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E-Bike mit zwei Akkus

Über diesen Artikel

Lesezeit

3 Minuten

Veröffentlichung

22.05.2021

Letztes Update

17.01.2022

E-Bike mit zwei Akkus: Was du über die dualen Akkusysteme wissen solltest

Mit einem zweiten Akku erreicht dein E-Bike deutlich mehr Reichweite. Mit welcher Akku-Positionierung du am besten fährst und mit welchen Kosten du rechnen musst, erfährst du hier.

Inhalt des Blogartikels

Duale Akkusysteme von E-Bikes

Bei der Akku-Technologie von Elektrofahrrädern haben sich Lithium-Ionen-Akkus durchgesetzt. Sie haben eine vergleichsweise hohe Energiedichte und damit Akkukapazität. Sie verfügen außerdem über eine recht lange Lebensdauer. Das drückt sich in der Anzahl von möglichen Ladevorgängen aus, die im Allgemeinen zwischen 500 und 1000 liegt. Selbst bei nahezu täglichem Laden erreichen die Akkus damit eine Lebensdauer von gut 3 Jahren. Üblicherweise sind sie nach dieser Zeit keineswegs defekt und können weiterverwendet werden. Allerdings verfügen die Batterien dann nicht mehr über die volle ursprüngliche Kapazität.

Diese Akkuplatzierungen gibt es

Der einzelne Akku bei preisgünstigen E-Bikes ist häufig unter dem Heckgepäckträger montiert. Dort ist allerdings kein Platz für einen zweiten Akku. Auch hinsichtlich der Fahreigenschaften ist diese Platzierung ungünstig. Die recht hohe Position erhöht den Schwerpunkt, begünstigt ein unbeabsichtigtes Kippen und bewirkt ein Verwinden der gesamten Konstruktion bei Kurvenfahrten. Das zusätzliche Gewicht eines zweiten Akkus würde dies noch verstärken.

Bei höherwertigen Fahrrädern befindet sich der Akku außen auf dem Rahmen – oft auf dem Unterrohr oder am Sattelrohr. Diese Positionierungen wirken sich günstig auf Schwerpunkt und Stabilität der gesamten Konstruktion aus. Mittlerweile gibt es jedoch auch schlanke stabförmige Akkus, sogenannte Powertubes, die von den Fahrradherstellern unsichtbar im Rahmen untergebracht werden. Das E-Bike ist somit gar nicht mehr als solches erkennbar.

Für die Ausrüstung mit 2 Akkus ergeben sich somit 3 mögliche Varianten. Beide Stromspeicher werden auf sogenannten Rail-Systemen an verschiedenen Stellen des Rahmens befestigt. So sind sie leicht zugänglich und können zum Aufladen mit dem Ladegerät unkompliziert entnommen werden. Oder beide Akkus werden in Form von Powertubes im Rahmen positioniert. Solche Lösungen werden von einzelnen E-Bike-Herstellern angeboten. Damit verschwinden sogar beide Akkus unsichtbar im Rad. Die dritte Möglichkeit ist die Kombination aus einem Powertube-Akku im Rahmen und einem Powerpack-Akku auf dem Rahmen.

Wie funktionieren die dualen Akkusysteme?

Der zweite Akku wird von den Anbietern elektrisch auf unterschiedliche Weise eingebunden. Eine Möglichkeit ist, dass das Batteriemanagement die beiden Akkus nacheinander nutzt. Die Umschaltung von einem auf den nächsten Akku kann automatisch erfolgen. Es kann aber auch sein, dass du den zweiten Akku von Hand zur Nutzung einsetzen musst. Alternativ werden beide Akkus wechselweise angesprochen. Das System schaltet auf den anderen Akku, wenn die Ladung des aktuell genutzten 5 Prozent niedriger ist als beim zweiten Akku. So werden beide Akkus gleichmäßig und damit schonend entladen.

 

Welche Reichweite lässt sich mit zwei Akkus erzielen?

