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Welche Kosten und Förderungen du beim Kauf einer Brennstoffzellenheizung im Blick haben solltest

Über diesen Artikel

Lesezeit

3 Minuten

Veröffentlichung

03.05.2020

Letztes Update

05.07.2022

  • Intelligent heizen
  • Heizung
  • Welche Kosten und Förderungen du beim Kauf einer Brennstoffzellenheizung im Blick haben solltest

Diese Themen erwarten dich im Artikel zu Kosten und Förderung einer Brennstoffzellenheizung:

Was du beim Kauf einer Brennstoffzellenheizung für das Eigenheim wissen solltest

Es gibt viele nachhaltige Möglichkeiten zur Wärme- und Stromerzeugung. Neben Öl, Gas, Solarenergie oder Holz, gibt es eine weitere umweltfreundliche Heizungsart: Die Brennstoffzellenheizung. Mit dieser Technik, die zu den sogenannten Nano-Blockheizkraftwerken gehört, erzeugst du Strom und heizt damit gleichzeitig dein Haus und dein Wasser auf. Die beste Beratung rund um das Thema der Anschaffung einer Brennstoffzellenheizung für dein Einfamilienhaus findest du hier.

 

Was ist eine Brennstoffzelle?

Bei der Brennstoffzelle handelt es sich im Grunde um eine stromerzeugende Heizung. Ihr größter Vorteil: Sie erzeugt zur Wärme für die Heizung und das Brauchwasser auch noch Strom. Damit ist sie eine sehr energieeffiziente Möglichkeit, ein Einfamilienhaus mit allem zu versorgen, was es benötigt. Der Wirkungsgrad einer Brennstoffzelle liegt bei rund 90 Prozent.

Eine Anlage mit Brennstoffzellen für ein Einfamilienhaus arbeitet mit einer sogenannten „kalten Verbrennung“, einem elektrochemischen Prozess nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Dabei werden Wasserstoff und Sauerstoff zusammengeführt, beide Stoffe reagieren miteinander und erzeugen dadurch Energie.

So erzeugt die Brennstoffzellenheizung Strom und Wärme

In ihrem Herzen hat die Brennstoffzelle zwei Elektroden: eine Anode und eine Kathode. Dazwischen befindet sich eine bedingt durchlässige Membran, die Ionen von der einen zur anderen Seite schickt. In diesem System wird nun Wasserstoff, der mit einem sogenannten Reformer aus Erdgas gewonnen wird, mit Sauerstoff zusammengebracht. Durch die chemische Reaktion teilen sich Protonen von Elektronen. Und genau die fließen zur Kathode und erzeugen dadurch Gleichstrom. Der muss nur noch in Wechselstrom umgewandelt und dem Hausstromnetz zur Verfügung gestellt werden.

Gleichzeitig wird in einer Brennstoffzelle Wärme erzeugt. Dazu vereinen sich die Wasserstoffionen an der Kathode mit den Sauerstoffmolekülen. Es entsteht die „kalte Verbrennung“, die Wärme freisetzt. Die wiederum wird der Heizungsanlage zum Heizen und zur Warmwasserbereitung zugeführt.

 

Braucht ein Einfamilienhaus besondere Voraussetzungen für eine Brennstoffzellenheizung?

Ja! Nicht jede Immobilie lässt sich so ohne Weiteres mit einer Brennstoffzellenheizung aus- oder nachrüsten. Als Grundvoraussetzungen gelten:

  • Genügend Platz für eine Zusatzheizung und den zusätzlichen Wärmespeicher.
  • Ein Schornstein, der für die Brennwerttechnik geeignet ist.
  • Ein Gasanschluss, damit die Brennstoffzelle aus dem Erdgas den benötigten Wasserstoff gewinnen kann.
  • Eine zentrale Heizungsanlage, weil die Brennstoffzellenheizung nur in den Zeiten anspringt, in denen Wärme und Strom von ihr gefordert werden.
  • Ein Wärmespeicher beispielsweise als Pufferspeicher. Damit auch dann Wärme genutzt werden kann, wenn die Brennstoffzellenheizung im Einfamilienhaus erst anspringen muss.
  • Eine Zusatzheizung, die dafür sorgt, dass die Heiztechnik eine lange und gleichmäßige Laufzeit hat. Sie springt auch dann ein, wenn die Grundlast des Wärmebedarfs, nach dem die Brennstoffzelle ausgelegt ist, überschritten wird – zum Beispiel im Winter.

 

So viel kostet eine Brennstoffzellenheizung im Einfamilienhaus

Um die wirklichen Kosten für eine Heizung mit Brennstoffzellen für ein Eigenheim ermitteln zu können, sind natürlich einige Faktoren ausschlaggebend. Die Größe des Hauses zum Beispiel und wie viele Familienmitglieder im Haus leben. Auch vorhandene Heizsysteme, die sich möglicherweise integrieren lassen sowie örtliche Besonderheiten sind zu bedenken. Die genauen Kosten für einzelne Positionen kann also letztendlich nur der Heizungsfachbetrieb geben, darum sind die folgenden Angaben Durchschnittspreise:

  • Heizgerät ca. 25.000 Euro
  • Warmwasserbereitung ca. 270 Euro
  • Abgasanlage ca. 700 Euro
  • Rohrleitungen ca. 800 Euro
  • Regelungstechnik ca. 2.100 Euro
  • Montage der neuen und eventuell Demontage der alten Heizung ca. 4.400 Euro
  • Optimierung der Strömung im Heizungssystem (hydraulischer Abgleich) ca. 430 Euro

Förderung: Für die Brennstoffzellenheizung gibt es satte Zuschüsse

Von den Kosten für eine Brennstoffzellenheizung sind noch Förderungen abzuziehen, die vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) sowie von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) vergeben werden. Diese richten sich nach der elektrischen Leistung der Brennstoffzellenheizung für das Einfamilienhaus und nach den förderfähigen Gesamtkosten.

So gibt das BAFA für Heizungen mit Brennstoffzellen, die ein 1 Kilowatt Leistung haben, 1.900 Euro dazu. Bis zu einer Leistung von 10 kW gibt es pro Kilowatt 100 Euro obendrauf, sodass eine 10-kW-Brennstoffzellenheizung mit 3.400 Euro gefördert wird. Für Brennstoffzellen mit höheren Leistungen gibt es dann pro Kilowatt jeweils 10 Euro mehr. Dadurch ergibt sich beispielsweise für eine 20-Kilowatt-Brennstoffzelle ein Zuschuss von 3.500 Euro.

Die KfW wiederum gewährt zunächst einen Festbetrag von 5.700 Euro. Je nach Leistung der Brennstoffzellenheizung werden dann pro 100 Watt Leistung weitere 450 Euro gezahlt.

Insgesamt können so bis zu 40 Prozent der Gesamtkosten für die Brennstoffzelle bezuschusst werden. Gefördert werden der Einbau der Anlage und bei integrierten Geräten der einer Zusatzheizung, die Kosten für den Energieberater und die Kosten für einen Vollwartungsvertrag für die Dauer von 10 Jahren.

Nicht zuletzt muss natürlich auch bedacht werden, dass durch den Gebrauch einer Brennstoffzellenheizung die Strom- und Heizkosten enorm gesenkt werden können. Unter anderem auch dadurch, dass überschüssig produzierter Strom gegen Gebühr ins öffentliche Netz eingespeist werden kann.

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