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Was ist ein Blockheizkraftwerk? | Vorteile & Nachteile

Über diesen Artikel

Lesezeit

3 Minuten

Veröffentlichung

04.04.2022

Letztes Update

12.04.2022

Vor- und Nachteile von Blockheizkraftwerken

Mit einem eigenen Kraftwerk selbstständig Strom und Wärme zu erzeugen: Zu schön, um wahr zu sein? Hier erfährst du Vorteile und Nachteile eines Blockheizkraftwerks.

Inhalt des Blogartikels

Was ist ein Blockheizkraftwerk überhaupt?

Obwohl Blockheizkraftwerke (BHKW) beziehungsweise die Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) meist mit fossilem Erdgas betrieben werden, ist diese Technik der gleichzeitigen Erzeugung von elektrischer und thermischer Energie ein wichtiger Baustein im Kampf gegen den Klimawandel. Für dein Ein- oder Mehrfamilienhaus gibt es Nano- und Mikro-BHKW, für dein Mehrfamilienhaus und größere Objekte Mini-BHKW. Große BHKW werden bereits seit Jahrzehnten in der Industrie und in Heizkraftwerken eingesetzt.

Mit einem Blockheizkraftwerk kann Energie dort erzeugt werden, wo sie benötigt wird. Durch das Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung wird bei der Verbrennung von Brennstoffen Energie in Form von Strom und Wärme gewonnen. Die meisten modernen Energieerzeugungsanlagen produzieren entweder Strom oder Wärme. Mit einem Blockheizkraftwerk (BHKW) wird beides produziert. Dies hat den Vorteil, dass der eingesetzte Brennstoff effizient verwertet werden kann. Dazu gehören

  • Erdgas
  • Flüssiggas
  • Biogas
  • leichtes Heizöl
  • Holz

Ein wichtiger Punkt ist die Energieerzeugung vor Ort. Dadurch entfallen Transportverluste. Zudem sinkt der CO2-Ausstoß spürbar. Der Primärenergieverbrauch sinkt ebenfalls. Inzwischen sind auch technisch ausgereifte BHKW-Anlagen mit Brennstoffzellen erhältlich.

 

Wie wirtschaftlich ist ein BHKW?

Die erste Frage, die gestellt wird, ist: „Welche Kosten verursacht ein Blockheizkraftwerk?“. Dabei fällt der hohe Anschaffungspreis für solche Anlagen auf. Dazu kommen die jährlichen Wartungen des BHKWs, die auch teurer sind als bei Standardheizungen. Allerdings sollte die Anschaffung als eine wirtschaftlich rentable Investition gesehen werden. Bei einem BHKW für Wohnhäuser kommst du bei einer Amortisation nach 10 Jahren auf eine Rendite von 6 bis 15 Prozent. Je nachdem, welche Leistung benötigt wird, kommt ein Nano-, ein Mikro- oder ein Mini-BHKW infrage. Dabei wird sowohl die Anschaffung als auch die Einspeisung des überschüssigen Stroms mit unterschiedlichen Mitteln, wie beispielsweise KfW-Darlehen und Zuschüssen, BAFA-Förderung oder zusätzlichen BHKW-Förderungen in einzelnen Bundesländern unterstützt.

 

Welche Vor- und Nachteile hat ein Blockheizkraftwerk?

Ein BHKW für Ein- und Mehrfamilienhäuser sind mit hohen Anschaffungskosten verbunden. Daher solltest du vor Abwägung der Vor- und Nachteile eines Blockheizkraftwerks und der gleichzeitigen Strom- und Wärmeerzeugung prüfen lassen, ob in deinem Fall ein wirtschaftlicher Betrieb gegeben ist.

Welche Nachteile bringt ein Blockheizkraftwerk mit sich?

