei der Reichweite ist der Benziner klar im Vorteil. Mit einer Tankfüllung kommen Verbrennungsmotoren je nach Modell zwischen 600 und 1.000 Kilometer weit. Insbesondere Diesel-Fahrzeuge legen große Strecken zurück. Elektroautos müssen noch mit Reichweiten zwischen 300 und 600 Kilometern auskommen. Allerdings macht die Entwicklung der Batterietechnik Fortschritte. Aus diesem Grund wird sich die Reichweite von Elektroautos in den kommenden Jahren wahrscheinlich verbessern. Die Voraussetzung ist der Ausbau der Ladeinfrastruktur. Insbesondere in ländlichen Gebieten gibt es noch zu wenige Ladestationen. Benziner oder Diesel kannst du hingegen nahezu überall problemlos betanken. In Ballungsgebieten sieht es für E-Autos besser aus. Auf Kurzstrecken oder in der Stadt spielt die Reichweite eine untergeordnete Rolle.

Doch auch wenn es eine Ladestation gibt, benötigt das Elektroauto lange zum Auftanken. Das mindert den Fahrspaß etwas. Dafür wirst du allerdings durch die hervorragenden Beschleunigungswerte der E-Autos entschädigt, die so manchen PS-starken Sportwagen an der Ampel stehen lassen können. Die Handhabung ist außerdem sehr komfortabel, sie ähnelt einem Benziner mit Automatikgetriebe, allerdings ohne komplizierte und schwere Getriebetechnik.

Oft wird der geringe Lärm von Elektroautos als Vorteil betrachtet, allerdings führt Lautlosigkeit im Straßenverkehr auch zu Unfällen. So haben sehbehinderte Menschen Schwierigkeiten, nahende Elektrofahrzeuge rechtzeitig zu erkennen.

Wirkungsgrad und Effizienz

Der Wirkungsgrad gibt an, wie viel der zugeführten Leistung in nutzbringende Energie umgewandelt beziehungsweise zum Fahren eingesetzt wird. Es handelt sich also um eine Angabe zur Energieeffizienz. Beim Benzinmotor liegt der Wirkungsgrad in der Regel nur bei etwa 20 Prozent – der Rest der Kraftstoffenergie geht als Abwärme verloren. Der Wirkungsgrad von Elektroautos liegt hingegen bei etwa 80 Prozent. Folglich ist das Elektroauto viel effizienter als ein Verbrenner-Fahrzeug.

Ist die Umweltbilanz von Elektroautos oder Benzinern besser?

Die Umweltbilanz ist eines der Hauptargumente für den Kauf eines Elektroautos. Immerhin stößt es keine Abgase aus. Der Ausstoß von Feinstaub oder CO2 ist – zumindest vor Ort – kein Thema. Die Umweltbilanz steht und fällt jedoch mit der Art der Stromerzeugung. Kommt der Strom für das E-Auto zum Beispiel aus Kohlekraftwerken, sieht die Schadstoffbilanz beim Benziner nicht unbedingt schlechter aus. Problematisch ist beim Elektroauto außerdem die Batterie. Sie ist nicht nur schwer und teuer, sondern nutzt auch seltene Ressourcen. Da bei der Herstellung oft giftige Nebenprodukte und viel CO2 anfallen, ist die Umweltbilanz von Elektroautos erst nach einiger Nutzungszeit besser. Bei der Entsorgung sind Akkus ebenfalls problematisch für die Umwelt.

 

Was lohnt sich insgesamt mehr: Elektroauto oder Benziner?

Wie so oft hängt auch die Entscheidung Elektroauto oder Benziner von individuellen Voraussetzungen ab. Für Pendler, die nur wenige Kilometer am Tag und keine Langstrecken fahren, ist das E-Auto meist günstiger. Steuervorteile, ein niedriger Verbrauch, geringerer Reparatur- und Wartungsaufwand sowie Kaufprämien gleichen die Nachteile bei den Anschaffungskosten oft aus. Allerdings sieht es anders aus, wenn die Fördergelder nicht mehr zur Verfügung stehen. Mittelfristig sinken die Kosten für Elektrofahrzeuge aber mit verbesserter Batterietechnik und höheren Stückzahlen.

Wer auf die Reichweite des Benziners nicht verzichten will, aber trotzdem etwas für die Umwelt tun möchte, kann zu Alternativen wie Erdgasautos oder Hybrid-Autos greifen.

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