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Neue Heizung kaufen: Lohnt sich das?

Über diesen Artikel

Lesezeit

3 Minuten

Veröffentlichung

26.04.2020

Letztes Update

05.07.2022

Diese Themen erwarten dich im Artikel zum kauf einer neuen Heizung:

Wer eine neue Heizung kaufen will, hat die Qual der Wahl

Egal, ob ein Haus neu gebaut oder die alte Immobilie von unten bis oben saniert wird: Eine Heizung braucht jedes Haus. Ein Grund, den alten Brenner im Keller auszutauschen, kann auch die Energieeinsparverordnung (EnEV) sein. Die schreibt im Paragraf 10 seit Mai 2014 nämlich vor, dass die (weitaus meisten) Ölheizungen, die 30 Jahre oder mehr auf dem Buckel haben, nach und nach ausgetauscht werden müssen. Wenn du auch eine neue Heizungsanlage kaufen willst oder musst, lautet die Frage: Was ist die richtige Technik für dich und mit welcher Heizungsart fährst du am besten? Wir helfen dir bei deiner Entscheidung.

 

Das solltest du bedenken, wenn du eine Heizung kaufen willst

Wenn du dich informierst, um eine neue Heizung zu kaufen, gibt es gewisse Punkte, die es zu bedenken gilt, damit du dich für das Richtige entscheidest:

  • Wie groß ist die Immobilie, die beheizt werden soll?
    Je mehr Quadratmeter Wohn- und Arbeitsfläche mit Wärme versorgt werden sollen, desto mehr Leistung muss die neue Anlage bringen.
  • Wie viele Personen leben im Haus?
    Ein Zwei-Personen-Haushalt benötigt viel weniger Heizkraft als ein Haushalt, in dem auch Kinder leben.
  • Welche Art von Dämmung haben Wände, Böden, Decke und Dach?
    In einem Altbau ist die Dämmung oft weniger effektiv als in einem Neubau. Auch die Art und Dichte der Fenster und Türen sind entscheidend. Sind die Dämmwerte optimal, kannst du eine kleinere Heizungsanlage kaufen.
  • Welches Heizsystem bevorzugst du?
    Öl- und Gasheizungen sind gerade im Hinblick auf die Umwelt weniger optimal als Heizsysteme, die mit erneuerbaren Energien, wie zum Beispiel Solarthermie, betrieben werden.

 

Vor dem Kauf der Heizung: Das richtige Heizsystem für dich finden

Es gibt viele unterschiedliche Heizsysteme, von denen jedes seine Vorteile und Nachteile hat. Bei der Frage, für welches du dich entscheiden solltest, spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Hier ein Überblick der Systeme, wenn du eine neue Heizung kaufen willst:

Brennwerttechnik

Sowohl Gasheizungen als auch Ölheizungen sollten heutzutage über die moderne Brennwerttechnik verfügen. Damit wird die Wärme, die bei der Verbrennung entsteht, aus den Abgasen zurückgewonnen. Technisch gesehen werden die heißen Abgase abgekühlt und der dadurch entstehende Wasserdampf wird als Kondensationswärme für die Heizung wieder nutzbar gemacht. Die Energie, die der Brennstoff liefert, kann dadurch beinahe ohne Verluste in Heizwärme umgewandelt werden. Für eine Heizung mit Brennwerttechnik fallen je nach Größe und Art zwischen 5.000 und 10.000 Euro an.

Pelletheizung

Gerade wenn du eine neue Heizung kaufen willst, um das alte System zu modernisieren, solltest du bei deinen Überlegungen auch einen Pelletkessel ins Auge fassen. Dieses System verwendet zum Heizen kleine Holzreste oder gepresste Stäbchen aus Holz (Pellets). Dank des nachwachsenden Rohstoffs ist dieses Heizsystem auch im Hinblick auf die Ökobilanz sehr interessant. Ein Nachteil ist allerdings, dass Kessel, Lager, Technik und Speicher einen höheren Platzbedarf haben als andere Heizsysteme. Die Kosten für eine Pelletheizung belaufen sich auf 12.000 bis 18.000 Euro.

Wärmepumpe

Als eines der umweltschonendsten Heizsysteme gilt die Wärmepumpe. Dabei wird durch Umweltwärme aus Luft, Erde oder Wasser ein spezielles Kältemittel im Heizsystem zum Verdampfen gebracht. Ein Kompressor erzeugt hohen Druck auf das Kältemittel, das dadurch gasförmig wird und hohe Temperaturen erzeugt. Diese Wärme wird zum Heizen genutzt.

Der Anschaffungs- und Installationspreis einer Wärmepumpe hängt von der Quelle der Energie ab und schwankt dadurch zwischen mindestens 8.000 und 25.000 Euro. Am preiswertesten erweisen sich hierbei die sogenannte Luft-Wasser-Wärmepumpe und Luft-Luft-Wärmepumpe. Beide Varianten benötigen vergleichsweise wenig Platz. Allerdings sind für diese Technik ein spezielles Lüftungssystem im Haus und ein absolut luftdichter Abschluss der Gebäudehülle zwingend notwendig.

Aufwendiger sind Wasser-Wasser-Wärmepumpen und Sole-Wasser-Wärmepumpen. Sie benötigen zum Betrieb einen genügend hohen Grundwasserspiegel. Und je nach Bohrtiefe ist hier auch eine Genehmigung der Wasserbehörde und unter Umständen sogar der Bergbaubehörde einzuholen, was die Gesamtkosten deutlich erhöhen kann.

Solarthermie

Die Sonne spendet ihre Energie immer: Das macht sich die Solarthermie zunutze, indem sie diese Energie über spezielle Kollektoren einfängt und in Wärme für die Heizung und/oder zur Warmwasserbereitung nutzt. Diese Technologie lohnt sowohl beim Neubau als auch bei einer Erneuerung der Heizung besonders. Je nach Größe der Anlage und Gegebenheiten kostet eine Solarthermie zwischen 3.000 und 13.000 Euro inklusive aller Nebenkosten.

Blockheizkraftwerk

Ein Blockheizkraftwerk (BHKW) kann nicht nur für große Gebäude sinnvoll sein. Mit einer geringeren Leistung kann es auch für ein ganz normales Wohnhaus Strom und Wärme liefern. Beim Blockheizkraftwerk sorgt ein Verbrennungsmotor dafür, dass über einen Generator Strom mit einem Wirkungsgrad von bis zu 90 Prozent erzeugt wird. Zum Betreiben des Motors eignen sich Gas, Heizöl und Holz. Die Abwärme, die der Motor erzeugt, wird zurückgewonnen und versorgt die Heizung sowie die Warmwasserbereitung.

Für ein Mikro-BHKW beträgt der Anschaffungspreis inklusive aller Nebenkosten (inkl. Einbau) etwa 20.000 bis 25.000 Euro. Die besonders effiziente Kraft-Wärme-Kopplung garantiert einen sehr geringen CO₂-Ausstoß.

 

Neue Heizung kaufen und Förderung kassieren

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördert seit Januar 2020 Gasbrennwertheizungen mit bis zu 35 Prozent der Kosten. Allerdings nur dann, wenn sie als sogenannte Hybridheizung zusammen mit erneuerbaren Energien betrieben werden.

Tauschst du deine alte Ölheizung aus, liegt der mögliche Fördersatz sogar bei bis zu 40 Prozent. Die Installation einer Wärmepumpe reduziert sich durch die Förderung ebenfalls um 35 beziehungsweise 45 Prozent. Für die Umstellung der Heizung und Warmwasserversorgung auf Solarthermie werden die Kosten um 30 Prozent vom BAFA minimiert.

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