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Heizen mit erneuerbaren Energien

Über diesen Artikel

Lesezeit

5 Minuten

Veröffentlichung

23.08.2021

Letztes Update

07.12.2021

So kannst du mit erneuerbaren Energien heizen

Für das Heizen mit erneuerbaren Energien gibt es mittlerweile verschiedene Optionen. Aber was lohnt sich finanziell und wie sieht es mit dem Umwelt- und Klimaschutz aus?

Inhalt des Blogartikels

Was sind erneuerbare Energien eigentlich genau?

Als erneuerbare Energien bezeichnet man Energiequellen, die sich innerhalb überschaubarer Zeitgrenzen regenerieren oder unerschöpflich sind. Zur 1. Kategorie zählt beispielsweise nachwachsende Biomasse (wie Holz), unter die 2. Kategorie fallen frei verfügbare Energiequellen wie Sonne, Wind, Wasserkraft oder Erdwärme. Im Gegensatz dazu gibt es fossile Energieträger wie Öl, Kohle oder Erdgas, die nicht unerschöpflich sind und sich – wenn überhaupt – erst nach Jahrmillionen erneuern.

Mit dem Einsatz erneuerbarer Energien sollen sowohl die Ressourcen geschont als auch der Ausstoß an Schadstoffen reduziert werden. Ein weiterer Faktor ist der Klimaschutz, denn der CO2-Ausstoß kann selbst bei erneuerbaren Energieträgern sehr unterschiedlich ausfallen.

 

Warum stehen erneuerbare Energien heute im Fokus bei der Energieerzeugung?

Um die Nutzung von Energie umweltfreundlicher und klimaneutraler zu gestalten, hat die Politik in den vergangenen 30 Jahren einige Anstrengungen unternommen, um das Heizen mit erneuerbaren Energien voranzubringen. Neben der Stromerzeugung, die aufgrund des Atomausstiegs in Deutschland zu immer größeren Teilen Windkraftanlagen und Photovoltaikanlagen bewältigen, gilt das Heizen als einer der wichtigsten Faktoren für eine Energiewende.

Ein Großteil des CO2-Ausstoßes sowie des Energieverbrauchs entfällt nämlich auf Heizungsanlagen in Gebäuden. Werden für das Heizen erneuerbare Energien eingesetzt, kommt dies nicht nur Umwelt und Klima zugute, sondern auch dem eigenen Geldbeutel – denn die Heizkosten zählen zu den größten Posten bei den Nebenkosten für Hausbesitzer und Mieter.

Um den Umstieg auf regenerative Energiequellen beim Heizen attraktiver zu gestalten, sieht der Gesetzgeber Förderungen für verschiedene Heizsysteme vor. Als weiterer Anreiz gilt die gesetzliche Austauschpflicht für viele Öl- und Gasheizungen, die älter als 30 Jahre sind. Der Einbau neuer Ölheizungen wird bis auf ein paar Ausnahmen ab 2026 sogar ganz verboten. Gasheizungen bleiben zwar weiterhin erlaubt, du erhältst aber nur noch in Form von Hybridheizungen (also in Kombination mit erneuerbaren Energien) eine Förderung vom BAFA oder von der KfW. Grund genug, sich eingehend über das Heizen mit erneuerbaren Energien zu informieren.

Welche Gründe sprechen für das Heizen mit erneuerbaren Energien?

  • Senkung der Heizkosten
  • Senkung des Schadstoffausstoßes
  • eventuell Reduzierung des CO2-Ausstoßes (abhängig von der Nachhaltigkeit der Energiequelle)
  • Unabhängigkeit von schwankenden Marktpreisen bei fossilen Energieträgern
  • je nach Energiequelle begrenzte Autarkie möglich
  • höherer Wohnkomfort durch neue technische Möglichkeiten (zum Beispiel Einsatz von Wärmepumpen zur Kühlung im Sommer)
  • bei Verwendung zur Warmwasserbereitung zusätzliche Einsparmöglichkeiten
  • attraktive Förderprogramme

Welche Möglichkeiten hast du für das Heizen mit erneuerbaren Energien?

Für Privathaushalte existieren verschiedene Optionen für das Heizen mit erneuerbaren Energien. Technisch gesehen gibt es auch noch weitere Möglichkeiten, die aber in der Regel für Einfamilienhäuser (noch) zu aufwendig und kostenintensiv sind. Dies ist zum Beispiel bei Brennstoffzellen in Blockheizkraftwerken der Fall.

Überhaupt zählen die sogenannten BHKW nur bedingt zu den erneuerbaren Energien, da hierbei meist ein Verbrennungsmotor zum Einsatz kommt, um Wärme und Strom zu erzeugen. Dennoch sind BHKW unter Umständen gut für die Umwelt, weil die Abwärme genutzt wird und der Wirkungsgrad sehr hoch ist.

Wie bereits kurz erwähnt kannst du grundsätzlich auch verschiedene Heizungstypen mit erneuerbaren Energien kombinieren. Nutzt du zum Beispiel eine moderne Brennwertheizung mit Gas oder Öl, kannst du für die Modernisierung zur Hybridheizung in Verbindung mit einer Wärmepumpe oder Solarthermie durchaus eine Förderung vom BAFA oder von der KfW erhalten.

