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Wärmepumpe oder Gas?

Über diesen Artikel

Lesezeit

4 Minuten

Veröffentlichung

16.09.2021

Letztes Update

09.12.2021

Wärmepumpe oder Gas, was ist die bessere Wahl?

Ob Neubau oder Modernisierung, die Entscheidung für das richtige Heizsystem ist nicht immer einfach. Um dir die Entscheidung zu erleichtern, vergleichen wir Wärmepumpe und Gas.

Inhalt des Blogartikels

Wärmepumpe vs. Gas

Modernes Heizen bedeutet, möglichst effizient und mit erneuerbaren Energien umweltschonend Wärme zu erzeugen. Wenngleich die Gasheizung im Vergleich zur Ölheizung um einiges emissionsärmer arbeitet, verbrennt sie dennoch fossile Energie, wodurch sie CO2 an die Umgebung abgibt. Weil Wärmepumpenheizungen mit einem hohen Anteil erneuerbarer Umweltwärme heizen, haben sie in Sachen Klimaschutz die Nase klar vorn. Wird die Wärmepumpe mit grünem Strom oder mit Solarstrom aus der eigenen Photovoltaikanlage versorgt, heizt sie CO2-neutral.

 

So funktioniert eine Wärmepumpenheizung

In der Wärmepumpe zirkuliert in einem geschlossenen Kreislauf ein Kältemittel. Dieses entzieht einer Wärmequelle – Luft, Erdreich oder Grundwasser – Wärme und verdampft dabei. Ein elektrisch betriebener Kompressor verdichtet das nun dampfförmige Kältemittel. Dadurch erhöht sich die Temperatur des Kältemittels und die so erzeugte Wärme gelangt über einen Wärmetauscher an das Heizsystem. Durch die Wärmeabgabe verflüssigt sich das Kältemittel wieder. Ein Expansionsventil entspannt es auf niedrigeren Druck. Anschließend kann der Kreislauf von vorne beginnen.

Meist findest du Kombinationen aus Wärmepumpen und Fußbodenheizungen. Einen Schornstein benötigst du nicht. Wenn du die Wärmepumpe in einem Altbau einsetzen möchtest, ist es für einen wirtschaftlichen Betrieb erforderlich, dass das Haus gut gedämmt ist.

 

So funktioniert eine Gasheizung

Eine Gasheizung lässt sich meist mit Erdgas, aber auch mit Flüssiggas betreiben. Besteht Wärmebedarf, meldet dies der Heizungsregler der Gasheizung. Durch Abgabe einer elektrischen Ladung entzündet das Gas im Heizkessel und verbrennt im Gasbrenner. Die dadurch entstehende Hitze, wird über einen Wärmetauscher an das Heizungswasser abgegeben, das eine Umwälzpumpe über Rohrleitungen zu den Heizkörpern transportiert, damit diese die Wärme an die Räume abgeben können. Das abgekühlte Wasser fließt aus den Heizkörpern wieder zurück zum Kessel oder zur Gastherme und lässt sich erneut erhitzen.

Mit Gas betriebene Heizungen gibt es als wandhängende oder am Boden stehende Geräte sowie mit oder ohne Warmwasserspeicher. Wandhängende Gasthermen erhitzen das Warmwasser oft im Durchlauferhitzerprinzip. Brennwerttechnik ist heute Standard. Diese nutzt zusätzlich die Wärme in den Abgasen. Allerdings musst du dazu deinen Schornstein nachrüsten.

 

Kostenvergleich: Wärmepumpe und Gasheizung

Die hier gemachten Angaben dienen lediglich zur Orientierung, denn sowohl hinsichtlich Anschaffungskosten als auch Energiekosten gibt es beträchtliche Unterschiede. Wie viel Energie du für dein Haus letztendlich verbrauchst, hängt auch vom Wärmebedarf – Neu- oder Altbau – und vom individuellen Energiebedarf der Bewohner ab.

Die Kosten für eine Gasheizung

Mit Blick auf die Anschaffungskosten hat die moderne Gasheizung grundsätzlich die Nase vorn: eine komplette Heizung für ein Einfamilienhaus ist bereits für 6.000 bis 12.000 Euro zu haben. Besteht noch kein Gasanschluss, kommen noch einmal etwa 2.000 Euro dazu. Wobei der Heizkessel alleine nur zwischen 2.000 und etwa 4.000 Euro kostet.

