e-bike-bausatz-header-net4energy

E-Bike-Bausatz statt Neukauf

Über diesen Artikel

Lesezeit

5 Minuten

Veröffentlichung

22.06.2021

Letztes Update

17.01.2022

Vom Fahrrad zum E-Bike mit dem Umbausatz

E-Bikes sind sehr beliebt, aber teuer. Da sollte es doch mit etwas Geschick und einem Nachrüstsatz möglich sein, ordentlich Geld zu sparen. Aber geht das überhaupt?

Inhalt des Blogartikels

Elektrofahrräder sind in aller Munde

Mit seinem grünen Antrieb, der das Pedalieren spürbar schneller und bequemer macht, liegt das E-Bike gegenwärtig schwer im Trend. Von dem flexiblen Fortbewegungsmittel, das meistens als Pedelec ausfällt, wurden im Jahr 2018 bereits eine Millionen Exemplare verkauft. Das Jahr 2020 sah mit 2 Millionen neuen Elektrofahrrädern sogar doppelt so viele Verkäufe. Insbesondere in der Stadt lösen E-Bikes so gut und gerne auch das ein oder andere Auto ab.

Doch nicht immer ist der Kauf eines brandneuen Elektrofahrrads zwingend notwendig. In vielen Fällen kann auch dein herkömmliches Rad gute Voraussetzungen bieten, um zu einem E-Bike aufgerüstet zu werden. Welche Faktoren für den Umbau entscheidend sind und mit welchen Kosten du zu rechnen hast, erfährst du hier in diesem Beitrag.

 

Aus alt wird elektrisch – Sind E-Bike-Umbausätze sinnvoll?

Meist ist es eine Kostenfrage, wenn jemand darüber nachdenkt, sein Fahrrad in ein E-Bike umzurüsten. Das ist sicher ein ganzes Stück preiswerter als ein Neukauf und außerdem kannst du so dein vertrautes Fahrrad weiter nutzen. Bevor du aber einen Bausatz kaufst, solltest du zuerst von einem Fachmann prüfen lassen, ob das überhaupt möglich ist.

Denn mit Motor, Akku, Bordcomputer mit Display und Bedienungseinheit packst du ein ordentliches Gewicht drauf. Das können 5 bis 9 Kilogramm zusätzliches Gewicht sein, die dein altes Rad tragen und bewegen muss. Auch für das schnelle Fahren muss es geeignet sein. Ist es nicht stabil genug, wird es problematisch.

Generell stellen das zusätzliche Gewicht und die konstant höheren Geschwindigkeiten ganz andere Anforderungen an dein konventionelles Fahrrad. Dies betrifft auch die Bremsen. Ohne zuverlässige Scheibenbremsen geht es nicht. Fehlen diese, lohnt sich auch ein E-Bike-Umbausatz nicht. Beachte ebenso, dass es Nachrüstsätze gibt, die nicht für den Einsatz mit einer Rücktrittbremse geeignet sind. Der Bausatz muss also unbedingt an dein Fahrrad angepasst sein. Das gilt für die Form und das Material des Rahmens sowie für die Schaltung.

 

Woraus besteht ein E-Bike-Bausatz?

Das Angebot an Umbausätzen ist parallel zum E-Bike-Markt gewachsen und entsprechend groß. Grundsätzlich sollte es sich um namhafte Hersteller handeln, deren Produkte du verbaust. Ein fehlerhaftes Produkt lässt sich dann in der Regel einfacher umtauschen. So kannst du auch sicher sein, dass der Hersteller nicht plötzlich vom Markt verschwindet. Hersteller wie Pendix, Senglar und Go Swiss stellen hierbei etablierte Anlaufstellen dar.

Diese Komponenten sollte ein Nachrüstsatz beinhalten:

  • E-Motor
  • Akku
  • Controller
  • Display mit Bedienelementen

Der E-Motor

Angeboten werden Front-, Mittel- und Heckmotoren. Dort, wo sie verbaut werden, sind Beanspruchung und Verschleiß besonders groß. Es kann daher sein, dass selbst ein qualitativ hochwertiges Fahrrad mit dieser Dauerbelastung nicht klarkommt.

Für die Nachrüstung eines elektrischen Antriebs werden meist Heckmotoren verwendet. Diese werden an der Nabe des Hinterrads angebracht und verlagern den Schwerpunkt somit nach hinten. Aber auch Mittelmotoren sind sehr beliebt, da sie als Teil des Tretlagers an der Pedalkurbel angebracht werden und einen niedrigen und stabilen Schwerpunkt ermöglichen. Frontmotoren hingegen werden nicht so gerne als Antrieb verbaut, weil sie einen negativen Einfluss auf das Fahrverhalten des Elektrofahrrads haben.

Akku

Der Akku versorgt nicht nur den Motor mit Strom, sondern ist auch dafür zuständig, wie weit und wie lange du mit einer Aufladung fahren kannst. Die Kapazität deines Akkus sollte daher auch zu deinem Fahrradtyp passen: Lastenrad, City-, Trekking- oder Mountainbike.

Controller

Der Controller ist das Bindeglied zwischen Fahrer, Sensor, Batterie und Motor. Sobald der Controller vom Sensor Daten übermittelt bekommt, regelt er, wie viel Strom vom Akku an den Motor abgegeben wird. Er steuert somit die Motordrehzahl. Der Pedalsensor registriert deine Tretbewegung und startet den Motor.

