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Lebensdauer eines E-Bike-Akkus

Über diesen Artikel

Lesezeit

5 Minuten

Veröffentlichung

01.06.2021

Letztes Update

17.01.2022

Verlängere die Lebensdauer deines E-Bike-Akkus

Die Lebensdauer eines E-Bike-Akkus hängt vor allem von der korrekten Nutzung ab. Neben technischen Voraussetzungen sind also auch Ladezyklen, Lagerung und Pflege entscheidend.

Inhalt des Blogartikels

Verlängere die Lebensdauer deines E-Bike-Akkus

E-Bikes sind nach wie vor der Renner und aktuell sogar beliebter denn je. Fast 2 Millionen solcher Fahrräder wurden allein im Jahr 2020 verkauft - so viele wie noch nie zuvor. Die Besonderheit der E-Bikes liegt selbstverständlich in ihrem Akku. Er ist das Herzstück und sorgt für Reichweite und Power. Daher ist es wichtig, dass er lange hält und dabei möglichst viel Leistung erbringt. Wie du die Lebensdauer deines E-Bike-Akkus verlängern kannst, erfährst du hier.

 

Was zeichnet den E-Bike-Akku aus?

Hersteller von elektrischen Fahrrädern setzen in der Regel auf Lithium-Ionen-Akkus. Die Gründe dafür liegen in ihrem guten Preis-Leistungs-Verhältnis. So sind derartige Akkus im Vergleich zu anderen Technologien günstig und weisen zugleich eine hohe Zahl an Wattstunden auf. Auch ist ihre Lebensdauer hoch und der gefürchtete Memory-Effekt tritt bei ihnen nicht auf.

In den meisten Fällen betreibt die Batterie einen Hilfsmotor, der dich beim Treten der Pedale unterstützt. Zwar wird diese Form des Antriebs oftmals als E-Bike bezeichnet, jedoch handelt es sich hierbei streng genommen um ein Pedelec (Pedal Electric Cycle). Pedelecs unterstützen dich bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h und sind deshalb mit traditionellen Fahrrädern gleichgestellt. Ist dir das nicht genug, dann bietet sich ein S-Pedelec bzw. Speed Pedelec an, das auf 45 km/h ausgelegt ist. Dadurch ist es allerdings auch versicherungspflichtig und setzt einen Mofaführerschein oder einen Führerschein der Klasse AM voraus.

Abseits von diesen Varianten beschreibt das E-Bike im engeren Sinn ein elektrisches Fahrrad mit einem Drehgriff oder Schaltknopf. Das bedeutet, dass es sich gänzlich ohne den Tritt in die Pedale beschleunigen lässt. Dank ihres Akkus erreichen solche E-Bikes Höchstgeschwindigkeiten von 20 bis 45 km/h. Daher sind sie ebenso versicherungspflichtig und auf einen entsprechenden Führerschein angewiesen.

 

Wie weit kommst du mit einer Akkuladung?

Das hängt von der Akkukapazität ab: Je höher sie ist, desto weiter kannst du fahren. Lithium-Ionen-Akkus haben heutzutage eine Stromspeicherfähigkeit zwischen 500 und 750 Wattstunden. Hersteller geben theoretische Reichweiten zwischen 130 und 200 Kilometer an, die aber nur unter optimalen Bedingungen zu erzielen sind. In der Praxis sind 40 bis 120 Kilometer realistisch. Denn sehr viele Faktoren nehmen neben der Akkukapazität Einfluss auf die Reichweite deines E-Bikes. Dies sind beispielsweise die Geschwindigkeit, häufiges Anfahren und Stoppen, Steigungen und schwieriger Bodenbelag. Aber auch starker Wind, falscher Reifendruck und das Gesamtgewicht des Rades – inklusive Fahrer und Gepäck – kosten Akkuleistung.

 

Wie lange hält ein E-Bike-Akku?

Durch das Auf- und Entladen lässt die Kapazität des Lithium-Ionen-Akkus mit der Zeit nach. Das ist im Schnitt nach 5 Jahren der Fall, was in etwa 700 bis 1.000 Ladezyklen entspricht. Die genannte Zyklenzahl ergibt sich hauptsächlich durch die Nutzung und die generelle Alterung der Zellen. Ein Ladezyklus bedeutet die vollständige Aufladung und die darauffolgende Entladung des Akkus. Weil aber Akkus so gut wie nie komplett entladen werden, ist die Teilladung die Regel. Eine Teilladung entspricht aber nicht einem Ladezyklus. Vielmehr ergibt die Summe mehrerer Teilladungen einen kompletten Ladezyklus. Lädst du deinen Akku beispielsweise 2-mal von 20 Prozent Kapazität auf 70 Prozent auf, hast du 100 Prozent erreicht, also einen vollen Ladezyklus.

Wenn du mit deinem Elektrofahrrad viel unterwegs bist und es dabei auch noch stark belastest – beispielsweise im Gelände – kann ein neuer Akku auch früher fällig sein, etwa nach 2 bis 3 Jahren. Allerdings reduziert sich die Kapazität nicht nur durch das Auf- und Entladen: Akkus altern auch schlicht und ergreifend. Ungenutzte wie auch regelmäßig geladene und gut gepflegte Akkus verlieren im Jahr ungefähr 4 Prozent ihrer Speicherkapazität.

