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Alles zur Hybrid-Wärmepumpe

Über diesen Artikel

Lesezeit

4 Minuten

Veröffentlichung

20.02.2021

Letztes Update

09.12.2021

Das ist nachhaltig: Hybrid-Wärmepumpe

Du willst die Heizung modernisieren und dabei eine satte Förderung bekommen? Dann ist die Hybrid-Wärmepumpe genau richtig. 50 Prozent Zuschuss vom Staat sind möglich. Hier erfährst du mehr.

Inhalt des Blogartikels

Hybrid-Wärmepumpe, was ist damit gemeint?

Viele kennen den Begriff Hybrid inzwischen vom Elektroauto her. Dieser fährt hauptsächlich mit Benzin und Kurzstrecken elektrisch. Eine Hybrid-Wärmepumpe heizt hauptsächlich mit Umweltwärme und Strom sowie einem zweiten Wärmeerzeuger, meist einer Gastherme. Aber das funktioniert natürlich auch mit anderen Energieträgern wie Öl, Holz oder Sonnenenergie. Eine solche Hybridheizung kombiniert die Vorteile erneuerbarer Heiztechnik mit fossiler Heiztechnik. Die gängigste Kombination besteht aus einer Luft-Wasser-Wärmepumpe und einem Gas-Brennwertgerät sowie einem Energiemanager. Selbstverständlich kannst du auch eine Sole-Wasser- oder Wasser-Wasser-Wärmepumpe nehmen, die allerdings bedingt durch die aufwändige Wärmequellenerschließung um einiges teurer sind. Wichtig ist in allen Fällen, dass beide Wärmeerzeuger optimal aufeinander abgestimmt sind. Auf diese Weise kann die Hybridheizung die Vorteile beider Wärmerzeuger so einsetzten, dass du dein Haus mit maximaler Effizienz und sehr geringem Schadstoffausstoß mit Wärme versorgen kannst.

 

So funktioniert eine Hybrid-Wärmepumpe

Die Hybrid-Wärmepumpe übernimmt den Wärmegrundbedarf für Heizung und Warmwasser. Das zweite Heizsystem – Öl- oder Gas-Brennwertgerät, Pelletheizung – springt immer dann ein, wenn es geringere Heizkosten verursacht. Das ist beispielsweise bei extremer Kälte im Winter der Fall, wenn die Wärmepumpe nicht mehr wirtschaftlich arbeiten kann. Benötigt deine Familie sehr viel warmes Wasser, übernimmt ebenfalls der zweite Wärmeerzeuger, da dieser dann günstiger ist. In Übergangszeiten heizen bei Bedarf auch beide gemeinsam.

Wahlweise besonders ökonomischer oder ökologischer Betrieb

Eine Hybrid-Wärmepumpe bietet dir in der Regel die Möglichkeit, Prioritäten zu setzen, beispielsweise, dass nur der aktuell wirtschaftlichste Energieträger verwendet wird oder möglichst viel CO2 eingespart werden soll. Wählst du die Einstellung mit Blick auf die höchstmögliche Wirtschaftlichkeit, schaltet das Energie-Managementsystem – beispielsweise nach einer Preiserhöhung für Erdgas – den Gaskessel später zu und lässt die Wärmepumpe übernehmen. Sollte der Gaspreis fallen, wird der Zeitpunkt entsprechend vorgezogen. Damit das funktioniert, musst du allerdings die aktuellen Energiepreise für Strom und Gas – alternativ für Öl und Pellets – eingeben. Nur dann kann der effizienteste Energieträger berechnet werden.

Wenn du ganz viel CO2 einsparen möchtest, betreibe deine Wärmepumpe mit Ökostrom und, falls du die Möglichkeit hast, die Gasheizung mit grünem Gas. Dazu zählen Biogas oder Power-to-Gas. Du kannst auch festlegen, ab welcher Außentemperatur die Wärmepumpe oder das zweite Heizsystem aktiv werden soll.

 

Hybrid-Wärmepumpen kosten mehr als einzelne Wärmeerzeuger

Egal, ob du deine Hybridheizung aus zwei separaten Wärmeerzeugern zusammenstellst oder du dich für ein Hybrid-Wärmepumpen-Kompaktgerät entscheidest: Du musst im Vergleich zu einer Gas- oder Öl-Brennwertheizung tiefer in die Tasche greifen. Dank aktuell sehr hoher staatlicher Fördergelder ist das aber kein Problem. Um die Vorzüge einer Hybrid-Wärmepumpe in Kombination, beispielsweise mit einer Gasheizung, in Anspruch nehmen zu können, kannst du für ein normal großes Einfamilienhaus von Kosten zwischen 10.000 und 16.000 Euro ausgehen.