Ein Blockheizkraftwerk zieht den größten Nachteil mit sich, dass es mit hohen Kosten einhergeht:

  1. Hohe Anschaffungs- und Installationskosten 2021:
    • Mikro-Anlage für Mehrfamilienhäuser circa 20.000 bis 25.000 Euro
    • Nano-Anlage für Ein- und Zweifamilienhäuser circa 15.000 Euro
    • Heizung mit Brennstoffzelle für Ein- und Zweifamilienhäuser 20.000 bis 25.000 Euro; je nach Notwendigkeit Zusatzkosten für Gas-Spitzenlastkessel, Pufferspeicher und Abgasführung, mindestens 30.000 Euro
  2. Hohe Wartungskosten
  3. Ohne Wärmebedarf keine Stromerzeugung
  4. Lange Betriebslaufzeiten erforderlich
  5. Exakte, individuelle Planung notwendig
  6. Abhängigkeit von der Preisentwicklung fossiler Energien
  7. Überschaubares Angebot

Vorteile von Blockheizkraftwerken

Trotz der Kosten lohnt es sich, in ein Blockheizkraftwerk zu investieren, da es viele Vorteile bietet. So kannst du an anderen Enden an Kosten einsparen und durch den hohen Wirkungsgrad von großer Effizienz profitieren. Ein weiteres Plus ist, dass sich die Investitionskosten fördern lassen und sich schnell amortisieren.

  1. Bis zu 50 Prozent niedrigere Energiekosten durch gleichzeitige Produktion von Strom und Wärme
  2. Hoher Wirkungsgrad: Nutzung von bis zu 90 Prozent der Primärenergie
  3. Durch gekoppelte Energieproduktion von Strom und Wärme ein Drittel weniger Ausstoß des klimaschädlichen CO2
  4. Schonung der Energieressourcen
  5. Hohe Nachhaltigkeit
  6. Fördergelder von Bund und Ländern
  7. Je nach Betriebsweise – Verbrennungsmotor, Stirlingmotor, Brennstoffzelle – große Flexibilität in der Auswahl der Energieträger Erdgas, Flüssiggas, Biogas, Heizöl und Holzpellets
  8. Mehr Unabhängigkeit von Energieversorgern
  9. Weniger Zukauf teuren Stroms aus dem Stromnetz
  10. Bei einem Stromausfall erzeugt das Blockheizkraftwerk weiterhin Strom und sorgt somit für Licht
  11. Wetterunabhängige Energieproduktion
  12. Kompakte, ausgereifte und geräuscharme Technik
  13. Ähnlicher Platzbedarf wie ein konventioneller Wärmerzeuger
  14. Bei Erdgas muss lediglich der alte Gaskessel ausgebaut und das neue BHKW eingebaut werden
  15. Mit der Brennstoffzellenheizung ein zukunftsfähiges Heizsystem
  16. Ein BHKW ist ein fester Bestandteil der Immobilie. Somit erfährt das Haus eine Wertsteigerung, ohne die Optik des Gebäudes zu verändern. Solarmodule hingegen sind sichtbar und verändern das Aussehen des Hauses unter Umständen negativ, während das Blockheizkraftwerk versteckt im Keller installiert seine Arbeit verrichtet

Zusammenfassung: Die Vorteile überwiegen

Von den aktuell noch sehr hohen Anschaffungskosten abgesehen, sprechen die vielfältigen Vorteile für den Einsatz von BHKWs auch im Segment der Ein- und Mehrfamilienhäuser. Mit Blick auf Nachhaltigkeit und Klimaschutz bietet sich eine gute Alternative zu den erneuerbaren Energien in diesem Bereich - trotz Verwendung fossiler Brennstoffe. Gleiches gilt für die Energie- und Betriebskosten. Mit wachsenden Produktionszahlen wird sich das Nano- und Mikro-BHKW mit Brennstoffzelle am Markt durchsetzen. Aktuell hängt der wirtschaftliche Betrieb von Blockheizkraftwerken für Wohngebäude stark vom Wärmebedarf und die an die Wärmeproduktion gekoppelte Stromerzeugung ab. Es gibt Möglichkeiten, die Kosten über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), Förderprogramme der Bundesländer oder alternativ über die steuerliche Abschreibung zu minimieren. Wohnst du mindestens seit 10 Jahren in deinem Haus, kannst du über den Steuerbonus für die Sanierung 20 Prozent der Sanierungskosten – maximal 40.000 Euro – über drei Jahre über die Einkommenssteuer absetzen. Grundsätzlich entscheidet die Leistungsgröße und der individuelle Gebäudeenergiebedarf zusätzlich darüber, ob sich für dich der Kauf eines BHKWs lohnt.

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