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Blockheizkraftwerk Beratung

Über diesen Artikel

Lesezeit

4 Minuten

Veröffentlichung

10.02.2021

Letztes Update

08.12.2021

Blockheizkraftwerk-Beratung: Ist dieser Wärmeerzeuger das richtige für dich?

Mit Kraft-Wärme-Kopplung erzeugst du gleichzeitig Strom und Wärme für dein Haus. Das klingt gut. Ob diese Technik tatsächlich etwas für dich ist, erfährst du hier.

Inhalt des Blogartikel

BHKW-Anlagen: wichtig für die Energiewende

Neben Photovoltaik- und Windkraftanlagen sind Blockheizkraftwerke (BHKW) beziehungsweise die Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) für die Stromerzeugung ein wichtiger Baustein, um die Klimaziele zu erreichen. Für dein Ein- oder Mehrfamilienhaus bietet der Markt Nano- und Mikro-BHKW an. Für Mehrfamilienhäuser und größere Objekte sind Mini-BHKW die richtige Wahl. Bei der KWK-Technik treibt ein Motor oder eine Brennstoffzelle einen Generator an, um elektrische Energie zu erzeugen. Die während dieses Prozesses entstehende Wärme wird für die Beheizung und Warmwasserversorgung von Gebäuden genutzt. Dies hat den Vorteil, dass der eingesetzte Brennstoff – Erd-, Flüssig- oder Biogas, leichtes Heizöl, Holz – effizient verwertet werden kann. Da die Energie direkt vor Ort erzeugt wird, entstehen keine Transportverlust und der Ausstoß des klimaschädlichen CO2 wird spürbar reduziert. Auch der Primärenergieverbrauch sinkt. Einige Hersteller haben inzwischen bereits KWK-Anlagen mit Brennstoffzellen im Programm.

Laut Statista GmbH (Statista 2021) wurden 2019 in Deutschland 1.396 Nano-BHKW, 863 Mikro-BHKW und 889 Mini-BHKW installiert; Zusammen sind das 3.148 Anlagen. Allerdings wurden 2019 insgesamt 748.000 neue Wärmeerzeuger eingebaut. Der Marktanteil von kleinen BHKW ist also noch sehr gering.

 

Die richtige Blockheizkraftwerk-Beratung

Um eine BHKW-Anlage wirtschaftlich betreiben zu können, brauchst du eine objektbezogene und individuelle Planung und Auslegung. Fachplaner ziehen dazu die Richtlinie VDI 4656 inklusive Berechnungsprogramm heran. Als Laie sollte man sich in jedem Fall an einen Fachmann wenden und um ein unverbindliches Beratungsgespräch bitten. Wir empfehlen dir, es aber nicht dabei zu belassen, sondern wenigstens 2 weitere Beratungsgespräche mit anderen Anbietern zu führen und diese dann miteinander zu vergleichen. Damit du nicht völlig unvorbereitet in die Blockheizkraftwerk-Beratung gehst, haben wir wichtige Punkte zusammengestellt, die du berücksichtigen solltest. 

 

Auswahl des Anbieters

Achte darauf, dass die Firma deiner Wahl auch über ausreichend Erfahrung mit BHKW-Anlagen verfügt und dir entsprechende Referenzobjekte vorstellen kann.  

Eignung deines Hauses

Grundsätzlich ist ganz zu Beginn der Beratung BHKW zu prüfen, ob dein Haus für den Einsatz eines BHKW überhaupt geeignet ist; sowohl in baulicher als auch in energetischer Hinsicht.

Wärmebedarf

Bei einem BHKW sind Strom- und Wärmeerzeugung eng miteinander verbunden. Wird keine Wärme angefordert, wird auch kein Strom produziert. Aus diesem Grund unbedingt wirklich alle Bereiche berücksichtigen, für die du Wärme benötigst. Also nicht nur Heizung und Warmwasser, sondern beispielsweise auch Geräte wie Waschmaschine und Geschirrspüler, die es mit Anschluss an das Warmwasser gibt. Lass die Heizlast ganz exakt berechnen, die deine Heizungsanlage erbringen muss, damit die erforderlichen Raumtemperaturen in deinem Haus zur Verfügung stehen. Die Heizlast kannst du anhand deines bisherigen Brennstoffverbrauchs ermitteln.

Strombedarf

Wie bereits erwähnt fallen bei einem BHKW Strom und Wärme stets gleichzeitig an. Damit bei der Blockheizkraftwerk-Beratung abgeschätzt werden kann, welche elektrische Leistung das BHKW haben muss, ist es notwendig, den erforderlichen Strombedarf zu kennen. Diesen kannst du den Stromrechnungen der vergangenen Jahre entnehmen. Solltest du stromintensive Anschaffungen planen, auch das in der Blockheizkraftwerk-Beratung berücksichtigen.

