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Welche Heizung für den Wintergarten?

Über diesen Artikel

Lesezeit

5 Minuten

Veröffentlichung

28.11.2021

Letztes Update

07.12.2021

Was ist die beste Lösung für eine Heizung im Wintergarten?

Ein Wintergarten wünschen sich viele Hausbesitzer. Doch wie sieht es mit der Heizung im Wintergarten aus? Je nach Auslegung keine leichte Frage. Wir beantworten sie trotzdem.

Inhalt des Blogartikels

Wann benötigst du eine Heizung im Wintergarten überhaupt?

Ob du eine Heizung für deinen Wintergarten benötigst, hängt von der Nutzungsart ab. Die meisten Wintergärten werden nachgerüstet, manchmal aber auch direkt beim Neubau eingeplant. Im letzteren Fall ist es einfacher, eine adäquate Lösung für die Heizung im Wintergarten direkt zu integrieren. Der typische Wintergarten in Deutschland ist in der Regel ein Anbau, den Türen mit dem Wohnbereich verbinden. Seltener handelt es sich um ein separates Gebäude, das vom eigentlichen Haus abgekoppelt ist. Moderne Wintergärten lassen sich in folgende Typen unterscheiden:

Ein Kaltwintergarten bietet eine klassische Konstruktion aus Holz-, Kunststoff- oder Metallprofilen, die mit Sicherheitsverglasung und separatem Eingang errichtet wird. Du kannst ihn nicht direkt vom Wohnhaus aus betreten und nicht heizen.

Kleinwintergärten verfügen über eine Nutzfläche von nicht mehr als 15 Quadratmeter und werden in der Regel nicht beheizt. Bis zu dieser Größe musst du keine gesetzlichen Vorschriften nach dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) beachten.

Einen mittelwarmen Wintergarten kannst du während der Heizperiode auf Werte zwischen 12 und 19 Grad Celsius aufheizen. Die Anforderungen an die Wärmedämmung sind niedriger als beim Wohnwintergarten.

Wohnwintergärten werden meist als Bestandteil der energetischen Gebäudehülle betrachtet. Sie sind das ganze Jahr über bewohnbar und verfügen über eine Nutzfläche von mehr als 50 Quadratmeter. Dieser Wintergarten muss bezüglich der Dämmung, der Konstruktion und des U-Wertes der Verglasung die gleichen Regeln des GEG erfüllen wie das übrige Haus. Die Planung des Heizsystems und die fachmännische Berechnung der Heizleistung ist bei dieser Art Wintergarten besonders wichtig.

 

Der Glashaus-Effekt ist bei der Heizung im Wintergarten von Vorteil

Die Grundidee eines Wintergartens ähnelt der eines Treibhauses in der Gärtnerei: Der Innenraum wird durch Sonnenstrahlen, die auf große verglaste Flächen treffen, warm. So können Pflanzen frostsicher gedeihen. Heutige Wintergärten kommen meist nicht nur für die Zucht und Pflege von Pflanzen zum Einsatz. Sie dienen auch als angenehmer Aufenthaltsraum, der durch die Vollverglasung das Gefühl der Offenheit bietet, ohne dabei der Witterung ausgesetzt zu sein.

Generell kannst du dir einen Wintergarten als großen Solarkollektor vorstellen. Deswegen kann bei Sonneneinstrahlung im Winter ein an das Haus angeschlossener Wintergarten oft sogar den Heizbedarf im angrenzenden Raum verringern und somit die Heizkosten senken.

Ohne Sonnenschein drohen Wärmeverluste

Bleibt jedoch im Herbst oder im Winter der Sonnenschein aus, verliert der Wintergarten über die großen Glasflächen sehr viel Wärmeenergie. Diese Wärmeverluste sind deutlich größer als bei nicht verglasten Wänden und der Grund dafür, dass du für eine Heizung im Wintergarten die drei- bis vierfache Heizleistung ansetzen musst. Um ihn dann nicht zur energiefressenden Kältebrücke zu machen, solltest du einen Wintergarten an Tagen, an denen die Raumtemperatur unterhalb von 19 Grad Celsius liegt, durch Türen vom restlichen Haus trennen.

Eine eigene Heizung für den Wohnwintergarten ist dringend zu empfehlen, da die Mitbeheizung über angrenzende Räume energetisch nicht sinnvoll ist und auch die Heizkosten nach oben treiben würde.

 

Welche Art Heizung ist im Wintergarten sinnvoll?

Bevor du dich für eine bestimmte Heizung im Wintergarten entscheidest, solltest du über die Unterschiede der Beheizung informiert sein. Die Glasscheiben neigen häufig zum Beschlagen. Das mindert nicht nur die Sicht nach draußen, sondern verändert auch das Raumklima gegebenenfalls ungünstig.

Beschlagene Scheiben finden sich nicht nur bei unbeheizten Wintergärten, sondern vor allem bei Modellen, die mit Strahlungswärme beheizt werden und nicht mit Konvektionswärme. Auf die Heizung im Wintergarten bezogen liegt der Hauptunterschied beider Systeme in der Luftzirkulation. Durch Konvektion von Heizkörpern oder Lüftungsschlitzen in Bodennähe der Verglasungen steigt die warme Luft nach oben, kühlt sich dort ab und sinkt in der Mitte des Raums wieder herunter. Diese Luftzirkulation sorgt dafür, dass Feuchtigkeit an den Scheiben besser trocknen kann.

