heizkostenverteiler-ablesen-heizung-header-net4energy

Heizkostenverteiler ablesen: So einfach geht’s

Über diesen Artikel

Lesezeit

4 Minuten

Veröffentlichung

27.06.2022

Letztes Update

27.06.2022

Deine Heizkostenverteiler selbst abzulesen, bringt Vorteile. Zum Beispiel kannst du so prüfen, ob die Heizkostenabrechnung deines Vermieters korrekt ist.

Inhalt des Blogartikels

Heizkostenzähler und Heizkostenverteiler: Ist das das Gleiche?

Mit beiden Begriffen ist tatsächlich das Gleiche gemeint. Fachleute sprechen eher von Heizkostenverteilern, während Verbraucher oft den Begriff Heizkostenzähler verwenden. Mit dem Wärmezähler gibt es noch ein drittes Gerät zur Erfassung der verbrauchten Heizungswärme in einem Haushalt. Funktion und Montageort unterscheiden sich jedoch grundlegend.

Heizkostenverteiler sind kleine rechteckige Erfassungsgeräte, die mit senkrechter Ausrichtung mittig im oberen Drittel eines Heizkörpers angebracht sind. Jeder Heizkörper einer Wohneinheit ist mit einem solchen Gerät ausgestattet.

Ein Wärmezähler dagegen ist am Eingang einer Heizungsrohrleitung einer Wohnung positioniert. Er überwacht parallel die Temperaturen in Vor- und Rücklauf des Heizungssystems sowie die Durchflussmenge des warmen Heizungswassers. Daraus errechnet er den Wärmeverbrauch der gesamten Wohnungsheizung. Bei Vorhandensein eines solchen Wärmezählers sind Heizkostenverteiler an den Heizkörper unnötig und daher nicht installiert.

 

Darum lohnt es sich, den Heizkostenverteiler selbst abzulesen

Wenn du deine Heizkostenverteiler zum Stichtag selbst abliest, kommst du zwar nicht um die Ablesung durch einen externen Dienstleister herum. Denn dieser wird von deinem Vermieter oder der Wohnungsverwaltung beauftragt. Aber du kannst die Korrektheit der Ablesung kontrollieren und bei Fehlern die Heizkostenabrechnung reklamieren.

Neben der Ablesung können auch bei der Zuordnung der Werte zum Heizkörper Fehler gemacht werden. Das würde ebenfalls zu einer fehlerhaften Heizkostenabrechnung führen. Wenn du zusätzlich selbst abliest, kommst du auch diesem Fehler auf die Spur.

Der dritte Vorteil beseht darin, dass du deinen jährlichen Verbrauch besser im Blick hast. Du kannst die aktuellen Werte mit den Vorjahren vergleichen und so einem steigenden Verbrauch und dessen Ursachen auf die Spur kommen. Auch für den Vergleich des Verbrauchs an Heizwärme gegenüber anderen Mietern im Haus sind die selbst abgelesenen Werte von Nutzen.

 

Heizungszähler selbst ablesen: Es geht einfacher als du denkst

Aktuell sind ältere Heizkostenverteiler nach dem Verdunstungsprinzip im Gebrauch, aber auch neue elektronische Geräte werden immer beliebter. Die älteren Zähler nach Verdunstungsprinzip findest du an älteren Heizkörpern. Bei modernen Heizungsanlagen, die mit niedrigen Vorlauftemperaturen arbeiten, sind diese Geräte nicht mehr zugelassen. Hier werden elektronische Heizkostenverteiler verwendet.

Die elektronischen Geräte besitzen ein kleines Display, auf dem nacheinander verschiedene Werte angezeigt werden. Diese Werte kannst du dir notieren. Der Ableser des externen Dienstleisters muss das bei den neuesten Heizkostenverteilern nicht mehr tun. Er kann die Werte über Funk abrufen und in seinem Ablese-Device speichern.

Heizkostenverteiler nach Verdunstungsprinzip

In diesen Geräten steckt ein oben offenes Röhrchen mit einer farbigen Messflüssigkeit. Wenn der Heizkörper Wärme abgibt, verdunstet jeweils eine bestimmte Menge der Messflüssigkeit. Während des Jahres sinkt der Messflüssigkeitsspiegel im Röhrchen immer weiter ab. Um wie viel der Spiegel abgesunken ist, liest du auf der neben dem Röhrchen befindlichen Skala ab. Diesen Wert notierst du dir zusammen mit der Nummer des Heizkostenverteilers.

