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Ein Blockheizkraftwerk kaufen

Über diesen Artikel

Lesezeit

3 Minuten

Veröffentlichung

08.07.2020

Letztes Update

08.12.2021

Inhalt des Blogartikel

Du willst ein Blockheizkraftwerk kaufen? Dann informiere dich zuerst hier!

Ein Blockheizkraftwerk (BHKW) ist eine wirklich clevere Sache. Denn damit sicherst du gleichzeitig die Wärme- und Stromversorgung deines Hauses. Aber die Investition in solch ein umweltfreundliches Kraftwerk will natürlich gut überlegt sein. Schließlich fallen neben den hohen Kosten für ein BHKW auch laufende Kosten während des Betriebes an. Was beim Kauf einer BHKW-Anlage auf dich zukommt und was du zu diesem Thema wissen solltest, haben wir hier für dich zusammengefasst.

 

Diese Arten von BHKW-Anlagen kannst du kaufen

Bei einem Blockheizkraftwerk treibt ein Verbrennungsmotor einen Generator an, der dadurch Strom erzeugt. Mithilfe der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) wird gleichzeitig die Wärme für Heiz- und Brauchwasser genutzt, die beim Betrieb des Motors anfällt. Neben der Auswahl von Mini-, Mikro- oder Nano-Blockheizkraftwerken, stellt sich eine weitere entscheidende Frage für den Kauf: Welcher Brennstoff ist geeignet, um den Motor deines BHKWs anzutreiben? Es stehen zum einen die fossilen Brennstoffe zur Verfügung:

  • Erdgas
  • Heizöl
  • Diesel
  • Benzin

Und zum anderen gibt es noch die regenerativen Brennstoffe:

  • Biogas
  • Pflanzenöl
  • Biodiesel

Blockheizkraftwerk mit Brennstoffzelle

Als weitere Möglichkeit kann man inzwischen auch schon ein Blockheizkraftwerk kaufen, das mit einer Brennstoffzelle betrieben wird. Hierbei werden Wasserstoff und Sauerstoff über eine sogenannte „kalte Verbrennung“ (elektrochemische Reaktion) direkt in elektrische Energie umgewandelt. Den Wasserstoff, der dafür nötig ist, liefert ein Reformator, der ihn aus dem Erdgas des Hausanschlusses extrahiert. Das einzige Nebenprodukt, das dabei anfällt, ist nichts anderes als reines Wasser. Allerdings ist so ein Brennstoffzellen-BHKW preisintensiv. Diese Anlage kostet derzeit noch rund 50.000 Euro. Dafür gibt es aber besondere Förderungen vom Staat : Rund 10.000 Euro Zuschuss lassen sich beispielsweise von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) verrechnen. Weiteres Geld erhältst du durch die Einspeisevergütung für Blockheizkraftwerke, wenn du den zu viel produzierten Strom in das Netz deines örtlichen Stromanbieters einspeist.

 

Lohnt es sich überhaupt, ein Blockheizkraftwerk zu kaufen?

Willst du dein Einfamilienhaus beispielsweise mit einem Mikro-Blockheizkraftwerk ausrüsten, kannst du mit reinen Anschaffungs- und Installationskosten von 15.000 bis 20.000 Euro rechnen. Hinzu kommen noch je nach Situation die Kosten für einen Spitzenlastkessel und den Pufferspeicher. Auf jeden Fall ist es sinnvoll, vor dem Kauf eine Kosten-Nutzen-Rechnung aufzustellen. Dazu ermittelst du zunächst den Energiebedarf deines Hauses so exakt wie möglich. Berücksichtige dabei auch Schwankungen, beispielsweise durch die Jahreszeiten. Verbrauchs- und Wartungskosten fließen ebenfalls in die Rechnung mit ein. Wenn du dann die Förderungen von der Gesamtsumme abziehst, kannst du schon eine ziemlich genaue Vorstellung davon haben, welche Größe und Leistung dein BHKW haben sollte.

So kannst du die Wirtschaftlichkeit berechnen

Für die Berechnung der Wirtschaftlichkeit eines Blockheizkraftwerkes lassen sich 2 Modelle heranziehen: 

  1. Die monatlichen Kosten für den laufenden Betrieb und die durch das BHKW erzielte Einsparung der Strom- und Heizkosten.
  2. Die Amortisierung der Investitionskosten. In der Regel hat sich ein Blockheizkraftwerk je nach Auslastung übrigens nach rund 3 bis 6 Jahren amortisiert.

Damit dein BHKW wirtschaftlich arbeitet, ist die richtige Dimensionierung der Anlage wichtig. Es sollten mindestens 4.000 Betriebsstunden im Jahr zusammenkommen. Je mehr Betriebsstunden anfallen, desto höher ist der Gewinn. Denn wird der Wärmebedarf beispielsweise bereits unter 4.000 Betriebsstunden gedeckt, steht die Anlage zu lange still und in dieser Zeit erzeugt sie keinen Strom.

Bei einem kleinen Blockheizkraftwerk belaufen sich die Betriebskosten (nach www.ihr-bhkw.de) auf etwa 2,5 bis 3 Cent pro kWh (Kilowattstunde). Bei größeren Modellen musst du schon mit 1,5 bis 2 Cent pro kWh rechnen. Hinzu kommt der Preis für den Strom, den du unter Umständen hinzukaufen musst sowie das Brennmaterial für den Motor, was im Jahr in etwa 5.000 Euro ausmacht. Nicht zu vergessen sind weitere laufende Betriebskosten wie beispielsweise die Wartungskosten, für die du ungefähr 350 Euro im Jahr einplanen kannst.

Eine Beispielrechnung

Dein Blockheizkraftwerk sollte einen Nutzungsgrad von 90 Prozent anstreben. Alles darunter wäre schon nicht mehr wirtschaftlich.

Angenommen, wir gehen von 1 Kubikmeter Erdgas aus. Im Betrieb erzeugt das BHKW damit 6 kWh Wärme und 3 kWh Strom. Liegt der Strompreis im Mittel bei etwa 15 Cent pro kWh, sparst du dadurch schon einmal 45 Cent. Weitere 5,5 Cent bekommst du durch die Mineralölsteuerrückerstattung zurück. Bei einem mittleren Gaspreis von etwa 60 Cent pro kWh fährst du mit 1 Kubikmeter Erdgas in Sachen Wärmeerzeugung dann nochmals rund 50 Cent ein.

Alles in allem kostet der Betrieb deines optimal ausgelasteten BHKWs im Durchschnitt rund 5.500 Euro im Jahr. Die Ersparnis jedoch beträgt etwa 6.750 Euro – was unter dem Strich einen Gewinn von etwa 1.250 Euro ausmacht.

Beachte: Das sind keine verbindlichen Zahlen. Die genaue Wirtschaftlichkeitsberechnung eines BHKWs kann immer nur individuell erfolgen.

 

Blockheizkraftwerk kaufen oder eher nicht?

Es kann sich durchaus lohnen, ein Blockheizkraftwerk zu kaufen. Wichtig ist dabei zunächst, dass du den Energiebedarf genau ermittelst und auch Spitzenzeiten einbeziehst. Danach richtet sich die benötigte Leistung des BHKWs und folglich die Anschaffungs- sowie Betriebskosten. Von den Gesamtkosten kannst du attraktive Förderungen vom Staat abziehen, wodurch ein Blockheizkraftwerk in aller Regel ein wirtschaftliches Plus bedeutet. Zu empfehlen ist auf alle Fälle, sich für die individuelle Situation Rat bei einem ausgewiesenen Fachmann zu holen.

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