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Holzofen Heizung: Ein ökologischer Energieträger?

Über diesen Artikel

Lesezeit

5 Minuten

Veröffentlichung

01.09.2021

Letztes Update

07.12.2021

Holzofen Heizung – Eine Alternative zu Wärmepumpe und Co.?

Seit die Menschen Feuer entdeckt haben, verwenden sie Holz als Brennstoff. Doch lässt es sich auch heute noch als effizienter und ökologischer Energieträger für die Heizung nutzen?

Inhalt des Blogartikels

Die zeitgemäße Holzofen Heizung

Holz zählt zu den nachwachsenden Rohstoffen. Die Verbrennung setzt zwar auch das klimaschädliche CO2 frei, allerdings nur in der Menge, die der Baum im Laufe seines Lebens aus der Luft aufgenommen hat. Es werden also keine zusätzlichen CO2-Emissionen produziert, wie das bei den fossilen Brennstoffen Kohle, Gas und Öl der Fall ist. Deshalb zählt Holz heute zu den klimaverträglichen Brennstoffen. Heizöfen mit Holz als Brennstoff sind also durchaus eine Alternative zur Wärmepumpe oder Solarthermie.

Wenn du nun an einen alten eisernen Kanonenofen denkst, der mächtig qualmt, kannst du beruhigt sein. Die Heiztechnik hat auch bei Holz Fortschritte gemacht. Sogar eine Zentralheizung mit Holz als Energielieferant ist möglich. Holz auf seine Funktion als Brennstoff zu reduzieren, ist allerdings zu kurz gedacht. Es ist ein wertvoller Rohstoff, der unter anderem in der Zellstoff- und Chemieindustrie, in der Möbelindustrie und im Bauwesen zum Einsatz kommt. Als Brennholz werden daher in unseren Breiten nur Holzabfälle oder Holz, das nicht anderweitig nutzbar ist, verwendet.

 

Verschiedene Arten von Holzöfen

Brennholz lässt sich in Form von Scheiten, gepressten Holzbriketts, Pellets oder Hackschnitzeln verwenden. Kachel- und Kaminöfen dienen vorzugsweise als Einzelraum-Feuerstätten. Hackschnitzel-, Scheitholz- und Pelletkessel sind Bestandteile von Zentralheizungen. Sie befinden sich in der Regel in einem speziellen Aufstellraum.

Kachelofen

Der altbekannte Kachelofen hat auch heute noch seine Berechtigung. Seine einzigartige Heizwirkung beruht auf seinem Aufbau aus keramischen Kacheln. Die Keramik speichert die durch das Holzfeuer erzeugte Wärme und gibt sie nach und nach in Form von Wärmestrahlung ab. Damit wärmt der Ofen auch dann noch, wenn das Feuer bereits erloschen ist. Allerdings braucht er einige Vorheizzeit, um ausreichend Wärme zu entwickeln. Bei entsprechender Bauweise durch Wände hindurch kann der Kachelofen auch mehrere Räume gleichzeitig erwärmen. Als Brennstoff musst du Scheitholz oder Holzbriketts verwenden.

Heizkamin oder Kaminofen

Offene Kamine mögen zwar sehr romantisch sein, als Wärmequelle sind sie allerdings nicht besonders wirkungsvoll. Außerdem ist ihre Heizleistung nicht regelbar und es besteht die Gefahr, dass Schadstoffe bis hin zum giftigen CO in den Raum gelangen. Sie sind daher als Feuerstätte in Deutschland nicht mehr zugelassen. Du darfst sie nur noch in Form von Kaminöfen – auch Schwedenofen genannt – einsetzen. Durch die Glastür hast du immer noch einen Blick auf die Flammen. Außerdem steht die Wärme recht schnell nach dem Anheizen zur Verfügung. Aber sie wird direkt abgestrahlt und nicht gespeichert. Die Verbrennung des Holzes läuft recht schnell ab. Daher musst du den Brennraum öfter nachladen. Ein Kaminofen ist eher als Zusatzheizung geeignet. In der Regel wird er mit Scheitholz beheizt.

Pelletkessel

Holzpellets bestehen aus gepressten Holzspänen und Sägeabfällen. Sie haben in etwa die Form und Größe von Medikamentenkapseln. Ein Pelletkessel ist mit einer automatischen Beschickungseinrichtung ausgestattet, da es kaum möglich ist, eine kontinuierliche Beschickung per Hand zu sichern.  Pellets sind preiswert und ermöglichen einen automatischen Betrieb, ähnlich wie bei Öl- und Gaskesseln. Der Heizwert von 2 Kilogramm Holzpellets entspricht dem von 1 Liter Heizöl. Allerdings benötigst du viel Platz für die Lagerung der Pellets.

Hackschnitzelkessel

Der Hackschnitzelkessel funktioniert ähnlich wie ein Pelletkessel. Hackschnitzel sind kleine unverdichtete Holzstücke, die bei der Holzbearbeitung als Abfall anfallen. Auch für diesen Kessel benötigst du einen größeren Lagerraum und eine Transportvorrichtung zur Beschickung. So kannst du auch den Hackschnitzelkessel automatisch betreiben. Er eignet sich allerdings eher für große Gebäude mit höherem Wärmebedarf ab 25.000 kWh pro Jahr.

