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BHKW selber bauen

Über diesen Artikel

Lesezeit

3 Minuten

Veröffentlichung

12.05.2021

Letztes Update

08.12.2021

Blockheizkraftwerk selber bauen: Eine gute Idee?

Kleine Blockheizkraftwerke können trotz kompakter Abmessungen viel Energie liefern. Aber ist es sinnvoll, ein BHKW selber zu bauen? Hier liest du, worauf es ankommt.

Inhalt des Blogartikels

 

Der BHKW Eigenbau

Unter den versierten Heimwerkern gibt es einen neuen Trend. Ein kleines Blockheizkraftwerk lässt sich sinnvoll in die meisten Gebäude integrieren. Unter den richtigen Voraussetzungen können BHKW durchaus die Nutzung der Kraft-Wärme-Kopplung im privaten Umfeld ermöglichen. In der Industrie und bei größeren Gebäuden sind solche Aggregate schon lange im Einsatz – durch das Aufkommen der Mini-, Mikro- und Nano-BHKW sind sie auch in Einfamilienhäusern einsetzbar. Besonders dann, wenn der Einbau einer neuen Heizung ansteht, kann ein BHKW häufig sinnvoll zusammen mit erneuerbaren Energien genutzt werden. Damit sicherst du neben der Strom- auch die Wärmeversorgung deines Hauses. Da sich die Anschaffung eines neuen BHKW oftmals als teuer erweist, liegt die Überlegung nahe, die Anlage einfach selber zu bauen.

Sicherheit und Haftung

Ein BHKW selber zu bauen, erfordert ausgeprägte handwerkliche Fachkenntnisse.  Gerade beim Eigenbau kommt es darauf an, dass die Sicherheit der Konstruktion und Ausführung zu jeder Zeit gegeben ist. Außerdem muss ein Blockheizkraftwerk zuverlässig für die Stromerzeugung arbeiten. Ein normaler Heimwerker kann das in der Regel nicht gewährleisten.

Als Anlagenbetreiber bist du für den sicheren Betrieb verantwortlich. Während ein professionell errichtetes Blockheizkraftwerk über entsprechende Gewährleistungen und Garantien von Herstellern und ausführenden Fachbetrieben verfügt, bist du vollständig selbst für die Anlage und Motoren verantwortlich und trägst die volle Haftung, wenn du ein BHKW selber baust. Die gängige Haftpflichtversicherung greift nur, wenn du den Vertrag entsprechend anpassen lässt, was zusätzliche Kosten mit sich bringt. Neben der elektrischen Installation, die bei der Integration eines Blockheizkraftwerks auf dich zukommt, ist die gesamte Betriebssicherheit bei einem durch Verbrennungsmotoren angetriebenen Kleinkraftwerk nicht zu unterschätzen.

 

BHKW selber bauen: Lohnt es sich?

Prinzipiell kannst du das Selbstbau-Projekt eines BHKW ins Auge fassen, wenn du über die notwendigen technischen und handwerklichen Kenntnisse verfügst. Doch das macht es nicht automatisch praktikabel und wirtschaftlich. Denn die staatliche Förderung wird bei Blockheizkraftwerken im Eigenbau grundsätzlich nicht gezahlt. Das Projekt lohnt sich also nur dann, wenn der Selbstbau deines BHKW so viel günstiger ist, dass du auf die Förderung verzichten kannst.

Doch gerade beim Selber-Bauen lassen sich die tatsächlichen Kosten vorher nur schwer kalkulieren. Neben den Anschaffungskosten für die einzelnen Teile können schnell zusätzliche Kosten entstehen, sollte die Anlage von vornherein nicht optimal installiert worden sein. Soll die Haftpflichtversicherung mögliche Schäden übernehmen, muss mit zusätzlichen Beiträgen gerechnet werden. Damit sich das Projekt generell lohnt, müssen hohe Anforderung sowohl an Qualität als auch Sicherheit erfüllt werden.

 

Welche Alternativen gibt es zum Eigenbau eines Blockheizkraftwerks?

