elektroauto-im-winter-header-net4energy

Elektroauto im Winter: Hilfreiche Tipps

Über diesen Artikel

Lesezeit

4 Minuten

Veröffentlichung

17.01.2022

Letztes Update

17.01.2022

Ist das Elektroauto im Winter alltagstauglich?

Die Reichweite ist die Achillesferse aller Elektroautos. Kälte reduziert die Leistung der Batterie. Ist das Elektroauto im Winter also alltagstauglich? Mit unseren Tipps schon.

Inhalt des Blogartikels

Das Problem von Elektroautos im Winter

Elektrofahrzeuge sind leise, können viel Kraft beim Beschleunigen entfalten und schonen die Umwelt, wenn du sie mit Ökostrom auflädst. Bei der Reichweite stößt die Akzeptanz im Alltag jedoch an ihre Grenzen, denn längere Strecken sind nur mit guter Planung und viel Zeit zum Aufladen zwischendurch zu bewältigen. Wie schlägt sich das Elektroauto (E-Auto) im Winter?

Schon bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor machen sich niedrige Temperaturen negativ bemerkbar, wenn es um die Leistung der Batterie geht. Der Innenwiderstand von Akkus nimmt bei Kälte deutlich zu und es kann weniger Energie entnommen werden. Was bei der Starterbatterie eines Verbrenners schon ärgerlich ist, kann beim Elektroauto im Winter zu einem Reichweitenproblem führen. So liefert die Elektroauto-Batterie nicht nur weniger Energie, auch der Stromverbrauch steigt bei kalten Temperaturen im E-Auto rapide an.

Während ein Verbrenner bei Minusgraden Heizung, Klimaanlage und Heckscheibenheizung über die Lichtmaschine mit ausreichend Strom versorgt, gehen diese Einrichtungen beim Elektroauto im Winter sofort zu Lasten der Reichweite. Einfach auf die Heizung zu verzichten, ist aber auch keine Lösung – schon aus Gründen der Fahrsicherheit. Schließlich solltest du nicht mit beschlagenen oder vereisten Scheiben fahren. Tests haben ergeben, dass sich die Reichweite von Elektroautos im Winter um Werte zwischen 10 und 30 Prozent reduzieren kann – das ist bei der geringen Kilometerleistung mancher Modelle schon ein echtes Problem.

Zudem fällt die sogenannte Rekuperation bei E-Autos im Winter schlechter aus. Sie sorgt dafür, dass die Batterie durch intelligente Nutzung von Bremsenergie mit Strom aufgeladen wird. Dieser Prozess läuft bei kalten Akkus weniger effizient ab. Außerdem solltest du vorsichtig sein, wenn du die Rekuperation auf frostigen Straßen nutzt. Denn die abrupte Verringerung der Geschwindigkeit kann dazu führen, dass das Elektroauto im Winter ins Rutschen kommt. Auch das hohe Drehmoment beim Anfahren macht sich bei glatten Straßen eventuell durch weniger Grip bemerkbar. Wenn dein Fahrzeug einen ECO-Fahrmodus hat, aktiviere diesen. Er reduziert das Drehmoment.

 

Ein Elektrofahrzeug hat auch bei Kälte einige Vorteile

Was den Komfort angeht, kann das E-Auto bei Kälte sogar einige Vorteile ausspielen. Denn im Vergleich zu den meisten Verbrennern verfügen Elektroautos fast immer über eine serienmäßige Standheizung mit Vorheizfunktion, die sich meist bequem über das Smartphone aktivieren und programmieren lässt. Anders als beim Verbrennungsmotor wird keine Abwärme des Motors zum Aufheizen des Innenraums benötigt. Warme Luft kommt also direkt und ohne Wartezeit aus dem Gebläse.

Das Vorheizen von Elektroautos im Winter erspart dir in vielen Fällen das Eiskratzen und anfängliche Frieren hinter dem Steuer. Zudem wärmt sich dadurch auch die Batterie auf und funktioniert während der Fahrt effizienter. Solange das E-Auto am Ladekabel hängt, wird der Strom für das Vorheizen direkt aus dem Stromnetz entnommen und wirkt sich somit nicht negativ auf die Reichweite aus. Da die Akkus durch das Vorwärmen leistungsfähiger werden, ist sogar das Gegenteil der Fall: Das Vorheizen reduziert den Reichweitenverlust von Elektroautos im Winter.

 

Lohnt es sich, ein Elektroauto im Winter zu fahren?

