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Diese E-Bike-Antriebe gibt es

Über diesen Artikel

Lesezeit

6 Minuten

Veröffentlichung

25.05.2021

Letztes Update

17.01.2022

Ein E-Bike-Antrieb für jede Gelegenheit

E-Bike-Antriebe kommen in den unterschiedlichsten Ausführungen. Sie unterscheiden sich nach je nach Hersteller und Position in Fahrgefühl, Gewicht, Leistung und Reichweite.

Inhalt des Blogartikels

So findest du für dich den richtigen E-Bike-Antrieb

Warst du in letzter Zeit beim Fahrradhändler? Dort einen Termin zu bekommen, beispielsweise für eine Reparatur, ist mitunter sehr schwierig. Die Kunden stehen Schlange. Kein Wunder, denn Fahrradfahren ist im Trend und ein wahrer Run findet derzeit auf E-Bikes statt. Da überschlagen sich die Hersteller beinahe mit neuen Modellen – vor allem Mountainbikes sind gefragt wie nie. Viele wollen einen dieser flotten Flitzer kaufen und brauchen zunächst eine ausführliche Beratung. Genau die bekommst du jetzt bei uns. Wir sagen dir, worauf es beim E-Bike (oder vielmehr Pedelec) ankommt und welches das richtige Antriebssystem für dich ist.

 

Was zeichnet einen E-Bike-Antrieb aus?

Im Prinzip ist ein E-Bike genau wie ein normales Fahrrad aufgebaut. Im Gegensatz zu diesem verfügt es allerdings über ein paar Besonderheiten. So ist naheliegenderweise schon zu Beginn ein Akku verbaut, der einen Elektromotor mit Strom versorgt und so die zusätzliche Leistung ermöglicht.

Darüber hinaus sind aber auch Sensoren und ein Controller vorhanden. Wenn du als Fahrer in die Pedale trittst, registrieren die Sensoren das und geben dem Controller ein entsprechendes Signal. Der ist für die Steuerung des Akkus zuständig und teilt ihm mit, dass er jetzt Strom an den Motor schicken soll. Der Motor wiederum unterstützt deine Pedalbewegung mit genau der Kraft, die du von ihm eingefordert hast.

 

E-Bike oder Pedelec: Was ist richtig?

Ist ein Fahrrad erst einmal mit einem Elektromotor ausgerüstet, sprechen die meisten grundsätzlich von einem E-Bike. Streng genommen müssen wir hier aber 2 völlig verschiedene Systeme voneinander unterscheiden:

  • Bei einem „echten“ E-Bike übernimmt der Elektromotor aktiv den Antrieb. Das heißt, dass er auf Knopfdruck eingeschaltet wird und auch ohne Unterstützung der Pedale seine Arbeit tut. Ab einer Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h werden E-Bikes zu den Leichtmofas gezählt. Beträgt die Höchstgeschwindigkeit 25 km/h, zählen sie zu den Mofas. Und mit einer Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h ist ein E-Bike sogar ein Kleinkraftrad. E-Bikes müssen immer zugelassen und versichert werden.
  • Der absolut größte Teil der mit einem Elektromotor ausgerüsteten Fahrräder sind eigentlich Pedelecs. Bei ihnen bietet der Motor nur dann Unterstützung, wenn der Fahrer in die Pedale tritt. Tut er das nicht, springt auch der Motor nicht an. Ein Pedelec muss nur dann zugelassen werden, wenn die Pedalunterstützung über eine Geschwindigkeit von 25 km/h hinausgeht. Bis dahin gilt der „Drahtesel“ als ganz normales Fahrrad.
  • Sonderfall S-Pedelec: Sie können bis zu 45 km/h schnell fahren und haben eine maximal erlaubte Nenn-Dauerleistung von 4.000 Watt. Rechtlich gesehen gehören sie in die Rubrik Kleinkraftrad und brauchen eine E-Bike-Zulassung (Betriebserlaubnis, Versicherungskennzeichen, Haftpflichtversicherung).
  • Drehmoment: Dieser Begriff gibt Aussage über die Drehkraft, mit der dein Motor deine Pedalarbeit unterstützt. Je höher es ist, desto mehr Unterstützung erfährst du. Gemessen wird das Drehmoment in Newtonmeter (Nm). Bei einfachen Stadtfahrten beispielsweise genügt ein Drehmoment von 25 Nm, für landschaftlich abwechslungsreichere Fahrten empfiehlt sich ein Drehmoment von 40 bis 60 Nm. Und wenn du viel bergauf fahren willst, solltest du dich für einen Motor mit mindestens 75 Nm entscheiden.
  • Watt: Damit wird die durchschnittliche Motorleistung angegeben. Der Gesetzgeber hat diese Leistung bei Pedelecs auf 250 Watt begrenzt.
  • Wattstunden: Die Leistung des Akkus wiederum wird in Wattstunden (Wh) angegeben. Hier empfiehlt es sich, dass du ein wenig genauer hinschaust, denn je höher die angegebenen Wh sind, desto mehr Reichweite hat dein Akku. Du musst ihn also seltener aufladen. Doch aufgepasst: Je mehr Wattstunden der Akku hat, desto höher ist auch sein Gewicht.

