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Lohnen sich Öl-Blockheizkraftwerke?

Über diesen Artikel

Lesezeit

4 Minuten

Veröffentlichung

18.07.2021

Letztes Update

08.12.2021

Ist für das Blockheizkraftwerk Öl ein sinnvoller Brennstoff?

Kleine BHKW sind mittlerweile für Einfamilienhäuser eine interessante Alternative. Doch wie sieht es mit der Nachhaltigkeit aus, wenn im Blockheizkraftwerk Öl verbrannt wird?

Inhalt des Blogartikels

Sind Blockheizkraftwerke überhaupt nachhaltige Alternativen für die Heizung?

Wenn du den Begriff Blockheizkraftwerk hörst, denkst du vielleicht an große Betriebe mit einer entsprechenden Infrastruktur. Hier gehören kleine Kraftwerke zur Strom- und Wärmeerzeugung oft zum Standard. Doch mittlerweile finden sich unter dem Begriff BHKW auch sehr viele Alternativen für kleinere Wohneinheiten bis zum Einfamilienhaus. 2 Fragen sind dabei zu klären:

  1. Wie nachhaltig kann es sein, für das Heizen im Blockheizkraftwerk Öl zu verfeuern?
  2. Wie sieht es mit der Wirtschaftlichkeit dieser Anlagen aus?

Das technische Prinzip von Blockheizkraftwerken

Der technische Aufbau eines BHKW ist relativ simpel. Im Prinzip handelt es sich um einen Generator, der Strom und Wärme für den eigenen Bedarf erzeugt. Der größte Vorteil der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) ist, dass im Gegensatz zu klassischen Kraftwerken neben der Stromerzeugung die Wärme nicht einfach verloren geht, sondern sinnvoll genutzt wird.

Was bei Gewerbe und Industrie durchaus Sinn hat, ist auch im Einfamilienhaus angekommen. Denn im Vergleich zu normalen Heizsystemen kann das Öl-Blockheizkraftwerk eben auch Strom für den Eigenbedarf oder zur Einspeisung in das öffentliche Netz produzieren. Für den Betrieb eines Blockheizkraftwerks kommen verschiedene technische Lösungen und Brennstoffe infrage:

  • BHKW für fossile Brennstoffe (Diesel, Heizöl, Benzin, Erdgas, Flüssiggas, seltener Kohle)
  • BHKW für Biomasse (zum Beispiel Holzpellets) und Siedlungsabfälle
  • BHKW für Betrieb mit Methanol
  • BHKW mit Brennstoffzelle (benötigter Wasserstoff kann direkt aus Gas erzeugt werden)

Da die Kopplung von Kraft und Wärme sehr energieeffizient abläuft, gelten BHKW je nach Brennstoff durchaus als nachhaltig und wichtig für die dezentrale Versorgung mit Energie. Gleichwohl wirft der Einsatz fossiler Energieträger wie Heizöl oder auch Erdgas Fragen im Hinblick auf den Umweltschutz auf.

Allerdings ist der Wirkungsgrad moderner Öl-Brennwertkessel sehr hoch und der Schadstoffausstoß sehr gering, was für die Emissionen vor Ort von Vorteil ist. Das beliebte Erdgas ist hingegen oft mit Kostenvorteilen verbunden, zumal du keinen Tank benötigst; es handelt sich aber letzten Endes auch um einen fossilen Brennstoff.

 

Wie genau funktioniert das Blockheizkraftwerk mit Öl?

Für den Einsatz in Einfamilienhäusern kommen häufig Mikro- oder Nano-BHKW mit Stirlingmotor zum Einsatz. Für den Betrieb benötigt der Motor einen externen Brenner, der entweder mit Gas oder Öl befeuert wird. Überschüssige Abwärme wird in den Heizungskreislauf eingespeist beziehungsweise über einen Pufferspeicher für die Warmwasserbereitung zur Verfügung gestellt.

Neben dem Stirlingmotor gibt es die Variante, ein BHKW mit klassischem Verbrennungsmotor auszurüsten, in dem Brennstoffe wie Öl oder Gas verbrennen. Auch bei dieser Anlage wird die entstehende mechanische Energie zum Antrieb eines Stromgenerators genutzt, während sich die Abwärme für die Heizung verwenden lässt.

Ab wann ist ein Öl-Blockheizkraftwerk sinnvoll?

