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Wärmepumpe im Reihenhaus | Technik und Kosten

Über diesen Artikel

Lesezeit

4 Minuten

Veröffentlichung

14.03.2022

Letztes Update

14.03.2022

Wärmepumpen als Heizsystem werden immer beliebter. Warum sich der Einsatz trotz steigender Strompreise auch für ein Reihenhaus lohnt, kannst du hier nachlesen.

Inhalt des Blogartikels

Wärmepumpe im Reihenhaus: Geht das?

Über eine Million installierte Heizungswärmepumpen in Deutschland sprechen eine deutliche Sprache: Heizen mit Umweltwärme liegt voll im Trend. Aber sind auch Reihenhäuser für den Einsatz einer Wärmepumpe geeignet? Um die Frage zu beantworten, ist es wichtig, die Vor- und Nachteile eines Reihenhauses zu kennen.

Vorteile eines Reihenhauses

Ein kleines Reihenhaus kommt mit einer Grundstücksfläche mit ca. 150 Quadratmetern aus. Oft hat das Haus zwei Vollgeschosse und ein ausgebautes Dachgeschoss. Abgesehen von den Reihenendhäusern einer Zeile sind die Heizkosten bei einem Reihenmittelhaus niedriger als bei einem freistehenden Haus, weil zwei Außenwände mit den Wänden der Nachbargebäude verbunden sind. So bietet ein Reihenhaus dem anderen Schutz vor Wärmeverlusten. Diese können daher nur an zwei Hausseiten auftreten: zum Garten und zur Straße. Aus diesem Grund wird beispielsweise bei einer Modernisierung auch weniger gedämmt.

Nachteile eines Reihenhauses

Es gibt keine Grundstücksgrenzen. Bedingt durch die enge Bebauung steht zudem wenig Gartenfläche zur Verfügung. Platz für einen unterirdischen Flüssiggastank oder eine große außen aufgestellte Luft-Wasser-Wärmepumpe gibt es daher oftmals nicht.

 

Welche Wärmepumpen-Arten eignen sich besonders für Reihenhäuser?

Aufgrund des geringen Platzangebotes bieten sich vor allem Luft-Wasser-Wärmepumpen an. Diese liegen sowieso voll im Trend: von den 2021 verkauften 154.000 Wärmepumpen heizen rund 83 Prozent mit der Wärmequelle Luft. Vorteil der Wärmepumpe ist, dass sie im Gegensatz zu Holzpellets, Öl, Flüssiggas und Kohle keinen Energielagerraum benötigt.

Wenngleich die Luft-Wasser-Wärmepumpe die geringste Effizienz unter den Wärmepumpen-Arten aufweist, punktet sie durch die einfache Installation und Wärmequellenerschließung, was sich wiederum deutlich in niedrigen Anschaffungs- und Installationskosten widerspiegelt. Außerdem ist nur die Luftwärmepumpe genehmigungsfrei.

 

Welche Voraussetzungen muss ein Reihenhaus für den Einsatz einer Wärmepumpe bieten?

Prinzipiell eignet sich ein Reihenhaus für jede Art von Wärmepumpe – wäre da nicht die knapp bemessene Grundstücksfläche. Doch gerade für die Erschließung der Wärmequellen Erdreich und Grundwasser (Erdwärmepumpe) benötigts du ausreichend Fläche. Besonders ungünstig sind diese Wärmequellen dann, wenn du eine Wärmepumpe beispielsweise im Altbau nachrüsten möchtest, weil zur Wärmequellenerschließung (Erdsonden oder Brunnen) schweres Bohrgerät eingesetzt werden muss beziehungsweise im Fall von Erdreich nicht ausreichend Fläche zum Verlegen von Erdkollektoren vorhanden ist.

Luft als Wärmequelle ist daher die beste Wahl. Wie bei allen Wärmepumpen ist eine gute Wärmedämmung Voraussetzung, damit sie energieeffizient und mit geringem Stromverbrauch heizt. Eine Fußbodenheizung oder zumindest großflächige Heizkörper – idealerweise Niedertemperatur-Heizungen – sind eine weitere Voraussetzung.

Doch auch die Wahl der richtigen Luft-Wasser-Wärmepumpe ist wichtig. Unabhängig davon, ob es sich um eine Monoblock- oder Split-Wärmepumpen handelt: der Aufstellort ist von entscheidender Bedeutung. So solltest du die Wärmepumpe möglichst nahe zum Gebäude aufstellen. Ansonsten kühlen die Wasser- oder Kältemittelleitungen, die ins Gebäude führen, zu stark ab, was die Effizienz des Gerätes negativ beeinflusst.