Der Einfachheit halber bleiben wir in diesem Artikel generell beim Begriff E-Bike, weil sich dieser im allgemeinen Sprachgebrauch durchgesetzt hat.

 

Fakten zur Steuerung des E-Bike-Antriebs

Das wichtigste Element zur Steuerung deines E-Bikes ist das Bediengerät am Lenkrad. Damit kannst du zunächst den Antrieb ein- oder ausschalten. Zudem ist es fast immer mit einem Stufenschalter ausgerüstet, mit dem du eine mehr oder weniger große Pedalunterstützung vom Motor einfordern kannst. Eine Füllstandsanzeige gibt dir darüber hinaus Auskunft, wie viel Energie dein Akku noch hat.

Unterschiedliche Sensoren sorgen dafür, dass die Informationen vom Bediengerät an den Motor weitergegeben werden. Hierbei gibt es 2 gängige Konzepte.

  1. Drehsensor: Er erkennt über eine Lochscheibe, Magnetscheibe oder eine Lichtschranke, ob sich die Pedale bewegen. Sobald sie das tun, springt der Motor an – und zwar mit der immer gleichen Stärke.
  2. Drehmomentsensor: Er ist in der Lage, die vom Fahrer eingesetzte Kraft einzuschätzen und verlangt vom Motor dementsprechend mehr oder weniger Unterstützung. Dadurch hat der Akku eine höhere Reichweite.

Weitere Sensortypen werden in der Regel nur bei E-Bike-Antrieben für besondere Ansprüche eingebaut. Zu ihnen gehören beispielsweise der Geschwindigkeitssensor (erfasst die Geschwindigkeit des Bikes), der Drehzahlsensor, der die Drehzahl des Motors erfasst, oder auch der Beschleunigungssensor.

 

Was hat es mit dem Drehmoment und der Wattzahl auf sich?

Bei der Kaufberatung für ein E-Bike kommen immer wieder Begriffe wie „Watt“ oder „Drehmoment“ vor. Bei ihrer Beschreibung verwenden die Hersteller mal diesen, mal jenen Wert. Weißt du genau, um was es sich dabei handelt und was diese Größen eigentlich für das Fahren mit einem E-Bike bedeuten? Falls nicht, hier eine kleine Begriffserklärung:

  • Drehmoment: Dieser Begriff gibt Aussage über die Drehkraft, mit der dein Motor deine Pedalarbeit unterstützt. Je höher es ist, desto mehr Unterstützung erfährst du. Gemessen wird das Drehmoment in Newtonmeter (Nm). Bei einfachen Stadtfahrten beispielsweise genügt ein Drehmoment von 25 Nm, für landschaftlich abwechslungsreichere Fahrten empfiehlt sich ein Drehmoment von 40 bis 60 Nm. Und wenn du viel bergauf fahren willst, solltest du dich für einen Motor mit mindestens 75 Nm entscheiden.
  • Watt: Damit wird die durchschnittliche Motorleistung angegeben. Der Gesetzgeber hat diese Leistung bei Pedelecs auf 250 Watt begrenzt.
  • Wattstunden: Die Leistung des Akkus wiederum wird in Wattstunden (Wh) angegeben. Hier empfiehlt es sich, dass du ein wenig genauer hinschaust, denn je höher die angegebenen Wh sind, desto mehr Reichweite hat dein Akku. Du musst ihn also seltener aufladen. Doch aufgepasst: Je mehr Wattstunden der Akku hat, desto höher ist auch sein Gewicht.

Front-, Heck- oder Mittelmotor? Was passt zu dir?

An dieser Stelle wird es Zeit, über die Positionierung des Motors zu sprechen. Denn die ist bei Weitem nicht bei jedem E-Bike gleich. Es gibt Front-, Heck- und Mittelmotoren – und jeder von ihnen hat seine eigenen Vor- und Nachteile. Am besten fährst du die unterschiedlichen Modelle mal zur Probe, damit du ein Fahrgefühl für die jeweiligen Antriebssysteme bekommst.

