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Heizung gluckert | Ursachen & Tipps

Über diesen Artikel

Lesezeit

3 Minuten

Veröffentlichung

12.04.2022

Letztes Update

27.10.2022

Das hilft, wenn die Heizung gluckert

Jede Heizung, die mit erwärmtem Wasser arbeitet, kann Geräusche machen. Einige sind normal und harmlos, andere können auf ernsthafte Probleme im Heizsystem hindeuten.

Inhalt des Blogartikels

Welche Geräusche einer Heizung sind völlig in Ordnung?

Ein leises Rauschen in den Heizkörpern und Rohrleitungen ist normal. Es wird durch das fließende warme Wasser verursacht. Allerdings ist dieses Geräusch im Normalfall so leise, dass es nicht stören dürfte.

Auch leise Knack- und Klopfgeräusche sind in der Regel kein Problem. Meist treten sie nur jeweils kurzzeitig auf und verschwinden von allein. Ursache ist das Ausdehnen und Zusammenziehen von Heizungsbauteilen, während sich die Heizung erwärmt oder abkühlt. Die dabei entstehenden geringen Materialspannungen entladen sich durch das Knacken. Die Heizung wird dabei nicht beschädigt.

Wenn die Heizung aber laut gluckert oder ein anderes lautes Geräusch von sich gibt, ist das ein Alarmsignal. Du solltest umgehend die Ursachen herausfinden oder die Hilfe eines Fachmanns in Anspruch nehmen.

 

Folgen, wenn die Heizung zu stark gluckert

Das Gluckern selbst ist nicht das Problem, sondern ein Symptom. Aber es kann durch seine Lautstärke sehr störend wirken. Eine Begleiterscheinung des Gluckerns ist oft, dass die Heizkörper nur abschnittsweise oder generell unzureichend warm werden. Parallel steigen die Heizkosten, weil die Heizungssteuerung dennoch versucht, die voreingestellten Raumtemperaturen zu erreichen. 

Ob die Gefahr einer Beschädigung der Heizungsanlage besteht, hängt von der eigentlichen Ursache ab, warum die Heizung gluckert. In jedem Fall solltest du umgehend herausfinden, worin das Problem liegt. Denn du möchtest doch sicher angenehm warme Räume und keine störenden Geräusche.

 

Gründe für eine gluckernde Heizung und deren Lösung

Gluckert die Heizung, kann dies verschiedene Ursachen haben. Entsprechend unterschiedlich sind die Lösungsansätze.

Luft

Die wahrscheinlich häufigste Ursache für ein Gluckern in der Heizung ist im Rohrleitungssystem und in den Heizkörpern befindliche Luft. Sie behindert den Wasserstrom und das verursacht das lästige Gluckern. Schlimmer ist jedoch, dass durch die eingeschlossene Luft die Heizkörper nur noch teilweise oder gar nicht mehr warm werden.

Positiv ist, dass du das Problem meist selbst lösen kannst, indem du jeden einzelnen Heizkörper deiner Anlage entlüftest. Dazu gehst du wie folgt vor.

  1. Sofern möglich, schalte die Heizung ab und drehe alle Heizungsventile auf. Jetzt wartest du 0,5 bis 1 Stunde, damit sich der Wasserkreislauf in der Heizung beruhigen und die eingeschlossene Luft in den oberen Bereichen der Heizkörper sammeln kann.
  2. Jeder Heizkörper besitzt in der oberen Ecke, die dem Thermostat gegenüberliegt, ein Entlüftungsventil. Für das Ventil benötigst du einen Entlüftungsschlüssel, den du in jedem Baumarkt günstig kaufen kannst. Halte außerdem eine kleine Schüssel bereit, mit der du eventuell austretendes Heizungswasser auffangen kannst.
  3. Öffne jetzt vorsichtig das Entlüftungsventil, bis du das Zischen der austretenden Luft hörst. Sobald das Zischen aufhört und Wasser nachkommt, drehst du das Ventil wieder zu. Das wiederholst du mit jedem Heizkörper.
  4. Nach der Entlüftung sollte das Gluckern nicht mehr auftreten und auch alle Heizkörper müssten wieder gleichmäßig warm werden.
  5. Überprüfe zur Sicherheit noch den Wasserdruck in der Anlage. Durch das beim Entlüften austretende Wasser kann der Druck schnell unter den Sollwertbereich fallen.

