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Die Elektroauto-Förderung 2022

Über diesen Artikel

Lesezeit

5 Minuten

Veröffentlichung

08.02.2022

Letztes Update

12.05.2022

So sicherst du dir die Elektroauto-Förderung für 2022

Neben dem Umweltbonus und der Innovationsprämie kannst du auch auf weitere Förderungen zurückgreifen, um die Anschaffungskosten deines E-Autos langfristig zu senken.

Inhalt des Blog-Artikels

Dank neuer Regelungen auch zukünftig von Förderungen profitieren

Mit der neuen Regierung kommen auch neue Ziele in Sachen Elektromobilität und Klimaschutz. So wurde das bisherige Ziel von 7 bis 10 Millionen Elektroautos bis zum Jahr 2030 auf ganze 15 Millionen Stück angehoben. Das entspricht etwas mehr als einem Drittel der aktuell gesamt zugelassenen Fahrzeuge. Um dieses ambitionierte Ziel zu erreichen, fördert der Bund die Anschaffung von elektrischen Fahrzeugen bereits mit dem einmaligen Umweltbonus inklusive Innovationsprämie.

Doch du kannst auch darüber hinaus zahlreiche weitere Förderungen für dein E-Auto in Anspruch nehmen. Neben indirekten Zuschüssen wie der finanziellen Förderung bei der Installation einer persönlichen Ladestation, spielen auch reguläre Einsparungen wie eine verringerte KFZ-Steuer oder die neu aufkommende THG-Quote eine wichtige Rolle. Wie auch du an die neue, umfassende Elektroauto-Förderung im Jahr 2022 kommst, erläutern wir dir in diesem Beitrag.

 

Umweltbonus und Innovationsprämie

Der Umweltbonus ist im Jahr 2016 eingeführt worden und dient seither als eine direkte Förderung beim Kauf eines neuen E-Autos. Dabei konnten die Fahrer von elektrischen Fahrzeugen mit einem Zuschuss von bis zu 6.000 Euro rechnen. Als im Jahr 2020 dann zusätzlich die Innovationsprämie ins Leben gerufen wurde, ist die Summe sogar auf bis zu 9.000 Euro angestiegen - die letztendliche Höhe der Auszahlung hängt vom Nettolistenpreis des jeweiligen Elektrofahrzeuges ab. Dabei stammen zwei Drittel der Prämie vom Bund, während die Automobilhersteller das übrige Drittel tragen. Die Auszahlung erfolgt über einen Antrag beim Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (kurz BAFA).

Doch neben neuen E-Autos gelten der Umweltbonus und die Innovationsprämie auch für Plug-in-Hybride sowie für junge Gebrauchte. Letztere dürfen dabei noch keine Prämie erhalten haben und müssen zudem erstmals ab dem 04. November 2019 zugelassen worden sein. Für Plug-in-Hybride verschärfen sich die Bedingungen ab dem 01.08.2022, insofern sie eine elektrische Mindestreichweite von 80 Kilometer aufweisen müssen und der Fahrer zudem nachzuweisen hat, dass er diese auch aktiv in Anspruch nimmt.

 

Indirekte Elektroauto-Förderung mittels Steuererleichterungen

Während sich die KFZ-Steuer für Verbrenner über ihren Hubraum und zusätzlichen CO2-Ausstoß berechnet, richtet sich die Steuer für Elektrofahrzeuge nach ihrem zulässigen Gesamtgewicht (zGG). Das führt dazu, dass du für sie in etwa nur die Hälfte der KFZ-Steuer zu zahlen hast. Dabei ist der Steuersatz in drei Gewichtskategorien eingeteilt und richtet sich stets pro angefangene 200 Kilogramm. Daraus ergeben sich die folgenden Preise:

  • Ein Elektrofahrzeug mit bis zu 2.000 Kilo zGG werden 5,625 Euro je 200 Kilo fällig.
  • Für ein E-Auto mit bis zu 3.000 Kilogramm beträgt die KFZ-Steuer 6,01 Euro pro 200 Kilogramm.
  • Die Elektroauto-Steuer für Fahrzeuge mit bis zu 3.500 Kilogramm kostet 6,39 Euro pro 200 Kilogramm.

Der größte Vorzug liegt allerdings darin, dass ein Elektroauto, welches du bis zum Jahr 2025 kaufst, 10 Jahre lang gänzlich von der KFZ-Steuer befreit ist. Plug-in-Hybride sind jedoch von diesen Steuervorteilen ausgeschlossen.

 

Förderungen für die Wallbox 

Damit dein Elektroauto immer genügend Strom hat, musst du es natürlich regelmäßig aufladen. Am bequemsten geht das an der eigenen Wallbox bei dir zu Hause in der Garage oder im Carport. Die Wallbox kostet je nach Hersteller und Ausführung zwischen 350 und 2.500 Euro. Hinzu kommen unter anderem Kosten für die Installation und eventuelle Baumaßnahmen.

Um den finanziellen Aufwand etwas abzufedern, gibt es Förderungen. Diese richten sich in erster Linie an Firmen und Kommunen. Sie können einen staatlichen Zuschuss über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) beantragen.

Der Bund fördert aktuell keine privaten Ladestationen von Privatpersonen.

