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Was ist die optimale Raumtemperatur?

Über diesen Artikel

Lesezeit

6 Minuten

Veröffentlichung

24.11.2021

Letztes Update

03.12.2021

Die optimale Raumtemperatur in deinem Zuhause

Die Frage nach der optimalen Raumtemperatur betrifft sowohl das persönliche Wohlbefinden als auch den Energieverbrauch. Daher gilt es, in jedem Raum die richtige Balance zu finden.

Inhalt des Blogartikels

Auf der Suche nach der optimalen Raumtemperatur

Zu starkes Heizen ist nicht gut - weder für den Geldbeutel noch für die Umwelt. Aber auch das körperliche Wohlbefinden hängt stark von der optimalen Raumtemperatur ab. Es gibt also gute Gründe, nicht stärker zu heizen als unbedingt nötig. Trotzdem sind in vielen deutschen Haushalten die Heizungen deutlich zu hoch eingestellt, während an anderer Stelle Räume völlig auskühlen, weil sie gar nicht geheizt werden. Damit vergeudest du aber nicht nur Energie (und somit bares Geld), sondern schadest unter Umständen auch der Bausubstanz. Richtiges Heizen will also gelernt sein und erfordert zudem eine einwandfrei funktionierende, gut eingestellte Heizungsanlage. Wir erklären dir hier daher unter anderem, warum es sinnvoll ist, die perfekte Raumtemperatur zu kennen und dauerhaft zu halten.

 

Wo liegt die ideale Raumtemperatur?

Mach doch einmal eine Umfrage im eigenen Umfeld, wie hoch die Leute die ideale Raumtemperatur ansetzen. Im Durchschnitt werden die meisten Menschen Temperaturen von über 20 Grad Celsius nennen. Für Wohnräume ist das durchaus in Ordnung, aber bereits im Schlafzimmer oder in der Küche geht es auch anders. Überhaupt ist es natürlich eine subjektive Empfindung, was die persönliche Wohlfühltemperatur betrifft. Allerdings gibt es gute Gründe, eine objektiv optimale Raumtemperatur einzuhalten. Das Umweltbundesamt empfiehlt folgende Richtwerte:

  • Wohnzimmer: 20 bis 22 Grad Celsius
  • Küche: um die 18 Grad Celsius
  • Schlafzimmer: 17 bis 18 Grad Celsius
  • Badezimmer: um die 20 Grad Celsius

Tipp: In der Nacht kannst du die Heizung in Arbeits- und Wohnräumen etwas herunterdrehen (um circa 4 bis 5 Grad Celsius weniger).

 

Die gewünschte Temperatur einstellen

Die jeweiligen Temperaturempfehlungen für deine einzelnen Räume können eine durchaus hilfreiche Orientierung darstellen. Doch wie lässt sich eine Raumtemperatur von beispielsweise 20 Grad Celsius bei einer Heizung einstellen? Immerhin arbeiten manuelle Thermostate für gewöhnlich in Stufen von 1 bis 5.

In der Regel steht jede Stufe deiner Heizung für eine Erhöhung der Temperatur um 4 Grad. Den Ausgangspunkt bildet die erste Stufe, welche in deinen Räumen eine Mindesttemperatur von 12 Grad gewährleistet. Somit bringt die zweite Stufe eine Wärme von 16 Grad mit sich und mit der dritten Stufe wird es bereits 20 Grad warm. Daraus geht hervor, dass Stufe 4 und 5 mit jeweils 24 bzw. 28 Grad Celsius vor allem in Schlaf- und Wohnzimmer eher selten gebrauch finden sollten.

 

Was ist mit der gefühlten angenehmen Raumtemperatur?

Der Einspruch an dieser Stelle ist klar: Jeder Mensch hat eine andere körperliche Wahrnehmung und wird nicht jede empfohlene Temperatur die ganze Zeit als behaglich empfinden. Ältere Menschen haben da oft andere Vorstellungen als jüngere und selbst zwischen den Geschlechtern gibt es Unterschiede beim Temperaturempfinden.

Hinzu kommt, dass Temperaturschwankungen unsere kognitiven Fähigkeiten beeinflussen können. So wirkt sich große Hitze beim Autofahren beispielsweise ähnlich aus wie das Fahren unter Alkoholeinfluss. Das psychische Wohlbefinden hängt also direkt mit der perfekten Raumtemperatur zusammen – ob diese nun im individuellen Fall höher oder niedriger ausfällt als im Durchschnitt, bleibt dahingestellt. Wichtig ist, die Bedürfnisse aller betroffenen Menschen im Haus zu berücksichtigen.

