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E-Bike Mittelmotor oder Hinterradmotor?

Über diesen Artikel

Lesezeit

4 Minuten

Veröffentlichung

29.09.2021

Letztes Update

17.01.2022

Was passt besser zu dir: Der E-Bike Mittelmotor oder ein Hinterradmotor?

Für Einsteiger stellt sich oft die Frage, ob ein E-Bike Mittelmotor oder Hinterradmotor besser ist. Geht es dir auch so? Hier findest du Argumente für die Entscheidung.

Inhalt des Blogartikels

Die E-Bike-Antriebe im Überblick

Genau genommen reden wir bei einem E-Bike eher von einem Pedelec. Der Begriff setzt sich aus den Worten Pedal Electric Cycle zusammen und meint ein Fahrrad mit Elektromotor, der aber nur unterstützend wirkt. Du trittst demnach selbst treten und der Motor unterstützt dich dabei. Ein wirkliches E-Bike ist praktisch ein Motorrad, nur mit Elektro- statt Benzinmotor. Aber im allgemeinen Sprachgebrauch wird eher der Begriff E-Bike genutzt. Deswegen halten wir es hier auch so.

Bei einem E-Bike (oder Pedelec) gibt es 3 mögliche Motorpositionen. Der Antrieb kann sich am Vorderrad, am Tretlager (Mittelmotor) oder am Hinterrad befinden. Bei einem Motor an einem der beiden Räder spricht man auch von einem Nabenmotor. Der Antrieb bildet praktisch die Nabe des jeweiligen Rades.

Hinterradmotor, Mittelmotor und Nabenmotor haben unterschiedliche Eigenschaften und diverse Vor- und Nachteile. Diese schauen wir uns jetzt etwas näher an. Den Vorderradmotor lassen wir dabei allerdings außer Acht, da er weniger gebräuchlich ist.

 

Mittelmotor und Hinterradmotor: Das solltest du über dein E-Bike wissen

Der Mittelmotor bildet mit dem Tretlager eine Einheit. Sein Gewicht senkt den Schwerpunkt. Das wirkt der Kippneigung entgegen. Gleichzeitig wird die gesamte Last gleichmäßig auf Vorder- und Hinterrad verteilt. Das Fahrgefühl ähnelt daher dem eines Fahrrads ohne Motor. Viele Experten bezeichnen die E-Bikes mit Mittelmotor als Allrounder, die sowohl in der Stadt als auch auf glatter Landstraße und im hügeligen Gelände eine gute Figur machen.

Der Hinterradmotor oder Heckmotor bildet mit der Hinterradnabe eine Einheit. Der Vortrieb wirkt sehr unmittelbar und schiebt vehement von hinten. Heckmotoren werden daher bei eher sportlichen Rädern verwendet. Allerdings weniger bei Mountainbikes. Auch bei Lastenfahrrädern werden sie gern eingesetzt. Vom Preis her sind sie meist etwas günstiger als Mittelmotoren. Aber sie verbrauchen mehr Strom. Das schränkt die erzielbare Reichweite etwas ein.

Letztlich kommt es bei der Wahl der Motorposition darauf an, welche Ambitionen du mit deinem neuen E-Bike verfolgst. Bevor du eine Entscheidung triffst, nutze eine Beratung bei einem ausgewiesenen Experten in deiner Nähe.

 

Mittelmotor und Heckmotor im direkten Vergleich

Schauen wir uns nun die Vor- und Nachteile der beiden Motorpositionen etwas genauer an.

Mittelmotor

Einen Vorteil bilden der tiefe Schwerpunkt und die gleichmäßige Gewichtsverteilung durch die mittige Antriebsposition. Daraus ergibt sich ein Fahrgefühl, das du gewiss von einem nicht motorisierten Fahrrad kennst. Da sich die Tretkurbel unmittelbar am Motor und somit am Drehmomentsensor befindet, reagiert der Antrieb sehr schnell, wenn du losfährst oder dein Fahrverhalten änderst. Von Vorteil ist auch, dass bei dieser Bauweise des E-Bikes eine Rücktrittbremse realisiert werden kann. Außerdem lässt sich der Mittelmotor sowohl mit Ketten- als auch mit Nabenschaltung kombinieren.