Zwar gibt es viele Anleitungen im Internet zum Eigenbau, mit dem Bausatz eines renommierten Herstellers bist du jedoch auf der sicheren Seite. Dabei kannst du von einem ausgereiften Produkt ausgehen, bei dem alles aufeinander abgestimmt ist. So wird dir eine zuverlässige Erzeugung von Strom mit angepasster Leistung gewährleistet.

BHKW neu kaufen

Es gibt diverse Angebote von Komplettsystemen, bei denen die Komponenten der BHKW montagefertig angeliefert werden. Hier kannst du einiges an Geld sparen, wenn du entsprechende Eigenleistungen beim Aufbau deiner kleinen KWK-Anlage erbringst. Doch auch hier gilt, dass bestimmte Arbeiten – insbesondere elektrische Installationen – nur von Fachleuten durchgeführt werden sollten.

Der Kauf eines Blockheizkraftwerks kann je nach Leistung, Hersteller und Ausführung recht teuer werden. Ein Mini-BHKW kostet zwischen 10.000 und 20.000 Euro. Für ein Mikro- oder Nano-Blockheizkraftwerk kannst du mit Preisen bis zu 30.000 Euro rechnen. Diese Kosten beinhalten jedoch neben Anschaffungs- und Installationskosten auch zusätzliche Kosten für einen Spitzenlastkessel und den Pufferspeicher. Hinzu kommt, dass Blockheizkraftwerke unter bestimmten Bedingungen durch die entsprechenden Programme von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) finanziell gefördert werden. So gibt es beispielsweise Bonuszahlungen für jede erzeugte Kilowattstunde (Kwh) Strom – unabhängig davon, ob du den Strom selbst verbrauchst oder ins Netz des Energieversorgers einspeist.

BHKW gebraucht kaufen

Um Geld bei der Anschaffung zu sparen, kannst du dich auch auf dem Gebrauchtmarkt für Blockheizkraftwerke umsehen. Der Großteil der Angebote davon richtet sich allerdings an gewerbliche oder industrielle Kunden, die den Bedarf für ein großes BHKW haben. Wenn du nicht mindestens ein Mehrfamilienhaus mit Energie versorgen möchtest, dürften diese Blockheizkraftwerke in der Regel zu groß sein. Aber es gibt natürlich auch BHKW für Einfamilienhäuser auf dem Gebrauchtmarkt. Ob sich die Anschaffung lohnt, hängt unter anderem davon ab, wie alt das Kraftwerk ist, welchen Wirkungsgrad es aufweist und welche Laufleistung es hat. Wie bei einem Auto können längere Standzeiten dem Verbrennungsmotor schaden, gleiches gilt für eventuellen Wartungsstau. Der technische Zustand des Motors sollte also einwandfrei sein. Beachte auch, dass viele Hersteller älterer Anlagen mittlerweile gar nicht mehr auf dem Markt vertreten sind. Die Versorgung mit Ersatzteilen kann dann schwierig werden. Allgemein sind BHKW aber sehr langlebig, weshalb der Gebrauchtkauf unter Umständen durchaus rentabel sein kann.

 

Fazit: Der BHKW Eigenbau ist nichts für Laien

Wenn du über einen entsprechenden beruflichen oder technischen Hintergrund verfügst, kannst du dich natürlich daran versuchen, ein BHKW selber zu bauen. Der komplette Eigenbau ist jedoch in der Regel nur bei sehr kleinen Einheiten sinnvoll (Generator oder Kfz-Motor). Auch dann bleiben immense Herausforderungen bestehen, um die Anlage in deinen Heizungskreislauf zu integrieren. Um Geld zu sparen, kannst du ein gebrauchtes BHKW oder einen Bausatz in Erwägung ziehen, der dann vom Fachbetrieb aufgebaut wird. Haftungsfragen und fehlende Förderungsmöglichkeiten machen den Eigenbau weitgehend unrentabel. Beim Neukauf profitierst du von Förderungen, beispielsweise durch Bonuszahlungen pro erzeugte Kwh. Diese erhältst du auch, wenn du den Strom an das Netz des Energieversorgers einspeist.

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