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So klappt das Heizen im Altbau

Über diesen Artikel

Lesezeit

4 Minuten

Veröffentlichung

24.10.2021

Letztes Update

07.12.2021

Heizen im Altbau muss nicht teuer bleiben

Das Heizen im Altbau ist erheblich teurer als in einem Neubau. Doch mit guter Wärmedämmung, einer modernen Heizung und anderen Maßnahmen lässt sich langfristig Geld sparen.

Inhalt des Blogartikels

Wo liegen die größten Unterschiede beim Heizen von Altbau und Neubau?

Wenn du in einem alten Haus wohnst, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass dein Heizenergiebedarf erheblich über dem eines Neubaus liegt, von einem Passivhaus ganz zu schweigen. Neben veralteten Heizungsanlagen spielen Alter und Zustand von Gebäuden, ihre Größe sowie die Bauweise eine entscheidende Rolle für das energieeffiziente Heizen im Altbau. Abgesehen von den hohen Heizkosten fällt zudem die höhere Umweltbelastung unsanierter Altbauten immer mehr ins Gewicht.

Doch wo liegen die größten Unterschiede zwischen dem Heizen im Altbau verglichen mit dem im Neubau?

Alte Heizungen und schlechte Energieeffizienz

Generell spielen beim Heizen im Altbau ineffiziente Heizungsanlagen die größte Rolle. Fachleute gehen davon aus, dass eine Erneuerung der Heizungsanlage bereits nach 15 Jahren sinnvoll ist. Die meisten Heizungen in Altbauten sind jedoch erheblich älter.

Den Investitionskosten, für die es im Übrigen oft die Möglichkeit der Beantragung von Fördermitteln gibt, stehen die Einsparungen durch effektivere Technik sowie die bessere Umweltbilanz gegenüber. Bevor du aber jetzt blind eine neue Heizung kaufst, gilt es, einige andere Voraussetzungen zu überprüfen.

Eine bessere Dämmung spart auch ohne neue Heizung viel Energie

Beim Heizen im Altbau ist die schlechte Dämmung von Wänden, Fenstern, Türen und Dächern der größte Faktor für den Verlust von Energie, die über sogenannte Wärmebrücken ungenutzt verpuffen kann. Das kannst du auch an folgenden Zahlen erkennen: Energetisch nicht sanierte Altbauten haben einen Heizwärmebedarf von über 230 kWh pro m² und Jahr. Zum Vergleich: Gebäude nach der Wärmeschutzverordnung (WSchVO) von 1984 kommen auf circa 160 kWh/m² jährlich, Häuser nach WSchVO 1995 haben einen Durchschnittswert von rund 80 kWh/m² im Jahr. Passivhäuser kommen hingegen sogar auf Werte von 15 kWh pro m² und Jahr.

Das Einsparpotenzial ist also gewaltig. Bevor du überhaupt an Maßnahmen wie eine Modernisierung der Heizung oder den Einbau einer Wärmepumpe nachdenkst, solltest du folglich die Wärmedämmung optimieren.

Was zählt zur Dämmung?

  • Fenster tragen entscheidend zur Wärmedämmung bei.
  • Alte Türen sind häufig nicht besonders dicht, sodass kalte Luft hinein- und die Wärme hinausgelangt.
  • Die Fassadendämmung kann je nach Bauweise weitere Einsparungen bei den Heizkosten bringen.
  • Denke auch an die Dämmung von Dachboden beziehungsweise Dachgeschoss und eventuell Treppenhäusern.

Tipps zum richtigen Heizen im Altbau

Im modernen Neubau oder gar Passivhaus gibt es häufig intelligente Steuersysteme, die den maximalen Nutzen aus der Heizenergie herausholen und das Nutzungsverhalten der Bewohner berücksichtigen. Generell kannst du bei entsprechendem Investitionsaufwand solche Heizsysteme auch im Altbau nachrüsten, etwa durch die Nutzung smarter Thermostate und einer intelligenten Heizungssteuerung.

Möchtest du die Verteilung der Wärme im Haus weiterhin manuell regeln, ist auch das selbstverständlich möglich. Allerdings solltest du dabei einige grundlegende Tipps beachten:

  • Nicht alle Räume müssen gleich warm sein. Eine Absenkung der Temperatur in wenig genutzten Räumen ist sinnvoll und spart viel Energie.
  • Aber Vorsicht: Niemals die Heizung komplett abstellen, da die Räume sonst auskühlen. Dies begünstigt insbesondere bei Außenwänden die Schimmel- und Feuchtigkeitsbildung und schafft eine Wärmebrücke zu angrenzenden beheizten Räumen.
  • Richtiges Lüften ist besonders im Winter entscheidend, um Luftfeuchtigkeit und Wärmebedarf sinnvoll zu regulieren.

Weitere Tipps und Details haben wir in unserem Artikel zum richtigen Heizen für dich zusammengestellt.

