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Kosten für die Montage der Heizung

Über diesen Artikel

Lesezeit

5 Minuten

Veröffentlichung

20.12.2020

Letztes Update

07.12.2021

So steht es um die Kosten für die Montage deiner Heizung

Hier bei uns in Mitteleuropa kommst du nicht ohne Heizung aus. Trotz unseres gemäßigten Klimas wird es bereits im Herbst so kalt, dass du für ein gemütliches Heim eine Wärmequelle brauchst. Für dich als Heizungsbesitzer kommen daher erhebliche Kosten auf dich zu, wenn dich die Austauschpflicht für deinen bisher genutzten Heizkessel trifft. Deswegen schauen wir uns hier genauer an, wie hoch die Heizungsmontage-Kosten ausfallen können.

Inhalt des Blogartikel

Neue Heizung installieren

Selbst installieren oder vom Fachmann montieren lassen?

Eine moderne Heizung ist ein komplexes System. Selbst wenn die komplette Anlage ohne Änderungen bestehen bleibt und du nur den Kessel tauschen willst, sind viele Dinge zu beachten. Zum Beispiel ist die Frage, ob die Heizung über die Außentemperatur gesteuert wird und ob die Rücklauftemperatur und die Temperaturen in den einzelnen Räumen mit einbezogen werden müssen.

Außerdem sollte nach dem Anschluss des neuen Kessels ein hydraulischer Abgleich der gesamten Heizungsanlage durchgeführt und die in der Kesselsteuerung hinterlegte Heizkurve an das Gebäude angepasst werden. Noch komplizierter wird es, wenn Pufferspeicher vorhanden sind und eventuell mit ausgetauscht werden sollten. Auch eine Kombination von Heizkörpern und Fußbodenheizungen muss fachgerecht erfolgen.

Wenn du nicht zufällig ausgebildeter Heizungsmonteur bist, solltest du diese Arbeiten einem Fachmann überlassen. Er garantiert die Ausführung der Arbeiten nach den technischen und gesetzlichen Anforderungen. Falls im Anschluss Probleme auftreten sollten, ist er für deren Beseitigung verantwortlich.

So findest du den richtigen Fachmann

Im Internet gibt es einige Portale zum Thema Heizung, die eine Datenbank mit Handwerksbetrieben führen. Zum Teil listen auch die Hersteller von Heizsystemen die Fachbetriebe auf, mit denen sie zusammenarbeiten. Aus diesen Auflistungen kannst du dir einige Firmen in der Nähe deines Wohnortes aussuchen.

Seriöse Fachbetriebe mit entsprechenden Qualifikationen sind in der Handwerksrolle der zuständigen Handwerkskammer erfasst und in der Regel auch Mitglied der Landesinnung. Es lohnt sich daher, wenn du dort Erkundigungen einziehst. Ein positives Zeichen ist, wenn diese Betriebe auch Lehrlinge ausbilden. Die meisten Handwerksbetriebe haben eine Webseite. Wenn dort Ausbildungsnachweise und Zertifikate aufgeführt sind, ist das ein Hinweis auf die hohe Qualität der Arbeit dieser Firmen. Hast du spezielle Anforderungen, wie zum Beispiel die Einbindung einer Solaranlage in deine Heizsysteme, sollte die Firma entsprechende Fachkenntnisse und praktische Erfahrungen vorweisen können. Ein weiteres Kriterium ist der professionelle Kundenkontakt. Ist das Unternehmen telefonisch erreichbar und werden deine Fragen beantwortet? Bekommst du ein individuell kalkuliertes Preisangebot mit einem überschaubaren Zeitrahmen für die Arbeiten? Sind Zusatzleistungen buchbar? Hier wäre zum Beispiel ein Wartungsvertrag interessant.

Am besten ist es, wenn du auf Erfahrungen mit regionalen Handwerkern in deinem Verwandten- und Bekanntenkreis zurückgreifen kannst. Aber das ist ja nicht immer der Fall.

