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Heizkostenverteiler: Kaufen sinnvoll?

Über diesen Artikel

Lesezeit

3 Minuten

Veröffentlichung

23.05.2022

Letztes Update

23.05.2022

Die meisten Mietshäuser verfügen über eine zentrale Heizungsanlage. Zur Aufteilung der Heizungskosten auf die Mieter müssen Vermieter Heizkostenverteiler kaufen oder mieten.

Inhalt des Blogartikels

Was ist ein Heizkostenverteiler?

Diese Bezeichnung ist ein wenig irreführend, hat sich aber nun einmal durchgesetzt. Es handelt sich um ein kleines Gerät, das an einem Heizkörper befestigt wird. Es erfasst, wie viel Wärme der Heizkörper über einen bestimmten Zeitraum (1 Jahr) abstrahlt.

Laut Heizkostenverordnung müssen 50 bis 70 Prozent der an Mieter berechneten Heizkosten verbrauchsabhängig sein. Dazu nutzt du die erfassten Werte der Heizkostenverteiler und daher kommt auch ihre Bezeichnung. Der Rest der Heizkosten wird als konstanter Anteil auf der Grundlage der Wohnungsgröße berechnet.

Ein Heizkostenverteiler besteht aus einer Grundplatte aus Metall, mit der er am Heizkörper befestigt wird. Auf der Grundplatte befindet sich die Messvorrichtung, die mit einem Gehäuse aus Kunststoff geschützt ist. Die metallene Grundplatte sorgt für eine gute Wärmeleitung vom Heizkörper zur Messvorrichtung. Das Kunststoffgehäuse ist verplombt, um Manipulationen am Gerät zu verhindern.

Für Beschaffung, Anbau und Ablesung der Heizkostenverteiler ist jeweils der Vermieter zuständig. Er hat auch dafür zu sorgen, tatsächlich jeden Heizkörper der jeweiligen Wohneinheit mit einem Heizkostenverteiler auszurüsten. Bei sehr großen Heizkörpern können mehrere dieser Geräte notwendig sein. Der Vermieter hat die Wahl, ob er die Heizkostenverteiler kaufen oder mieten möchte.

 

Die verschiedenen Heizkostenverteiler-Typen

Möchtest du einen Heizkostenverteiler kaufen oder mieten, hast du die Wahl zwischen verschiedenen Typen.

Heizkostenverteiler mit Verdunstungsprinzip

In diesen Geräten befindet sich ein nach oben offenes Röhrchen, das mit einer langsam verdunstenden Messflüssigkeit gefüllt ist. Das Röhrchen ist durch eine Aussparung im Gehäuse sichtbar. An einer Skala neben dem Röhrchen sieht der Ableser, wie viel Flüssigkeit im Laufe des Jahres verdunstet ist. Je weniger Flüssigkeit sich noch im Röhrchen befindet, desto mehr haben die Mieter geheizt.

Eine moderne Variante sind Kapillarrohrheizkostenverteiler. Hier findest du 2 lange und dünne Röhrchen mit Verdunstungsflüssigkeit. Da die Röhrchen sehr dünn sind, ist weniger Messflüssigkeit notwendig. Durch die größere Länge ist auch die Skala länger und die Anzeige ist genauer beziehungsweise lässt sich besser ablesen. Der Ableser registriert den Wert und verplombt das aktuell genutzte Röhrchen. Das Röhrchen vom Vorjahr wird gegen eine frische Kapillare mit einer andersfarbigen Messflüssigkeit ausgetauscht. So ist jederzeit ein Vergleich des aktuellen Wärmeverbrauchs zum Vorjahr möglich.

Heizkostenverteiler mit Verdunstungsprinzip sind beim Kauf sehr kostengünstig. Aber es ist immer eine Ablesung vor Ort durch einen Fachmann notwendig. Bei Ablesung und Weitermeldung der Daten können Fehler auftreten. Außerdem verdunstet auch bei ausgeschalteter Heizung immer eine geringe Menge der Messflüssigkeit. Und Verfälschungen durch andere Wärmequellen wie starke Sonneneinstrahlung, die die Raumtemperatur erhöhen, lassen sich nicht ausschließen.

