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Luftwärmepumpe für die Innenaufstellung

Über diesen Artikel

Lesezeit

4 Minuten

Veröffentlichung

29.10.2020

Letztes Update

08.12.2021

Luftwärmepumpe für die Innenaufstellung

Mit dem Herbst weht auch wieder ein kaltes Lüftchen. Wusstest du eigentlich, dass du mit kalter Luft auch heizen kannst? Und das sogar ganz gut? Wir sagen dir, wie das geht.

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Wie aus Kälte Wärme wird

Selbst wenn es draußen klirrend kalt ist, kann eine Luftwärmepumpe der Umgebungsluft noch Wärme entziehen. Das funktioniert bis etwa minus 20 Grad Celsius. Ein Haus kannst du damit zwar nicht beheizen, aber bis Außentemperaturen von etwa minus 7 Grad Celsius klappt das noch recht gut. Erst ab dann heizt ein elektrischer Heizstab zu. Allerdings beträgt dessen Anteil am gesamten Jahreswärmebedarf weniger als 5 Prozent. Die Luftwärmepumpe als Heizsystem verliert dadurch nichts von ihrer Effizienz. Der Wärmeentzug bei Minusgraden wird durch das eingesetzte Kältemittel möglich, das unter Druck gesetzt selbst bei solch niedrigen Temperaturen noch verdampft. Wird der Druck durch einen Kompressor weiter erhöht, erreicht das Kältemittel Temperaturen, die vollkommen zum umweltschonenden und energiesparenden Heizen ausreichen.

Übrigens: Eine reversible Wärmepumpe kannst du im Sommer ganz einfach zum Kühlen der Räume einsetzen. Dazu wird der Wärmepumpenkreislauf umgekehrt. Sie funktioniert dann quasi wie ein Kühlschrank. Die Fußbodenheizung oder die Flächenheizkörper nehmen die Raumwärme auf, führen sie zur Wärmepumpe, wo sie heruntergekühlt wird und anschließend wieder in die Fußbodenheizung oder Heizkörper zurückfließt. Auf diese Weise kannst du die Raumtemperatur kostengünstig und umweltschonend um einige Grad Celsius senken.

 

Luftwärmepumpe: So kommt die Luft ins Haus

Die Luft-Wasser-Wärmepumpe saugt über einen Ventilator die Außenluft an und leitet sie an den Verdampfer weiter. Dazu wird die Außenluft über einen Luftkanal geführt. Die abgekühlte Luft wird anschießend über einen weiteren Luftkanal wieder nach außen abgegeben. Vorteil dieser Art der Innenaufstellung ist, dass von außen keine Stromkabel, Rohre und Leitungen ins Gebäudeinnere verlegt werden müssen. Im Gegenzug sind je doch 2 Mauerdurchbrüche erforderlich, um die Luft ansaugen beziehungsweise ausblasen zu können. Damit keine Kleintiere oder Laub ins Innere gelangen, sind diese mit Luftgittern versehen. Die Größe der Luftkanäle orientiert sich an der Leistung der Luft-Wasser-Wärmepumpe. Meist haben die Luftkanäle Durchmesser von 50 mal 50 Zentimeter bis 80 mal 80 Zentimeter. Die Luftdurchführungen sollten sich nicht in direkter Nähe von Fenstern befinden, weil die Strömungsgeräusche bei geöffnetem Fenster durchaus als unangenehm und störend empfunden werden können. Auch die Abstände zu Nachbargrundstücken solltest du berücksichtigen, damit es zu keinen Beschwerden kommt.

Idealer Aufstellort ist der Keller

Luftwärmepumpen zur Innenaufstellung sind mit bis zu 300 Kilogramm sehr schwer. Der Aufstellort sollte deswegen eine hohe Tragfähigkeit haben, um diese Last problemlos auszuhalten, zumal die Wärmepumpe auf einem Betonsockel aufgestellt wird. Keller- und Erdgeschoss erfüllen in der Regel diese Anforderung. Falls die Obergeschossdecken ebenfalls diesen Anforderungen gerecht werden, ist natürlich auch dort eine Aufstellung möglich. Der Untergrund sollte möglichst waagerecht sein, um Schallübertragungen zu vermeiden. Dazu müssen die Aufstellfüße oder der Grundrahmen der Wärmepumpe vollkommen plan aufliegen. Bei einer Aufstellung auf dem Dachboden ist die Schwingungsentkopplung zu berücksichtigen. Aus diesem Grund sind beispielsweise Decken aus Holz nicht geeignet. Bevorzugt wird demnach der Keller oder der Hauswirtschaftsraum zur Aufstellung gewählt.