Die Reichweite eines E-Bikes hängt nicht nur von der Speicherkapazität der Batterie ab. Fahrweise und Streckenbeschaffenheit haben ebenfalls einen Einfluss. Wer seinen Elektromotor nur zur leichten Unterstützung benötigt und überwiegend auf glatter Strecke unterwegs ist, erzielt eine größere Reichweite mit seinem Fahrrad als beispielsweise bei einer hügeligen Strecke.

Unter gleichen Bedingungen lässt sich pauschal sagen, dass doppelte Akku-Kapazität auch doppelte Reichweite bedeutet.  Davon ausgehend kann ein Elektrofahrrad mit zwei Akkus mit einer Maximalgeschwindigkeit von 25 Kilometern pro Stunde eine Reichweite von bis zu 170 Kilometer erreichen.

Für Nutzer, die ihr E-Bike täglich im Stadtverkehr nutzen und daher nur kürzere Strecken fahren, ist die Reichweite weniger relevant. Du merkst den Unterschied zwischen einzelner und Dualbatterie dann primär dadurch, dass du dein Elektrofahrrad nicht mehr täglich zum Aufladen an die Steckdose hängen brauchst.

 

Was kostet ein E-Bike mit zwei Akkus?

Für ein E-Bike mit zwei Akkus und entsprechend größerer Reichweite musst du mit Kosten im höheren Preissegment rechnen. Ein Dualakku-System wird in E-Zweiräder verbaut, die für die Erfüllung höherer Anforderungen konzipiert und technisch hochwertig sind. Die Preise starten bei rund 4.500 Euro, für einige Modelle belaufen sich die Kosten hoch bis in den fünfstelligen Bereich. Ein gebrauchtes E-Bike bekommst du schon deutlich günstiger.

Kann ich einen zweiten Akku nachrüsten?

Angesichts dieser Preise stellt sich die Frage, ob du einen zweiten Akku beliebig nachrüsten kannst. Das ist jedoch nur dann möglich, wenn das Batterie- und Antriebsmanagement auf solch eine Lösung vorbereitet ist. Es gibt Anbieter, bei deren E-Bikes es möglich ist, mit nur einem Akku zu starten und einen zweiten später nachzurüsten. Ist das nicht der Fall, solltest du von einer Bastellösung lieber die Finger lassen. Aber du hast natürlich die Möglichkeit, einen zweiten geladenen Akku unterwegs im Rucksack mitzuführen. Dann kannst du ihn schnell unterwegs gegen den leer gefahrenen Stromspeicher tauschen.

Für wen lohnt sich ein E-Bike mit zwei Akkus?

Ein E-Bike mit zweiter Stromquelle lohnt sich für dich, wenn du oft und gerne längere Strecken zurücklegst und/oder auch auf hügeligen Strecken oder in anspruchsvollem Gelände unterwegs bist. Auch für Stadtfahrer, die ihr E-Bike täglich nutzen, ist die höhere Kapazität interessant. Dadurch hast du den Vorteil, dass du die Akkus nicht mehr jeden Tag aufladen musst.

 

Lagerung und Pflege der Akkus

Bei regelmäßiger Nutzung deines E-Bikes mit Entladung und zeitnaher Aufladung gibt es keine Besonderheiten zu beachten. Probleme mit den Akkus entstehen stattdessen bei längerer Nichtnutzung. Gelagerte Akkus verlieren mit der Zeit an Ladung. Empfehlenswert ist daher, einen Akku für die Lagerung mit circa 30 bis 60 Prozent seiner Kapazität aufzuladen und die Ladung etwa alle 2 Monate aufzufrischen. Die Lagerung sollte an einem trockenen Ort, bei einer Temperatur zwischen 10 und 20 Grad Celsius erfolgen. Hochsommerliche Hitze und niedrige Temperaturen um den Gefrierpunkt und tiefer vertragen Lithium-Ionen-Zellen nicht gut. Sie verlieren dann schnell an Ladekapazität und können auch komplett defekt gehen.

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