Bei Strahlungswärme (zum Beispiel durch Fußbodenheizungen oder wenn du einen Wintergarten mit Infrarot heizen möchtest) findet eine eher gleichmäßige Aufheizung des Raumes ohne Luftzirkulation statt. Hinzu kommt, dass die geringe Luftzirkulation einer Flächenheizung die Wände (und somit die Fensterbereiche des Wintergartens) nicht erreicht. Selbst in Wohnräumen kannst du diesen Effekt von Flächenheizungen spüren, da sich die kalte Luft vor Fensterscheiben nicht selten wie ein unangenehmer Luftzug anfühlt.

Die verschiedenen Arten der Heizung im Wintergarten im Überblick

Heizkörper mit Konvektoren unter den Fensterflächen eignen sich gut für Wintergärten, sind aber oft aus optischen Gründen nicht gewünscht. Dann sind Unterflurkonvektoren oder Bankheizkörper eine sinnvolle Alternative. Die Wärme kommt meist direkt aus der Heizungsanlage. Der Aufwand für eine Nachrüstung ist entsprechend hoch.

Eine Elektroheizung lässt sich flexibel einsetzen und wird mit Strom betrieben. Da die Kosten vergleichsweise recht hoch ausfallen, empfiehlt sie sich nur als zusätzliche Heizung. Als Nachrüstung lässt sie sich sehr einfach integrieren. Eine Ausnahme ist aufgrund des Installationsaufwands die elektrische Fußbodenheizung. Auch bei Elektroheizungen hast du die Wahl zwischen Lösungen mit Konvektions- und Strahlungswärme. Den Wintergarten mit Infrarot zu heizen, ist eine in den letzten Jahren häufiger genutzte Variante der Elektroheizung und eignet sich als Zusatzheizung beziehungsweise um bestimmte Bereiche (zum Beispiel eine Sitzecke) punktuell auf Temperatur zu bringen. In die Glasscheiben integrierte elektrische Heizdrähte arbeiten sehr gut, verursachen aber hohe Anschaffungs- und Betriebskosten.

Die Fußbodenheizung reicht als Heizung im Wintergarten oft nicht aus, weil ihre Heizleistung zu gering ist. Eine Nachrüstung ist sehr aufwendig und teuer. Sie empfiehlt sich eher in Verbindung mit zusätzlichen Heizungen, zumal Fußbodenheizungen aufgrund ihrer Funktionsweise nur sehr träge reagieren.

Einen Kaminofen kannst du als alleinige Heizung für den Wintergarten einsetzen. Denke aber hier an den Lagerplatz für das Brennmaterial und einen Schornstein, den du für die Abführung der Abgase ebenfalls benötigst.

Eine Wärmepumpe ist vor allem als Luft-Luft-Variante interessant. Sofern das Luftsystem unabhängig von der zentralen Heizungsanlage arbeitet, lässt sich damit ein Wintergarten sehr gut heizen. Ein weiteres Plus ist die Möglichkeit, sie bei Bedarf im Sommer zur Kühlung des Wintergartens einzusetzen, was die Nutzbarkeit bei Sommerhitze sehr verbessert.

Besondere Anforderungen an die Heizsysteme

Um den Wintergarten sinnvoll zu heizen, müssen Heizsysteme bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Besonders die Anbindung an den Heizkreislauf der Zentralheizung ist bei der Nachrüstung eine komplexe Herausforderung. Normale Heizkörper erfordern eine hohe Vorlauftemperatur. Diesen Anschluss nachträglich zu integrieren, ist nicht immer sinnvoll. Falls deine Ölheizung oder Gasheizung noch nicht über einen Brennwertkessel verfügt, ist auch der Einsatz von Niedertemperatur-Heizkörpern möglich, die mit der restlichen Wärme aus dem Rücklauf versorgt werden. Das funktioniert natürlich ebenso mit einer Pelletheizung.

Du musst allerdings darauf achten, dass der Wintergarten das letzte Glied im Heizungsrücklauf darstellt, denn im Prinzip wirkt er dann wie ein großer Wärmetauscher, der dem Rücklauf weitere Wärmeenergie entzieht. Diese Variante eignet sich insbesondere in Altbauten, die noch mit hohen Vorlauftemperaturen beheizt werden.

 

Vor- und Nachteile einer Heizung im Wintergarten

Um ihn ganzjährig nutzen zu können, kommst du ohne eine Heizung im Wintergarten nicht aus. Konvektionswärme hat gegenüber Strahlungswärme den Vorteil, dass eine unerwünschte Kondensatbildung an den Scheiben ausbleibt. Sie lässt sich aber oft nur mit relativ hohem Aufwand nachrüsten. Die Anbindung an bestehende Heizsysteme ist sowohl bei Flächenheizungen (zum Beispiel Fußbodenheizung) als auch bei der Installation von Heizkörpern an eine sorgfältige Planung gebunden.

Die korrekte Dimensionierung der jeweiligen Heizung muss ebenso wie die Heizleistung an die Fläche und Dämmeigenschaften des Wintergartens angepasst sein. Besonders komfortabel ist die Nutzung einer Wärmepumpe, da du sie im Sommer auch zur Kühlung einsetzen kannst.

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