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Die eigene Wallbox anmelden

Über diesen Artikel

Lesezeit

3 Minuten

Veröffentlichung

09.02.2021

Letztes Update

17.01.2022

Die eigene Wallbox anmelden

Nicht jede Wallbox untersteht denselben Regulierungen. Daher sind einige Faktoren zu beachten, ehe du eine solche Ladestation für dein Elektrofahrzeug installierst.

Inhalt des Blogartikels

Anmeldung der Wallbox ist gesetzlich geregelt

Es gibt nichts Komfortableres, als dein Elektroauto ganz bequem zu Hause in der Garage oder im Carport zu laden. Doch dafür musst du zunächst eine Wallbox installieren. Dabei spielen nicht nur technische Faktoren eine Rolle. Stattdessen musst du auch gesetzliche Regulierungen im Blick behalten. Denn seit dem 21. März 2019 ist im § 19 Niederspannungsanschlussverordnung – NAV ein wichtiger Punkt in Sachen Elektromobilität klar geregelt: Selbst private Betreiber müssen seither ihre Wallbox beim Netzbetreiber anmelden. Was du darüber wissen solltest, verraten wir dir hier.

Musst du jede Wallbox anmelden?

Von der Verordnungsänderung ist grundsätzlich jeder betroffen, der eine private Ladeeinrichtung installieren möchte. Da selbst die einfachsten Wallboxen eine Mindestleistung von 3,7 kW erbringen, gilt also bei jeder Installation eine grundsätzliche Anmeldepflicht.

Bei leistungsstärkeren Modellen solltest du darauf achten, um was für eine Wallbox es sich handelt (beispielsweise eine mit 22 kW Leistung). Denn Ladestationen, die eine Leistung von mehr als 12 kW erbringen, benötigen gemäß NAV eine Genehmigung durch den zuständigen Netzbetreiber. Davor darfst du ein solches System nicht installieren. Der Netzbetreiber ist wiederum dazu verpflichtet, sich innerhalb von 2 Monaten nach Eingang deiner Anfrage zu äußern. Hierbei ist es wichtig, dass du deinen Netzbetreiber nicht mit deinem Stromanbieter verwechselst. Die Informationen zur Zuständigkeit findest du auf deinem Stromzähler oder auf deiner letzten Jahresrechnung.

Nun ist es technisch möglich, dein Elektrofahrzeug auch an einer Haushaltssteckdose zu laden. Jedoch solltest du dies nur im äußersten Notfall tun. Denn solche häuslichen Ladepunkte erreichen zwar theoretisch eine Leistung von 3,7 kW, jedoch ist ein derartiges Laden mit einigen Nachteilen und sogar Risiken verbunden.

Darum musst du deine Wallbox anmelden

Eine installierte Ladesäule ist anmeldepflichtig, da die damit einhergehende Transparenz der Stabilität des Stromnetzes dient. So lässt sich leichter abschätzen, wie viel Energie in welchem Gebiet zu welcher Tageszeit voraussichtlich benötigt wird. Auf diese Weise kann eine Überlastung des lokalen Netzes verhindert werden. Die Anmeldung eines Ladepunkts dient also der allgemeinen Sicherheit. Bei der Genehmigung einer Wallbox prüft der Netzbetreiber hingegen, ob die Stromversorgung überhaupt für diese hohe Ladeleistung geeignet ist und ob das System den feuerpolizeilichen Vorschriften entspricht. Auch die Anschlüsse und vor allem die Sicherungen werden überprüft. So wird sichergestellt, dass es nicht zu einer gefährlichen Überlastung der Ladeinfrastruktur und zu möglichen Gefahren wie einem Kabelbrand kommen kann. Diese Prüfung ist insbesondere in älteren Gebäuden, die oft noch über veraltete Stromleitungen und Sicherungen verfügen, wichtig.

 

Wie kannst du deine Wallbox anmelden?