Frontmotor

Der Frontmotor ist am Vorderrad installiert und die preisgünstigste Variante eines E-Bike-Antriebs. Geeignet ist er hauptsächlich für eher kurze Strecken - beispielsweise schnelle Erledigungen in der Stadt. Neben dem geringeren Anschaffungspreis liegen seine Vorteile unter anderem in der Möglichkeit, eine Rücktrittbremse sowie eine Naben- oder Kettenschaltung im Bike einzubauen. Von Nachteil ist hingegen, dass durch das Gewicht des Frontmotors das Lenken schwieriger ist und er bei großen Belastungen zum Überhitzen neigt. Für ausgiebige Touren auf forderndem Gelände sind die übrigen Motoren daher besser geeignet.

Mittelmotor

Er gilt als der beliebteste E-Bike-Antrieb und ist als Teil des Tretlagers unmittelbar an der Pedalkurbel angebracht. Ein solches E-Bike eignet sich für alle Arten von Fahrten, auch für längere Strecken und als Mountainbike sogar für schwieriges Gelände. Die Effizienz des Mittelmotors ist besonders hoch, da die Kraft des Fahrers beim Treten über das Tretlager unmittelbar an das Hinterrad weitergegeben wird. Da er in der Mitte des Pedelecs angebracht ist, sorgt er für einen niedrigen Schwerpunkt, wodurch er eine höhere Sicherheit bietet. Allerdings weisen beim Mittelmotor Bauteile wie Ritzel, Tretkurbel oder auch Kette einen höheren Verschleiß auf.

Heckmotor

Diese Variante ist an der Nabe des Hinterrades angebracht und wird deshalb auch ist als Nabenmotor bezeichnet. Durch die Position des Motors verlagert dessen Gewicht den Schwerpunkt des Fahrrads nach hinten, wodurch ein Plus an Traktion erreicht wird. Vor allem für sportliche Fahrten und Touren durch das Gelände ist der Heckmotor bestens geeignet. Damit die Gewichtsverteilung jedoch nicht unter dem Heckmotor leidet, sollte der Akku wiederum in der Mitte des E-Bikes – etwa am Mittelholm – angebracht sein. Sonst kann es bei Bergauffahrten passieren, dass das Vorderrad abhebt.

 

Mehr Auswahl bei E-Bike-Antrieben als je zuvor

Das Jahr 2020 konnte fast 2 Millionen verkaufte E-Bikes zählen. Das sind nicht nur knapp 44 Prozent mehr als im Vorjahr, sondern gleich doppelt so viele wie im Jahr 2018. Mit diesem Boom geht verständlicherweise auch eine große Vielfalt und eine Vielzahl an Innovationen einher.

Hierzulande führende Hersteller wie Kalkhoff oder Cube setzen gerne auf Motoren von Bosch, da diese besonders hohe Leistungen erbringen können. Weitere Hersteller wie Fischer oder Specialized vertrauen hingegen auf Motoren von Brose, da diese oft leichter und leiser ausfallen und daher besonders gut für den alltäglichen Gebrauch geeignet sind.

 

Beim E-Bike von Zuschüssen profitieren

Dieses deutliche Wachstum in der Auswahl als auch in der ständig besser werdenden Technik verdeutlicht, dass E-Bikes und Pedelecs in Zukunft eine immer größere Rolle im Straßenverkehr spielen werden. Diese Entwicklung ist vor allem für die Elektromobilität von Bedeutung, weshalb bereits heute zahlreiche Möglichkeiten der finanziellen Förderung von E-Bikes bestehen.

So bieten viele Länder und Kommunen Unterstützung beim Kauf eines neuen elektrischen Fahrrads an. Aber auch regionale Stromanbieter stellen Zuschüsse in Aussicht. Zuletzt bleibt auch zu erwähnen, dass selbst Arbeitgeber ihren Arbeitnehmern ein geleastes Dienstrad bereitstellen können. Dieses kann als Betriebsausgabe verbucht werden und somit sichtlich vergünstigt ausfallen.

 

E-Bike-Antrieb: Entscheidend ist der Fahrtstil

Die Beschaffenheit von E-Bike-Antrieben unterscheidet sich also bereits beim Fahrradtyp. Soll der Motor per Knopfdruck Leistung bringen so wie beim “echten” E-Bike oder doch wie das Pedelec beim Treten in die Pedale helfen? Weiterhin stellt auch die Position des Front-, Heck- oder Mittelmotors eine wichtige Entscheidung dar. Und sind diese Motoren nun von Bosch, Brose oder einem anderen Hersteller?

Denn zusammen mit den individuellen Faktoren rund um Drehmoment, Wattzahl, Fahrgefühl, Reichweite und Gewicht ergibt sich eine große Reihe an Anpassungsmöglichkeiten. Je nachdem, ob du gelegentlich in der Stadt, ausdauernd im Gelände oder irgendwo dazwischen unterwegs bist, kannst du dein E-Bike persönlich ganz an deine Wünsche angleichen.

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