Der Leistungsumfang

In der Regel wird der Ausbau des alten und die Montage des neuen Heizkessels ausreichen. Sicher sind ein paar Anpassungen notwendig. Das sollte aber nicht so umfangreich sein. Aufwendiger wird es, wenn du einen Systemwechsel vornimmst. Also, wenn du zum Beispiel von einer Öl- auf eine Gasheizung umsteigst. Ebenfalls aufwendiger ist die Kopplung mehrerer Systeme, also Heizkessel mit Wärmepumpe und/oder Solarthermie. Da sollte der ausführende Betrieb auch über Fachkenntnisse mit regenerative Heizungen, also Wärmepumpen und Co., verfügen. Ganz kompliziert wird es, wenn deine Anlage schon sehr alt ist. Früher wurde mit viel höheren Vorlauftemperaturen und größeren Volumenströmen gearbeitet. Die Steuerung mit der Außentemperatur und etliche andere Dinge waren noch gar nicht bekannt.

In jedem Fall sollte sich der Heizungsbauer deiner Wahl die Anlage ansehen und mit dir zusammen den Umfang der notwendigen Arbeiten festlegen. Erst danach kommt die Preiskalkulation.

 

Kosten der Montage

Wie oben erwähnt, hängen die Kosten sehr stark vom konkreten Arbeitsumfang ab. Doch auch wenn wir unterstellen, dass nur der Kessel getauscht werden muss, ergeben sich je nach Heizungssystem unterschiedliche Kosten.

Gasheizung

Ein Gasheizkessel arbeitet mit Erdgas, sofern ein entsprechender Anschluss an die Gasversorgung vorhanden ist. In Städten ist das meist der Fall. In ländlichen Gegenden eher weniger. Manche Gemeinden verfügen über eine Biogaserzeugung, so dass die Einwohner Biogas für die Heizung nutzen können. Ansonsten ist die Verwendung von Flüssiggas aus einem Tank möglich.  

Wir gehen in unserer Betrachtung davon aus, dass nur der Kessel getauscht und die gesamte Peripherie weiter genutzt wird. Es handelt sich um einen modernen Gas Brennwertkessel. Die Leistung des Heizkessels ist auf ein Eigenheim von ca. 200 qm ausgelegt. Das gilt auch für alle nachfolgenden Kesselarten. Die Kostenspanne ergibt sich aus den unterschiedlichen Preisen der Hersteller.

Anschaffungskosten inkl. Einbau: 6.000 bis 10.000 Euro

davon Montagekosten: 1.500 bis 5.000 Euro (je nach örtlichem Preisniveau)

Betriebskosten: jährliche Wartungskosten: 100 bis 200 Euro

Gaspreis pro kWh (Kilowattstunde): 6,17 Cent (Drei Jahresmittel)

Förderung: Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördert den Einbau eines Gasbrennwertkessels nur dann mit 20 Prozent der förderfähigen Kosten, wenn die Anlage für die Kombination mit einem zweiten System zur Nutzung erneuerbarer Wärmeenergie vorbereitet und das zweite System innerhalb von 2 Jahren installiert wird.

Ölheizung

Ein Ölheizkessel wird mit leichtem Heizöl betrieben. Da es keine Ölfernleitungen gibt, muss immer ein Tank am oder im Gebäude vorhanden sein. Moderne Ölheizungen arbeiten ebenfalls mit Brennwerttechnik. Dadurch verbrauchen sie bei gleicher Leistung weniger Brennstoff als ältere Geräte. Auch der CO₂-Ausstoß ist geringer.

Förderung: Für Ölheizkessel erfolgt keinerlei Förderung durch das BAFA. Da Ölkessel mehr CO₂ erzeugen als Gaskessel, will der Gesetzgeber diese Heiztechnik langfristig völlig verbannen. Ab 2026 dürfen keine Ölkessel mehr neu installiert werden. Eine Ausnahme bilden Hybridsysteme mit Einbindung von einem zweiten System zur Nutzung erneuerbarer Wärmeenergie.

