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Heizungsrohre dämmen: So geht‘s

Über diesen Artikel

Lesezeit

3 Minuten

Veröffentlichung

17.03.2021

Letztes Update

21.01.2022

Heizungsrohre dämmen und Kosten sparen

Erfahre in diesem Beitrag, wie und mit welchem Dämmmaterial du deine Heizungsrohre isolieren solltest, um energieeffizient zu heizen und Geld zu sparen.

Inhalt des Blogartikels

Muss ich meine Heizungsrohre dämmen?

In beheizten Wohngebäuden besteht prinzipiell keine Pflicht, Heizungsrohre zu dämmen, beziehungsweise zu isolieren. Laut dem Gebäudeenergiegesetz (GEG), das die Energieeinsparverordnung (EnEV) abgelöst hat, musst du lediglich Warmwasserrohre und Heizungsrohre dämmen, die sich in unbeheizten Räumen befinden (beispielsweise Kellerräume). Das kann die Rohre im Winter zum Teil auch vor dem Einfrieren schützen.

 

Isolierung der Heizungsrohre spart Energie und Heizkosten

Wer sein Haus besser dämmen möchte, um die Heizkosten zu senken, denkt meist erst einmal an die Isolierung von Fenstern und Türen. Dabei solltest du die Dämmung der Heizungsrohre nicht außer Acht lassen. Auf diese Weise kannst du umweltfreundlich heizen und viel Energie sparen. Vor allem ungedämmte Heizungsrohre, die durch nicht beheizte Keller und Räume führen, geben reichlich Wärme an die Umgebung ab. Das schlägt sich in einer entsprechend hohen Heizkostenrechnung nieder.

Bei Einfamilienhäusern, die zwischen 1980 und 1990 errichtetet wurden, liegen die Verteilverluste in unbeheizten Räumen bei ca. 265 Kilowattstunden (kWh) pro laufendem Rohrmeter. Bei einem Gaspreis von 7,4 Cent pro kWh entspricht das rund 20 Euro. Wenn du deine Heizungsrohre – die in der Regel einen Durchmesser von 18 bis 22 Millimeter haben – dämmen möchtest, entstehen Kosten von bis zu 9 Euro pro laufendem Meter Rohrisolierung. Bei einer 100-Prozent-Dämmung (Dämmstärke entspricht dem Rohrdurchmesser, Mindestanforderung der GEG) lassen sich die Verteilerverluste bereits auf 6 Euro pro Rohrmeter senken). Besteht eine Dämmung von 150 Prozent, kannst du die Wärmeverluste sogar auf 4 Euro pro laufendem Meter Rohr reduzieren.

Im Durchschnitt sind in Einfamilienhäusern mit Zweirohrsystemen im Heizungskeller sowie den angrenzenden nicht beheizten Räumen etwa 22,5 Meter Rohr verlegt. Damit amortisiert sich eine Rohrisolierung meist bereits in der ersten Heizperiode.

 

Vorgehen und Dämmmaterialien für die Heizungsrohre

Vor allem älteren Gebäuden fehlt es meist an der entsprechenden Dämmung. Um dies zu ändern, beauftragst du am besten einen Fachbetrieb. Wenn die Heizungsrohre gut erreichbar sind, kannst du sie auch selbst dämmen. Das dafür benötigte Material – zum Beispiel Schläuche aus Weichschaum –erhältst du im Baumarkt oder Internet. Darüber hinaus benötigst du unter Umständen spezielle Dämmschalen für Ventile und Pumpen, ein Cuttermesser sowie Klebeband. 

Handelt es sich um eine nachträgliche Installation, schneidest du die Dämmschläuche in Längsrichtung mit einem Cuttermesser auf und legst diese um die Rohre. Zum Schluss wird der Schlitz mittels Spezialkleber wieder sauber verklebt. Am einfachsten geht das natürlich bei Neubauten. Hier kannst du die Heizungsrohre schon vor dem Verlegen mit Weichschaum-Dämmschläuchen überziehen. Wenn du den GEG-Standard 100 Prozent erreichen möchtest, sollte die Dämmung etwa so dick sein wie das gedämmte Heizungsrohr.