Prinzipiell lässt sich ein Elektroauto im Winter nutzen, wenn sich Fahrer mit der Problematik auseinandersetzen und verstehen, worauf sie achten müssen. Das beginnt mit der Frage, welche elektrischen Verbraucher die meiste Energie benötigen. Das ist bei kalten Temperaturen die Luftheizung. Andere Verbraucher wie Licht oder Radio beeinflussen die Reichweite hingegen kaum.

Außerdem spielt der Einsatzort eine Rolle. Im Stadtverkehr mit viel Stop-and-go kann sich die Reichweite laut ADAC-Test bereits bei einer Außentemperatur von 0 Grad Celsius um bis zu 50 Prozent reduzieren. Bei höheren Geschwindigkeiten und einem eher gleichförmigem Nutzungsverhalten fällt die Reichweitenreduzierung mit rund 10 Prozent deutlich geringer aus. Je kälter es ist, desto größer wird das Problem. Erschwerend kommt hinzu, dass gerade bei Kurzstreckenfahrten die Batterie nicht auf ihre optimale Betriebstemperatur kommt und die Zellen bei Kälte die zugeführte Energie wesentlich schlechter aufnehmen. Das bedeutet, dass sich die Ladezeiten verlängern.

 

Tipps zum Stromsparen mit dem E-Auto in der kalten Jahreszeit

Um mit dem Elektroauto im Winter sicher und komfortabel unterwegs zu sein, bedarf es einer guten Planung. Das ist bei Verbrennern nicht anders. Viele der Maßnahmen, die hier gelten, lassen sich auch auf das E-Auto übertragen.

So sollten Enteiser und Eiskratzer sowie warme Decken (eine pro Person) für ungeplante Standzeiten in keinem Fahrzeug fehlen. Zudem solltest du das E-Auto, wenn möglich, in einer Garage parken. Dadurch kühlen die Akkus nicht so schnell aus. Bei Nutzung des Umluftbetriebs kann die Luftheizung den Innenraum schneller erwärmen. Eine Reduzierung der Leistung der Luftheizung kann ebenfalls sinnvoll sein, zumal viele Elektroautos im Winter von Lenkradheizung, Sitzheizung und heizbaren Frontscheiben profitieren. Bei manchen Fahrzeugen lässt sich die Heizung auf den Fahrersitz begrenzen – wer allein fährt, kann dieses Feature nutzen, um Strom zu sparen.

Das Aufladen leerer Batterien sollte möglichst bald nach Fahrtende erfolgen, da die Akkus dann auf Betriebstemperatur sind und die Energie besser aufnehmen als nach längerer Standzeit. Achte darauf, dass die Ladezeit um einiges länger ausfallen kann als normalerweise.

Weitere Tipps im Überblick:

  • plane längere Fahrten gut
  • nimm ggf. warme Getränke in einer Thermosflasche mit
  • tritt auch kürzere Fahrten nur mit vollgeladenem Akku an
  • halte Fenster und Türen möglichst geschlossen
  • schalte die Heizung auf Umluftbetrieb, das erwärmt den Innenraum schneller
  • verzichte, wenn möglich, auf die Luftheizung und nutze die sparsame Sitzheizung
  • schalte die Klimaanlage unbedingt ein, wenn die Scheiben beschlagen
  • verzichte auf unnötige Verbraucher, aber spare nicht an der Sicherheit – fahre niemals mit vereisten Scheiben oder ohne Licht in der Dämmerung.
  • nutze den ECO-Fahrmodus zur Reduzierung des Drehmoments beim Anfahren
  • vermeide kurze Fahrten – sie belasten die Akkus stärker

Ist Stau im Winter ein Problem für Elektroautos?

Wer im Winter stundenlang im Stau steht, hat nicht nur mit dem Zeitverlust, sondern unter Umständen auch mit den Temperaturen zu kämpfen. Selbst bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor kann einem der Treibstoff ausgehen und folglich auch die Heizung ausfallen. Wie muss es also erst im E-Auto sein, das bei Stillstand im Stau von den eigenen Energiereserven zehrt?

In einem Elektroauto musst du im Winter nicht frieren. Wenn es stillsteht und die Energie nur für die Heizung nutzt, beträgt der Verbrauch nur wenige Kilowatt. Selbst unter ungünstigen Bedingungen sind Standzeiten mit eingeschalteter Heizung von 12 bis 17 Stunden somit kein Problem. Für manche Fahrzeuge ist außerdem eine Wärmepumpe erhältlich, die das Aufheizen erheblich effizienter macht und komfortables Fahren im Winter bei gleichzeitiger Batterieschonung ermöglicht.

elektroauto-im-winter-elektroauto-e-book-guide-net4energy
Du möchtest mehr über das Elektroauto erfahren? Lade dir jetzt unseren Essential Guide herunter!
jetzt downloaden