Welche Anlage sinnvoll ist, hängt vom Energiebedarf ab:

  • Der Stirlingmotor ist wartungsarm, platzsparend und erzeugt relativ wenig Lärm beim Betrieb. Er eignet sich vor allem für den Energiebedarf kleinerer Einheiten, also für Ein- oder Zweifamilienhäuser.
  • Wird mehr Energie benötigt, leistet der Verbrennungsmotor im Blockheizkraftwerk mit Öl, Gas oder Benzin deutlich mehr und ist für den Bedarf mittlerer Verbraucher bis hin zu Mehrfamilienhäusern und kleinen Industriebetrieben sinnvoll nutzbar.

Was den Brennstoff Öl angeht, so lässt dieser sich je nach Hersteller sowohl in einem BHKW mit Stirlingmotor verbrennen als auch in größeren Blockheizkraftwerken für den höheren Wärmebedarf von Betrieben.

Viele kleine BHKW werden prinzipiell für die Verbrennung von Erdgas ausgelegt. Doch wenn du nicht an das Erdgasnetz angeschlossen bist, musst du andere Optionen nutzen. Flüssiggas ist eine Alternative, die allerdings eine Bevorratung per Tank erfordert. Das ist beim Blockheizkraftwerk für Öl genauso. Da viele Hausbesitzer, die nicht an das Gasnetz angeschlossen sind, eine klassische Heizöl-Heizung nutzen, ist die Umrüstung auf ein BHKW für Heizöl durchaus sinnvoll, weil Investitionskosten gespart werden können. Immerhin ist der notwendige Vorratstank schließlich bereits vorhanden. Auf diese Weise kannst du eine alte Ölheizung ausrangieren und gegen ein effizientes Blockheizkraftwerk mit Öl ersetzen.

Ob der Einsatz von Öl im BHKW wirtschaftlich ist, steht jedoch auf einem anderen Blatt. Denn nur dann, wenn der Wärmebedarf im Haus hoch genug ist, arbeitet das Blockheizkraftwerk überhaupt. Wird keine Wärme abgenommen, steht das BHKW still – und erzeugt somit auch keinen Strom. Da der selbst genutzte oder ins Netz eingespeiste Strom einen großen Teil der Wirtschaftlichkeitsrechnung ausmacht, eignet sich ein Öl-BHKW meist nicht für Einfamilienhäuser, die nur wenig Wärme benötigen. Blockheizkraftwerke geringer Leistung (KWK-Anlagen mit einer Leistung bis 20 kWel) werden außerdem seitens des BAFA nicht mehr gefördert. Auch die Einspeisevergütung für den von der Anlage erzeugten Strom ist gesunken.

 

Kannst du im Blockheizkraftwerk Öl anderer Herkunft verbrennen?

Je nach Modell lassen sich (oft mit einigen technischen Anpassungen) auch andere Öl-Arten im BHKW verbrennen. Chemisch gesehen gibt es übrigens keinen Unterschied zwischen Heizöl und Diesel. Da der Verbrennungsmotor im Blockheizkraftwerk aber stationär ist, darfst du ihn auch mit dem steuerlich günstigeren Heizöl betreiben.

Da das Thema fossile Brennstoffe viele Nutzer umtreibt, kannst du in vielen Blockheizkraftwerken statt Heizöl auch Pflanzenöle aus nachwachsenden Rohstoffen wie Raps oder Soja verwenden. Hierfür ist jedoch meist eine technische Umrüstung erforderlich, um die zähflüssigen Pflanzenöle für eine effektivere Verbrennung vorzuwärmen. Obwohl die Umweltbilanz dann besser ist, solltest du nicht vergessen, dass die Nachfrage für Pflanzenöl insgesamt recht hoch ist und die Preise eventuell stark steigen können.

Ungünstig für die Umweltbilanz ist jedoch die Nutzung von Palmöl, für dessen Gewinnung oft die Umwelt zusätzlich zerstört wird.

 

Fazit: Für wen lohnt es sich, ein Blockheizkraftwerk mit Öl zu betreiben?

Ist dein Bedarf an Wärme relativ hoch und möchtest du eine alte Ölheizung gegen ein Blockheizkraftwerk austauschen, kann Öl der richtige Brennstoff sein. Dies gilt insbesondere dann, wenn dein Haus nicht an die Erdgas-Infrastruktur angeschlossen ist und du Investitionskosten für die Nutzung anderer Brennstoffe wie Biomasse einsparen willst. Wenn du keine fossilen Energieträger verbrennen möchtest, kannst du auf Pflanzenöl ausweichen.

Die langfristigen Beschaffungskosten sind jedoch weder für Heizöl noch für Pflanzenöl zuverlässig zu kalkulieren. Da die staatlichen Förderungen durch das BAFA sowie die Einspeisevergütung für den selbst erzeugten Strom mittelfristig stark gekürzt werden beziehungsweise abgeschafft wurden, wird der Eigenbedarf zur wichtigsten Kalkulationsgröße.

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