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Lohnt sich ein Blockheizkraftwerk privat?

Über diesen Artikel

Lesezeit

4 Minuten

Veröffentlichung

13.01.2021

Letztes Update

08.12.2021

So nutzt du das Blockheizkraftwerk privat für dein Zuhause

Blockheizkraftwerke werden schon seit Jahrzehnten verwendet. Was hinter Blockheizkraftwerken steckt und wie du sie privat nutzt, erfährst du hier.

Inhalt des Blogartikel

Was ist ein Blockheizkraftwerk?

Ein Blockheizkraftwerk (BHKW) erzeugt in einem Aggregatblock sowohl elektrischen Strom als auch Wärme. Diese Technik wird als Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) bezeichnet. Die BHKWs arbeiten sehr effizient, sodass sie unter Idealbedingungen Wirkungsgrade nahe 90 Prozent erreichen. Blockheizkraftwerke versorgen Krankenhäuser, Schwimmbäder, große Gewerbeeinheiten oder Wohngebiete mit Heizwärme und Strom.

Wie funktioniert ein Blockheizkraftwerk?

Analog zum Großkraftwerk erfolgt im BHKW die Stromerzeugung mit einem Generator. Der Unterschied liegt in der elektrischen Leistung. Während Großkraftwerke im Megawatt-Bereich arbeiten, wird die in Blockheizkraftwerken erzeugte Elektroenergie in Kilowatt gemessen.

Damit der Generator Strom erzeugen kann, muss er angetrieben werden. In großen Kraftwerken übernimmt das eine Dampfturbine. Bei Blockheizkraftwerken treibt häufig ein Verbrennungsmotor den Generator an. Das sind Diesel- oder Ottomotoren, wobei letztere Gas als Treibstoff verwenden. Sie eignen sich vor allem bei vorhandenem Gasanschluss.

Welche weiteren Antriebe gibt es?

Bei sehr kleinen BHKWs für Ein- und Mehrfamilienhäuser wird neben Brennstoffzellen häufig ein Stirlingmotor verwendet. Der im Vergleich zu Verbrennungsmotoren schlechtere Wirkungsgrad reicht für die Anwendung aus. Sie haben den Vorteil, dass sie wesentlich leiser als Verbrennungsmotoren arbeiten und eine längere Lebensdauer haben.

Eine weitere Antriebsart für kleine Blockheizkraftwerke sind Mikrogasturbinen, die einen hohen Wirkungsgrad aufweisen. Holzgasmotoren, die in den 30er- bis 50er-Jahren des letzten Jahrhunderts als Kfz-Antrieb verwendet wurden, kommen ebenfalls infrage. Sie sind aber noch selten am Markt anzutreffen.

 

Kannst du ein Blockheizkraftwerk auch zu Hause nutzen?

Wir haben es bereits angedeutet: Ein BHKW lässt sich auch im privaten Wohnumfeld einsetzen. Es gibt mittlerweile eine Reihe von Herstellern, die kleine BHKWs in der passenden Leistungsklasse anbieten.

So sehen die Einsatzmöglichkeiten aus

Ist ein Gasanschluss vorhanden, bietet sich dir die Möglichkeit, ein Gas-BHKW statt einer Heizung einzusetzen. Im ländlichen Umfeld steht oft Biogas zur Verfügung, das die landwirtschaftlichen Betriebe aus Pflanzenabfällen und tierischen Verdauungsprodukten erzeugen. Auch hier wäre ein Gas-BHKW eine Überlegung wert. 

Für den Privatbereich kommen vor allem Mikro- und Nano-BHKWs infrage. Zu den Mikro-BHKWs zählen Anlagen mit einer elektrischen Leistung bis 10 kW (Kilowatt). Sie werden in Mehrfamilienhäusern oder auch in einem Verbund von mehreren Einfamilienhäusern eingesetzt. Für dein Einfamilienhaus reicht die Klasse der Nano-BHKWs mit einer elektrischen Leistung von bis zu 2,5 kW aus.

Wann lohnt sich ein privates Blockheizkraftwerk?

Wie bereits zuvor erwähnt, besteht der Vorteil eines BHKWs in der gleichzeitigen Erzeugung von Wärme und Strom. Als Betreiber bist du weitgehend unabhängig von der öffentlichen Stromversorgung und sparst somit Geld. Außerdem wird dir der erzeugte Strom vergütet. Nachteile sind der hohe Anschaffungspreis und höhere Wartungskosten der Anlagen als bei einer klassischen Heizung.

