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BHKW Erdgas: mögliche Alternativen

Über diesen Artikel

Lesezeit

4 Minuten

Veröffentlichung

11.11.2022

Letztes Update

11.11.2022

Der Betrieb eines BHKW mit Erdgas stellt eine Möglichkeit dar, um die Emissionen beim Heizen zu senken. Doch die gestiegenen Gaspreise mindern die Attraktivität dieser Technologie.

Inhalt des Blogbeitrags

Was ist ein Blockheizkraftwerk?

Ein Blockheizkraftwerk (kurz BHKW) ist eine Anlage zur gleichzeitigen Gewinnung von Strom und Wärme. Mit dieser doppelten Funktion macht es sich das Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) zunutze. Im Gegensatz zu Großanlagen, die genügend Energie für ganze Regionen bereitstellen, sind Blockheizkraftwerke klein dimensioniert. Dadurch befinden sie sich direkt am Ort des Wärmebedarfs. In der Praxis kommt ein BHKW sowohl in Ein- oder Mehrfamilienhäusern, in ganzen Wohnblöcken oder auch in Krankenhäusern, Industriebetrieben usw. zum Einsatz.

Zwar handelt es sich beim BHKW um eine Technologie, die in der Regel auf fossile Brennstoffe wie Erdgas oder Öl angewiesen ist, allerdings trägt der hohe Wirkungsgrad der Anlage zur Reduktion von Emissionen bei. Dabei wird der Brennstoff zunächst im Motor in kinetische Energie und zwangsläufig auch in Wärme umgewandelt. Ein zusätzlicher Generator wandelt die kinetische Energie wiederum in Strom um, der direkt am Einsatzort genutzt oder in das allgemeine Stromnetz eingespeist werden kann. Sowohl der Motor als auch der Generator verfügen über eine Kühlung, welche die entstandene Wärme an den angeschlossenen Heizkreislauf überführt. Der ergänzende Warmwasserspeicher ermöglicht es, die Wärme für einen späteren Zeitpunkt zurückzuhalten. Dieser Umstand maximiert die Effizienz einer KWK-Anlage

 

BHKW: Erdgas durch Alternativen ersetzen

Ein BHKW auf Basis von Gas ist deshalb so attraktiv, weil es einen Wirkungsgrad von bis zu 90% erzielt. Rund zwei Drittel der gewonnenen Energie entfallen auf Wärme und das verbleibende Drittel wird zu Strom umgewandelt. Doch immer mehr Eigenheimbesitzer möchten ihr BHKW vom Erdgas lösen, da die Preise für diesen fossilen Brennstoff deutlich gestiegen sind. Denn im Zuge des russischen Überfalls auf die Ukraine und der damit einhergehenden Sperrung der Gaslieferungen kam es zu einer Inflation der Energiepreise. Die Ausfälle von französischen Atomkraftwerken und die dadurch zugespitzte Energieknappheit auf dem europäischen Markt tat ihr Übriges.

Die gängigste Alternative zum Erdgas-BHKW ist der Betrieb mit Öl. Chemisch gesehen macht es dabei keinen Unterschied, ob du auf Heizöl oder auf Diesel als Brennstoff zurückgreifst. Aufgrund der stationären Anwendung darfst du allerdings das steuerlich vergünstigte Heizöl nutzen. Der große Vorteil ist, dass sich auch Pflanzenöle auf Basis von Soja oder Raps zum Betrieb eignen, sofern das Blockheizkraftwerk dahingehend entsprechend umgerüstet wurde. Zwar ist auch ein Umstieg auf Biogas ebenso möglich, allerdings geht die Produktion dieses Brennstoffs mit der Erzeugung von Methan und weiteren umweltschädlichen Stoffen einher.

 

BHKW auf Basis von Wasserstoff

Neben fossilen Brennstoffen wie Erdgas, Biogas oder Öl beweisen sich zunehmend auch erneuerbare Energien als zuverlässige und leistungsstarke Optionen. Insbesondere die Brennstoffzelle, die sich Wasserstoff zur Energiegewinnung zunutze macht, weist einen hohen Wirkungsgrad von gut 70% auf und ist mittlerweile im BHKW anstelle von Erdgas und Co. verwendbar. Die Brennstoffzelle ersetzt somit den Motor und wandelt die chemische Energie des Wasserstoffs direkt in Strom um. Im Gegensatz zum BHKW mit

Gas erzeugt ein Blockheizkraftwerk auf Wasserstoffbasis mehr Strom als Wärme.

