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Heizen mit Flüssiggas

Über diesen Artikel

Lesezeit

4 Minuten

Veröffentlichung

03.12.2021

Letztes Update

07.12.2021

Heizen mit Flüssiggas: Welche Vorteile hat eine Flüssiggasheizung?

Heizen mit Flüssiggas eignet sich vor allem für Haushalte, die keinen Anschluss für eine Gasheizung haben. Hier erfährst du, wann sich eine Flüssiggasheizung lohnen kann.

Inhalt des Blogartikels

Was ist Flüssiggas?

Neben Erdöl und Erdgas ist Flüssiggas ein fossiler Brennstoff, der zur Gewinnung von Warmwasser und Heizungswärme verwendet wird. Anders als diese ist Flüssiggas eine Art Nebenprodukt, das bei der Raffination von Erdöl entsteht. Flüssiggas ist dabei kein reines Gas, sondern eine Kombination aus Propan und Butan. Beide Gase gehen unter dem Einfluss von Druck in einen flüssigen Zustand über.

Diesen Vorteil weiß man vor allem bei dem Transport von Flüssiggas zu nutzen, da das Gas in flüssiger Form wesentlich weniger Platz im Tank wegnimmt und sich somit leichter transportieren lässt. Sobald es am Zielort in die entsprechenden Tanks gepumpt wird, wird das flüssige Gas wieder in einen gasförmigen Zustand versetzt.

 

Wann ist das Heizen mit Flüssiggas sinnvoll?

Das Heizen mit Flüssiggas ist vor allem dann sinnvoll, wenn der Anschluss für Erdgas am Haus fehlt oder zu weit entfernt ist, sodass eine meterlange Leitung notwendig wäre. Davon sind in erster Linie Haushalte in ländlichen Regionen betroffen, die mit dem Fernwärme- und Erdgasnetz nicht verbunden sind. Oft werden diese Haushalte noch mit einer Ölheizung betrieben, die (verglichen mit einer Flüssiggas- oder Gasheizung) vergleichsweise teuer ist.

Während das Heizen mit Flüssiggas etwa 263 Gramm CO2-Äquivalente pro Kilowattstunde verbraucht, liegt die CO2-Äquivalente von Heizöl bei etwa 303 Gramm pro Kilowattstunde.1 Verglichen mit Flüssiggas und Heizöl produziert das Heizen mit Erdgas nur etwa 249 Gramm CO2-Äquivalente pro Kilowattstunde.2

Flüssiggas spart als Energieträger zwar nicht so viel CO2 ein wie Erdgas, jedoch ist eine Flüssiggasheizung auf jeden Fall umweltfreundlicher als eine Ölheizung. Eine Flüssiggasheizung kann sich übrigens auch dann lohnen, wenn andere Heizungen zu teuer sind und als Alternative für eine Ölheizung nicht infrage kommen.

 

Wie teuer ist das Heizen mit Flüssiggas?

Wie bei jeder anderen Heizung stellt sich natürlich auch hier die Frage, wie teuer eine Flüssiggasheizung ist und wie hoch die laufenden Kosten sind. Allein für die Anschaffung einer Flüssiggasheizung müssen Hausbesitzer mehrere tausend Euro einkalkulieren. Hinzu kommen die Kosten für den Flüssiggastank und den Einbau, der, je nach Standort, variieren kann. So ist der Aufbau eines Flüssiggastanks im Garten preiswerter als ein Tank, der in die Erde eingelassen wird.

So viel kann eine Flüssiggasheizung samt Tank kosten:

  • Flüssiggastank: etwa 1.500 bis 2.100 Euro
  • Flüssiggasheizung: etwa 3.000 bis 6.000 Euro
  • Kosten für den Anschluss: etwa 400 bis 500 Euro

Neben den Kosten für die Anschaffung einer Flüssiggasheizung müssen beim Heizen mit Flüssiggas auch die laufenden Kosten einkalkuliert werden. Hier kann der jährliche Flüssiggasverbrauch zwischen 1.100 und 1.500 Euro liegen, wobei die Gaspreise sich stark am Preis für Heizöl orientieren und deshalb ständigen Schwankungen unterliegen. Hinzu kommen die Kosten für den Schornsteinfeger (100 bis 150 Euro) und den Strom (30 bis 50 Euro), der für den Betrieb der Flüssiggasheizung benötigt wird.

Zu den laufenden Kosten gehören auch die Kosten für die Wartung des Flüssiggastanks. Unabhängig vom Standort muss der Tank alle 2 Jahre auf äußere Schäden geprüft werden. Alle 10 Jahre wird dann das Innere des Flüssiggastanks geprüft, um eventuelle Schäden ausschließen zu können. Die Kosten für die Prüfungen können sich auf 300 bis 500 Euro belaufen.

