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Was tun, wenn die Wärmepumpe vereist?

Über diesen Artikel

Lesezeit

3 Minuten

Veröffentlichung

13.10.2021

Letztes Update

09.12.2021

Wärmepumpe vereist - Was tun?

Das Klima zu schonen ist in der heutigen Zeit ein Anliegen vieler Mitbürger. So ist man ständig auf der Suche nach klimafreundlichen Heizmöglichkeiten - eine davon ist die Wärmepumpe. Es ist jedoch nicht selten, dass diese aufgrund ihrer gegebenen Standortbedingungen vereisen können. In diesem Beitrag erfährst du, welche Möglichkeiten zu hast, eine vereiste Wärmepumpe abzutauen, sodass deine Anlage zu jeder Jahreszeit dein Haus mit wohliger Wärme versorgt.

Inhalt des Blogartikels

Was ist eine Wärmepumpe?

Die Wärmepumpe bezieht circa 3/4 der Heizenergie aus der Umwelt und funktioniert dabei nach dem umgekehrten Prinzip eines Kühlschranks. Die Wärmequellen, die die Wärmepumpe nutzen kann, stellen Luft, Erdreich und Grundwasser dar. Um diese Quellen zum Heizen nutzbar zu machen, benötigt die Pumpe ein Minimum an Strom für den Antrieb. Im Grunde besteht die Wärmepumpe aus drei Teilen:

1. Wärmequellenanlage

Entzieht der Umgebung die benötigte Energie.

2. Wärmepumpe

Macht die Energie nutzbar.

3. Wärmeverteil- und Speichersystem

Verteilt die gewonnene Wärme im Haus oder speichert sie zwischen.

Wie funktioniert eine Wärmepumpe?

Die Funktionsweise der Wärmepumpe ist leicht zu erklären: Damit Heizenergie aus der Außenluft gewonnen werden kann, wird diese über einen Ventilator angesaugt und durch den Verdampfer geführt, der als Wärmeübertrager dient. Durch den Verdampfer fließt Kältemittel, das zu jeder Zeit kühler sein sollte als die Außentemperatur. Nur so ist es möglich, dass die Energie aus der Luft auf das Kältemittel übertragen wird.

Das Kältemittel besteht zum einen aus Flüssigkeit sowie zum anderen aus Dampf. Diese Kombination ermöglicht, dass die gewonnene Wärme zur Verdampfung des flüssigen Anteils beiträgt. Die daraus aufgenommene Wärme kann nun für die Beheizung nutzbar gemacht werden.

Warum vereisen Wärmepumpen?

Das Wärmepumpen vereisen liegt in erster Linie an den eingebauten Verdampfern. Sobald die Außenluft abgekühlt ist, steigt die relative Luftfeuchtigkeit, es bildet sich Kondenswasser, welches bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt zu Eis erstarrt. Auch kann sich Eis beim Betrieb der Wärmepumpe bilden: Kühlt die Luft unter die Null Grad Grenze, ist die Folge ebenfalls Eisbildung. Die Eisschicht wächst kontinuierlich, solange keine Wärme hinzugefügt wird. Um diesem Prozess vorzubeugen und entgegenzuwirken, d. h. die bereits entstandene Eisschicht zu beseitigen, wird Abtauen genannt.

Was ist die Folge von vereisten Wärmepumpen?

Die Eisschicht verhindert zunehmend den Wärmekontakt zwischen Luft und Verdampfer. Durch die entstandene Eisschicht sinkt die Temperatur des Verdampfers immer weiter ab: Dadurch ist ein Leistungsabfall der Wärmepumpe zu beobachten. Wird der Vorgang nicht aufgehalten, führt dies zu einem vollständigen Verschluss der Lamellen und schlussendlich einer Pumpenleistung von 0 %.

Was kannst du gegen eine vereiste Wärmepumpe tun?

Um einer bei einer akuten Vereisung die Wärmepumpe abzutauen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Diese können sowohl in der Wärmepumpe direkt eingebaut sein, automatisch oder manuell den Abtauprozess starten. Zudem ist es wichtig, dass die Bildung von Wasser verhindert wird.