Tipp: Wusstest du, dass jedes Grad Heiztemperatur die Heizkosten direkt beeinflusst? Mit jedem erhöhten Grad steigt auch der Brennstoffverbrauch um etwa 6 Prozent. Teste daher am besten aus, ob du die Temperatur in bestimmten Räumen um 1 oder 2 Grad Celsius absenken kannst, ohne dich unbehaglich zu fühlen. Außerdem werden Fußbodenheizungen oft als Fußheizung missverstanden und gelten erst dann als angenehm eingestellt, wenn die Füße warm werden. Überhaupt sind gerade Fußbodenheizungen sehr träge bei der Einstellung. Ein ständiges Auf und Ab bei der Raumtemperatur ist also nicht zielführend.

 

Die perfekte Raumtemperatur richtig einregeln

Es ist eine Sache, die gewünschte angenehme Raumtemperatur zu kennen und eine andere, diese auch tatsächlich im Alltag zu erreichen und zu halten. Die korrekte Heizungsregelung ist dafür eine Grundvoraussetzung. Die meisten Heizungen verfügen heutzutage über Thermostatventile, an denen du die Temperatur einstellen kannst. Wie präzise das gelingt, hängt jedoch von vielen Faktoren ab. Auf diese Aspekte solltest du ein Auge werfen:

  • Die Größe des Heizkörpers: Eine kleine Heizung wird Schwierigkeiten haben, die gewünschte Temperatur in einem verhältnismäßig großen Raum zu erreichen und zu halten. Umgekehrt kann eine zu große Heizung schnell zu viel Wärme in einem kleinem Raum erzeugen. Das ideale Verhältnis von Raum- und Heizungsgröße berechnet am besten ein Architekten oder ein Heizungsbauer.
  • Die Position des Radiators: Grundsätzlich sollte ein Heizkörper nie zugestellt sein. Andernfalls kann sich die Wärme an einem Punkt des Raumes stauen und unnötig Energie vergeuden. Eine ausgeglichene Zimmertemperatur ist zudem wichtig, da das Thermostat nur so messen kann, welche Temperatur tatsächlich vorherrscht und ob eine Regulation von Nöten ist.
  • Der Zustand des Thermostats: So wie die übrige Technik in deinem Zuhause verlieren auch die Regler an deinen Heizungen mit der Zeit an Genauigkeit. In der Regel bietet es sich an, diese nach gut 15 Jahren auszutauschen.

Das richtige Heizen kannst du aber lernen. Problematisch wird es meist dann, wenn du Räume wenig oder nur zeitweise nutzt. Es ist schließlich nicht sinnvoll, im Winter einen unbenutzten Raum ebenso aufzuheizen wie ein Zimmer, in dem sich aktuell Leute aufhalten. Die manuelle Absenkung der Raumtemperatur ist allerdings nervig, weil du ständig an der Heizung herumregeln musst. Moderne Heizungsanlagen gestalten das Aufrechterhalten der optimalen Temperatur in den Räumen über Tag- und Nachtprogramme bereits deutlich effizienter und bequemer.

 

Beim Absenken der Raumtemperatur nicht übertreiben

Besonders sparsame Menschen stellen gern die Heizung in unbenutzten Räumen komplett ab. Das ist allerdings nicht zielführend, da sich dann interne Wärmebrücken bilden und die Heizungen in den angrenzenden Räumen mehr leisten müssen, um die gewünschte Temperatur zu halten.

Überhaupt ist es effizienter, eine bestimmte Zimmertemperatur permanent zu halten als bei Bedarf immer wieder von vorn die Heizung aufdrehen zu müssen. Außerdem begünstigt eine zu starke Absenkung der Temperatur die Schimmelbildung und könnte im Extremfall zu Schäden an der Bausubstanz oder an Möbeln führen. Daher sind sowohl Mieter als auch Vermieter zur Einhaltung gewisser Mindesttemperaturen während der Heizperiode verpflichtet.

 

Oft vergessen: Das Raumklima

Beim Heizen wird das Raumklima oft vernachlässigt. Ebenso wichtig wie die optimale Raumtemperatur ist nämlich die ideale Luftfeuchtigkeit. Du kennst das vielleicht aus dem Sommer: Ist es schwül, kommt uns die Hitze unerträglich vor, obwohl es vielleicht noch nicht einmal 30 Grad Celsius draußen hat. Bei trockener Wärme können wir hingegen noch höhere Werte problemlos wegstecken. Im Mikroklima deiner Wohnung ist das nicht anders. Gerade im Winter trocknet die Luft aus, was in der Folge zu gesundheitlichen Problemen führen kann (trockene Atemwege rufen Erkältungskrankheiten, Stauballergien etc. hervor) oder bestehende Krankheiten verschlimmern könnte.