 

Zulassung und Anmeldung eines privaten BHKWs

Anmeldungen und Kontaktaufnahmen nimmst du mit dem Gasversorger (bei Gas-BHKW), dem Bezirksschornsteinfeger, dem Stromversorger, dem Hauptzollamt (wegen des eventuellen Erlasses der Umsatzsteuer auf den Brennstoff) und dem Finanzamt (Versteuerung des eventuellen Verkaufs von überschüssigem Strom) vor. Die Kontakte mit Hauptzoll- und Finanzamt solltest du gemeinsam mit deinem Steuerberater vornehmen. Für die anderen Kontakte hol dir am besten deinen ausführenden Installateur mit ins Boot.

 

Kosten für ein privates Blockheizkraftwerk

Bei einem Nano-BHKW kannst du mit Anschaffungskosten ab 10.000 Euro rechnen. Mikro-BHKWs liegen mit 15.000 Euro noch eine Stufe darüber. Hinzu kommen die Installation, Pufferspeicher für Heizungs- und Warmwasser sowie der Elektroanschluss mit Zähler für den ins Netz eingespeisten Strom und möglicherweise der Gasanschluss. Diese Leistungen summieren sich auf weitere mehrere tausend Euro.

Neben den einmaligen Anschaffungskosten solltest du die jährlichen Betriebskosten einkalkulieren. Dazu gehören Wartungskosten mit circa 500 bis 1.000 Euro pro Jahr.

Diese Förderungsmöglichkeiten stehen dir zur Verfügung

BHKW-Anlagen können durch verschiedene Mittel gefördert werden:

  • Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zur Förderung von Blockheizkraftwerken ist für Ein- und Mehrfamilienhäuser sowie kleine und mittlere Unternehmen geeignet
  • Alternativ ist eine Antragstellung auf Förderung bei den einzelnen Bundesländern möglich

Leider ändern sich die Fördermöglichkeiten recht schnell. Deshalb solltest du unbedingt die Hilfe eines Energieberaters in Anspruch nehmen. Er kann dir sagen, welche aktuellen Förderungen durch Bund und Länder bestehen.

Stromvergütung mit deinem privaten BHKW

Die Vergütung für den mit deinem BHKW erzeugten Strom besteht aus 3 Komponenten:

  1. Vergütung für in das Netz eingespeisten Strom
  2. KWK-Zuschlag
  3. Vergütung für vermiedene Netznutzung

Die Vergütung wird zwischen dem BHKW-Betreiber und dem Stromversorgungsunternehmen ausgehandelt. Erzielen die Partner keine Einigung, gilt der durchschnittliche Preis für Grundlaststrom an der Leipziger Strombörse EEX im jeweils vorangegangenen Quartal.

Für jede in deinem Blockheizkraftwerk erzeugte Kilowattstunde Strom wird laut KWK-Gesetz ein Zuschlag gezahlt. Das gilt für in das öffentliche Netz eingespeiste und für selbst verbrauchten Strom. Bei BHKWs mit einer elektrischen Leistung kleiner 50 kW sind das 8 Cent/kWh (Kilowattstunde). Dieser Zuschlag wird jedoch nicht unbegrenzt gezahlt. Für BHKWs mit einer elektrischen Leistung bis 50 kW liegt die Grenze bei 60.000 Vollbenutzungsstunden.

Damit sind jedoch nicht die Betriebsstunden gemeint. Vollbenutzungsstunden werden aus der gelieferten Strommenge und der elektrischen Leistung des BHKW errechnet. Besitzer von Anlagen mit elektrischer Leistung bis 2 kW können eine pauschalierte Vorabzahlung des KWK-Zuschlags in Höhe von 4 Cent je kWh für 60.000 Vollbenutzungsstunden beantragen.

Wenn du keinen Strom aus dem öffentlichen Netz beziehst, fallen keine Netznutzungsentgelte an. Die Vergütung liegt, je nach Stromversorger und (nicht) genutzten Netzebenen, zwischen 0,3 und 1,5 Cent pro kWh.

 

Lohnt sich die Anschaffung eines privaten Blockheizkraftwerks?

Auf diese Frage ist keine pauschale Antwort möglich, weil zu viele Faktoren eine Rolle spielen. Die wichtigsten haben wir dir in unserem Artikel erklärt. Zu einer konkreten Aussage kannst du nur mithilfe eines erfahrenen Energieberaters kommen.

Nichtsdestotrotz lohnt sich eine kleine Anlage für Ein- und Zweifamilienhäuser dann, wenn über das Jahr ein möglichst konstanter Bedarf an Wärme besteht und du möglichst viel des selbst erzeugten Stroms gegen Vergütung in das Netz einspeisen kannst.

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