Förderung von Hybrid-Wärmepumpen

Die Heizungsförderung ging zum 1. Januar 2021 in die „Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)“ über.  Die bisherigen Fördersätze bestehen unverändert weiter, allerdings wird jetzt zusätzlich ein Bonus von 5 Prozent gezahlt, wenn die Heizungsmodernisierung im Rahmen eines individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP) erfolgt. Diesen kannst du dir von einem vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) geförderten Energieberater ausstellen lassen. Ersetzt du zum Beispiel deine alte Ölheizung durch eine klimaschonende Hybrid-Wärmepumpe und hast einen iSFP, kannst du einen Zuschuss von bis zu 50 Prozent bekommen.

 

Hybrid-Wärmepumpen-Kompaktgeräte

Viele Hersteller haben Hybrid-Wärmepumpen als Kompaktgeräte im Programm. Bei diesen Hybridgeräten sind meist eine Elektro-Wärmepumpe mit Wärmequelle Außenluft, ein Gas- oder Öl-Brennwertkessel sowie ein Trinkwasserspeicher in einem Gerät integriert. Hinzu kommt noch die Wärmepumpen-Außeneinheit. Hier bietet sich der Vorteil der einfachen Installation, denn beide Heiztechniken sind bereits ab Werk optimal miteinander verbunden und aufeinander abgestimmt. Wenn du Wert auf eine einfache und effiziente Lösung legst, bist du mit einem solchen Hybrid-Wärmepumpen Kompaktgerät gut beraten. In der Regel sind diese Kompaktgeräte mit einer intelligenten Heizungssteuerung ausgestattet. Damit kannst du Einstellungen mittels App über dein Smartphone oder Tablet kontrollieren und ändern.

 

Getrennte Systeme

Selbstverständlich kannst du deine Hybrid-Wärmepumpe auch individuell zusammenzustellen. In diesem Fall verbindest du beispielsweise über einen Pufferspeicher die Wärmepumpe mit dem zweiten Heizsystem. Hier ist dann besonderes Augenmerk auf Planung, Konfiguration und Installation zu legen. Du musst übrigens nicht zwingend einen neuen Gas- oder Öl-Brennwertkessel kaufen. Gerade bei der Heizungsmodernisierung bietet es sich an, den vorhandenen Heizkessel zu verwenden, außer er ist bereits zu alt. Du kannst die Wärmepumpe auch mit anderen Systemen kombinieren, allerdings wird dies eher selten gemacht. Ein Holzpelletkessel ist zum Beispiel nicht nur in der Anschaffung sehr teuer, sondern benötigt auch sehr viel Platz und eine spezielle Fördertechnik. Die Einbindung einer Solarthermie ist ebenfalls denkbar, aber die Wärmepumpe kann eigentlich nur im Sommer eine Pause einlegen. Vor allem im Winter genügt die Sonneneinstrahlung nicht, was an extrem kalten Wintertagen durchaus zum Problem werden kann.

 

9 Vorteile der Hybrid-Wärmepumpe

  1. gesicherte Wärmeversorgung
  2. hoher Warmwasserkomfort
  3. geringe Heiz- und Betriebskosten dank hoher Effizienz
  4. umweltschonend durch hohen Anteil erneuerbarer Energie und schadstoffarmer fossiler Energieträger (Gas)        
  5. moderne Gas-Brennwertgeräte mit Renewable Ready-Anschluss auch nachträglich mit Wärmepumpe kombinierbar
  6. längere Lebensdauer des Heizkessels durch seltenen Einsatz
  7. hohe Zuschüsse vom Staat
  8. geringer Platzbedarf und einfache Installation (Kompaktgerät)
  9. für Neu- und Altbau geeignet

Die Nachteile der Hybrid-Wärmepumpe

  1. relativ hohe Anschaffungskosten
  2. steigende Energiepreise für Gas- und Öl; beispielsweise durch CO2-Steuer
  3. Einsatz fossiler Energie (Gas und Öl)

Hybrid-Wärmepumpen sind ökonomisch und ökologisch sinnvoll

Mit einer Hybrid-Wärmepumpe nutzt du die Vorteile zweier Heizsysteme. Dadurch kannst du die Effizienzvorteile beider voll ausschöpfen. Zudem kannst du so die Schadstoffemissionen und die Heizkosten besser reduzieren als es nur mit einer der Heiztechniken möglich ist. Mit Ökostrom und grünem Gas betrieben heizt eine Hybrid-Wärmepumpe ganz besonders nachhaltig.

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