Für empfindliche Personen kann es ein Problem sein, dass aus den Heizkostenverteilern immer geringe Mengen von Chemikalien verdunsten. Es handelt sich bei den Messflüssigkeiten um Benzoesäuremethylester oder 1-Hexanol. Es sind zwar keine schwerwiegenden Beeinträchtigungen der Gesundheit bekannt. Aber diese Stoffe tragen zum allgemeinen Schadstoffmix in der Raumluft bei.

Für moderne Niedertemperaturheizungen mit Vorlauftemperaturen unter 60 Grad Celsius sind Heizkostenverteiler mit Verdunstungsprinzip nicht zugelassen.

Elektronische Heizkostenverteiler

Diese Geräte verfügen über 1 oder 2 Temperatursensoren, eine elektronische Rechen- und Speichereinheit sowie ein Display. Bei den modernsten Ausführungen ist ein Funkmodul integriert. In dem Fall erfolgt das Ablesen der erfassten Werte mittels Fernabfrage.

Die modernen Geräte sind teurer als klassische Heizkostenverteiler auf Verdunstungsbasis. Aber sie sind wesentlich genauer, geschützt gegen Manipulationen und durch die Fernabfrage muss kein Ableser mehr die jeweilige Wohnung betreten. Geräte mit 2 Temperaturfühlern bemerken Erhöhungen der Raumtemperatur durch andere Wärmequellen und korrigieren die erfassten Werte entsprechend.

Außerdem kannst du Monatswerte abfragen. Damit ist die Heizkostenabrechnung bei einem unterjährigen Mieterwechsel kein Problem. Auch die Speicherung eines Stichtages und die Erfassung der Daten für 1 Jahr ab diesem Stichtag sind möglich.

 

Heizkostenverteiler kaufen oder mieten: Worauf musst du achten?

Das Thema betrifft dich nur, wenn du Vermieter bist. Und selbst da gibt es Ausnahmen. Bei deinem Gebäude muss es sich um ein Mehrfamilienhaus handeln. Bist du Besitzer eines Zweifamilienhauses und bewohnst eine der beiden Wohnungen selbst, kannst du im Mietvertrag für die andere Wohnung vereinbaren, dass die Heizkostenabrechnung nach Wohnfläche erfolgt. Wenn sich allerdings im Gebäude auch noch eine Gewerbeeinheit befindet, gilt diese Ausnahmeregelung nicht.

Nur noch moderne Heizkostenverteiler erlaubt

Willst du Heizkostenverteiler kaufen oder mieten, hast du in Bezug auf die Technik keine Wahl. Seit Ende 2020 darfst du laut Heizkostenverordnung nur noch fernablesbare elektronische Erfassungsgeräte einsetzen. Für alte, im Einsatz befindliche Geräte, gilt ein Bestandsschutz bis 2026. Du musst sie also nicht sofort austauschen.

Wärmemengenzähler bei Fußbodenheizungen

Bei einer ausschließlich mit Heizkörpern beheizten Wohnung gehört an jeden Heizkörper 1 Heizkostenverteiler zur Erfassung des Wärmeverbrauchs. Bei Fußbodenheizungen ist die Verwendung von Heizkostenverteilern nicht möglich. Die übliche Lösung ist der Einsatz eines Wärmemengenzählers, der die Vorlauftemperatur und Rücklauftemperatur der Fußbodenheizung misst und aus der Differenz die verbrauchte Wärmemenge errechnet.

Kosten für Heizkostenverteiler

Moderne Heizkostenverteiler kosten zwischen 20 und 40 Euro pro Stück. Diese Anschaffungskosten darfst du nicht auf deine Mieter umlegen. Das ist nur möglich, wenn du die Geräte mietest. Für den Einsatz gemieteter Heizkostenverteiler benötigst du allerdings die Zustimmung deiner Mieter. Die Folgekosten wie Ablesung, Erfassung und Erstellung der Heizkostenabrechnung sind aber in jedem Fall auf die Mieter umlegbar.

Alle im Handel befindlichen oder zur Miete angebotenen Heizkostenverteiler sind in Deutschland geeicht. Die modernen elektronischen Geräte verfügen über eine fest eingebaute Lithiumbatterie mit einer Lebensdauer von 10 Jahren. Daher musst du die Geräte kurz vor Ende der Batterielebensdauer austauschen lassen. So kommen dann gleichzeitig wieder frisch geeichte Heizkostenverteiler zum Einsatz.

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