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Ölheizung modernisieren: So geht's

Über diesen Artikel

Lesezeit

5 Minuten

Veröffentlichung

13.12.2020

Letztes Update

07.12.2021

Ölheizung modernisieren: So einfach geht’s

Verbot, Abwrackprämie und CO2-Steuer: Steht die Ölheizung vor dem Aus? Nein, aber alte Ölkessel solltest du unbedingt modernisieren.

Inhalt des Blogartikel

Heizen mit Öl: Status quo der Anlage

Laut den jährlich durchgeführten Erhebungen des Schornsteinfegerhandwerks wurden im Jahr 2019 in Deutschland 5,5 Millionen Ölheizungen (27 Prozent) und 13,7 Millionen (68 Prozent) Gasheizungen betrieben. Hinzu kommen 1 Million (5 Prozent) Heizungsanlagen, die mit festen Brennstoffen (vor allem mit Biomasse) befeuert werden. Wärmepumpen, Stromheizungen und Fernwärme sind in diesen Zahlen nicht enthalten, weil Schornsteinfeger diese nicht überprüfen. Von den gemessenen Ölfeuerungsanlagen sind etwa 70 Prozent und von den messpflichtigen Gasfeuerungsanlagen etwa 60 Prozent älter als 20 Jahre. Diese sind also besonders ineffizient. Daher ist die Heizungsmodernisierung von Ölheizungen und Gasheizungen wichtiger denn je.

 

Modernisierungspflicht besteht seit 2015

Politisch gesehen stehen insbesondere Ölheizungen auf der roten Liste. So darfst du ab 2026 nur noch Ölheizungen in Kombination mit erneuerbaren Energien wie beispielsweise Solarthermie- oder Photovoltaikanlagen installieren. Hast du keine Möglichkeit, das Gas- oder Fernwärmenetz und erneuerbare Energien zu nutzen, darfst du Öl-Brennwertheizungen weiterhin einbauen. Allerdings gibt es noch den Einsatz von Flüssiggas als Alternative.

Eine Förderung für reine Ölheizungen ist seit 2020 nicht mehr möglich. Viele alte Öl-Heizkessel stehen vor dem Aus. Gemäß der Energieeinsparverordnung (EnEV) musst du Heizkessel, die älter als 30 Jahre sind (ab Baujahr 1990) austauschen. Ausgenommen sind unter anderem Eigentümer von Ein- oder Zweifamilienhäusern, die seit dem 1. Februar 2002 selbst in ihrem Haus wohnen und deren Immobilie nicht mehr als 2 Wohnungen hat.

Die ab 2021 gültige CO2-Abgabe verteuert die fossilen Energieträger bzw. Brennstoffe Öl und Gas ebenfalls deutlich. Daher solltest du die Heizungsmodernisierung in Angriff nehmen, bevor deine Ölheizung 30 Jahre alt ist. Zudem sparst du so sehr viel Energie und das wiederum freut die Umwelt.

 

Wie funktioniert eine Ölheizung eigentlich?

Die Ölheizung pumpt das Heizöl aus dem Tank zum Ölbrenner im Heizkessel. Da Heizöl erst bei einer Temperatur von 55 Grad Celsius brennt, wird es dort erst einmal vorgewärmt. Ist die richtige Temperatur erreicht, zerstäubt die Heizung das warme Heizöl über eine Einspritzdüse und sprüht es in den Brennraum. Funken entzünden dann das Öl im Brennraum. Anschließend pumpt eine Umwälzpumpe das aufgeheizte Heizungswasser in die Heizkörper oder in einen Pufferspeicher.

 

Wann sollte ich die Ölheizung modernisieren?

Mit einer modernen Ölheizung kannst du reichlich CO2, Heizkosten und Energie sparen. Aus diesem Grund bietet das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) seit 2020 für den Austausch der Anlage eine hohe Förderung an: Du kannst einen Zuschuss von bis zu 45 Prozent erhalten. Es ist daher durchaus eine Überlegung wert, den alten Kessel wesentlich früher auszutauschen.

Bereits 15 Jahre alte Wärmeerzeuger heizen meist nicht mehr effizient. Das Effizienzlabel für Heizkessel, die älter als 15 Jahre sind, zeigt dir ihre Energieeffizienz. Etwa 70 Prozent dieser Heizungen sind von der Effizienzklasse A++ weit entfernt und erreichen lediglich die Effizienzklassen C, D oder E. Damit heizen sie also nicht mehr wirtschaftlich.

Moderne Öl-Brennwertkessel hingegen sind mit einem Jahresnutzungsgrad von bis zu 95 Prozent äußerst effizient und verbrauchen zwischen 10 und 30 Prozent weniger Heizöl. Das bedeutet aber auch, dass die Heizung entsprechend weniger Schadstoffe wie beispielsweise CO2-Emissionen an die Umwelt abgibt. Das kommt deinem CO2-Fußabdruck zugute – er wird spürbar kleiner.

 

Oft hilft bereits die Heizungsoptimierung

Du musst nicht sofort die alte Heizung austauschen, du kannst sie auch anders modernisieren. Der Energieverbrauch lässt sich mit zahlreichen Maßnahmen reduzieren, die du für vergleichsweise wenig Geld meist sogar selbst einfach durchführen kannst. Dazu zählt beispielsweise die Montage digitaler Thermostate. Eine optimal eingestellte Heizungsregelung und ein hydraulischer Abgleich können ebenfalls wahre Wunder bewirken.

Übrigens: Die Heizungsoptimierung fördert die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) durch finanzielle Zuschüsse. Das entsprechende Programm heißt „Energieeffizient Sanieren – Investitionszuschuss 430“.