Bei der Auswahl des passenden Materials für die Dämmung der Heizungsrohre solltest du in erster Linie auf folgende Aspekte achten:

  • Temperaturbeständigkeit
  • Brandschutz
  • Preis

Isolierung der Heizungsrohre mit Mineralwolle

Mineralwolle (Stein- oder Glaswolle) wird am häufigsten als Dämmstoff verwendet. Sie besteht aus künstlich hergestellten Fasern, die in eine Form gepresst wurden. Ihre äußere Schicht ist mit einer Aluminiumschicht bedeckt, die verhindert, dass die Fasern herunterfallen. Während der Arbeit mit den Mineralwollmatten solltest du einen Mundschutz tragen, damit die schwer abbaubaren Fasern beim Atmen nicht in den Körper gelangen. Bei der Rohrisolierung ist diese Gefahr allerdings relativ gering, da der größte Teil des Materials mit einer Aluminiumschicht überzogen ist und nur die Enden frei liegen.

Sowohl bei Stein- als auch bei Glaswolle handelt es sich um mineralisch-synthetische Dämmstoffe.

Sie haben eine hervorragende Wärmedämmung und bestechen durch ihr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Mineralwolle ist außerdem schimmelresistent und UV-beständig. Zudem hat sie gute Brandschutzeigenschaften. Allerdings ist die Feuchtigkeitsregulierung bei Mineralwolle geringer als bei ökologischen Dämmstoffen wie beispielsweise Jute. Hinzu kommt, dass die Entsorgung von Stein- und Glaswolle aufwendiger ist als die von natürlichen Dämmstoffen.

Heizungsrohre mit Polyethylen oder Polyurethan isolieren

Ein Vorteil beim Dämmen mit Kunststoffen wie Polyethylen (PE) oder Polyurethan (PUR) ist der Preis, der pro Meter zwischen 2 und 4 Euro liegt. Zudem ist Kunststoff schwer entflammbar. Dennoch sind Rohrisolierungen aus Kunststoff nicht hochtemperaturbeständig. Somit eignen sich Kunststoffisolierungen nicht für Solarleitungen der Solaranlage, bei denen auch mal Temperaturen von bis zu 160 Grad Celsius auftreten können. Außerdem ist Kunststoff nicht biegsam und eignet sich so nur für leicht zugängliche Rohrleitungen. Für Kurven oder Biegungen musst du entweder Einkerbungen vornehmen oder spezielle Eckstücke kaufen.

Isolierung der Heizungsrohre mit Kautschuk

Kautschuk oder Kunstkautschuk ist auch unter dem Namen Isopren oder Elastomer bekannt. Kautschuk ist genauso wie Kunststoff schwer entflammbar, lässt sich leicht verarbeiten und ist widerstandsfähig. Da Kautschuk sehr biegsam ist, lässt sich das Material problemlos selbst über Biegungen verlegen und eignet sich auch für stark verzweigte und schwer zugängliche Heizungsrohre. Es ist als geschlitzte, selbstklebende Dämmschale erhältlich. Im Gegensatz zu Polyethylen oder Polyurethan ist Kautschuk hochtemperaturbeständig und somit selbst für Solarleitungen bestens geeignet. Der Anschaffungspreis liegt mit 3 bis 5 Euro pro Meter etwas über dem von Kunststoff.

 

Isolierung der Heizungsrohre lohnt sich

Du profitierst in jedem Fall davon, wenn du dich dazu entschließt, deine Heizungsrohre dämmen zu lassen. Schließlich kannst du mit einem geringen finanziellen Aufwand viel Energie und Geld sparen – damit lohnt sich die Investition in eine Isolierung mit guten Dämmmaterialien meist bereits in der ersten Heizperiode.

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