 

Altbaucharme hat seine Nachteile in Sachen Energieeffizienz

Verfügen insbesondere die Außenwände im Altbau über eine schlechte oder überhaupt keine Dämmung, hast du eine Wärmebrücke, über die Heizwärme verloren geht. Bleiben die Innenflächen der Außenwände regelmäßig kalt, ist das ein deutlicher Hinweis auf eine unzureichende Wärmedämmung.

Hinzu kommen Konstruktionsmerkmale, die das Heizen im Altbau ineffizient machen. So waren die hohen Decken vieler Altbauten früher ein Statussymbol. Physikalisch gesehen stellt das aber ein energetisches Problem dar. Denn je höher der Raum, desto größer auch die Luftmasse, die die Heizung erwärmen muss. Außerdem steigt die Wärme im Raum nach oben, weshalb der Rest des Raums nur mit deutlich höherer Heizleistung auf ein komfortables Niveau gebracht werden kann.

Ebenfalls verbreitet sind Heizkörper in Nischen. Diese Konstruktionsweise sollte mehr Fläche zum Aufstellen von Möbeln bieten, ist aber ungünstig für die Verteilung der Energie im Raum. Mehr noch: Heizkörpernischen neigen zur Bildung von Kondenswasser und begünstigen somit die Schimmelbildung. Das gilt umso mehr, je dichter du Möbel an Heizkörpern aufstellst.

Ein weiteres Problem liegt in den oftmals sehr hohen und toll gestalteten Fenstern und Türen, die aber selten moderne Standards der Wärmedämmung erfüllen. Problematisch kann sich hierbei auch der Denkmalschutz auswirken, denn nicht alle Sanierungsmaßnahmen sind mit den Regeln der Denkmalschützer kompatibel. Fast immer sind die denkmalschutzkonformen Lösungen aufwendiger und teurer als in anderen Gebäuden. Noch mehr Informationen findest du in unserem Artikel über den Umbau vom Altbau zum Passivhaus.

 

Welche Rolle spielt die Technik beim Heizen im Altbau?

Der Zustand der Heizungsanlage beziehungsweise ihr Alter ist maßgeblich für die Energieeffizienz. In Altbauten sind für gewöhnlich Ölheizungen oder Gasheizungen verbaut, die allerdings über veraltete Heizwerttechnik verfügen. Ein Upgrade der Heizung auf oder eine Ergänzung durch erneuerbare Energien ist grundsätzlich möglich. Hierfür hast du verschiedene Optionen, die jedoch nicht alle gleich sinnvoll sind.

So hat der Einbau einer Wärmepumpe im Altbau nur dann Sinn, wenn deine Dämmung bereits auf dem neuesten Stand ist. Außerdem funktionieren Wärmepumpen besser mit einer Flächenheizung wie einer Fußbodenheizung, da diese niedrigere Vorlauftemperaturen benötigen als die üblicherweise im Altbau verbauten Heizkörper. Möchtest du diese weiterhin nutzen, weil die Rohre sowieso schon liegen und der Aufwand bei der Erneuerung der Heizung so in Grenzen gehalten werden kann, empfiehlt sich der Umstieg auf eine moderne Brennwertheizung.

Modernisierung von Gasheizung oder Ölheizung zur Brennwertheizung

Beim Austausch der vorhandenen Heizungsanlage gegen ein System mit moderner Brennwerttechnik kannst du die vorhandene Heizungs-Infrastruktur im Gebäude weiterhin nutzen. Allerdings solltest du auch hier ein Auge auf die Dämmung werfen, denn nicht oder schlecht gedämmte Heizungsrohre verlieren ebenfalls unnötig viel Wärmeenergie.

Bei der Frage nach Öl oder Gas hast du derzeit noch die Wahl. Mittelfristig werden neue Ölheizungen bis auf wenige Ausnahmen zwar verboten, aber bis 2026 kannst du noch einen Öl-Brennwertkessel einbauen lassen. Das bietet sich vor allem dann an, wenn eine Gasheizung mangels Gasanschlusses keine Alternative ist.

Ansonsten sind Gas-Brennwertheizungen eine Alternative, weil sie auch umwelttechnisch einen Schritt nach vorne bedeuten. Darüber hinaus sparst du Platz, weil du keinen Öltank mehr benötigst. Diesen Platz kannst du beispielsweise für einen Pufferspeicher einer ergänzenden Solarthermieanlage oder einer Wärmepumpe nutzen. Solche Hybridheizungen sind für das Heizen im Altbau oft die sinnvollste Lösung.

Sowohl Gas als auch Öl unterliegen jedoch großen Preisschwankungen und bleiben trotz moderner Technik fossile Brennstoffe mit den bekannten Nachteilen für die Umwelt.

Eine andere Alternative ist die Pelletheizung. Sie funktioniert technisch ähnlich wie die gewohnte Ölheizung und ist auch von der Handhabung und Bevorratung her ähnlich einzustufen.

Tipp: Welche Option im Detail für dich infrage kommt, erfährst du in unserem Artikel zur Heizungserneuerung im Altbau. Dort findest du auch weitere Informationen zu den attraktiven Möglichkeiten einer staatlichen Förderung für die Wärmedämmung und eine neue Heizung.

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