Die KfW hat das entsprechende Programm gestoppt. Allerdings bieten manche Bundesländer, Kommunen und Stromlieferanten Prämien und Förderungen für private Ladestationen an. Am besten informierst du dich direkt bei deiner Gemeinde beziehungsweise deinem Bundesland.

Neben den privaten Ladestationen plant die neue Bundesregierung weiterhin den flächendeckenden Ausbau der öffentlichen Ladestationen. So sollen bis zum Jahr 2030 1 Million neue öffentlich zugänglich Ladepunkte entstehen - wobei der Fokus auf sogenannten Schnelllade-Hubs liegen soll. Auch diese Neuerung unterstützt Fahrer von Elektrofahrzeugen, da sie deren Flexibilität deutlich erhöht.

 

Elektroauto-Förderung 2022: auch Wasserstoffautos kommen theoretisch infrage

Per Definition steht auch Brennstoffzellenfahrzeugen, die in der Regel mit Wasserstoff betankt werden, eine Förderung im Sinne des Umweltbonus zu. Aufgrund unterschiedlicher Umstände stellen diese Autos jedoch noch eine Besonderheit dar. So ist gesetzlich festgelegt, dass Brennstoffzellenfahrzeugen mit einem Listenpreis von bis zu 65.000 Euro dieselbe Fördersumme wie bei einem Elektrofahrzeug zusteht. Das wären also ganze 7.500 Euro Ersparnis für ein neues Wasserstoffauto.

Gegenwärtig befindet sich mit dem Toyota Mirai II (Nettolistenpreis gut 63.000 Euro) jedoch nur ein Fahrzeug auf dem Markt, das in diese Preisklasse fällt. Die einzige konkurrierende Hersteller ist Hyundai, dessen Modell Hyundai Nexo mit einem Listenpreis von rund 79.000 Euro bereits zu teuer ist, um in den förderfähigen Rahmen zu fallen.

Zwar existiert mittlerweile auch eine unabhängige Förderung von Brennstoffzellenfahrzeugen, die mit 21.000 Euro alles andere als gering ausfällt, jedoch gilt sie nur für gewerbliche Kunden, die mindestens drei Fahrzeuge kaufen. Somit ist der Markt für Autos, die mit Wasserstoff betankt werden, auf weitere Innovationen durch den Bund sowie durch die Hersteller angewiesen.

 

Mehr Geld zurück durch die THG-Quote

Seit den 90er Jahren hat sich der CO2-Ausstoß auf den deutschen Straßen nicht verringert, obwohl der hiesige Verkehr für mehr als ein Viertel der gesamten Emissionen verantwortlich ist. Um dieses Problem anzugehen, wurde 2015 die gesetzlich normierte Treibhausgasminderungsquote (THG-Quote) eingeführt, welche Mineralölkonzernen den Anteil an zu verkaufenden erneuerbaren Kraftstoffen vorschreibt. Das betrifft an erster Stelle also den verstärkten Verkauf von Biodiesel und Bioethanol.

Da diese den herkömmlichen Treibstoffen aber nur in geringen Mengen beigefügt werden können, steht den Konzernen noch eine zweite Option zur Verfügung. Um also die Strafzahlungen für zu hohe THG-Quoten zu vermeiden, können Mineralölkonzerne die positive Bilanz von anderen Marktteilnehmern erwerben und so ihre eigenen Werte ausgleichen. Seit einer Gesetzteserweiterung im Jahr 2021 ist dieser Umstand vor allem für Fahrer von E-Autos interessant, da diese am Ende des Jahres nun ihre eigene positive CO2-Bilanz für den THG-Quotenhandel bereitstellen können. Plug-in-Hybride sind hierbei allerdings ausgeschlossen

In der Praxis gibst du die THG-Quote deines E-Autos an einen Anbieter weiter, welcher sich auf den Kauf dieser Bilanzen spezialisiert hat. Von dort aus werden die einzelnen Beiträge gebündelt und weiter an Mineralölkonzerne verkauft. Im Anschluss erhältst du dann deine persönliche Auszahlung in Höhe von 80 bis 130 Euro. Aufgrund der zunehmenden gesetzlichen Verschärfung bezüglich des CO2-Ausstoßes ist damit zu rechnen, dass die Strafzahlungen und somit auch die Auszahlungen für eine positive THG-Quote in Zukunft noch höher ausfallen werden. Allerdings solltest du berücksichtigen, dass der klimafreundliche Effekt deines E-Autos hierbei für den Erhalt von klimaschädlichen Treibstoffen verwendet wird. Wäge deine Entscheidung daher vorher ab.

 

Mit der Förderung 2022 zum neuen Elektroauto

Selbst nachdem du beim BAFA einen Antrag für den Umweltbonus zusammen mit der Innovationsprämie gestellt hast, stehen dir noch weitere Möglichkeiten bereit, um zusätzliche Förderungen für den Kauf eines elektrisches Fahrzeug zu erhalten. Denn die 10-jährige Befreiung von der KFZ-Steuer ist finanziell auf keinen Fall zu verachten. Aufgrund der generell geringen Beiträge bleibt dein E-Auto auch daraufhin noch günstiger als als ein klassischer Verbrenner oder gar ein Plug-in-Hybrid. Zudem bietet die aufkommende THG-Quote eine Gelegenheit an, um weitere regelmäßige Zahlungen für dein Elektroauto zu erhalten. All das senkt die Kosten für ein E-Auto noch weiter.

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