Display

Der am Lenker montierte Bordcomputer mit Display und Bedienungseinheit zeigt dir unter anderem, wie schnell und mit welcher Unterstützungsstufe du gerade fährst. Du kannst ablesen, wie der Ladezustand des Akkus ist und wie weit du damit noch fahren kannst.

Hierbei gilt es zu beachten, dass einige Displays sogar per App steuerbar sind und so mitunter den Motor blockieren bzw. freigeben können. Im Umkehrschluss lassen sich derartige Elektrofahrräder allerdings nur dann fahren, wenn das Display auch an ihnen angeschlossen ist.

 

Wann ist das Nachrüsten sinnvoll?

Das hängt unter anderem vom Alter, dem Zeitwert und dem allgemeinen Zustand deines Rades ab. Ist es nur noch etwa 400 Euro oder weniger wert oder hat es bereits 4 bis 5 Jahre auf dem Buckel, dann solltest du von einer Nachrüstung absehen. Durch starke Belastung kann es im Lauf der Jahre zu Materialermüdung an tragenden Bauteilen kommen. Wenn du dich nicht gut auskennst, solltest du immer einen Profi bitten, den Gesamtzustand deines Rades zu prüfen und zu beurteilen, ob es für eine Nachrüstung auf ein Elektrofahrrad geeignet ist.

 

Was kostet ein E-Bike-Umbausatz?

Nachrüstsätze mit Frontmotor, ohne Akku und ohne Display gibt es bereits für unter 200 Euro. Als günstigste Variante stellen sie nicht zwangsläufig die beste Lösung dar. In der Regel zahlst du ab 350 Euro aufwärts, wobei du darauf achten solltest, dass bei günstigen Angeboten der Akku nicht dabei ist und du ihn zusätzlich kaufen musst.

Möchtest du stattdessen einen umfassenden Bausatz für den Umbau zum Elektrofahrrad haben, dann sind die zuvor genannten Hersteller wie bspw. Pendix attraktive Optionen. Dann bist du je nach Umfang des Nachrüstsets bei 900 Euro bis 1.500 Euro, hast im Umkehrschluss aber alles, was du für dein weiteres Vorgehen brauchst. Auch entsprechende Anleitungen sind beigefügt. Im Internet kannst du dir zudem diverse Umrüstungen anschauen.

Wobei sich die Frage stellt, ob nicht ein gebrauchtes E-Bike bzw. Pedelec die noch bessere Alternative ist. Denn letztendlich sind ihre Antriebe oftmals immer noch sehr leistungsstark. Zudem ist die Wiederverwendung eines solchen Bikes auch besonders nachhaltig.

 

Selbst umbauen oder umbauen lassen?

Übernimmt ein Profi die Umrüstung zum Elektrofahrrad, musst du noch die 4 bis 5 Arbeitsstunden dazu rechnen. Übernimmst du das Ganze selbst, verfällt eventuell die Hersteller-Gewährleistung, was sich im Nachhinein als Nachteil erweisen kann. Wenngleich die Hersteller damit werben, dass der Einbau schnell und einfach zu erledigen ist, solltest du den Fachmann ranlassen. Er kennt sich aus und hat Routine. Außerdem kann er abschätzen, ob dein Fahrrad zur Umrüstung taugt und falls ja, welche Nachrüstsets für deine Anforderungen - Stadtfahrten oder Geländefahrten - die besten sind. Zudem hast du einen Ansprechpartner, sollte doch einmal etwas nicht passen oder nachgebessert werden müssen.

Tipp: Wenn du dein Rad zu einem Pedelec umrüstest, denn eigentlich ist ein E-Bike ja ein Pedelec, dann darf der Motor nicht mehr als 250 Watt haben. Alles darüber sind echte E-Bikes, die als Mofa angemeldet und versichert werden müssen. Du darfst dann auch nicht auf Radwegen fahren, sondern nur auf der Straße.

 

Darauf solltest du vor dem Kauf achten:

  • Du hast ein funktionstüchtiges und stabiles Fahrrad.
  • Das Rad ist nicht zu alt und zu stark beansprucht.
  • Der Akku hat die passende Kapazität.
  • Du weißt, welchen Motor du wo verbauen möchtest.
  • Du bist technisch versiert.

Lohnt sich ein E-Bike-Bausatz?

Möchtest du dein bisheriges Fahrrad in E-Bike umbauen, genauer noch in ein Pedelec, dann spielen also einige Aspekte eine wichtige Rolle. Denn nicht immer ist ein neues Elektrofahrrad die bessere Wahl. Doch ob du deinem Rad ein zweites Leben schenkst, hängt an erster Stelle von deinen Anforderungen und den gegebenen Voraussetzungen ab.

Besitzt du ein hochwertiges Rad, dann lohnt sich der Umbau. Denn der Umbau zu einem Elektrofahrrad ist dank hoher Qualitätsstandards heutzutage eine zuverlässige Option. Wenn du dann noch über das nötige handwerkliche Geschick verfügst, lohnt sich die Anschaffung eines E-Bike-Antriebs.

Sind also die Voraussetzungen für den Umbau zu einem Elektrofahrrad gegeben, dann liegen die restlichen Detailfragen ganz bei dir. Möchtest du für deinen Antrieb lieber einen Mittelmotor im Tretlager, einen Heckmotor am Hinterrad oder doch einen Frontmotor?

e-bike-bausatz-e-bike-e-book-guide-net4energy
Du möchtest mehr über das E-Bike erfahren? Lade dir jetzt unseren Essential Guide herunter!
jetzt downloaden