Zu nah ist allerdings auch nicht gut, denn normalerweise saugen außen aufgestellte Luftwärmepumpen die Luft über die Gerätevorderseite an. Nach dem Wärmeentzug wird die abgekühlte Luft seitlich in die Umgebung geblasen. Das ist nicht nur unangenehm, sondern kann bereits im Herbst dazu führen, dass Wege vereisen. Achte daher bei Gebäuden, Pflanzen oder Terrassen auf einen Mindestabstand von circa 3 Metern.

Einen weiteren Aspekt musst du für dein Haus berücksichtigen: die Geräuschentwicklung. In den Außeneinheiten sind Ventilatoren und Verdichter untergebracht. Sind sie in Betrieb, ist das deutlich zu hören. Um Lärmbelästigungen möglichst zu vermeiden, solltest du die Luft-Wasser-Wärmepumpe nicht direkt vor Schlafzimmern aufstellen. Schwieriger ist es (bei sehr enger Bebauung, wie sie bei Reihenhäusern gegeben ist), die Nachbarn vor Lärmbelästigung zu schützen. Immerhin liegen die Betriebsgeräusche bei einem Abstand von zwei Metern noch bei 40 bis 50 Dezibel (dBA) – Lautstärke Straßenverkehr – der Mindestabstand sollte daher hier 3 bis 4 Meter betragen. Der ideale Standort ist die Gebäudeseite hin zur Straße. Es gibt auch einfache Maßnahmen, um die brummenden Geräusche zusätzlich zu reduzieren wie dicht bewachsene Hecken, die im Winter die Blätter nicht verlieren, oder Schallschutzwände.

Weil die Außeneinheit bei Splitgeräten wesentlich kleiner ist als ein Monoblock und zudem meist hängend montiert wird, ist dies die ideale Lösung für Reihenhäuser.

 

Funktionsweise und Kosten einer Luftwärmepumpe für ein Reihenhaus

Über einen Ventilator wird Luft aus der Umgebung angesaugt und an den Verdampfer der Wärmepumpe abgegeben. In einem geschlossenen Kreislauf innerhalb der Wärmepumpe zirkuliert ein Kältemittel. Im Gegensatz zu Wasser verdampft dieses nicht bei 100 Grad Celsius, sondern bereits bei etwa 0 Grad Celsius. Daher kann es schon bei niedrigen Temperaturen und geringem Druck Wärme aufnehmen und diese bei höherer Temperatur und höherem Druck an das Heizwasser abgeben. In einem elektrisch betriebenen Kompressor wird das dampfförmige Kältemittel verdichtet, wodurch sich die Temperatur auf für Heizzwecke taugliche Temperaturen erhöht und über einen Wärmetauscher an das Heizwasser abgegeben wird. Anschließend verflüssigt sich das Kältemittel wieder, wird über ein Expansionsventil auf niedrigen Druck entspannt und der Kreislauf beginnt von vorne.

Bei einer Außentemperatur von -8 Grad Celsius liefern Luft-Wasser-Wärmepumpen noch ausreichend Energie, um das Wasser auf eine Temperatur von 50 Grad Celsius zu bringen. Ideal ist die Kombination mit Fußbodenheizungen, die mit Vorlauftemperaturen von 35 Grad Celsius auskommen, um das Haus mit angenehmer Wärme zu versorgen.

Eine Heizlast der Anlage unter 15 Kilowatt (kW) ist voll ausreichend. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe mit einer Jahresarbeitszahl von 3 macht aus 2 Kilowattstunden (kWh) kostenloser Umgebungswärme und 1 kWh Strom 3 kWh Heizwärme. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kostet je nach Heizleistung inklusive Installation etwa 10.000 bis 14.000 Euro. Die jährlichen Heizkosten für eine dreiköpfige Familie bewegen sich bei ca. 800 Euro.

 

Kann die Wärmepumpe im Reihenhaus auch kombiniert werden?

Die Wärmepumpen-Kombination bietet sich besonders bei der Modernisierung an. Eine Hybrid-Wärmepumpe nutzt zu 95 Prozent Umweltwärme und Strom sowie als zweiten Wärmeerzeuger beispielsweise die vorhandene Gasheizung. Diese springt dann ein, wenn es draußen extrem kalt ist oder besonders viel Warmwasser zum Duschen benötigt wird und die Anlage den Wärmebedarf allein nicht mehr wirtschaftlich bereitstellen kann.

Setzt du eine Wärmepumpe als Heizsystem im Reihenhaus ein, ergeben sich für dich folgende Vorteile:

  • einfache, kostengünstige Installation
  • Unabhängigkeit von hohen Brennstoffpreisen
  • weder Lagerraum noch Kamin erforderlich
  • die Heizung ist mit erneuerbarer Energie kombinierbar
  • niedrige Heizkosten
  • heizen ist mit grünem Strom rund 90 Prozent weniger CO2-Emissionen möglich
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