1. Umluftabtauung

Die Umluftabtauung erfolgt auf elektronischem Wege zeit- oder sensorgesteuert. Daher ist dieses Verfahren auch als elektrische oder elektronische Abtauen bekannt. Sobald der Kompressor der Wärmepumpe erkennt, dass die Eisbildung immer weiter fortschreitet, schaltet er automatisch ab und leitet Abtauvorgang ein.

Dabei läuft das Gebläse weiter, sodass der Verdampfer mit warmer Raumluft umströmt wird. Voraussetzung für eine erfolgreiche Abtauen ist jedoch eine Außentemperatur von > 15 °C.

2. Heißgasabtauung

Bei der Heißgasabtauung wird das heiße Kältemittelgas aktiv zum Abtauen eingesetzt. Beginnt die Wärmepumpe zu vereisen, wird ein Magnetventil automatisch geöffnet, das das Kältemittelgas per Bypass direkt zum Verdampfer leitet. Nach erfolgtem Abtauen schließt sich das Ventil und der Pumpenbetrieb wird wie gewohnt fortgeführt.

Im Gegensatz zur Umluftabtauung benötigt die Heißgasabtauung nur wenige Minuten, sodass die Wärmepumpe ihren gewohnten Betrieb schneller wieder aufnehmen kann.

3. Heizstäbe

Auch mithilfe eines elektrischen Heizstabs kannst du deine vereiste Wärmepumpe abtauen. Diese werden im Wärmetauscher der Pumpe verbaut und bei Vereisung aktiviert. Vorteil dieses Verfahrens ist die Schnelligkeit und Zuverlässigkeit, welche jedoch nicht im Verhältnis zu der aufzuwendenden Energie stehen.

4. Letzte Rettung: Der Fachbetrieb

Letztlich bleibt zu sagen, dass es verschiedene Gründe haben kann, warum die Wärmepumpe vereist. Ist dies wiederholt der Fall, sollte ein Fachmann hinzugezogen werden. Dieser überprüft die Wärmepumpe im Detail. So kann eine ausreichende Fehleranalyse erstellt werden. Liegt ein technischer Defekt vor? Ist nicht genügend Kältemittel vorhanden? Herrschen klimatisch ungünstige Bedingungen? Eine gezielte Behebung des Fehlers wird auf diese Weise ermöglicht.

 

Faktencheck

  1. Eine Wärmepumpenheizung lohnt sich nur dann, wenn dein Haus einen guten Wärmeschutz hat. Bei ungedämmten Wänden zum Beispiel kann kein günstiger und klimafreundlicher Betrieb gewährleistet werden.
  2. Wärmepumpen, die sich das Grundwasser zunutze machen, haben die beste Energiebilanz. Weniger verbreitet, aber ebenso effizient sind die sogenannten Erdwärmepumpen. Luftwärmepumpen sind zwar am wenigsten aufwendig, haben jedoch auch die schlechteste Bilanz. Dem kann mit der richtigen Planung nachgeholfen werden.
  3. Eine Luftwärmepumpe bedarf keiner Genehmigung. Anders sieht das bei Wärmepumpen aus, die auf Grundwasser und das Erdreich ausgerichtet sind. Hier solltest du vorab prüfen, ob und wo du Genehmigungen einholen musst.
  4. Grundwasser- und Erdwärmepumpen sind weitestgehend geräuschlos. Luftwärmepumpen hingegen verursachen aufgrund ihrer Ventilatoren Geräusche. Bei der Anschaffung solltest du darauf achten, wie hoch der Schallausstoß ist.

Vor- und Nachteile von Wärmepumpen

+ Geringe Heizkosten

+ CO2-freier Betrieb

+ Finanzierung über staatliche Fördermittel

+ Unabhängigkeit von Preisschwankungen bezüglich fossiler Brennstoffe

- Hohe Anschaffungskosten

- Hohe Stromkosten bei unzureichender Planung

- Eventuelle Genehmigungspflicht

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