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E-Auto ohne Wallbox: Ist das überhaupt möglich?

Über diesen Artikel

Lesezeit

4 Minuten

Veröffentlichung

13.05.2022

Letztes Update

13.05.2022

Als Eigenheimbesitzer kannst du dir jederzeit eine Ladestation für dein E-Auto installieren. Bist du Wohnungsmieter, ist das schwierig. Aber funktioniert dein E-Auto auch ohne eigene Wallbox?

Inhalt des Blogartikels

E-Auto ohne Wallbox: Geht das überhaupt?

Ja, generell kannst du dein Elektroauto mit dem entsprechenden Ladekabel an einer ganz gewöhnlichen Haushaltssteckdose aufladen. Das dauert allerdings sehr lange. Denn die Steckdose liefert im Vergleich zu Ladesäulen nur wenig Strom. Je nach Größe der Batterie des E-Autos kann ein Ladevorgang schon mal 10 Stunden und mehr dauern. Denn deine Steckdose ermöglicht eine Ladeleistung von maximal 2,3 Kilowatt (kW). Übliche Wallboxen und Säulen zum Laden mit Wechselspannung garantieren mit 11 kW bzw. 22 kW ein Vielfaches und laden daher wesentlich schneller.

Dennoch hat die Firma Bosch auf der IAA 2021 ein neues Ladekabel vorgestellt, das den Ladevorgang erleichtert. Es lässt sich sowohl an Haushaltssteckdosen als auch an Ladesäulen anschließen. Du benötigst also keine zwei Kabel, um zu Hause und unterwegs laden zu können. In den Steckern sind Komponenten zum Steuern und Überwachen des Ladevorgangs integriert. Der Stecker für die Haushaltssteckdose enthält zum Beispiel eine Temperaturkontrolle und einen Fehlerstromschutzschalter. Damit wird der Ladevorgang unterbrochen, bevor gravierende Probleme auftreten könnten.

Dieses neue Ladekabel ist sicher eine Erleichterung für Elektroauto-Mobilisten. An der geringen Ladeleistung bei Nutzung der Haushaltssteckdose und der daraus resultierenden langen Dauer des Ladevorgangs kann es aber auch nichts ändern.

Hinzu kommt noch ein weiteres Problem, wenn du Mieter in einem größeren Wohngebäude bist. Viele ältere Mietshäuser in größeren Städten haben keine Tiefgarage und auch keinen Hinterhof mit Stellplatz. Du musst dein Auto auf der Straße vor dem Haus parken. Hierfür ist es leider nicht machbar, eine Verlängerungsleitung aus einem Fenster quer über den Fußweg zu legen, um dein Elektroauto zu laden. In einem solchen Fall bleibt dir nur die Nutzung der öffentlichen Ladestruktur und eventuell eine Lademöglichkeit bei deinem Arbeitgeber.

 

Warum E-Auto und Wallboxen ein unschlagbares Team sind: Alle Vorteile im Überblick

Wir haben bereits festgestellt, dass prinzipiell das Laden eines Elektroautos an einer Haushaltssteckdose möglich ist. Aber es gibt eine Reihe von Nachteilen:

  • geringe Ladeleistung
  • dadurch sehr lange Ladedauer
  • Steckdose und Elektroinstallation sind nicht auf dauerhafte hohe Strombelastung ausgelegt (Brandgefahr)

Alle diese Nachteile sind mit einer fachgerecht installierten Wallbox ausgeschlossen. Die Sicherheits- und Kontrolleinrichtungen der Ladestation sichern das schnelle und schonende Laden der Batterie. Sollten Probleme auftreten, wird der Ladevorgang rechtzeitig unterbrochen. Du kannst dein Fahrzeug über Nacht laden und startest morgens mit voller Kapazität. Die öffentliche Ladeinfrastruktur musst du nur in Ausnahmefällen nutzen.

Die Wallbox, je nach Ausstattung, bietet aber noch mehr Vorteile. Du hast zum Beispiel die Möglichkeit, Ladevorgänge über dein WLAN im Haus zu überwachen, zu starten oder zu stoppen. Die Ladestation speichert, wie viel Kilowattstunden (kWh) du geladen hast. Sofern vorhanden, lässt sich das Gerät mit deiner Photovoltaikanlage koppeln. Und du kannst mehrere Nutzer für die Wallbox einrichten, deren Ladevorgänge getrennt gespeichert und abgerechnet werden.

