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Heizung mieten - eine gute Idee?

Über diesen Artikel

Lesezeit

3 Minuten

Veröffentlichung

10.03.2021

Letztes Update

07.12.2021

Heizung mieten: Wie gut ist das Wärme-Contracting?

Der Winter 2021 brachte uns zweistellige Minusgrade. Alte Heizungen heizten kräftig vor sich hin. Das wird teuer. Eine neue Heizung ist das aber auch, also einfach eine mieten?

Inhalt des Blogartikels

Heizung als Alternative mieten

Eine neue Heizungsanlage ist – ob beim Neubau oder als Austausch einer alten Heizung – eine meist sehr teure Investition. Je nach Art und Dämmung des Hauses sowie der erforderlichen Heizungsanlage kannst du mit Kosten zwischen 7.000 und 30.000 Euro und mehr rechnen. Anstatt eine Heizung zu kaufen, kannst du diese alternativ mieten. Man spricht dabei auch vom Contracting, welches vergleichbar mit dem Leasen eines Autos ist.

Wenn du eine Heizungsanlage mietest, bleiben deine Ersparnisse unangetastet. Trotzdem bekommst du eine Heizung auf dem neuesten Stand der Technik. Einige Firmen preisen die hohen staatlichen Zuschüsse in ihre Monatsmieten ein. So schonst du nicht nur deinen Geldbeutel, sondern leistest auch einen nachhaltigen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz. Wenn du dir aktuell gerade keine Heizung leisten kannst, ist Contracting eine probate Lösung.

 

Wie funktioniert das Prinzip „Heizung mieten“?

Der „Mieter“ zahlt an den „Verleiher“ – den Contractor – eine monatliche Rate. Diese berechnet sich aus dem Preis für die neue Heizung, den Kosten für die Installation der Anlage und einem Servicepaket. Der Contractor demontiert die alte Heizung und baut nach einer ausführlichen Beratung eine neue ein. Er ist oft auch für die Inspektion, Wartung und eventuell anfallende Reparaturen auf seine Kosten zuständig. In Extremfällen kommt dieser zudem für den Austausch der Heizung auf, sollte dies erforderlich sein.

Die Energiekosten sind oft nicht dabei und werden extra berechnet. Die Monatsmieten bewegen sich zwischen 70 bis 100 Euro. Es gibt auch Rundum-Sorglos-Pakete für knapp 250 Euro im Monat, die wirklich alles für eine sichere und zuverlässige Wärmeversorgung abdecken. Die Vertragslaufzeiten betragen meist zwischen 10 und 15 Jahre.

Vereinzelt werden für Wärmepumpen auch Laufzeiten von 12 und 24 Monaten angeboten. Entsprechend hoch sind dann die Raten, nämlich um die 500 beziehungsweise 1.000 Euro. Die staatliche Förderung wird allerdings voll an den Mieter weitergegeben. Läuft der Mietvertrag deiner Heizungsanlage aus, kannst du je nach Vereinbarung die Heizung zum Restwert kaufen, den Vertrag beenden und die Anlage abbauen lassen oder beim Contractor eine neue Heizung mieten. Folgende Unternehmen bieten Wärme-Contracting an:

  • Stadtwerke
  • große Energieversorgungsunternehmen
  • Hersteller
  • Planungsbüros
  • spezialisierte Contracting-Firmen

Welche Heizungsanlagen bieten Contractor an?

Mieten kannst du grundsätzlich alles, was der Heizungsmarkt zu bieten hat. Selbst die Kombination mit einer Photovoltaikanlage ist möglich:

Lohnt sich das Mieten einer Heizung?

Finanziell lohnt es sich sicher nicht, eine Heizung zu mieten. Wenn du dich aber um nichts kümmern möchtest, Wartung und Reparatur für dich lästig sind und du trotzdem mit einer modernen Heizungsanlage heizen möchtest, dann ist das Wärme-Contracting für dich ideal.

Auch wenn du gerade nicht liquide bist, solltest du immer erst durchrechnen, ob sich das Mieten einer Heizung wirklich lohnt. Trotz geringer monatlicher Kosten sind die Kredite der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) günstiger. Durch das niedrige Zinsniveaus trifft das auch auf Bank-Ratenkredite zu. In beiden Fällen zahlst du in Monatsraten die Heizung ab. Danach gehört die Anlage allerdings dir. Vom Staat gibt es für die Heizungsmodernisierung finanzielle Zuschüsse von bis zu 50 Prozent. Günstiger kommst du eigentlich nicht zu einer neuen und effizienten Heizungsanlage. Das Contracting kann immerhin das Doppelte bis Dreifache kosten.

Im Folgenden fassen wir dir die Vorteile und Nachteile für das Mieten einer Heizung nochmal zusammen:

Wärme-Contracting Vorteile

  • moderne, effiziente Heizung ohne eigene Investitionskosten
  • geringe Monatsbeiträge
  • kalkulierbare Kosten
  • Kostentransparenz
  • Planungssicherheit
  • fachliche Kompetenz
  • minimaler Zeitaufwand durch umfassenden Service seitens des Anbieters
  • Nutzung erneuerbarer Energien möglich
  • sehr hoher Komfort

Wärme-Contracting Nachteile

  • Heizungsanlage gehört dem Contractor
  • teurer als Kauf oder Finanzierung
  • staatlicher Zuschuss von bis zu 50 Prozent der Gesamtkosten geht oft an den Contractor
  • teilweise verklausulierte Verträge
  • lange Vertragslaufzeiten
  • je nach Vertragspartner Kopplung an Energieabnahme
  • mitunter sehr hoher Rückkaufswert

Vermieter aufgepasst

Besteht bereits ein Mietverhältnis, dürfen Vermieter nicht einseitig einfach so auf Wärme-Contracting umstellen beziehungsweise die Mehrkosten, die durch die Heizungsmiete entstehen, ohne Zustimmung auf die Mieter umlegen. Denn laut Bundesgerichtshof müssen Vermieter auf ein angemessenes Kosten-Nutzen-Verhältnis achten. Und das ist beim Wärme-Contracting nicht gegeben. Besteht bereits ein Wärme-Contracting-Vertrag und ein Mieter zieht neu ein, sieht es anders aus: Dann kann sich der Mieter bereits im Vorfeld über die Kosten informieren.

 

Wenn du es dir leisten kannst, ist das Mieten einer Heizung eine bequeme Sache

Du bekommst bei der Heizungsmiete modernste Technik, Versorgungssicherheit und viel Komfort. Auch Beratung, Planung und Umsetzung passen. Für diese Dienstleistung musst du allerdings recht ordentlich bezahlen. Echter Gewinner ist die Umwelt, denn du sparst mit deiner neuen Heizung viel Energie und somit Schadstoffe ein.

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