 

Flüssiggastank kaufen oder mieten

Bei den Preisen für den Kauf eines Flüssiggastanks stellt sich natürlich die Frage, ob es vielleicht günstiger ist, einen Tank zu mieten. Ein großer Vorteil einer Miete ist, dass die Anschaffungskosten für einen Gastank entfallen, da sie in der Regel vom jeweiligen Anbieter getragen werden. Oft kann ein Flüssiggastank für etwa 10 Euro pro Monat gemietet werden, wobei viele Vermieter auch gerne einen Preis anbieten, der sowohl die Kosten für den Einbau als auch die laufenden Kosten enthält.

Auf Anhieb hört sich dies natürlich sehr verlockend an, jedoch können die Kosten für das Mieten eines Flüssiggastanks die Ausgaben für den Kauf im Laufe der Jahre übersteigen. Hinzu kommt das Problem, dass das Anmieten einer Flüssiggasheizung meist an den Gaspreisen des Anbieters gekoppelt ist, sodass Verbraucher beim Kauf des Brennstoffes oft kräftig draufzahlen müssen. Aus diesem Grund lohnt es sich, beide Varianten gegenüberzustellen und genau abzuwägen, ob sich das Anmieten eines Flüssiggastanks auch tatsächlich lohnt.

 

Voraussetzungen für einen Flüssiggastank

Ähnlich wie bei einer Ölheizung wird für das Heizen mit Flüssiggas ein Flüssiggastank benötigt. Hier fragen sich Verbraucher, wie groß der Tank für das Flüssiggas überhaupt sein muss. Hier gilt es zuallererst, das Platzangebot für den Tank zu prüfen. Die Größen des Tanks variieren gewöhnlich zwischen 900 und 6.500 Liter, was sich natürlich auf den Preis für die Anschaffung auswirken kann.

Auch können die Anschaffungskosten für den Flüssiggastank von dem Standort beeinflusst werden. Ein Tank für das Heizen mit Flüssiggas kann entweder im Inneren des Hauses (Keller) oder im Garten aufgestellt werden. Wird der Tank in einem Keller aufgestellt, darf dies nur unter Einhaltung strenger Sicherheitsbestimmungen (FeuVO) geschehen, daneben dürfen sich in einem Radius von etwa 3 Metern keine Öffnungen oder entzündlichen Quellen befinden. Falls der Platz für einen Flüssiggastank fehlt, kann der Tank auch in den Boden eingelassen werden. Aufgrund des Aufwandes sind die Kosten für einen Tank, der in den Boden eingelassen wird, etwas höher als die für einen Tank, der im Garten oder Keller aufgestellt wird.

Wer glaubt, einen alten Öltank als Tank für Flüssiggas nutzen zu können, wird enttäuscht. Bei einem Flüssiggastank handelt es sich nämlich um einen ganz speziellen Tank, der besonders stabil und druckfest sein muss, um den Austritt von Flüssiggas zu vermeiden. Flüssiggas ist nämlich ein hochexplosives Gas, das sich leicht entzünden kann, sobald es aus dem Tank austritt. Aus diesem Grund müssen Flüssiggastanks auch regelmäßig gewartet werden.

 

Welche Vorteile und Nachteile hat das Heizen mit Flüssiggas?

Vorteile von Flüssiggas

  • Flüssiggastanks können unabhängig aufgestellt werden – vor allem dort, wo es keinen Gasanschluss gibt.
  • Das Heizen mit Flüssiggas ist billiger als das Heizen mit Öl.
  • Die Tanks lassen sich sowohl im Haus als auch im Garten aufstellen.
  • Anlagen mit Tank und Heizung können bequem gemietet werden.
  • Flüssiggas zeichnet sich durch einen höheren Energiegehalt aus als Gas.
  • Flüssiggasheizungen erzeugen viel weniger CO2 und Feinstaub als eine Ölheizung, sie sind also deutlich umweltfreundlicher.
  • Bei der Verbrennung entstehen keine unangenehmen Gerüche.

Nachteile von Flüssiggas

  • Flüssiggas gehört zu den fossilen Energieträgern, die uns nicht unendlich zur Verfügung stehen.
  • Das Gas ist hochexplosiv, weshalb die Tanks regelmäßig gewartet werden müssen.
  • Da die Tanks stabiler sein müssen, sind sie entsprechend teuer.
  • Die Preise für Flüssiggas orientieren sich an den Ölpreisen.

Fazit: Heizen mit Flüssiggas hat viele Vorteile

Viele Verbraucher stehen dem Heizen mit Flüssiggas etwas skeptisch gegenüber, jedoch hat die Heizung viele Vorteile. Sie wird vor allem in ländlichen Regionen genutzt, in denen es zum Beispiel keinen Anschluss für Erdgas gibt. Die Tanks können ganz einfach im Garten aufgestellt oder in die Erde eingelassen werden, wobei die Anlagen nicht unbedingt gekauft, sondern auch gemietet werden können. Die Preise orientieren sich zwar am derzeitigen Ölpreis, jedoch ist das Heizen mit Flüssiggas günstiger als mit Öl und somit eine gute Alternative.

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