Damit die Lufteinlässe und Luftauslässe überirdisch geführt werden können, sollte der Kellerraum ebenerdig bis halb-ebenerdig sein. Außerdem ist zu gewährleisten, dass das kondensierte Wasser über einen Abwasseranschluss gut in die Kanalisation abfließen kann. Um zu verhindern, dass sich zu viel Kondenswasser bildet, sollte der Aufstellraum nicht zu warm und gut belüftet sein. Acht auch unbedingt darauf, dass die Luftwärmepumpe für Wartungsarbeiten nicht zu dicht an der Wand steht. Um Einstellungen vornehmen zu können, muss sie natürlich auch von vorne jederzeit gut zugänglich sein.

Wenngleich die Innenaufstellung kostengünstiger ist als eine Aufstellung im Freien, kann sie nicht immer gewählt werden. Das ist beispielsweise der Fall, wenn der Heizungsraum oder der Keller zu klein oder im Altbau die Türen zu schmal sind oder der Zugang generell zu eng ist, um die Wärmepumpe in den Aufstellraum zu transportieren. Hinzu kommt, dass Neubauten oft ohne Keller gebaut werden. Ähnlich wie Kühlschränke handelt es sich bei Wärmepumpen um kompakte Geräte, die anschlussfertig geliefert werden. Eine Teilmontage vor Ort ist daher nicht möglich. Je nach Hersteller werden die Luftkanäle entweder bereits komplett montiert geliefert oder sie werden erst vor Ort zusammengesteckt und verschraubt.

Thermischen Kurzschluss vermeiden

Idealerweise befinden sich die Luftansaugseite und die Luftausblasseite an unterschiedlichen Seiten des Hauses, um einen thermischen Kurzschluss zu vermeiden. Ein thermischer Kurzschluss entsteht, wenn die Luftwärmepumpe die kalte ausgeblasene Luft wieder ansaugt. Dabei kommt es zu einer Vermischung der warmen Ansaugluft mit der kalten Ausblasluft, was zulasten der Effizienz geht. Zuverlässig lässt sich ein thermischer Kurzschuss durch die Eckaufstellung der Wärmepumpe verhindern. Ist das nicht möglich, sollte zumindest zwischen den beiden Luftaustritten ein Mindestabstand von 2 Metern eingehalten werden.

Ganz leise geht es nicht

Völlig geräuschlos kann eine Luftwärmepumpe nicht arbeiten. Vor allem durch den Ventilator entstehen Geräusche, die meist jedoch unter 50 Dezibel (dB) liegen, was etwa der Lautstärke einer normalen Unterhaltung entspricht. Moderne Geräte besitzen eine gute Schalldämmung und niedrige Schallleistungspegel. Verstärkt werden heute geräuscharme Radialventilatoren verbaut und die Wärmepumpen im Nachtbetrieb mit reduzierter Lüfterdrehzahl gefahren.

Variante Split-Wärmepumpe

Auch Split-Wärmepumpen zur Nutzung von Außenluft werden innen aufgestellt. Hier besteht das Heizsystem allerdings aus einer Außen- und einer Inneneinheit. Die Inneneinheit enthält Verflüssiger, Umwälzpumpe und Regel- sowie Sicherheitstechnik und ist daher sehr leise. Die Außeneinheit der Heizung beherbergt den Ventilator, den Verdichter und den Verdampfer.

 

Was kostet eine Luftwärmepumpe zur Innenaufstellung?

Für ein Einfamilienhaus kannst du 2020 für eine komplette Luftwärmepumpe inklusive Montage des Heizsystems von 12.000 bis 15.000 Euro ausgehen. Über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) werden Heizungen dieser Art gefördert. Du erhältst 35 Prozent der förderfähigen Kosten als Zuschuss. Wird ein Ölkessel durch die Wärmepumpe ersetzt, sind sogar bis zu 45 Prozent möglich. Zusätzlich kannst du günstige Kredite von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) für die Heizung in Anspruch nehmen.

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