Digitale Heizkörper-Thermostate

Programmierbare, digitale oder smarte beziehungsweise intelligente Thermostate ermöglichen laut Herstellern bei den Heizkosten eine Ersparnis von bis zu 30 Prozent. In der Praxis sind es etwa 10 bis 15 Prozent – aber auch das ist schon viel. Der Austausch alter Drehthermostate ist auch für Laien ganz einfach. 

Mit intelligenten Thermostaten kannst du Ein- und Ausschaltzeiten programmieren und Zeitpläne für jeden einzelnen Raum anlegen. Es gibt sprachgesteuerte Modelle oder Thermostate, die du von überall mit einer App über dein Handy einstellen kannst. So sparst du beispielsweise nachts durch eine Absenkung der Temperatur Heizenergie, hast aber morgens im Bad angenehme Temperaturen. Gerade in schlecht oder unsanierten Gebäuden hilft diese Maßnahme, Energie und Heizkosten zu sparen. Digitale Heizkörper-Thermostate kosten je nach Ausführung zwischen 30 und 100 Euro.

Tipp: Der Austausch alter Heizkörper-Thermostate durch neue smarte Heizungsregler wird als Einzelmaßnahme durch die oben genannte KfW-Förderung bezuschusst.

Hydraulischer Abgleich der Heizung

Diese Maßnahme sollte ein Heizungsfachmann durchführen. Sie ist etwas aufwendiger, für den Profi aber kein Problem. Grundvoraussetzung für den Abgleich ist eine raumweise Heizlastberechnung. Durch den hydraulischen Abgleich kannst du feststellen, ob jeder Heizkörper im Haus ausreichend mit Wärme versorgt wird, um die eingestellte Raumtemperatur zu erreichen.

Der Heizungsfachmann stimmt Heizkörper, Thermostatventile, Pumpen und Rohre optimal aufeinander ab. Aus diesem Grund ist der hydraulische Abgleich für jede Heizungsanlage so wichtig. Nach dem Abgleich kann meist die Vorlauftemperatur der Heizung um einige Grad Celsius gesenkt werden. Eine Absenkung der Vorlauftemperatur um 10 Grad Celsius führt zu Energiekosteneinsparungen von 10 bis 15 Prozent. Zudem muss die Heizungspumpe weniger arbeiten, wodurch du Strom sparst. Gerade ältere Heizungspumpen verbrauchen sehr viel elektrische Energie. Der hydraulische Abgleich kostet im Schnitt 650 bis 1.250 Euro.  

Optimale Einstellung der Heizungsregelung

Die Heizungsregelung ist dafür verantwortlich, dass der Heizkessel stets ausreichend hohe Heizwassertemperaturen bereitstellt, um die Wärmeverluste über die Gebäudehülle auszugleichen. Bei Ölheizungen dient meist die Außentemperatur als Führungsgröße. Ist es draußen sehr warm, musst du die Heizkurve (Heizkennlinie) so einstellen, dass die Vorlauftemperatur niedrig ist. Sinken im Winter die Außentemperaturen, kannst du mithilfe der Heizkurve die Vorlauftemperatur anheben.

Bei der Heizkurve handelt es sich um eine mathematische Formel bzw. Funktionsgleichung. Aus ihr leitet der Kessel ab, welche Vorlauftemperatur aktuell benötigt wird. Eine richtig eingestellte Heizungsregelung entscheidet über die Wirtschaftlichkeit deiner Ölheizung und den Wärmekomfort im Haus.

 

Heizungsmodernisierung: Umstellung auf Brennwerttechnik

Die effizienteste Art mit Öl zu heizen, bietet die Brennwerttechnik. Standard-Heizkessel geben die heißen Abgase über den Schornstein an die Umwelt ab. Ein Brennwertkessel hingegen kühlt die Abgase zuvor ab und nutzt die dadurch frei werdende Wärme zusätzlich zum Heizen. Auf diese Weise wandelt das Heizsystem das Heizöl zu fast 100 Prozent in Wärme um. Wenn du deinen alten Heizkessel durch ein modernes Öl-Brennwertgerät tauschst, kannst du bis zu 30 Prozent Heizöl einsparen.

 

Heizung kombinieren: Ergänzung durch Solarthermie

Hausbesitzer kombinieren eine Ölheizung am häufigsten mit Solarthermie. Dank dieser Art der „Hybridheizung“ kann die Ölheizung vom Frühjahr bis zum Herbst größtenteils ausgeschaltet bleiben. Dann übernimmt die Solarthermieanlage die Warmwasserbereitung. Aber auch eine Heizungsunterstützung ist durch die Solarwärme möglich.

Eine Alternative für den Altbau ist die Kombination mit einer Wärmepumpe. Der alte Ölkessel dient dann zur Unterstützung der Wärmepumpe an ganz besonders kalten Tagen oder zur Warmwasserbereitung.

 

Was kostet eine Modernisierung der Heizung?

Die Kosten für die Modernisierung der Heizung hängen unter anderem von deinem Gebäude, deinem bisherigen Heizsystem sowie den erforderlichen Maßnahmen ab. Für eine neue Ölheizung mit Brennwerttechnik musst du je nach Heizleistung und Aufwand mit 6.000 bis 10.000 Euro rechnen. Darin enthalten sind die Kosten für das Brennwertgerät, die Installation, das Montagematerial und 1.000 Euro für eine spezielle Abgasleitung, die bei der Brennwerttechnik erforderlich ist. Mit einer der beschriebenen Förderungen der KfW oder des BAFA kannst du die Kosten für die Modernisierung der Heizung reduzieren.

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