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Hybridheizung: Gas und Wärmepumpe

Über diesen Artikel

Lesezeit

3 Minuten

Veröffentlichung

24.12.2020

Letztes Update

08.12.2021

Hybridheizung mit Gas und Wärmepumpe: Eine sinnvolle Kombination?

Bei einer Hybridheizung nutzt du mehrere Energiequellen, um Wärme zu gewinnen. Besonders die Kombination von Gas und Wärmepumpe ist für Hausbesitzer eine attraktive Lösung.

Inhalt des Blogartikel

Was ist eine Hybridheizung?

Hybridheizungen oder bivalente Heizungen nutzen in der Regel fossile Energieträger und erneuerbare Energien. Sie sollen die Brücke schlagen zwischen einer ökonomisch sinnvollen Heizung und der Reduzierung der ökologischen Belastung. In unseren Breiten ist das Heizen mit rein erneuerbaren Energieträgern technisch und finanziell noch immer eine Herausforderung. Die Kombination von Gas und Wärmepumpe ist hingegen eine sinnvolle Idee, um Emissionen und Kosten nachhaltig zu senken. Auch Ölheizungen lassen sich prinzipiell als Hybridheizung mit anderen Systemen wie der Solarthermie oder Wärmepumpen kombinieren. Allerdings soll Heizöl als Energieträger mittelfristig ohnehin vom Markt verschwinden.

Bei einer Modernisierung der Heizung setzen die meisten Hausbesitzer daher auf die Kombination einer modernen Gasbrennwertheizung mit Wärmepumpe. Das setzt selbstverständlich voraus, dass ein Gasanschluss vorhanden ist. Möchtest du andere Brennstoffe wie Öl oder Pellets verwenden, brauchst du natürlich ebenfalls logistische Lösungen (zum Beispiel Tanks zur Lagerung des Brennstoffs).

 

Vor- und Nachteile der Wärmepumpe im Hybridsystem

Wärmepumpen sind eine tolle Erfindung. Sie können aus ohnehin verfügbaren Umweltquellen wie der Luft, dem Wasser oder sogar dem Erdreich Wärme gewinnen. Diese wird dann in das Heizungssystem eingespeist. Damit kannst du beispielsweise die teure Warmwasserbereitung je nach Jahreszeit vollständig über die Wärmepumpe realisieren. 

Insbesondere in den Übergangszeiten im Frühjahr und Herbst sowie im Sommer kann die Gasbrennwertheizung in der Regel außer Betrieb bleiben. Dann stellt die Wärmepumpe genügend Energie zur Verfügung. Die Gasheizung schaltet sich zu, wenn die Außentemperaturen zu gering sind, um die Wärmeerzeugung nur mit der Wärmepumpe zu bestreiten. Die Wärmepumpe benötigt etwas Strom. Dieser kommt heutzutage immer öfter aus Photovoltaikanlagen. Doch auch, wenn deine Heizung ohne selbst erzeugten Strom auskommen muss, lohnt sich eine Hybridheizung mit Gas und Wärmepumpe.

Bevor du eine Wärmepumpe nutzen kannst, musst du dich für eine der verschiedenen Wärmepumpenarten entscheiden:

Du benötigst insbesondere für die Nutzung von Erdwärme oder die wassergeführte Wärmegewinnung auf deinem Grundstück bzw. im Haus ausreichend Platz und geeignete Flächen. Die Sole-Wasser-Wärmepumpe und Wasser-Wasser-Wärmepumpe sind relativ teuer bei der Installation – vor allem, wenn du sie nachrüstest. Die notwendigen Erdarbeiten sind bei einem Neubau weniger kostspielig, weil du sie im Rahmen der Bautätigkeit erledigen kannst. Im Altbau lassen sich die Voraussetzungen oft nur mit höheren Investitionen oder gar nicht realisieren.