Die konkrete Wärmemenge errechnest du mithilfe eines für den Heizkörper festgelegten Multiplikators. Die Multiplikatoren für die einzelnen Heizkörper findest du in der Heizkostenabrechnung bzw. im Ableseprotokoll des Dienstleisters. In einem solchen Heizkostenverteiler befindet sich noch ein zweites Röhrchen. Das stammt vom Vorjahr. Der Ableser versiegelt das Röhrchen und belässt es für Vergleichszwecke im Heizkostenverteiler.

Elektronische Heizkostenverteiler

Elektronische Heizkostenverteiler besitzen ein kleines Display, das nacheinander verschiedene Werte anzeigt. Die Werte musst du nicht per Knopfdruck abrufen. Sie laufen automatisch in einer Dauerschleife durch.

Der erste Wert in der Schleife ist der aktuell aufsummierte Verbrauch seit dem letzten Stichtag. Diesen Wert musst du dir notieren. Der zweite Wert ist ein Test der Anzeige. So siehst du, dass alle Anzeigesegmente in Ordnung sind. Du erkennst den Wert an den untereinander stehenden Buchstaben M und C.

Der dritte Wert zeigt das einprogrammierte Datum des Stichtages. Die vierte Anzeige der Schleife zeigt den Verbrauchswert am letzten Stichtag. Er ist durch ein vorangestelltes M (für Memory = Speicher) gekennzeichnet. Die fünfte Angabe ist eine Prüfzahl. Sie dient dem Abrechnungsunternehmen als Nachweis der Richtigkeit des aktuellen Verbrauchswertes. Sie ist mit einem vorangestellten C (für Check) gekennzeichnet.

 

Wärmezähler: So liest du hier die Zahlen ab

Wärmezähler (auch Wärmemengenzähler genannt) sind heutzutage ebenfalls elektronische Geräte. Sie besitzen ein Display und zwei Tasten. Mit Druck auf eine beliebige Taste zeigt das Display in einer Schleife nacheinander den aktuellen Verbrauch, den Stichtag und den letzten Stichtagswert an. Die Schleife läuft zehnmal ab. Innerhalb der Schleife wird zwischen dem aktuellen Verbrauch und dem Stichtagswert ein Displaytest gezeigt.

Wärmezähler unterliegen der Eichpflicht. Die Eichung ist jeweils nach 5 Jahren fällig.

 

Das solltest du beim Ablesen alles beachten

Erstelle dir zur Vorbereitung des Ablesens eine zweispaltige Tabelle, in der du untereinander die Nummern deiner Heizkostenverteiler auflistet. Den Ablesewert trägst du dann sofort neben der Nummer des gerade abgelesenen Heizkostenverteilers ein. So sicherst du die korrekte Zuordnung von Ablesewert und Heizkostenverteiler.

Bei Heizkostenverteilern mit Verdunstungsprinzip ist das Ablesen aufgrund der schmalen Röhrchen und kleinen Skalen etwas mühsam. Hocke dich so vor den Heizkörper, dass sich der Heizkostenverteiler für dich auf Augenhöhe befindet. Damit stellst du sicher, dass du im rechten Winkel auf Skala und Röhrchen blickst und die Ablesung nicht durch perspektivische Effekte verfälscht wird.

Bei der Gelegenheit kannst du überprüfen, ob der Heizkostenverteiler an der richtigen Position montiert ist (oberes Drittel des Heizkörpers, horizontal mittig) und ob er richtig befestigt ist. Er darf nicht locker auf dem Heizkörper sitzen.

Du solltest auch sicherstellen, dass kein Sonnenlicht auf den Heizkostenverteiler fallen kann. Damit würde das Gerät über Gebühr erwärmt und die Messwerte würden verfälscht werden. Schließe einfach tagsüber den Vorhang des Fensters, durch das die Sonne auf Gerät fällt.

 

Zusammenfassung der Vorteile des selber Ablesens

Vermeidung von Ablesefehlern

Sollten dem Ableser Fehler unterlaufen, kannst du sie sofort korrigieren lassen.

Überprüfung der Heizkostenabrechnung

Auf der Grundlage deiner eigenen Ablesungen kannst du die Heizkostenabrechnung überprüfen und bei Fehlern die Korrektur einfordern.

Verbrauchsentwicklung im Blick haben

Das selbständige Ablesen hilft dir, die Entwicklung deines Heizwärmeverbrauchs unter Kontrolle zu halten und ggf. Möglichkeiten für Einsparungen zu identifizieren.

heizkostenverteiler-ablesen-heizung-e-book-guide-net4energy
Du möchtest mehr über das Thema Heizung erfahren? Kaufe jetzt unseren ultimativen Guide!
jetzt kaufen