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So beugst du Schimmel in deiner Wohnung vor

Über diesen Artikel

Lesezeit

4 Minuten

Veröffentlichung

03.10.2021

Letztes Update

07.12.2021

Schimmel in der Wohnung vorbeugen - Was kann ich tun?

Schimmel in der Wohnung sieht nicht nur unschön aus, sondern kann auch erhebliche gesundheitliche Schäden mit sich bringen. Wie du einem Schimmelbefall vorbeugen kannst, zeigen wir dir in diesem Ratgeber.

Inhalt des Blogartikels

Wie bildet sich Schimmel in Wohnräumen?

Sowohl Schimmelpilze als auch -sporen befinden sich in unserer täglichen Umgebung. Schädlich und sichtbar werden diese erst, wenn ihnen ein Nährboden geboten wird und zusätzlich Feuchtigkeit ins Spiel kommt. Typische Nährboden für Schimmel sind organische Materialien wie:

  • Kunstharz
  • Kleister
  • Holz
  • Tapeten
  • Naturmaterialien

Da Schimmel weder Sauerstoff noch Licht zum Wachsen braucht, bilden Nährstoffe und Luftfeuchtigkeit die Hauptfaktoren für die Entstehung. Zusätzlich, jedoch weniger bedeutsam, sind pH-Wert und Temperatur für die Schimmelbildung.

 

Welche Rolle spielt die Luftfeuchtigkeit für die Bildung von Schimmel?

Beträgt die relative Luftfeuchtigkeit über 85 % bei etwa 20 bis 30 °C Raumtemperatur, ist die Wachstumschance für Schimmelpilze am höchsten, denn unter diesen Bedingungen bildet sich Kondenswasser.

Zum Vergleich:

Ein nach heutigen Standards gebautes und regelmäßig gut gelüftetes Haus hat eine Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 %. Herrschen diese Werte, haben Schimmelpilze- und Sporen keine Chance sich zu bilden. 

Wie wir sehen, ist das richtige Lüften eine wichtige Maßnahme zum Vorbeugen von Schimmel. Doch wie lüften und heizen wir richtig, um Schimmel vorzubeugen?

Lüften und Heizen deiner Wohnung - aber richtig!

Um zu verhindern, dass sich Schimmel in deiner Wohnung überhaupt bilden kann, ist es wichtig, dass du richtig lüftest und richtig heizt, damit eine erhöhte Feuchtigkeit nicht entsteht und Schimmel sich nicht bilden kann. Mit wenigen Handgriffen kannst du dem Befall von Schimmel vorbeugen. 

 

  1. Regelmäßiges Lüften
    In einem 4-Personen-Haushalt verdunstet rund 12 Liter Wasser jeden Tag - sei es durch die tägliche Hygiene, kochen, atmen, Wäsche trocknen oder schwitzen. Damit der Wasserdampf abziehen kann, empfiehlt es sich, mindestens zwei Mal täglich für circa 10 Minuten mit weit geöffneten Fenstern stoß zu lüften. Wer mit einem gegenüberliegenden Fenster für Durchzug sorgen kann, sollte diese Chance nutzen. So kann verbrauchte Luft am effektivsten mit frischer Luft ausgetauscht werden und die Feuchtigkeit wird in der Wohnung reduziert.
    Küche und Bad sollten nach dem Kochen, Baden oder Duschen gut gelüftet werden. Für das Schlafzimmer gilt: Nach dem Aufstehen und vor dem Zubettgehen zu lüften. Nachts sollten die Fenster idealerweise geschlossen bleiben, um die Wärme im Haus zu halten.
  2. "Dauerkipp" der Fenster vermeiden
    Doch wieso? Die Antwort ist ganz einfach: der Austausch der verbrauchten Luft mit frischer Luft dauert wesentlich länger. 5 Minuten Stoßlüften können mit rund 75 Minuten Kipplüften verglichen werden, da der Luftaustausch deutlich geringer ausfällt. Wer das Fenster dauerhaft gekippt hat, sollte außerdem beachten, dass die Wände dadurch schnell auskühlen und die Gefahr von erhöhter Bildung von Feuchtigkeit steigt.
    Außerdem ist das Dauerlüften kontraproduktiv im Sinne der Heizkosten. Einen ausgekühlten Raum wieder zu erwärmen benötigt enorm viel Heizkraft und kann so schnell teuer werden.
  3. Die optimale Raumtemperatur
    Für jeden Wohnraum wird eine optimale Zimmertemperatur empfohlen. Hier eine Übersicht:
  • Wohnzimmer ~ 20 °C
  • Badezimmer / Kinderzimmer ~ 22-23 °C
  • Schlafzimmer / Küche ~ 18 °C

Wichtig ist, dass die Räume nicht unter 14 °C fallen. Die zu kühlen Temperaturen begünstigen den Schimmelbefall ebenso wie ein zu warmes Raumklima.

