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BHKW gebraucht kaufen: Sinnvoll?

Über diesen Artikel

Lesezeit

4 Minuten

Veröffentlichung

28.04.2021

Letztes Update

08.12.2021

BHKW gebraucht kaufen, lohnt sich das?

Blockheizkraftwerke sind teuer. Ist der Kauf eines gebrauchten BHKWs auf dem Gebrauchtmarkt eine günstige und sinnvolle Alternative?

Inhalt des Blogartikels

Wo finde ich ein gebrauchtes BHKW?

Ein Blockheizkraftwerk (BHKW) ist in der Anschaffung teuer, aber auch langlebig und für Mehrfamilienhäuser und Gewerbebetriebe langfristig im Betrieb günstiger als andere Heizungen. Inzwischen hat sich ein Gebrauchtmarkt für BHKW entwickelt.

Es gibt zahlreiche Online-Plattformen für das Handwerk und Maschinen, die gebrauchte BHKWs anbieten. Beispielsweise hat die BHKW-Infozentrum GbR ein Portal für den Gebrauchtmarkt entwickelt, auf dem du Anlagen mit verschieden Leistungen suchen und verkaufen kannst. Auf der Website Maschinensucher.de findest du ebenfalls eine große Auswahl an Gebrauchtanlagen wie BHKW oder auch Pufferspeicher. Eine Alternative hierzu ist der Online-Marktplatz Resale.

Allerdings werden auf den beiden zuletzt genannten Websites vor allem Großanlagen angeboten, die im Gewerbe und der Industrie zum Einsatz kommen. Auch Informationen zum Alter, der Laufleistung und dem technischen Zustand sind nicht immer vollständig angegeben. Teilweise wird der Preis nur auf Anfrage mitgeteilt. Zudem befinden sich unter den Angeboten defekte Gebrauchtanlagen als Ersatzteilträger.

Wenn du für dein Haus ein Mini-, Mikro- und Nano-BHKW suchst, kannst du auch alle herkömmlichen Verkaufsportale wie ebay nutzen. Außerdem sind Anzeigen in der Rubrik „zu verkaufen“ in Tageszeitungen und in kostenlosen, lokalen Wochenzeitungen, eine weitere Möglichkeit, auf dem Gebrauchtmarkt fündig zu werden.

Grundsätzlich lässt sich feststellen, dass das Angebot von Gebrauchtanlagen zwar vorhanden, aber nicht sonderlich groß ist. Du musst also viel Zeit und Geduld aufbringen, wenn du auf der Suche nach einem gebrauchten BHKW bist.

 

Lohnt sich ein gebrauchtes BHKW?

Neue BHKWs für den privaten Sektor kosten im Durchschnitt, je nach Leistungsgröße und Einsatzzweck, insgesamt zwischen 17.000 und 30.000 Euro. Wie viel Geld du mit einem gebrauchten BHKW sparen kannst, lässt sich nicht pauschal beantworten. Das hängt von zahlreichen Faktoren ab, zum Beispiel:

  • Alter und Laufleistung
  • Stillstandszeiten
  • Leistungsgröße
  • allgemeiner technischer Zustand
  • Einhaltung der Wartungsintervalle
  • Motortyp
  • Brennstoffart
  • Bekanntheitsgrad des Herstellers

Um feststellen zu können, ob die Gebrauchtanlage günstig ist oder vielleicht sogar überteuert angeboten wird, kannst du den damaligen mit dem aktuellen Neupreis vergleichen. Da viele Hersteller für BHKWs im privaten Anwendungsbereich entweder nicht mehr auf dem Markt vertreten sind oder kleine BHKWs aus dem Programm genommen haben, musst du den Verkaufspreis im Internet recherchieren. Stehst du mit einem Verkäufer in direktem Kontakt, kannst du dir natürlich die Rechnung vorlegen lassen.

Allerdings gibt es auch die Möglichkeit, die Anschaffungskosten eines Blockheizkraftwerkes am Preis pro Kilowatt elektrischer Leistung grob zu bestimmen:

 

  • Stromerzeugende Heizungen für Einfamilienhäuser mit einer elektrischen Leistung von etwa 1 Kilowatt kosten etwa 7.000 bis 15.000 Euro.
  • Der Preis für ein Erdgas-BHKW mit einer Leistung von 30 Kilowatt elektrischer Leistung liegt bei etwa 1.700 Euro pro Kilowatt, also 51.000 Euro. Hier sind die Installationskosten noch nicht dabei.
  • Ein großes BHKW für die Industrie oder Biogasanlagen mit einer Leistung von ungefähr 250 Kilowatt elektrischer Leistung kostet etwa 750 Euro pro Kilowatt. Insgesamt sind für die Anlage dann 187.500 Euro zu bezahlen.