Hinweis: Befinden sich alle deine Heizkörper in einer Ebene, ist die Reihenfolge beim Entlüften egal. Erstreckt sich deine Heizungsanlage aber über mehrere Etagen, beginnst du am niedrigsten Punkt und arbeitest dich nach oben vor. Der am höchsten liegende Heizkörper wird zuletzt entlüftet.

An Kesseln und Thermen befindet sich jeweils ein Manometer, das den Wasserdruck anzeigt. Ist er zu niedrig, musst du Wasser nachfüllen oder durch den Vermieter nachfüllen lassen.

An vielen Heizkesseln sind noch mechanische Zeigermanometer verbaut. Der sichere Wasserdruckbereich ist auf der Skala grün gekennzeichnet. Befindet sich der Zeiger unterhalb des grünen Bereiches, ist der Druck zu niedrig. Übrigens schalten moderne Steuerungen bei einem extrem niedrigen Wasserdruck den Heizkessel sicherheitshalber komplett ab.

Wasserdruck

Auch ein zu niedriger Wasserdruck in der Heizungsanlage kann ein Gluckern und laute Strömungsgeräusche verursachen. Und auch in diesem Fall werden die Heizkörper nicht richtig warm. Wie oben beschrieben, kannst du den Wasserdruck am Manometer des Kessels oder der Therme überprüfen. Ist er zu niedrig, muss einfach nur Wasser nachgefüllt werden. Wie das zu machen ist, wird in der Bedienungsanleitung zum Kessel und zu der Therme beschrieben. In der Regel kannst du das ohne Hilfe eines Fachmannes machen.

Umwälzpumpe

Eine Umwälzpumpe sorgt dafür, dass das im Kessel oder in der Therme erwärmte Wasser durch das Rohrleitungssystem und alle Heizkörper und danach wieder zum Kessel oder zur Therme zurückfließt. Eine falsch eingestellte Pumpe führt ebenfalls zu Geräuschen in der Heizungsanlage. Das trifft vor allem dann zu, wenn die Drehzahl des Pumpenmotors zu hoch ist.

Hast du Luft in der Heizung und einen zu niedrigen Wasserdruck als Ursache ausgeschlossen, liegt das Problem wahrscheinlich an der Umwälzpumpe. Das ist dann allerdings ein Fall für den Heizungsinstallateur. An der Umwälzpumpe solltest du nicht herumexperimentieren.

 

Welche weiteren Geräusche kann eine Heizung machen?

Eine Heizung kann auch klopfen, pfeifen, knacken, knistern, brummen und Vibrationsgeräusche machen. In allen diesen Fällen lohnt es sich, wenn du zunächst versuchst, die Heizung zu entlüften und den Wasserdruck korrekt einzustellen.

Bei Vibrationsgeräuschen kann es sinnvoll sein, die Befestigung von Rohren und Heizkörpern zu überprüfen und bei Bedarf nachzuziehen. Helfen diese Maßnahmen nicht, solltest du umgehend deinen Heizungsmonteur konsultieren. Denn dann kannst du davon ausgehen, dass sich ein Fachmann um das Problem kümmern muss.

Defekte Brenner, beschädigte Umwälzpumpen, ein schlechter hydraulischer Abgleich, eine falsch eingestellte Heizkurve, defekte Ventile und noch etliche weitere Probleme können Ursachen für Heizungsgeräusche und eine mangelnde Heizleistung sein. Als Laie bist du kaum in der Lage, die wahren Ursachen zu identifizieren und zu beseitigen. Vertraue in diesen Fällen einem erfahrenen Heizungsmonteur.

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