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Der Wärmepumpen-Schallschutz

Über diesen Artikel

Lesezeit

4 Minuten

Veröffentlichung

13.02.2021

Letztes Update

09.12.2021

Schallschutz bei Wärmepumpen frühzeitig einplanen

Die Wärmepumpe kann die Energieeffizienz von Wohngebäuden deutlich steigern. Doch lautlos arbeitet sie nicht. Deswegen spielt der Schallschutz bei Wärmepumpen eine große Rolle.

Inhalt des Blogartikel

Woher kommen die Geräusche bei Wärmepumpen?

Es gibt verschiedene Arten von Wärmepumpen, wie etwa die Erdwärmepumpe, die Grundwasserwärmepumpe oder die Luftwärmepumpe. Kein Modell arbeitet geräuschlos. Alle Wärmepumpen fördern die Abwärme bestimmter Medien (zum Beispiel Grundwasser, Erdwärme oder eben Luft) in das Heizsystem eines Hauses. Manchmal werden sie auch zur Kühlung eingesetzt.

Für diese Vorgänge sind bewegliche Teile erforderlich, wobei in erster Linie der Kompressor als hauptsächliche Geräuschquelle zu nennen wäre. Die Luftwärmepumpe macht beim Schallschutz potenziell größere Probleme, weil neben dem Kompressor auch ein Gebläse verbaut ist, welches den Geräuschpegel des Kompressors oft erheblich übertrifft.

 

Grenzwerte: Wie gut muss der Schallschutz der Wärmepumpe sein?

Ärger mit den Nachbarn droht immer dann, wenn der Schallschutz einer Wärmepumpe nicht ausreichend und das Gerät auch auf dem angrenzenden Grundstück zu hören oder zu spüren ist. Da Lärm potenziell gesundheitsgefährdend sein kann, hat der Gesetzgeber im Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) Regeln für den Betrieb von Wärmepumpen (insbesondere von Luftwärmepumpen) festgelegt.

Laut § 22 Abs. 1 BImSchG sind diese Geräte in einer Form zu errichten und zu betreiben, dass

  • Geräusche vermieden werden, die dem Stand der Technik zufolge vermeidbar sind und
  • die Ausbreitung nicht vermeidbarer Geräusche durch entsprechende Vorkehrungen (Schallschutz) auf ein Minimum begrenzt wird. 

Sinn und Zweck dieser Regelung ist es, die Nachbarn vor unzumutbaren Belästigungen zu schützen. Die in diesem Zusammenhang von der Bundesregierung empfohlenen Immissionsrichtwerte sind in der sogenannten TA Lärm (Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm) festgelegt:

  • in Mischgebieten (Gebiete mit gewerblichen Anlagen und Wohnungen): tagsüber 60 dB(A); nachts 45 dB(A)
  • in allgemeinen Wohngebieten: tagsüber 55 dB(A); nachts 40 dB(A)
  • in reinen Wohngebieten: tagsüber 50 dB(A); nachts 35 dB(A)

Die Nachtzeit im Sinne der Vorschrift ist für die Zeit zwischen 22 Uhr und 6 Uhr morgens definiert.

 

Der Aufstellort trägt maßgeblich zum Schallschutz der Wärmepumpe bei

Der korrekte Aufstellort ist insbesondere bei Luftwärmepumpen wichtig, um die Lautstärke innerhalb der Grenzwerte zu halten. Es wird zwischen 2 Aufstellvarianten unterschieden:

  1. innerhalb von Gebäuden 
  2. außerhalb von Gebäuden

Für die Installation von Erdwärmepumpen oder Grundwasserpumpen gilt, dass diese bei korrekter Installation und Verankerung normalerweise keine Probleme bei der Einhaltung der Richtwerte bereiten.

Neben der reinen Lautstärke besteht zudem die Problematik des nicht hörbaren Infraschalls. Auch hier gilt: Je besser die Wärmepumpe bei der Installation vom sogenannten Körperschall entkoppelt wird, desto besser.

Das Hauptproblem beim Schallschutz von Wärmepumpen stellt jedoch die Übertragung des Schalls über die Luft dar. Diese findet in direkter Linie besonders effizient statt. Deshalb sollte bei der Platzierung darauf geachtet werden, die Wärmepumpe nicht in direkter Nähe zum Nachbarhaus, nicht unter dem eigenen Schlafzimmerfenster und auch nicht in der direkten Sichtlinie zu eigenen oder fremden Fenstern und Türen aufzustellen, um die Übertragung des Schalls zu begrenzen.