Pelletkessel

Ein Pelletkessel verbrennt bei der Wärmeerzeugung Holzpellets. Holz gehört zu den nachwachsenden Rohstoffen. Die Pellets werden aus Spänen und Holzabfällen gepresst. Auch bei der Verbrennung von Holz entsteht CO₂ (Kohlenstoffdioxid). Allerdings entspricht die Menge dem, was der Baum im Laufe seiner Existenz an CO₂ aus der Luft aufgenommen hat. Nach dieser Betrachtungsweise entsteht kein zusätzliches CO₂. Deshalb wird die Nutzung von Holz als Brennstoff als klimafreundlich betrachtet.

Die Installation eines Pelletkessels ist platz- und kostenaufwendig. Zusätzlich zum Kessel wird ein Lagerraum für die Pellets und eine automatische Transporteinrichtung zur Beschickung des Kessels benötigt.

Anschaffungskosten inkl. Einbau: 17.000 bis 25.000 Euro

davon Montagekosten: 1.500 bis 5.000 Euro (je nach örtlichem Preisniveau)

Betriebskosten: jährliche Wartungskosten: ca. 300 Euro

Pelletpreis pro kWh: 5,63 Cent (Drei Jahresmittel)

Förderung: Pelletkessel zählen zu den Biomasseanlagen und werden durch das BAFA gefördert. Das betrifft Kessel zur Verbrennung von Pellets und Hackschnitzeln, Pelletöfen mit Wassertasche sowie Kombinationskessel zur Verbrennung von Pellets, Hackschnitzeln und Scheitholz. Die Förderung beträgt bis zu 35% der förderfähigen Kosten.

Scheitholzkessel

Wie der Name nahelegt, werden hier Holzscheite für die Wärmeerzeugung verwendet. Allerdings handelt es sich nicht um eine einfache Verbrennung wie in einem klassischen Kamin. Im Scheitholzkessel wird mit einer ausgeklügelten Technik Holzgas erzeugt, das dann sehr effektiv das Heizungswasser erwärmt. Noch effizienter und umweltfreundlicher arbeiten Scheitholzkessel mit Brennwerttechnik.

Nachteile dieser umweltfreundlichen Heizungsart sind der relativ hohe Preis in der Anschaffung und die Tatsache, dass der Brennstoff von Zeit zu Zeit von Hand nachgelegt werden muss. Außerdem wird Platz für die Lagerung und Trocknung der Holzscheite benötigt. Sie dürfen nur eine Restfeuchte von 15 bis 20 Prozent aufweisen.

Anschaffungskosten inkl. Einbau: 10.000 bis 16.000 Euro

davon Montagekosten: 1.500 bis 5.000 Euro (je nach örtlichem Preisniveau)

Betriebskosten: jährliche Wartungskosten: ca. 300 Euro

Scheitholzpreis pro kWh: 3,22 Cent (Drei Jahresmittel)

Förderung: Auch Scheitholzkessel zählen zu den Biomasseanlagen und werden durch das BAFA gefördert. Das betrifft Kombinationskessel zur Verbrennung von Pellets, Hackschnitzeln und Scheitholz sowie die besonders emissionsarmen Scheitholzvergaserkessel. Die Förderung beträgt bis zu 35 Prozent der förderfähigen Kosten.

 

Es lohnt sich, Heizungen zu modernisieren

Standard-Ölkessel, die älter als 30 Jahre sind, unterliegen bereits jetzt schon der Austauschpflicht. Es ist damit zu rechnen, dass der Gesetzgeber in den nächsten Jahren noch weitere Maßnahmen in dieser Richtung beschließt. Darüber hinaus steigen ab 2021 durch die Einführung der CO₂-Steuer für Heizungsanlagen die Preise für Öl und Gas stufenweise bis zum Jahr 2025.

Von daher lohnt es sich, über eine Heizungsmodernisierung nachzudenken. Moderne Heizsysteme verbrauchen weniger Brennstoff und verursachen daher geringere Betriebskosten. Dabei solltest du immer auch die öffentlichen Fördermöglichkeiten im Auge behalten, um wenigstens einen Teil der hohen Kosten für die Montage der Heizung einzusparen.

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