Zudem müssen Hybridheizungen mit Gas und Wärmepumpe möglichst intelligent arbeiten können. Die Gasbrennwerttherme sollte nur dann in Betrieb sein, wenn du sie wirklich benötigst. Die erforderlichen Steuersysteme sind nicht gerade günstig. Außerdem sind komplexe Hybridheizungen im Vergleich zu klassischen Heizungsanlagen anfälliger für Störungen. So muss beispielsweise die Heizkurve präzise eingestellt sein, um die Hybridgeräte effizient aufeinander abzustimmen.

Die ständige Verfügbarkeit von Wärmeenergie sowie die staatlichen Fördermöglichkeiten machen die Wärmepumpe hingegen zu einem attraktiven Energieträger für deine bivalente Heizung. Nicht zuletzt kannst du die Umwelt deutlich entlasten, indem du die prinzipiell kostenlose Wärme aus der Luft, dem Wasser oder dem Erdreich für dich nutzt. Bei Hybridheizungen, die aus einer Gasheizung und Wärmepumpe bestehen, kommt fast immer die Luft-Wasser-Wärmepumpe zum Einsatz.

 

Vor- und Nachteile der Gasheizung im Hybridsystem

Eine Brennwertheizung, die mit Gas arbeitet, ist im Vergleich zu einer Ölheizung deutlich schadstoffärmer. Auch die CO2-Bilanz ist besser. Moderne Gasbrennwertkessel sind zudem sehr effizient. Im Gegensatz zum Kaminofen oder zur Pelletheizung ist auch die Feinstaubbelastung bei Brennwertgeräten kein Thema.

Allerdings sind Gasheizungen und Ölheizungen von fossilen Energieträgern abhängig. Zudem ist die Nutzung von Erdgas nicht überall möglich. Hinzu kommen häufig starke Preisschwankungen bei der Beschaffung, auf die du als Kunde nur bedingt reagieren kannst. Wenn du aber ohnehin eine Gasheizung einbauen möchtest oder eine Modernisierung in Betracht ziehst, solltest du über moderne Brennwertgeräte im Hybridsystem nachdenken

.

Vor- und Nachteile der Hybridheizung: Gas und Wärmepumpe

Vorteile

  • Einsatz fossiler Brennstoffe reduzieren
  • Heizkosten senken
  • bessere Versorgungssicherheit
  • Förderung durch den Staat (zum Beispiel von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW))
  • effizientes Heizsystem

Nachteile

  • höherer Platzbedarf für 2 Heizsysteme
  • nicht in allen Neu- und Altbauten umsetzbar
  • Restabhängigkeit von fossilen Energieträgern bleibt bestehen
  • Anschaffungskosten sind vergleichsweise hoch

Kosten für die Hybridheizung mit Gas und Wärmepumpe

Die Frage der Kosten hängt bei Hybridsystemen immer von den verwendeten Komponenten und vom individuellen Aufwand ab, den du für die Installation benötigst. Die Nutzung lohnt sich für dich, wenn neben dem ökologischen Vorteil auch ein wirtschaftlicher Betrieb der Hybridheizung möglich ist. Der Energiemix einer Hybridheizung mit Gas und Wärmepumpe gehört, neben Solarthermie und Wärmepumpe, Solaranlage und Pelletheizung bzw. Kaminofen sowie Solarthermie und Gasheizung, zu den effizientesten Lösungen. Andere Kombinationen sind zwar denkbar, lassen sich aber nur individuell beurteilen.

Grundsätzlich musst du stets den Platzbedarf, persönliche Energiesparziele und dein Budget miteinander in Einklang bringen. Gerade bei den Anfangsinvestitionen ist die Nutzung von 2 Heizsystemen natürlich eine große finanzielle Belastung. Der Staat fördert viele Systeme, aber das Gesamtkonzept muss stimmen.

TIPP: Beachte, dass einfache Gas- und Ölheizungen nicht mehr von einer Förderung des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) profitieren. Seit 2020 wird nur noch der Wechsel auf Gasbrennwertheizungen mit 20 Prozent gefördert. Der Einbau einer Hybridheizung mit Gas und Wärmepumpe ist zu 30 Prozent förderfähig. Für Hybridheizungen, die ausschließlich erneuerbare Energien nutzen, erhältst du sogar eine Förderung von bis zu 45 Prozent.

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