Holzscheitkessel

Wie der Name vermuten lässt, verfeuert dieser Kessel Holzscheite. Diese Wärmeerzeuger findest du zumeist als Holzvergaserkessel. Das ist eine ausgefeilte Technik mit einem hohen Wirkungsgrad. Ein Holzvergaserkessel hat zwei Brennräume. In dem oberen, dem sogenannten Füllraum, wird den Holzscheiten durch die Hitze des unteren Brennraumes die Restfeuchte entzogen und es erfolgt die Vorverbrennung. Die Zufuhr der Primärluft steuert die Vorverbrennung. Dabei entstehen Gase, von denen die leichteren sofort verbrennen. Die Temperatur in diesem Brennraum erreicht circa 600 Grad Celsius. Die Sekundärluft zieht die schwereren Gase mit in den unteren Brennraum, wo sie bei einer Temperatur um die 1000 Grad Celsius verbrennen. Durch diesen zweistufigen Vorgang ist die Verbrennung der Holzscheite nahezu vollständig. Es fällt nur sehr wenig Asche an.

Welcher ist der passende Brennstoff?

Welcher Brennstoff und damit welcher Ofen oder Kessel für dich der Richtige ist, hängt ganz von deinen örtlichen Gegebenheiten ab. Legst du Wert auf eine weitgehende automatische Funktion deiner Heizung und hast du genügend Platz für die Lagerung, dann entscheide dich für Pellets oder Hackschnitzel. Andernfalls sind meist Holzscheite die richtige Wahl.

 

Der Holzofen als Zentralheizung

Unter einem Heizkessel versteht man im Allgemeinen den Wärmeerzeuger einer Zentralheizungsanlage. Ein Heizkessel besitzt Rippen oder eine Ummantelung, in denen Wasser fließt. Der Kessel erwärmt das Wasser. Im Anschluss wird es in eine Heizungsanlage eingespeist. Dabei handelt es sich um einen Kreislauf. Das Wasser gibt über die Heizkörper seine Wärme an die angeschlossenen Räume ab und verliert dabei seine Temperatur. Das nun abgekühlte Wasser fließt zum Kessel zurück und wird erneut erwärmt. Zwischen Kessel und der eigentlichen Heizungsanlage kann auch ein Pufferspeicher zwischengeschaltet sein. Dann erwärmt der Kessel das Wasser im Speicher.

Ein Ofen ist üblicherweise der Wärmeerzeuger für einen Einzelraum. Für die Einbindung in ein Zentralheizungssystem benötigst du wasserführende Öfen. Sie verfügen über einen Wärmetauscher, mit dem ein Teil der erzeugten Wärme entzogen und einem Pufferspeicher zugeleitet wird. Diese Wassertaschen oder Heizregister lassen sich auch nachrüsten. Damit kannst du aus einem Einzelraum-Wärmeerzeuger die Heizzentrale einer Heizungsanlage für mehrere Räume machen.

 

Was sollte man beim Kauf beachten?

Generell ist es sinnvoll, beim Kauf die Unterstützung eines ausgewiesenen Heizungsexperten oder Energieberaters hinzuzuziehen. So kannst du teuren Fehlentscheidungen vorbeugen.  

Montage und Sicherheitsvorgaben

Bei der Montage kann dir ein Heizungsexperten genau verraten, was es in deinen Räumen bei dem gewählten Holzofen zu beachten gibt. Beim Betrieb einer Feuerstätte musst du die Festlegungen der 1. Bundesimmissionsschutzverordnung (BIMSCHV) beachten. Jeder Ofen und jeder Heizkessel muss an einen geeigneten Schornstein angeschlossen sein, der die Verbrennungsluft beziehungsweise Abgase nach außen leitet. Über die Eignung und Freigabe entscheidet der zuständige Bezirksschornsteinfegermeister nach eingehender Begutachtung vor Ort. Bei Heizkesseln für die Zentralheizung sind regelmäßige Messungen der Abgaswerte vorgeschrieben. Das gilt auch für wasserführende Öfen, wenn sie der alleinigen Heizung der Wohneinheit dienen.

 

Kosten für Heizöfen mit Holz

Kaminöfen haben eine sehr große Preisspanne von mehreren Hundert bis hin zu mehreren Tausend Euro. Bei Holzkesseln für die Zentralheizung kommen zum eigentlichen Kessel noch periphere Einrichtungen wie Pufferspeicher, Regelung, Lager- und Zuführungstechnik hinzu. Daraus ergeben sich folgende Preisspannen:

  • Holzvergaser: 5.000 - 15.000 Euro
  • Pelletkessel: 10.000 - 25.000 Euro
  • Hackschnitzelheizung: 10.000 - 25.000 Euro

Nach der Bundesförderung für effiziente Gebäude und dem seit 2021 geltenden Gebäudeenergiegesetz gibt es für Biomasseheizungen (Pellet-, Hackschnitzel- und Holzscheitkessel) in Verbindung mit einem Pufferspeicher bei der Sanierung im Bestandsbau eine Förderung. Auch für den Neubau stehen dir Fördermittel zur Verfügung. Allerdings fallen Kaminöfen als Einzelfeuerstätte nicht darunter.

 

Holz: Der klassische ökologische Brennstoff

Die recht hohen Anschaffungskosten eines Holzofens als Heizung amortisieren sich mit der Zeit durch die dauerhaft niedrigen Brennstoffkosten. Außerdem sind die meisten Heizlösungen mit Holz förderfähig. Zu beachten ist allerdings der teilweise hohe Platzbedarf zur Brennstofflagerung und für die periphere Technik. Generell gilt das Heizen mit Holz als recht ökologisch. Aufgrund der Rohstoffknappheit für Holz ist es dennoch nicht unbedingt die nachhaltigste Form der Heizung.

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