Wenn du eine private Wallbox anmelden willst, dann darfst du mit der Hilfe des jeweils ausführenden Elektroinstallateurs rechnen. Denn spezialisierte Fachleute bieten die Anmeldung beim Netzbetreiber als Teil ihres Kundendienstes gleich mit an. Dazu benötigt es nur einen standardisierten Anmeldebogen, den du vorher ausfüllst.

Liegt dem Netzbetreiber das Anmeldeformular für die Ladeeinrichtung vor, dann wird zunächst die die lokale Netzsituation geprüft. Vom Prüfungsergebnis hängt ab, ob die Zustimmung zur Installation der Ladeeinrichtung erfolgt oder ob dir stattdessen notwendige Verbesserungsmaßnahmen mitgeteilt werden.

Was passiert, wenn der Netzbetreiber die Wallbox genehmigt?

Sofern die geplante Wallbox eine Leistung von 12 kW nicht übersteigt, kann ein Elektroinstallateur das System in Betrieb nehmen, sobald er den Netzbetreiber darüber in Kenntnis gesetzt hat. Fällt die Leistung jedoch höher aus, dann musst du (wie bereits geschildert) erst auf eine Genehmigung warten.

Der Netzbetreiber hat 2 Monate Zeit, um zu überprüfen, ob du die geplante Ladeeinrichtung ohne eine Erhöhung der Hausanschlusskapazität installieren kannst. Trifft dies zu, dann erhältst du eine sogenannte Anschlusszusage über einen Zeitraum von 4 Monaten. Währenddessen muss ein Elektroinstallateur oder ein anderes geeignetes Unternehmen die Ladeeinrichtung in Betrieb nehmen.

Und wenn der Netzbetreiber die Genehmigung der Wallbox verweigert?

In diesem Fall müssen vor dem Anschluss der Ladestation die Teile des Stromnetzes, die zur Absage geführt haben, im Haus verstärkt werden. Das können Leitungen, Sicherungen oder auch bestimmte bauliche Veränderungen sein. Die Kosten dafür musst du selbst übernehmen. Erst wenn diese Maßnahmen und Arbeiten abgeschlossen sowie genehmigt sind, darf die Ladestation installiert und in Betrieb genommen werden.

 

Erst die Wallbox anmelden und dann Zuschüsse abholen

Die private Ladestation anzumelden, kann den Geldbeutel ganz schön strapazieren. Je nach Netzbetreiber, anfallenden Arbeiten und Wallbox-Modell variieren die Preise für das Anmeldeverfahren zwischen 500 und 2.000 Euro. Um diese Kosten ein wenig abzufedern, gibt es bestimmte Förderungen für Wallboxen:

  • Einige Hersteller für Elektromobilität bieten vergünstigte Ladestationen an und übernehmen teilweise auch die Kosten für die Installation.
  • Zuschüsse für die Wallbox gibt es (auf Antrag) auch von den meisten Bundesländern und einigen Kommunen.
  • Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) stellt attraktive Kredite bereit, wenn du eine Wallbox anmelden möchtest.
  • Auch einige Stromanbieter gewähren einen Bonus für Besitzer von Elektroautos, die dort ihre Wallbox anmelden.

Von der Anmeldung bis hin zur Inbetriebnahme deiner Wallbox

Wenn es darum geht, eine Wallbox anzumelden, ist also die Ladeleistung der ausschlaggebende Faktor. Je nachdem, wie viel kW deine gewünschte Ladestation erbringt, kannst du entweder sehr zügig mit dem ersten Laden beginnen oder musst erst auf eine Genehmigung durch den zuständigen Netzbetreiber warten. Denn die vorzeitige Überprüfung der Ladeinfrastruktur ist hierbei entscheidend.

Stellt sich dabei heraus, dass die Kapazität deines heimischen Netzes doch nicht ausreicht, um eine leistungsstärkere Wallbox zu versorgen, dann kannst du mit einigen Maßnahmen und Arbeiten nachbessern. Dabei entstehen zwar zusätzliche Kosten, jedoch stehen dir grundsätzlich attraktive Fördermöglichkeiten zur Verfügung. Dadurch stehst du bei der Anmeldung einer Wallbox nicht allein dar.

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