Der klare Vorteil dieser Technologie liegt in den drastisch reduzierten Emissionen. Denn als einziges Nebenprodukt bei der Energiegewinnung entsteht Wasser bzw. Wasserdampf. Ein weiterer Vorteil findet sich im Ausbleiben eines Motors, da ohne diesen weniger Fehlerquellen und Verschleißteile verbaut sind. Nichtsdestotrotz benötigt ein derartiges BHKW einen Erdgasanschluss, um diesem über einen Reformator Wasserstoff zu entnehmen.

Ebenfalls sehr vorteilhaft ist die staatliche Förderung von Brennstoffzellenheizungen. Zwar kostet die Anschaffung einer solchen Anlage im Schnitt gut 30.000 Euro, jedoch kannst du dank unterschiedlicher Bezuschussungen rund 40 Prozent der Kosten sparen. Der verbleibende Wert ist dank der anschließenden Ersparnis in den Heizkosten nach etwa 10 Jahren wieder ausgeglichen.

 

Alternativen abseits des Blockheizkraftwerks

Das Blockheizkraftwerk zeigt seinen größten Vorteil in der gemeinsamen Nutzung mit einer Photovoltaikanlage auf dem Dach sowie einer Wärmepumpe im Keller. Beide Anlagen gewinnen Strom bzw. Wärme aus der Umwelt, sodass du einen großen Teil an fossilen Energieträgern umgehen kannst. Ein BHKW stellt dabei ein ergänzendes Mittel dar, das an kalten oder trüben Tagen zum Einsatz kommt. Die Kombination aus Blockheizkraftwerk, Photovoltaikanlage und Wärmepumpe ist oftmals in Niedrigenergie- bzw. Passivhäusern vorzufinden.

Trotzdem ist es möglich, die Notwendigkeit eines BHKW noch weiter zu reduzieren. Die Grundlage dafür bildet die energetische Sanierung deines Eigenheims. Im Zuge einer Modernisierung des Bauwerks durch eine optimale Dämmung von Dach, Fassade, Fenstern und Türen bleibt ein Großteil der Wärme, die durch die Wärmepumpe oder durch eine optionale Solarthermie gewonnen wird,  in deinen vier Wänden. Auf diese Weise kann auch die Wärme, die von der Sonneneinstrahlung sowie von Haushaltsgeräten und -bewohnern ausgeht, effektiv zum Heizen beitragen.

 

Alternativen zum BHKW: Erdgas ist nicht die einzige Option

Blockheizkraftwerke leisten ihren Beitrag, um die verursachten Emissionen in Wohnungen, Wohnhäusern und weiteren Gebäuden zu reduzieren. Doch die gestiegenen Kosten für Erdgas machen das Heizen mithilfe eines BHKW in vielen Fällen sichtlich teurer. Zwar ist die Umrüstung auf Heizöl eine mögliche Ausweichoption, jedoch bleibt damit die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und ihren Preisschwankungen bestehen. Als eine nachhaltige Alternative bietet sich schlussendlich die Nutzung eines BHKW auf Wasserstoffbasis an, da auf diese Weise der Bedarf an Erdgas deutlich verringert wird und somit auch die Emissionen und Kosten geringer ausfallen. Die angebotenen staatlichen Förderungen und Zuschüsse kommen Interessenten zudem stark entgegen, da sie fast die Hälfte der Anschaffungs- und Installationskosten decken.

Möchtest du dich nicht nur vom Erdgas loslösen, sondern eine Heizmöglichkeit abseits vom BHKW suchen, dann kommen eine Solarthermie, eine Photovoltaikanlage sowie eine Wärmepumpe in Frage. Diese Technologien nutzen die unerschöpflichen Energien aus ihrer direkten Umwelt, um daraus Strom und Wärme zu gewinnen. Ein nach den neuesten Standards saniertes Haus hilft dabei, die gewonnene Energie dort zu behalten, wo du sie benötigst.

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