Das solltest du beim Kauf einer Gebrauchtanlage beachten

Möchtest du dir ein gebrauchtes BHKW anschaffen, solltest du folgende wichtige Punkte berücksichtigen:

Die Gebrauchtanlage vor dem Kauf prüfen

Wenn du selbst nicht vom Fach bist, solltest du zur Besichtigung des gebrauchten BHKWs unbedingt einen Experten mitnehmen. Dieser kann den technischen Zustand der Gebrauchtanlage beurteilen und abschätzen, ob der Verkaufspreis angemessen ist.

Zusätzliche Kosten und Probleme mit der Gewährleistung

Beachte, dass noch Kosten für den Transport und die Installation der Gebrauchtanlage auf dich zu kommen. Zudem ist es bei eventuellen Problemen mit dem BHKW im laufenden Betrieb schwieriger, den Verkäufer in die Pflicht zu nehmen als beim Neukauf. Es kann zu Schwierigkeiten bei einer Rückgabe kommen, beispielsweise wenn der Verkäufer Formulierungen wie „keine Rücknahme“ oder „keine Garantie“ verwendet. Dann ist die Rechtslage unter Umständen nicht eindeutig und du musst den Rechtsweg nehmen. Das kann unnötig viel Zeit und Geld kosten.

Grundsätzlich sind auch private Verkäufer verpflichtet, Gewährleistungsansprüchen des Käufers zu entsprechen, wenn die Ware bei der Übergabe mangelhaft ist. Das trifft jedoch nicht zu, wenn der Verkäufer die gesetzliche Gewährleistung explizit ausschließt.

Ersatzteile sind unter Umständen nicht mehr erhältlich

Weitere Probleme können sich bei der Ersatzteilbeschaffung ergeben. Für ein 15 Jahre altes BHKW, dessen Hersteller nicht mehr auf dem Markt ist, dürfte das nicht so einfach sein.

Die Lebensdauer eines BHKW beträgt in der Regel um die 80.000 Betriebsstunden beziehungsweise zwischen 10 und 15 Jahre. Eine Grundrevision des Motors ist nach 30.000 bis 60.000 Betriebsstunden erforderlich. Hier werden entweder wichtige Bauteile oder der Motor komplett ausgetauscht. Danach kannst du die Anlage für die gleiche Zeit weiter betrieben, also insgesamt auch mehr als 15 Jahre lang. Die meisten BHKW-Anlagen werden jedoch nach 10 bis 15 Jahren außer Betrieb genommen und bevorzugt als Gebrauchtanlagen verkauft.

CO2-Steuer erhöht die Kosten

BHKW arbeiten sehr effizient. Allerdings solltest du berücksichtigen, dass durch die seit Januar 2021 geltende CO2-Steuer fossile Energieträger bzw. Brennstoffe jedes Jahr teurer werden. Mit Öl oder Diesel betriebene BHKW sind generell nicht mehr empfehlenswert. Die CO2-Steuer fällt aber auch bei Anlagen an, die Erd- oder Flüssiggas nutzen.

 

Was ist eigentlich ein BHKW?

Mit einem Blockheizkraftwerk (BHKW) kannst du für dein Haus gleichzeitig Wärme und Strom erzeugen. Das klingt erst einmal gut und weckt die Hoffnung auf eine große Kostenersparnis. In der Praxis hat sich jedoch gezeigt, dass die effiziente und umweltschonende Technik für Ein- und Zweifamilienhäuser in den seltensten Fällen wirtschaftlich ist. Das kann ein Grund dafür sein, dass eigens für diesen Sektor entwickelte Nano-BHKW nicht mehr angeboten werden. Für große Mehrfamilienhäuser und Gewerbebetriebe sind BHKWs jedoch eine lohnende Anschaffung.

Grundsätzlich besteht ein BHKW aus einem Motor, Generator und Wärmetauscher. Der Verbrennungsmotor treibt den stromerzeugenden Generator an. Die dabei anfallende Abwärme wird über den Wärmetauscher zum Heizen und zur Warmwasserbereitung eingesetzt. BHKW benötigen bis zu 36 Prozent weniger Primärenergie als sie bei der konventionellen Erzeugung von Strom und Wärme entsteht. Entsprechend hoch ist dann auch die Ersparnis bei den CO₂-Emissionen.

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