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Gas- oder Ölheizung | Was ist umweltfreundlicher?

Über diesen Artikel

Lesezeit

5 Minuten

Veröffentlichung

12.04.2022

Letztes Update

19.04.2022

Wofür sollst du dich entscheiden: Gas- oder Ölheizung?

Gas oder Öl, womit kannst du umweltfreundlicher, kostengünstiger und zukunftsfähiger heizen? Die Antwort findest du hier in unserem Artikel.

Inhalt des Blogartikel

 

Ölheizungen und Gasheizungen in Deutschland

Laut Statista waren 2019 noch 4,8 Millionen Öl- und 7 Millionen Gasheizungen in Betrieb. Da beide Systeme mit fossilen Brennstoffen heizen, stoßen sie bei deren Verbrennung das klimaschädliche Gas CO2 (Kohlenstoffdioxid) aus. Wobei Ölkessel einen höheren CO2-Ausstoß aufweisen als Gaskessel. Besonders ungünstig ist diese Kennziffer bei älteren Kesseln, die noch nicht mit Niedertemperatur- oder Brennwerttechnik arbeiten. Die CO2-Emissionen sind für den Treibhauseffekt und die dadurch verursachte globale Klimaerwärmung hauptverantwortlich.

 

Funktionsweise einer Öl- oder Gasheizung

Egal ob Gas oder Öl – beide Heizsysteme sind wasserführende Heizungen. Die gesamte Anlage besteht im Wesentlichen aus

  • einem Kessel,
  • einem Pufferspeicher,
  • der Verrohrung und
  • den Heizkörpern in den Räumen.

Alles zusammen bildet ein geschlossenes System, in dem Wasser zirkuliert. Im Heizkessel befindet sich ein Brenner für Heizöl oder Gas, der den Brennstoff mit einer Flamme verbrennt und so das durch den Kessel fließende Wasser erwärmt. Das warme Wasser wird mithilfe einer Pumpe durch das Rohrsystem zu jedem einzelnen Heizkörper transportiert. Der Heizkörper gibt die Wärme ab und somit lässt sich der Raum heizen. Das nun kühlere Wasser fließt zum Heizkessel zurück und wird erneut auf die vorgegebene Temperatur erwärmt.

Ältere Heizsysteme arbeiten mit einer relativ hohen konstanten Temperatur, auf die das Wasser aufgeheizt wird. Der Fachausdruck lautet Vorlauftemperatur. Dabei werden viel Energie und damit Brennstoff verbraucht. Der CO2-Ausstoß ist sehr hoch.

Moderne Heizungen nutzen niedrigere Temperaturen, die zudem abhängig vom Wärmebedarf in den Räumen gesteuert werden. Der Brennstoffverbrauch und der CO2-Ausstoß sind geringer. Hinzu kommt, dass die Verbrennung effizienter erfolgt und den sogenannten Brennwert des Brennstoffs besser ausnutzt (Brennwerttechnik).

Was ist der Heizwert und was ist der Brennwert?

Fachleute unterscheiden zwischen dem Heizwert eines Brennstoffs und dem Brennwert. Der Heizwert beziffert die maximal nutzbare Wärmeenergie, berücksichtigt aber nicht die Wärme, die bei der Verbrennung mit den heißen Abgasen ungenutzt abgeführt wird. Im Brennwert ist auch diese Energie enthalten. Die Brennwerttechnik nutzt einen Teil der Wärme der Abgase und führt sie dem Heizvorgang wieder zu.

Brennwertgeräte sind derzeit die effizientesten Heizkessel mit dem geringsten CO2-Ausstoß. Diese Technik wird sowohl in Kesseln für Gas als auch für Öl realisiert.

 

Öl oder Gas: Das kommt bei den Heizungen auf dich zu

Für eine Ölheizung benötigst du immer einen Tank für das Heizöl und Platz für einen Heizkessel. Für eine Gasheizung wird kein Tank benötigt, sofern ein Anschluss für Erdgas zur Verfügung steht. Das ist zumindest in Städten fast immer der Fall. Ein Gaskessel ist nicht unbedingt notwendig. Die Heizung kann auch mit sogenannten Gasthermen realisiert werden. Die vergleichsweise kleinen Geräte hängen an der Wand und sorgen wie ein Kessel für Heizung und warmes Wasser. In Bezug auf den Platzbedarf sind Gasheizungen im Gegensatz zu Ölheizungen also flexibler.

Wie sieht es mit den Kosten aus?

Bei einer Modernisierung, bei der im Wesentlichen der Kessel getauscht und die sonstige Installation beibehalten wird, liegen die Öl- und Gasheizung nahezu gleichauf. Bei einem Einfamilienhaus beziffern sich die Kosten einer Ölheizung auf etwa 7.000 bis 9.000 Euro und auf circa 6.000 bis 10.000 Euro bei Gas. 

Die Heizkosten sind bei Öl und Gas derzeit auch recht nah beieinander. Das liegt aber daran, dass der Preis für Heizöl aktuell sehr niedrig ist. Auf lange Sicht wird das nicht so bleiben. Hinzu kommt, dass ab 2021 auf fossile Brennstoffe ein CO2-Aufschlag erhoben wird. Dieser Zuschlag wird in den Folgejahren sukzessive erhöht werden. Heizöl wird sich durch seinen höheren CO2-Ausstoß damit gegenüber Erdgas überproportional verteuern. Bei einem Einfamilienhaus mit einem jährlichen Heizwärmebedarf von 10.000 kWh (Kilowattstunden) steigen die Heizkosten dadurch bei einer Gasheizung im Jahr 2021 um circa 55 Euro und im Jahr 2025 um circa 121 Euro. Ausgangspunkt sind jeweils die jetzt aktuellen Heizkosten. Bei einer Ölheizung sind es 2021 etwa 70 Euro und 2025 rund 154 Euro.