Überblick über erneuerbare Energieträger für die Heizung in Privathaushalten

  • Holz beziehungsweise Biomasse kann in Form von Pellets, Hackschnitzeln oder Scheiten in Holzvergaserkesseln verbrannt werden. Automatische Fördersysteme machen das Bestücken mit Brennstoff bei der Pelletheizung fast so komfortabel wie bei der Ölheizung. Allerdings ist diese Art der Heizung erst dann wirklich nachhaltig und klimaneutral, wenn das Holz aus regionalen Quellen (bevorzugt aus Holzabfällen) stammt.
  • Wärmepumpen nutzen kostenlose Umweltwärme aus Luft, Erdwärme oder Grundwasser und benötigen lediglich Strom für den Eigenbetrieb, den du wiederum mit Photovoltaik zumindest teilweise selbst erzeugen kannst. Beachte jedoch, dass sich so eine Anlage nicht für jedes Haus eignet, da die Heizungsunterstützung nur bei Heizungen mit niedrigen Vorlauftemperaturen sinnvoll ist.
  • Solarthermie nutzt die Wärme der Sonne für die Heizungsunterstützung und/oder Warmwasserbereitung. Sie eignet sich besonders gut für den Einsatz in Hybridheizungen (zum Beispiel Gas-Hybridheizung). Sie benötigt ausreichend dimensionierte Pufferspeicher, damit die Energie auf Abruf zur Verfügung steht.
  • Biogas aus organischen Materialien wie Pflanzen- oder Lebensmittelresten kann in den meisten modernen Gasheizungen problemlos verbrannt werden. Das ist allerdings nur nachhaltig, wenn die Biogasproduktion nicht mit der Nahrungsmittelproduktion konkurriert.
  • Synthetisches Gas lässt sich durch Strom erzeugen. Kommt der benötigte Strom aus Windkraft- oder Solaranlagen, zählt synthetisch erzeugter Wasserstoff zu den erneuerbaren Energieträgern, der ins Erdgasnetz eingespeist werden kann. Die Kosten sind teilweise noch sehr hoch und nicht alle Gasheizungen können damit betrieben werden.
  • Blockheizkraftwerke (BHKW) liefern sowohl Strom als auch Wärme. Wenn für das Heizen erneuerbare Energien genutzt werden, kann diese Anlage sowohl klimaneutral als auch schadstoffarm beziehungsweise schadstofffrei arbeiten. Wie geschildert ist ein BHKW für Privathaushalte allerdings in der Anschaffung recht teuer.
  • Photovoltaik spielt für das Heizen mit erneuerbaren Energien nur eine untergeordnete Rolle und dient beispielsweise eher als Ergänzung für den Strom der Wärmepumpe. In Ausnahmefällen ist auch die Nutzung zum Betrieb von Stromheizungen möglich. Allerdings kann deren Bedarf in der Regel nicht komplett aus Solarstrom gedeckt werden.

Kleiner Exkurs: Wie funktioniert das mit der Gas-Hybridheizung?

Wenn du eine Ölheizung ausrangieren oder eine bestehende Gasheizung modernisieren möchtest, kannst du mit der Umrüstung auf eine Hybridheizung zumindest einen kleinen Beitrag für die Umwelt und den Klimaschutz leisten. Du nutzt dann zwar immer noch fossile Energieträger, kannst den Verbrauch aber deutlich reduzieren, wenn etwa eine Wärmepumpe oder eine Anlage für Solarthermie die Heizung sinnvoll unterstützt. Neben der Heizungsunterstützung ist auch die Warmwasserbereitung ein wichtiger Faktor, denn gerade im Sommer läuft die Heizungsanlage eigentlich nur, weil wir auch dann warmes Wasser nutzen möchten. Übernehmen erneuerbare Energien diese Aufgabe, kannst du hier ebenfalls Kosten sparen und der Umwelt etwas Gutes tun.

Im Rahmen einer Heizungsmodernisierung gibt es für die Umrüstung auf EE-Hybridheizungen eine Förderung, wodurch sich die Investitionskosten reduzieren. Nach einiger Zeit holst du die Mehrkosten außerdem über die Einsparungen bei den Heizkosten wieder herein. Wie schnell das geht, hängt natürlich von der Größe und dem Heizbedarf deines Haushalts ab. Prinzipiell ist der Umstieg auf beziehungsweise die Einbeziehung von erneuerbaren Energien beim Heizen fast immer möglich. Rüstest du auf eine neue Heizung um, lassen sich Komponenten wie Solarthermie oder Wärmepumpe in der Regel einfach integrieren.

Zu beachten ist jedoch auch die generelle Energieeffizienz deines Gebäudes. Gut gedämmte Häuser eignen sich für das Heizen mit erneuerbaren Energien deutlich besser als schlecht gedämmte Altbauten. Es ist daher sinnvoll, die Heizungsanlage nicht isoliert zu betrachten, sondern die Energieeffizienz insgesamt zu optimieren. Die KfW hilft dabei mit Krediten und Zuschüssen für effiziente Gebäude (Bundesförderung für effiziente Gebäude – BEG).

 

Heizen mit erneuerbaren Energien lohnt sich fast immer

Bei Neubauten solltest du im Interesse der Umwelt und des eigenen Geldbeutels ohnehin auf das Heizen mit erneuerbaren Energien setzen. Doch auch bei Modernisierungen leistest du dank Teillösungen in Form von Hybridheizungen schon einen wichtigen Beitrag. Welche Energieträger im Einzelnen infrage kommen, hängt von deinen persönlichen Vorlieben, dem Investitionsumfang sowie der Verfügbarkeit der jeweiligen Technologie vor Ort ab.

Der Staat fördert das Heizen mit erneuerbaren Energien im Zuge der BEG sowohl für Einzelmaßnahmen in Bestandsbauten als auch beim Neubau oder bei der Sanierung zum KfW-Effizienzhaus.

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