Hinzu kommt, dass der menschliche Körper nur innerhalb einer bestimmten Temperaturspanne wirklich gut funktioniert. Da eine Körpertemperatur von rund 37 Grad Celsius bei jeder Außentemperatur eingehalten werden muss, versetzen zu hohe Temperaturen den Körper ebenso in Regulationsstress wie zu niedrige. Die Hauttemperatur beträgt im Normalfall zwischen 27 und 32 Grad Celsius. Die eigene Thermoregulation des Körpers nehmen wir zum Beispiel als Schwitzen, Zittern oder gegebenenfalls als Fieber wahr. Das sollte jedoch nicht der Normalzustand sein. Wenn du also nicht akut erkrankt bist und in der Wohnung stark schwitzt oder zitterst, solltest du dringend an deiner aktuellen Raumtemperatur arbeiten.

 

Pflanzen helfen dem Raumklima bei normaler Raumtemperatur

Pflanzen können das Raumklima deutlich verbessern. Umgekehrt danken Pflanzen es dir, wenn die Raumtemperatur ihren Bedürfnissen entspricht. Zum idealen Raumklima gehört natürlich auch das regelmäßige und richtige Lüften – denn der Austausch der Luft ist wichtig, um zu viel Feuchtigkeit abzutransportieren. Kurzes Stoßlüften ist dabei die ideale Variante, während das längere Kippen von Fenstern nicht zum Durchlüften geeignet ist und vielmehr die Heizkosten unnötig erhöht.

Für Hausbesitzer gibt es weitere Möglichkeiten, die Zimmertemperatur auf idealen Werten zu halten und Energie zu sparen. So sollte die Wärmedämmung des Hauses auf dem neuesten Stand und intakt sein. Über ungedämmte Dachböden geht beispielsweise sehr viel Wärme verloren. Gleiches gilt für undichte Fenster und Türen. Hinzu kommt, dass nur eine gut gewartete Heizungsanlage verlässliche Werte liefern und einhalten kann.

 

Dank Smart Home immer die optimale Raumtemperatur

Im Zuge einer Wartung kannst du gleichzeitig über eine Modernisierung der Heizung nachdenken. Denn die Installation eines neuen Brennwertkessels oder einer Wärmepumpe spart viel Energie. Zudem sind moderne Systeme viel präziser zu steuern und können in intelligente Steuerungssysteme eingebunden werden. Immer wichtiger werden hierbei auch die Möglichkeiten des Smart Homes und der intelligenten Heizungssteuerung.

Eine zentrale Heizungssteuerung, die sich für ein Smart Home eignet, ermöglicht es dir nicht nur, die aktuellen Zimmertemperaturen zu jeder Zeit und an jedem Ort abzurufen und anzupassen; vielmehr können moderne Systeme die Abwesenheit von Bewohnern erkennen und die Raumtemperatur entsprechend absenken. Auch sind weitere Sensoren denkbar, die beispielsweise an deinen Fenstern befestigt sind und dein smartes Thermostat automatisch herunterregeln, wenn du zwischendurch lüftest. Gleichzeitig kannst du auch weitere Sensoren, wie beispielsweise zur Bestimmung der Luftfeuchtigkeit und - qualität, in ein solches System einfügen. Das alles ist nicht nur besonders komfortabel, sondern eben auch kostensparend und energieeffizient.

 

Die optimale Raumtemperatur ist mehr als nur ein Wohlfühlfaktor

Die perfekte Raumtemperatur mag jeder Bewohner anders definieren. Doch über das subjektive Empfinden hinaus gibt es gute Gründe, sich um eine Heizungssteuerung zu kümmern. Letztlich kommt dies eben nicht nur dem eigenen Wohlbefinden zugute, sondern auch der Umwelt und dem Geldbeutel, weil die effizientere Nutzung geringere Heizkosten bedeutet.

Der Komfortzuwachs ist ebenfalls nicht zu unterschätzen, denn es ist wesentlich angenehmer, eine einmal gefundene, ideale Raumtemperatur zu halten als ständig an den Thermostaten herumdrehen zu müssen. Es kann je nach Wohnsituation und persönlichen Vorlieben eine Weile dauern, bis du die idealen Temperaturen gefunden hast.

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