Hat der Lithium-Ionen-Akku das Ende seiner Leistungsfähigkeit erreicht, muss das nicht zwingend auch sein Ende bedeuten. Denn oftmals ist eine Wiederbelebung durch Reparatur der Batterie möglich. Dabei werden verbrauchte Zellen durch neue ausgetauscht. Das kann preisgünstiger sein als der Neukauf. Je nach Unterbringung am Bike, Kapazität und Hersteller kostet ein neuer Akku im Schnitt immerhin zwischen 300 und 700 Euro. Die Reparatur bietet zudem den weiteren Vorteil, dass das Gehäuse und ein Teil der Akkuzellen nicht weggeworfen werden müssen, sondern weiterverwendet werden können. Auf diese Weise entlastest du die Umwelt. Außerdem kannst du davon ausgehen, dass die Firma die verbrauchten Akkuzellen sachgerecht dem Recycling zuführt.

Tipp: Passe die Akkuleistung deinen Bedürfnissen an. Wenn du überwiegend in der Stadt unterwegs bist, kann der Akku hinsichtlich Kapazität durchaus geringer ausgelegt sein. Für längere Radtouren oder Fahrten im Gelände ist ein leistungsfähigerer Akku sinnvoll, weil du damit größere Reichweiten erzielst. Allerdings wiegen diese Akkus auch deutlich mehr. Das Gewicht von E-Bike-Akkus bewegt sich etwa zwischen 2,5 und 7 Kilogramm.

 

10 Tipps zur Verlängerung der Lebensdauer deines E-Bike-Akkus

Neben Qualität, Art sowie Dauer der Beanspruchung deines E-Bike-Akkus hängt dessen Lebensdauer auch davon ab, wie du mit ihm umgehst, ihn pflegst und lagerst. Wir haben 10 Tipps für dich, wie du die Lebensdauer deines Akkus verlängern kannst:

  1. vor erstem Einsatz richtig kalibrieren
  2. nie vollständig auf- und entladen
  3. nur das dazugehörige Ladegerät verwenden
  4. möglichst nicht direkter Sonneneinstrahlung aussetzen
  5. Lagerung im Winter trocken und bei Zimmertemperatur
  6. Nässe möglichst vermeiden
  7. vor Komplettreinigung des E-Bikes den Akku soweit möglich entfernen
  8. Reinigung und Pflege nur mit feuchtem Tuch ohne Reinigungsmittel
  9. bei Transport, beispielsweise im Auto, vor Beschädigung schützen
  10. bei nachlassender Kapazität Reparatur statt Entsorgung

E-Bike-Akku: Lebensdauer durch Kalibrierung

Wenn dein Akku neu ist, ist es ratsam, ihn erst einmal zu kalibrieren. Das bedeutet, du lädst ihn 2- bis 3-mal vollständig auf und entlädst ihn auch jedes Mal komplett. Auf diese Weise zeigst du dem Lithium-Ionen-Akku seine Grenzen auf. Er „weiß“ dann quasi, wie sein Ladezyklus ist und kann entsprechend „zählen“. Sobald er kalibriert ist, solltest du den Akku nicht mehr komplett ent- beziehungsweise aufladen.

 

Nur das Original ist gut genug

Deinen E-Bike-Akku solltest du immer mit dem Original-Ladegerät laden, das im Lieferumfang enthalten ist. Nicht alle Ladetechniken sind kompatibel, daher kann der Akku beschädigt werden. Zudem hast du in diesem Fall keinen Anspruch auf die Händler-Gewährleistung beziehungsweise Garantie.

 

Extreme Temperaturen mag ein Akku nicht

Der Akku mag es trocken und bevorzugt Temperaturen zwischen 15 und 20 Grad Celsius. Ist es zu warm oder auch zu kalt, lässt das deine Fahrradbatterie schneller altern. Setze die Batterie daher nie der prallen Sonne aus und stelle dein E-Bike möglichst immer im Schatten ab. Oder, falls machbar, nimm den Akku komplett ab und schütze ihn damit vor direkter Sonneneinstrahlung.

Bei tiefen Temperaturen im Winter kommt noch dazu, dass auch Kälte zu Leistungsverlusten führt. Daher nicht gleich mit voller Power losfahren, sondern dem Akku die Chance geben, auf Betriebstemperatur zu kommen. Du kannst gerade deshalb den Akku in der Wohnung laden, einsetzen und sofort losfahren; dann hat der Akku bereits die richtige Betriebstemperatur. Steht dein E-Bike längere Zeit still, solltest du den Akku am besten entfernen und die Lagerung in der Wohnung grundsätzlich bevorzugen. Ideal ist dabei ein Ladezustand von 30 bis 60 Prozent.

 

Der Dreck muss weg

Nach Fahrten bei Schmuddelwetter oder durchs Gelände werden Fahrrad und Akku zwangsläufig schmutzig. Zu viel Dreck muss entfernt werden, wenn Fahrrad und Akku dir möglichst lange Freude bereiten sollen. Muss das komplette Rad gesäubert werden, solltest du den Akku vorher entfernen – denn dringt Wasser ein, kann ihn das zerstören. Für die Reinigung und Pflege des Akkus genügt ein leicht angefeuchtetes Tuch. Von Reinigungsmitteln solltest du absehen.

 

E-Bike-Akku: Lebensdauer und Leistung selbst maximieren

Möchtest du also möglichst lange etwas von deinem Akku haben, dann kannst du selbst die richtigen Maßnahmen ergreifen. Entscheidend ist demnach die richtige Nutzung: Lass die brandneue Batterie zunächst 2 bis 3 Mal den kompletten Ladezyklus durchlaufen, also von 0 auf 100 aufladen. Anschließend sollte ihr Ladezustand aber stets über 20 und unter 80 Prozent gehalten werden. Achtest du zudem noch auf die ordnungsgemäße Lagerung und Pflege, dann kannst du möglichst viele Kilometer aus den Wattstunden deines Akkus herausholen und hast lange Spaß beim Fahren.

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