Für Neubauten schreibt das Gebäudeenergiegesetz (GEG) vor, dass die benötigte Wärme zum Teil mit erneuerbaren Energien zu decken ist. Du benötigst also zusätzlich beispielsweise eine Solarthermieanlage, eine Wärmepumpe oder eine Pelletheizung. Eine Photovoltaikanlage zählt allerdings auch. Im Neubau kommst du somit um eine Gas-Hybridanlage nicht herum, die aber nur förderfähig ist, wenn du ein KfW-Effizienzhaus baust. Im Altbau wir diese mit bis zu 50 Prozent der Anschaffungskosten gefördert. Grundsätzlich gilt, dass du für Gasbrennwertheizungen nur in Kombination mit einem erneuerbaren Wärmeerzeuger eine Förderung erhältst. Eine Gashybridheizung mit Solarthermie kostet für ein Einfamilienhaus somit bis zu 19.000 Euro.

Betriebskosten Gasheizung

Der Preis für Gas schwankt regional stark und liegt derzeit je nach Anbieter zwischen 5 und 8 Cent – Durchschnittspreis 6,22 Cent – je verbrauchter Kilowattstunde Erdgas. Der durchschnittliche Gasverbrauch für ein Einfamilienhaus beträgt 20.000 bis 30.000 kWh und kostet somit zwischen rund 1.200 und 1.900 Euro. Des Weiteren musst du pro Jahr 250 Euro für die Wartung und etwa 60 Euro Stromkosten für die Regelung und die Heizungspumpe ansetzen. Bei einem modernen Brennwertgerät kommt alle 2 Jahre der Schornsteinfeger, den du dann mit etwa 50 Euro bezahlen musst. Die jährlichen Betriebskosten bewegen sich also zwischen circa 1.500 und 2.200 Euro.

Die Kosten für eine Wärmepumpe

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kommt je nach Heizleistung inklusive Installation auf circa 10.000 bis 18.000 Euro. Entscheidest du dich für eine Erdwärme- oder Grundwasser-Wärmepumpe, musst du mit Kosten um die 15.000 bis 25.000 Euro rechnen, was mit der Wärmequellenerschließung zusammenhängt: Tiefenbohrungen, Erdarbeiten oder Bohren von zwei Brunnen.

Betriebskosten Wärmepumpe

Bedingt durch die verschiedenen Arten von Wärmepumpen und je nach Größe und Dämmung des Hauses unterscheiden sich auch deren jährliche Betriebskosten: 230 Euro (KfW-Effizienzhaus 40) und 1.400 Euro (ungedämmter Altbau) pro Jahr in einem Einfamilienhaus mit 110 Quadratmeter Wohnfläche. Der Wärmepumpenstromtarif beträgt aktuell etwa 22 Cent. Die Wartungskosten betragen 150 Euro. Wobei die jährliche Wartung nicht verpflichtend ist, aber empfohlen wird. Die Betriebskosten belaufen sich wie folgt:

  • Luft-Wasser-Wärmepumpe: 1.650 Euro
  • Wärmepumpe mit Erdkollektor: 1.150 Euro
  • Sole-Wasser-Wärmepumpe mit Erdsonde: 1.100 Euro
  • Wasser-Wasser-Wärmepumpe: 900 Euro

Vor- und Nachteile beider Systeme

Beide Systeme haben ihre Stärken und Schwächen. Wobei die Wärmepumpe das zukunftssichere Heizsystem ist. Aktuell ist die Gasheizung im Gebäudebestand der Wärmepumpe eindeutig überlegen, während diese dafür im Neubau punkten kann.

Vorteile Gasheizungen

  • Geringer Platzbedarf
  • Niedrige Anschaffungskosten
  • Sehr effizient
  • Auch für ungedämmten Altbau geeignet

Nachteile Gasheizung

  • Gasanschluss erforderlich
  • Fossiler Energieträger
  • Nicht klimaneutral
  • Förderung nur als Hybridheizung
  • Energiepreis unterliegt Schwankungen
  • Zusätzliche Belastung durch CO2-Steuer

Vorteile Wärmepumpe

  • Geringer Platzbedarf, ähnlich wie Gasheizung
  • Niedrige Heizkosten
  • Umwelt- und klimaschonend, da keine Verbrennung
  • Mit Ökostrom klimaneutral
  • Wartungsarm
  • Hohe staatliche Förderungen von bis zu 50 Prozent

Nachteile Wärmepumpe

  • Hohe Anschaffungskosten
  • Antriebsenergie Strom
  • Teilweise genehmigungspflichtig (Erdwärmesonden- und Grundwasser-WP)

Wärmepumpe oder Gas?

Wenn du eine Heizung für einen unsanierten Altbau suchst, ist aktuell die Gasheizung erste Wahl. Hier überzeugt sie durch die niedrigen Anschaffungskosten und deutlich niedrigere Heizkosten. Im Neubau hingegen solltest du dich für die umweltschonende und zukunftssichere Wärmepumpe entscheiden.

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