 

Das kannst du tun, wenn du ein E-Auto ohne Wallbox besitzt

Du denkst über Kauf oder Leasing eines Elektroautos nach? Dann prüfe vorab, wie es mit der öffentlichen Ladeinfrastruktur in der Nähe deiner Wohnung und überhaupt in deinem Wohnort aussieht. Vielleicht kannst du dein Fahrzeug auch bei deinem Arbeitgeber aufladen. Zudem helfen dir folgende Tipps für den Fall, dass du (noch) keine Wallbox besitzt:

Nutze kostenlose Ladesäulen

Besonders in größeren Städten gibt es jedoch eine ganze Reihe von kostenlosen Ladesäulen, zum Beispiel in Tiefgaragen oder an Parkplätzen von Supermärkten. Besorge dir zusätzlich die Ladekarten der Anbieter, deren Ladesäulen sich überwiegend in der Nähe deiner Wohnung und an deinen üblichen Fahrtstrecken befinden. So bist du flexibel, was die Nutzung der Lademöglichkeiten betrifft.

Hole dir deine Wallbox in die eigenen vier Wände

Auch bei Vorhandensein einer guten öffentlichen Ladeinfrastruktur ist vor Fahrten immer ein wenig Planung und Vorausschau notwendig. Eine eigene Wallbox zu Hause bringt daher zusätzliche Sicherheit und weniger Aufwand. Sprich mit deinem Vermieter oder der Wohnungsverwaltung, ob sie Ladestationen für die Mieter installieren würden.

Sollte das möglich sein, wirst du wahrscheinlich keinen Einfluss darauf haben, welcher Wallbox-Typ ausgewählt wird. Als Eigenheimbesitzer hast du jedoch alle Freiheiten und solltest dir nach dem Kauf eines Elektroautos schnellstmöglich eine Wallbox zulegen.

Leider ist es uns an dieser Stelle nicht möglich, eine bestimmte Wallbox zu empfehlen. Welche konkrete Wandladestation für dich optimal ist, hängt von den lokalen Bedingungen und deinen Anforderungen ab. Kannst du die Wallbox in einer verschließbaren Garage unterbringen, muss sie weder Umwelteinflüssen wie Schnee und Regen widerstehen noch besonders gegen Missbrauch und Vandalismus geschützt sein. Anders sieht es aus, wenn die Wallbox außerhalb eines Gebäudes aufgestellt wird.

Denke über die gemeinsame Anschaffung einer Wallbox nach

Es kann auch sein, dass du die Ladevorrichtung gemeinsam mit deinen Nachbarn nutzen möchtest. Dann muss sie sich per RFID-Karte oder Smartphone-App entsperren lassen und über getrennte Abrechnungsfunktionen für mehrere Nutzer verfügen. Diese Anforderungen musst du im Vorfeld klären und dich dann im Fachhandel beraten lassen. Das ist auch online möglich.

Vergleiche vor dem Kauf unterschiedliche Modelle miteinander

Der ADAC testet jedes Jahr das aktuelle Angebot an Wallboxen und scheut sich nicht, schlechte Geräte als mangelhaft auszuweisen. Hier kannst du dich seriös zu Qualität, Funktionen und den Preisen informieren.

Die Kosten für Wallboxen reichen vom mittleren dreistelligen bis in den vierstelligen Bereich hinein. Hinzu kommt der Anschluss an das Stromnetz, der von einer Elektrofachkraft durchgeführt werden muss. Reicht die Leistung des vorhandenen Elektrohausanschlusses aus, um auch die Wallbox zu versorgen, kostet die Installation mehrere hundert Euro. Muss jedoch noch eine weitere Zuleitung vom nächsten Verteilerkasten gelegt werden, sind die Installationskosten sicher vierstellig.

Lass deine Wallbox fördern

Leider ist die staatliche Förderung für Wallboxen ausgelaufen. Die KfW hat noch 2021 für Kauf und Installation einer Wallbox einen Zuschuss von 900 Euro gewährt. Es lohnt sich aber, wenn du dich informierst, ob dein lokaler Stromversorger, deine Gemeinde, der Landkreis oder das Bundesland eigene Förderprogramme laufen haben. So kannst du eventuell dennoch deine Investitionskosten drücken. Außerdem sparst du ohnehin, da du zu Hause in der Regel weniger für den Strom zahlst als an einer öffentlichen Ladesäule.

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