 

Was sagt der Schallleistungspegel der Wärmepumpe aus?

Alle Hersteller von Wärmepumpen müssen die Schallleistung ihrer Geräte angeben. Dieser Schallleistungspegel kann je nach Funktionsweise und Modell deutlich unterschiedlich ausfallen. Der Durchschnitt der heute am Markt angebotenen Wärmepumpen weist einen Schallleistungspegel zwischen 50 dB und 70 dB auf.

Was bedeutet das für die Aufstellung? Um die gesetzlichen Grenzwerte einzuhalten, ist zunächst der Abstand zu Gebäuden zu beachten. Für ein modernes Gerät mit 50 dB Schallleistung sollte dieser Abstand circa 7 Meter betragen. Bei einem älteren Modell mit 70 dB müsstest du hingegen bereits einen Abstand von 49 Meter einhalten. Diese Werte erhöhen sich, sobald der Ausbreitungsweg des Schalls durch Gebäude gestört wird. Dazu zählen auch parallel verlaufende Wände. So kann der erforderliche Abstand beim Beispielgerät mit 70 dB schnell auf satte 88 Meter steigen.

Da solche Freiräume in den seltensten Fällen zur Verfügung stehen, gibt es technische Lösungen, um den Schallschutz der Wärmepumpe zu verbessern. Durch die Installation von Schallschutzhauben und den Aufbau einer Schallschutzwand lassen sich Wärmepumpen deutlich leiser betreiben.

Während sich die Ausbreitung des Schalls aufgrund der Schallleistungspegel der Geräte im Freien recht präzise vorhersagen lässt, können im Boden verlegte Rohre und Leitungen ebenfalls zu Schallüberträgern werden. Für solche Rohre lässt sich die Schalldämmung mittels elastischer Kupplungen an den Verbindungsstellen verbessern. Je härter der Boden, desto größer der potenzielle Lärm. Die zusätzlichen Kosten für diese Maßnahmen fallen sehr unterschiedlich aus. Sicher ist, dass es umso teurer wird, je aufwendiger die Umrüstung oder Nachrüstung am Gebäude und/oder von Rohrleitungen wird. Daher solltest du dies bereits nach Möglichkeit bei der Bauplanung direkt berücksichtigen.

Was gilt im Inneren von Gebäuden?

Während sich der Schallpegel im Außenbereich meist problemlos berechnen lässt, sind für die Aufstellung innerhalb von Gebäuden in der Regel Messungen notwendig. Dies wird durch die Schallemissionen im niederfrequenten Bereich noch wichtiger, denn tiefe Töne (Infraschall) übertragen sich besonders gut durch Wände und Böden.

Je nach Verlauf des Grundrisses kann die Schallausbreitung extrem kompliziert verlaufen. Daher empfehlen Experten, diese Faktoren bereits bei der Bauplanung zu beachten und für einen besseren Schallschutz die Wärmepumpe mechanisch vom Gebäude zu entkoppeln. Dies funktioniert beispielsweise über einen Betonsockel, der auf einer Gummimatte platziert ist. Den Effekt kennst du vielleicht auch von deiner Waschmaschine, die im Schleudergang Vibrationen erzeugt und mittels Gummidämpfer vom Boden der Waschküche entkoppelt werden kann.

 

Fazit: Heißt Wärmepumpe immer automatisch Lärm?

Alle Wärmepumpen erzeugen Geräusche im Betrieb. Durch die Kombination von Kompressor und Gebläse ist die Lautstärke einer Luftwärmepumpe in der Regel am höchsten. Doch auch Erdwärme- oder Grundwasserwärmepumpen erzeugen Betriebsgeräusche, die sich allerdings durch eine korrekte Installation minimieren lassen.

Bei der Aufstellung von oberirdischen Wärmepumpen innerhalb und außerhalb von Gebäuden fällt die Entwicklung des Lärms je nach Modell sehr unterschiedlich aus. Geeignete Schallschutzmaßnahmen beziehungsweise Abstände zu Gebäuden sind einzuhalten, um weder Ärger mit Nachbarn noch mit den Behörden zu bekommen.

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