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Heizung modernisieren: Förderung 2021

Über diesen Artikel

Lesezeit

5 Minuten

Veröffentlichung

17.03.2021

Letztes Update

07.12.2021

Heizung im Jahr 2021 modernisieren & Förderung beantragen

Wenn nicht jetzt, wann dann die Heizung modernisieren? Vom Staat bekommst du eine Förderung von bis zu 55 Prozent der anfallenden Kosten. Hier findest du die wichtigsten Details.

Inhalt des Blogartikels

Die alte Heizung muss raus? Der Zeitpunkt für einen Austausch könnte nicht besser sein

Du willst deine Heizung modernisieren, doch dies ist je nach Anlage, Umfang und individuellen Gegebenheiten mit Kosten zwischen 4.000 und 25.000 Euro verbunden. So eine Investition will also gut überlegt sein. Eine Förderung vom Staat kann dabei die Entscheidung erleichtern.

Gerade jetzt ist der Zeitpunkt für das Modernisieren von Heizungen im Hinblick auf die möglichen Förderungen für dich besonders günstig. Vor allem, wenn du künftig auf erneuerbare Energien beim Heizen setzt, kannst du im besten Fall mehr als die Hälfte deiner Investitionen über staatliche Zuschüsse erstattet bekommen.

Tipp: Ist deine Gas- oder Ölheizung älter als 30 Jahre, hast du sogar die Pflicht, sie auszutauschen. Erstmals gibt es seit 2021 auch für den Austausch solcher alten Heizungen eine Förderung.

Je nachdem, was du genau im Zuge deiner Heizungsmodernisierung machen möchtest, stehen dir unterschiedliche Kredit- und Zuschussprogramme zur Verfügung. In Deutschland wickeln das Bundesamt für Ausfuhrkontrolle (BAFA) und die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) die staatliche Förderung ab. Manche Bundesländer und Kommunen haben zusätzliche Finanzhilfen im Angebot.

Verschaffe dir mit unseren Infos einen Überblick über die wichtigsten Förderungen und Fakten.

 

Diese Förderungen gibt es für deine Heizungsmodernisierung

Die Förderung energiesparender Heiztechnik wurde zum 01. Januar 2021 durch die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) neu aufgesetzt. Die Bundesregierung bezeichnet die BEG als „Kernelement des nationalen Klimaschutzprogramms 2030“. Einfachere Antragsverfahren und neue Konditionen sollen mehr Hauseigentümer und Sanierer motivieren, sich für klimafreundliche Heizungsanlagen auf Basis erneuerbarer Energien zu entscheiden.

Die neue BEG ersetzt mehrere verschiedene Förderprogramme:

  • CO2-Gebäudesanierungsprogramm (Energieeffizient Bauen und Sanieren (EBS) der KfW
  • Anreizprogramm Energieeffizienz (APEE)
  • Heizungsoptimierungsprogramm (HZO)
  • Heizen mit erneuerbaren Energien – Marktanreizprogramms (MAP) des BAFA

All diese Einzelprogramme wurden in der BEG nicht nur zusammengeführt, sondern auch weiterentwickelt und neu strukturiert. Neu sind höhere Förderungen für den Einsatz erneuerbarer Energien bei der Komplettsanierung oder im Neubau. Außerdem werden nun auch energiesparende digitale Lösungen gefördert. Zudem kannst du dich künftig bei allen Maßnahmen entscheiden, ob du lieber einen Zuschuss oder einen Kredit haben möchtest. Selbst für die Beratung, Planung und Installation sowie weitere Maßnahmen, die für die Durchführung deiner Sanierung oder Modernisierung erforderlich sind, erhältst du eine Förderung.

Du kannst seit 2021, so der Plan, auch erstmalig mit nur einem Antrag eine finanzielle Unterstützung erhalten, selbst wenn du mehrere verschiedene Maßnahmen für dein Projekt beantragst. Und eine weitere Neuerung: Der BAFA-Zuschuss und der Tilgungszuschuss beim KfW-Kredit sind von der Höhe der Summe her identisch.

Die neue Bundesförderung besteht aus 3 Teilprogrammen:

  • BEG EM: Einzelmaßnahmen ausschließlich im Bestand; betrifft Wohngebäude (WG) und Nichtwohngebäude (NWG)
  • BEG WG: Maßnahmen für Neubau und Komplettsanierung in Wohngebäuden
  • BEG NWG: Maßnahmen für Neubau und Komplettsanierung in Nichtwohngebäuden

Zuschüsse kannst du seit dem 01. Januar 2021 beim BAFA und die neuen Kredite bei der KfW ab dem 01. Juli 2021 beantragen. Das betrifft auch die Förderung in Form von Krediten oder Zuschüssen für Komplettsanierungen und effiziente Neubauten (BEG WG und BEG NWG).

1. Heizungsoptimierung

Im nachfolgenden Text geht es ausschließlich um die BEG EM, die für die meisten besonders interessant ist. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördert über die neue BEG EM unter anderem auch Einzelmaßnahmen, die der Optimierung der Heizung dienen. Hierfür bekommst du Zuschüsse, die du nicht zurückzahlen musst.