Die geringe Entfernung zwischen Motor und Akku ermöglicht zudem kurze und unempfindliche Leitungsstrecken. Moderne Mittelmotoren sind sehr effizient im Stromverbrauch und haben eine höhere Reichweite als andere Antriebsvarianten. Ein nicht zu unterschätzender Vorteil ist, dass Aus- und Einbau der Räder so komfortabel erfolgen können, wie bei einem klassischen Fahrrad.

Es gibt nur wenige Nachteile. Die Belastung von Kette, Ritzeln und Kettenblättern ist höher als beim Hinterradmotor. Das führt zu einem erhöhten Verschleiß der Bauteile. Da der Mittelmotor Platz benötigt, sind bei einer Kettenschaltung nur maximal 2 Kettenblätter möglich. Das schränkt die Anzahl der möglichen Gänge und damit die Agilität beim sportlichen Fahren ein. Die Preise von Mittelmotoren sind außerdem meist höher als die von Heckmotoren.

Hinterradmotor

Zu den Vorteilen dieser Antriebsposition zählt der spürbare Schub von hinten, der ein sportliches Fahrgefühl vermittelt. Hinzu kommt, dass hier Kettenschaltungen mit bis zu 3 Kettenblättern zum Einsatz kommen. Das ermöglicht mehr Übersetzungsstufen als bei einem E-Bike mit Mittelmotor. Dennoch werden Kette, Ritzel und Kettenblätter geschont, da an ihnen nur die Beinkraft des Bikers wirkt. Bei Bergabfahrten kann der Heckmotor als Bremse verwendet werden. Gleichzeitig arbeitet er wie ein Generator und lädt die Batterie mittels Rekuperation auf. Außerdem sind Hinterradmotoren leiser als Mittelmotoren und meist etwas preiswerter.

Doch auch hier gibt es ein paar Nachteile. Das Gewicht des Motors am Hinterrad wirkt sich im Gelände negativ auf die Stabilität des Fahrzeugs aus. Auch ein Reifenwechsel am Hinterrad ist oftmals umständlicher. Heckmotoren neigen auf langen Steigungen außerdem zu Überhitzung und unterstützen dich dann weniger.

 

Für wen eignet sich welcher Antrieb?

Wir hatten schon festgestellt, dass der Mittelmotor so etwas wie das Allround-Talent bei den E-Bike-Antrieben darstellt. Durch seine mittige Position und dem niedrigen Schwerpunkt stabilisiert er das Bike. Das Fahrgefühl ähnelt dem der klassischen Fahrräder ohne Elektromotor. Damit eignet sich der Mittelmotor sehr gut für Einsteiger in das Fahren mit elektrischer Unterstützung. Aber natürlich haben auch erfahrene Biker ihren Spaß.

Der Mittelmotor wird heute nahezu in jeder Bauform von Fahrrädern verbaut. Du findest ihn beim City-E-Bike, bei Trekking-Bikes für längere Touren und auch bei Mountainbikes. Er wird allen diesen Anwendungen gerecht. Ob das Bike letztendlich für deinen Wunschzweck geeignet ist, hängt aber nicht nur vom Motor ab. Verbaute Materialien, Rahmenkonstruktion, Räder und Reifen, Schaltung und Bremsen müssen dem Verwendungszweck ebenfalls entsprechen. Nicht zuletzt spielt auch der Preis eine Rolle. Um sich nicht in diesem mittlerweile sehr vielfältigen Angebot zu verirren, solltest du dich unbedingt von einem Experten beraten lassen.

Der Hinterradantrieb ist etwas für sportliche Fahrer, die gern schnell unterwegs sind. Das kann in der Stadt sein, aber auch auf flacher bis leicht hügeliger Landstraße oder auf entsprechenden Fahrradwegen. Im Mountainbike-Gelände fühlt sich diese Antriebsvariante nicht so wohl. Der schwere Motor am Hinterrad kann dazu führen, dass das Bike ausbricht und der Fahrer stürzt. Aber bei Trekking-Touren spielt der Heckmotor seine Vorteile aus und verkraftet die zusätzliche Last durch mitgeführtes Gepäck. Lastenfahrräder finden ebenfalls eine sinnvolle Anwendung.

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