 

Weitere Tipps, um Schimmel vorzubeugen

  1. Wohnraumlüftungsanlagen: Sie sorgt für ein gesundes und konstantes Raumklima, eine optimale Versorgung mit Frischluft und verhindert, dass Wärme verloren geht. Durch den mechanischen Luftwechsel wird die verbrauchte Luft und somit die im Raum vorhandene Feuchtigkeit über die Anlage von innen nach außen transportiert. Durch einen integrierten Filter wird verhindert, dass Schmutz und Partikel der Außenluft in die Innenräume gelangen.
  2. Einrichten der Wohnung: Beachte bereits beim Einrichten deiner Wohnung einige Tipps, um Schimmel vorzubeugen: Stelle größere Möbelstücke wie Schränke, Sofas  Betten oder Kommoden nicht zu dicht an die Außenwände. So kann die Luft auch hinter den Möbeln zirkulieren.
  3. Luftfeuchtigkeit regelmäßig überprüfen: Hierbei hilft ein sogenanntes Hygrometer. Das Feuchtigkeitsmessgerät bestimmt die relative Luftfeuchtigkeit in den Räumen. Wie bereits erwähnt, sollte die Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 % liegen. Ein zu niedriger Wert kann die Gesundheit beeinträchtigen, während ein zu hoher Wert die Schimmelbildung begünstigt. Wenn die Feuchtigkeit in deiner Wohnung konstant zu hoch ist, solltest du geeignete Gegenmaßnahmen ergreifen. 
  4. Gleichmäßiges Heizen der Räume: Heize auch im Winter ungenutzte/unbewohnte Räume, um ein Auskühlen der Wände zu verhindern. 
  5. Kältebrücken beseitigen: Dämme Rollladenkästen und Heizkörpernischen, um so Kältebrücken zu beseitigen. Auch ist es sinnvoll, wenn du deine Türen und Fenster auf ihre Dichtigkeit prüfst und bei Bedarf abdichtest. So reduzierst du die Feuchtigkeit an den Fenstern und verhinderst so die Bildung von Schimmel.

Was tun bei akutem Schimmelbefall?

Zunächst sollte die Ursache für die Schimmelbildung geklärt werden. Ob Baumängel, Wasserschaden, geschädigtes Dach oder Fassade oder aber auch falsches Nutzerverhalten - ist die Ursache bestimmt, können gezielte Maßnahmen ergriffen werden, um den Schimmel zu beseitigen und auch vorzubeugen. 

Liegt die Ursache an Baumängeln, müssen diese umgehend behoben werden. Ist der Schimmelbefall nur oberflächlich, kann dieser mit geeigneten Anti-Schimmel-Mitteln beseitigt werden. Oftmals werden Hausmittel zur Bekämpfung von Schimmel angepriesen. Doch wie wirksam sind diese?

Essig

Essig gilt als DER Allrounder schlechthin im Haushalt. Zwar wird der sichtbare Schimmel durch das Putzen mit Essig entfernt, die Schimmelsporen bleiben jedoch bestehen, denn diesen macht der Essig nichts aus.

Ganz im Gegenteil: Essig enthält bestimmte Nährstoffe von denen die Schimmelsporen profitieren und sich sogar weiter ausbreiten können. Aus diesem Grund ist Essig zur Behandlung von Schimmelbefall ungeeignet.

Brennspiritus

Der hochprozentige Alkohol weist einen Mindestalkoholgehalt von 94 % auf. Hilft uns das im Kampf gegen den Schimmel? Tatsächlich, denn durch den hohen Alkoholgehalt wird dem Schimmelpilz das lebensnotwendige Wasser entzogen.

Betroffene Stellen müssen jedoch mehrfach behandelt werden, da sich der Alkohol schnell verflüchtigt. Ein weiterer Nachteil ist, dass Brennspiritus Flecken nach der Behandlung hinterlässt.

Bist du von starkem Schimmelbefall betroffen, sollte immer ein Fachmann zur Beseitigung des Befalls hinzugezogen werden.

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