Der Pumpenaustausch ist als Einzelmaßnahme nicht mehr förderfähig. Für alle Optimierungsmaßnahmen an der Heizungsanlage gilt als Fördervoraussetzung die Durchführung eines hydraulischen Abgleichs. Sollte das aus technischen Gründen nicht realisierbar sein, ist zumindest eine Überprüfung der Heizung nach DIN EN 15378 erforderlich. Für folgende Optimierungsmaßnahmen gibt es eine Förderung:

Ab 300 Euro brutto ist eine Förderung möglich. Der Fördersatz liegt bei 20 Prozent der förderfähigen Ausgaben, die für Wohngebäude auf 60.000 Euro pro Wohneinheit gedeckelt sind. Ist die Sanierungsmaßnahme Teil eines im Förderprogramm „Bundesförderung für Energieberatung für Wohngebäude“ geförderten individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP), kannst du zusätzlich einen Förderbonus von 5 Prozent in Anspruch nehmen. Die Förderquote für die energetische Fachplanung und Baubegleitung beträgt 50 Prozent.

Das KfW-Pendant zum BAFA-Zuschuss ist das Förderprogramm Wohngebäude – Kredit (261, 262), das du alternativ nutzen kannst. Auch hier werden die Einzelmaßnahmen inklusive Bauneben- und Wiederherstellungskosten gefördert. Dieses Programm greift ebenfalls bei der Erneuerung der Heizung selbst (siehe nächstes Kapitel).

Fördervoraussetzung ist ebenfalls, dass der Bauantrag oder die Bauanzeige des Wohngebäudes zum Zeitpunkt der Antragstellung mindestens 5 Jahre zurückliegt. Zudem sind bestimmte technische Mindestanforderungen zu erfüllen, die du auf der Website der KfW nachlesen kannst. Grundsätzlich gelten die gleichen Anforderungen an die Förderfähigkeit wie beim BAFA.

Je nachdem, welche Verbesserungen du planst und ob du einen Kredit benötigst, können die reinen Zuschüsse oder ein Kredit-Förderprogramm die sinnvollere Lösung sein.

2. Heizungsaustausch und Umstieg auf erneuerbare Energien

Seit 2021 ist die KfW für alle Zuschüsse und Kredite im Bereich Komplettsanierung und Neubau nach Effizienzhaus-Standard zuständig. In Zukunft sollen über die KfW alle Kredite für Einzelmaßnahmen laufen. Das KfW-Programm 433 (Energieeffizient Bauen und Sanieren – Zuschuss Brennstoffzelle) wird bis auf Weiteres als Einzelmaßnahme von der KfW gefördert. Zuschüsse für einzelne Heizungen werden inzwischen alle über das BAFA abgewickelt.

Wenn du Zuschüsse für die Modernisierung der Heizung aus dem BEG EM haben möchtest, muss die Heizungsanlage mindestens 25 Prozent der benötigten Wärmeleistung aus erneuerbaren Energien erzeugen.

Höhe der Förderung für die Heizungsmodernisierung:

  • Wärmepumpe: 35 Prozent
  • Biomasseanlage, zum Beispiel Holzpellets: 35 Prozent
  • Erneuerbare-Energien-Hybridheizung: 35 Prozent
  • Gas-Hybridheizung: 30 Prozent
  • Renewable Ready Gasbrennwertheizung (Erweiterung innerhalb von 2 Jahren durch erneuerbare Heiztechnik): 20 Prozent
  • Solarthermieanlage: 30 Prozent

Für den Austausch einer Ölheizung gibt es einen zusätzlichen Bonus von 10 Prozent, damit beträgt die Förderung bis zu 45 Prozent. Ist die Modernisierung der Heizung Teil eines individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP), gibt es einen weiteren Bonus von 5 Prozent und die Förderquote steigt auf maximal 50 Prozent.

Ersetzt du deine alte Ölheizung durch eine Biomasseanlage, kannst du noch den Innovationsbonus Biomasse von 5 Prozent in Anspruch nehmen; allerdings nur, wenn die Biomasseanlage einen Feinstaubgrenzwert von maximal 2,5 Milligramm je Kubikmeter nicht übersteigt. In diesem Fall gibt es dann sogar 55 Prozent Förderung. Ölheizungen werden grundsätzlich nicht mehr gefördert, auch nicht als Hybridheizung.

 

Wer kann einen Antrag auf Förderung stellen?

  • Privatpersonen und Wohnungseigentümergemeinschaften
  • Freiberufler
  • Unternehmen und Kommunen
  • Kammern oder Verbände
  • gemeinnützige Organisationen einschließlich Kirchen
  • sonstige juristische Personen des Privatrechts, einschließlich Wohnungsbaugenossenschaften

So stellst du den Antrag zur Förderung der Heizungsmodernisierung

Die Anträge beim BAFA reichst du online ein. Registriere dich auf deren Homepage vor der Auftragserteilung. Dokumente kannst du beim BAFA in einem extra Upload-Bereich übermitteln.

Wichtig: Anträge beim BAFA und bei der KfW musst du immer vor Baubeginn einreichen. Erst wenn eine Zusage vorliegt, kannst du mit der Modernisierung der Heizung beginnen. Hast du bereits begonnen, gibt es kein Geld.

Für KfW-Kredite benötigst du eine Bank zur Antragstellung. Nach der Zusage für die Förderung schließt sie den Kreditvertrag mit dir ab, zahlt die Kreditsummen aus und nimmt deine Rückzahlungen entgegen.

Um über die KfW Zuschüsse zu erhalten, registrierst du dich im KfW-Zuschussportal. Deine Zuschüsse beantragst du online. Vorher durchläufst du einen Identitätscheck.

Bereits mit den Arbeiten begonnen? Steuerabzug für die Modernisierung nutzen!

Wenn du eine neue Heizung einbaust, kannst du 20 Prozent der Material- und Montagekosten steuerlich absetzen. Allerdings muss es eine Anlage zur Nutzung erneuerbarer Energien oder eine stromerzeugende Heizung sein.

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