 

Zukunftsfähigkeit der beiden Heizsysteme

Die Bundesregierung beschließt kontinuierlich neue Maßnahmen, um den Verbrauch fossiler Energieträger und den CO2-Ausstoß zu verringern. Hintergrund ist das Klimaschutzabkommen, das 2015 in Paris geschlossen wurde. Hier haben sich die teilnehmenden Staaten verpflichtet, die Treibhausgasemissionen so weit zu verringern, dass die globale Erderwärmung bei deutlich unter 2 Grad Celsius gestoppt wird. Das betrifft besonders den CO2-Ausstoß. Im Zuge der Umsetzung dieser Ziele wird die Energieeinsparverordnung (EnEV) immer weiter verschärft und im Dezember 2019 hat die Bundesregierung das Klimaschutzgesetz beschlossen, das unter anderem die steigende CO2-Besteuerung festschreibt.

Eine der resultierenden Maßnahmen ist die Pflicht, Heizkessel zu tauschen, die länger als 30 Jahre in Betrieb sind. Das betrifft Öl- und Gaskessel, die auf der Konstanttemperaturtechnik basieren und im Leistungsbereich 4 bis 400 kW (Kilowatt) liegen. Hinzu kommt, dass ab 2026 generell keine Ölkessel mehr neu installiert werden dürfen. Ölkessel, die bis dahin nicht der Austauschpflicht unterliegen, dürfen aber weiter genutzt werden.

Das heißt jedoch nicht, dass du dich mit einer modernen Gasheizung auf Dauer sicher fühlen kannst. Ähnlich wie im Fahrzeugbau lautet das Fernziel, in Zukunft nahezu vollständig auf fossile Brennstoffe verzichten zu können. Eine erste Maßnahme ist die Einstellung der Förderung der modernen Gas-Brennwertkessel. Bisher gab es Zuschüsse beim Umstieg von einem alten Heizkessel auf die moderne Brennwerttechnik. Das ist nun nicht mehr der Fall.

 

Aktuelle Förderungen von Heizsystemen

Die Förderinstrumente wurden neu ausgerichtet. Bestandteil des neuen Klimaschutzgesetzes ist ein Marktanreizprogramm (MAP) des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Und die Stoßrichtung geht eindeutig in Richtung erneuerbare Energien und nachwachsende Rohstoffe sowie Heizungsmodernisierung in Bestandsbauten.

Im Neubau werden nur noch Anlagen für Solarthermie mit 30 Prozent der förderfähigen Kosten und Anlagen für Biomasse sowie Wärmepumpen mit 35 Prozent der förderfähigen Kosten gefördert.

Bei der Modernisierung in Bestandsbauten werden auch Hybridheizungen gefördert, die einen modernen Gas-Brennwertkessel mit einer oder mehreren Technologiekomponenten zur thermischen Nutzung erneuerbarer Energien (Solarthermie, Biomasse oder Wärmepumpe) über eine gemeinsame Steuerungs- und Regelungstechnik miteinander kombinieren. Laut BAFA beträgt die Förderung bis zu 30 Prozent der förderfähigen Kosten, gerechnet über die gesamte Heizungsanlage. Wird mit der Modernisierung eine Ölheizung ersetzt, erhöht sich der Fördersatz bei manchen neuen Heizsystemen um 10 Prozentpunkte.

 

Fokus auf Hybridheizung aus Gas und erneuerbaren Energien legen

Mit dem Neuinstallationsverbot von Ölheizungen ab 2026 und der verstärkten Förderung des Austauschs von Ölheizungen gegen Gas-Brennwert-Hybridsysteme oder Lösungen auf Basis erneuerbarer Energien und nachwachsender Rohstoffe hat der Gesetzgeber klargestellt, dass Ölheizungen langfristig völlig vom Markt verschwinden werden. Die Frage „Was lohnt sich eher: Öl oder Gas?“ kannst du daher eindeutig mit „Gas“ beantworten.

Wenn du jetzt oder in naher Zukunft deine Heizungsanlage modernisieren musst, dann ist ein Gas-Hybridsystem eine echte Alternative. Damit kannst du einerseits mit erneuerbaren Energien heizen und dein Projekt ist förderfähig. Andererseits verwendest du parallel bewährte moderne Technik, die dir eine erhöhte Ausfallsicherheit garantiert.

Falls du keine Möglichkeit hast, ein Hybridsystem zu installieren, ist die Gas-Brennwerttechnik allein ebenfalls eine gute Alternative. Auf die Nutzung von Fördermitteln musst du zwar verzichten. Aber aus heutiger Sicht sollte ein solcher Kessel mindestens die nächsten 20 Jahre ohne gesetzliche Einschränkungen nutzbar sein. Aktuell stehen selbst Ölkessel, die nicht der Austauschpflicht unterliegen, auch über das Jahr 2026 hinaus unter Bestandsschutz. Ähnliche Regeln wird es für die Gas-Brennwertkessel geben, wenn deren Neuinstallation irgendwann verboten werden sollte.

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