Heizungssystem

Kläre unbedingt ab, ob deine alte Heizung zum geplanten BHKW passt. Falls ja, ist der Einbau relativ einfach, weil du unter anderem Heizkörper, Fußbodenheizung, Rohr- und Leitungssystem komplett übernehmen kannst.

Jahresdauerlinie

Meist werden KWK-Anlagen wärmegeführt betrieben, weil dadurch das BHKW optimal ausgelastet wird. Somit ist dies aus energetischer und ökologischer Sicht am besten. Ob eine Kraft-Wärme-Kopplung wirtschaftlich betrieben werden kann, hängt vom Wärmebedarf ab. Ein Blockheizkraftwerk sollte eine jährliche Laufleistung von mindestens 5.500 Stunden haben. Um das BHKW entsprechend zu dimensionieren, dient die Jahresdauerlinie. Mit diesem Berechnungsverfahren wird in einem Diagramm der Wärmebedarf aller Verbraucher nach ihrer Häufigkeit sortiert dargestellt. Du kannst also ablesen, wie viele Stunden im Jahr eine bestimmte Leistung nachgefragt wird. Lediglich im Winter, und dann meist auch nur wenige Stunden, ist die maximale Wärme erforderlich. Die Wärmegrundlast ist der Wert, an dem sich ein Block-Heiz-Kraftwerk orientiert.

Brennstoffauswahl

Auch die Brennstoffkosten beeinflussen die Wirtschaftlichkeit deiner KWK-Anlage. Aufgrund seiner hohen Verfügbarkeit über das Erdgasleitungsnetz, fällt die Wahl meist auf Erdgas. Ein weiterer Vorteil ist, dass kein Lagerraum für die Energie benötigt wird wie es bei Flüssiggas, Öl oder Holz der Fall ist.

Stromeinsatz

Bei deiner Blockheizkraftwerk-Beratung sollte unbedingt geklärt werden, wie mit der selbst erzeugten elektrischen Energie umgegangen werden soll. Soll Überschussstrom ins öffentliche Netz eingespeist werden oder nicht? Wobei ein hoher Eigenstromverbrauch immer empfehlenswert ist.

Platzbedarf

Nano- und Mikro-BHKW benötigen nicht viel mehr Platz als ein Kühlschrank. Allerdings sind in der Regel zusätzlich ein Pufferspeicher und ein Spitzenlastkessel erforderlich. Für diese muss entsprechender Platz vorhanden sein oder gegebenenfalls geschaffen werden.

Einschätzung der Wirtschaftlichkeit

Im Rahmen der Blockheizkraftwerk-Beratung solltest du unbedingt auch eine Abschätzung der Wirtschaftlichkeit durchführen lassen. Wenngleich das kostenpflichtig sein kann, lohnt es sich hinsichtlich der hohen Anschaffungskosten selbst bei mehreren verschiedenen Beratungsgesprächen. Nachfolgend haben wir dir die 12 wichtigsten Fragen im Überblick dargestellt, die in der Beratung BHKW geklärt werden müssen:

  1. Ist dein Haus überhaupt geeignet?
  2. Ist ein ausreichend hoher Wärmeverbrauch gegeben?
  3. Ist der Strombedarf ausreichend hoch?
  4. Bestätigt die Jahresdauerlinie des Wärme- und Stromverbrauchs, dass sich der Kauf eines Blockheizkraftwerks lohnt?
  5. Gibt es eine zentrale Warmwasserversorgung?
  6. Ist im Gebäude ausreichend Platz für das BHKW, einen Wärmespeicher, eventuell für einen Spitzenlastkessel und die Brennstofflagerung vorhanden?
  7. Kann das BHKW ohne großen Aufwand an die bestehenden Heizungs- und Warmwasserleitungen angeschlossen werden?
  8. Sind spezielle Messeinrichtungen wie Wärmemengen- und Stromzähler erforderlich?
  9. Müssen beispielsweise enge Türen oder sehr schmale Treppen erst durch bauliche Maßnahmen passend gemacht werden?
  10. Reicht der Schallschutz aus, damit Nachbarn nicht belästigt werden?
  11. Gibt es Fördermittel?
  12. Sind rechtliche Belange zu berücksichtigen?

Warum sich die Blockheizkraftwerk-Beratung lohnt: Der Nachhaltigkeitsaspekt

Du produzierst Strom- und Wärme genau dort, wo du sie brauchst. Verglichen mit der getrennten Erzeugung von Wärme im Heizkessel und der Stromerzeugung im Kraftwerk sinken die CO2-Emissionen um bis zu 50 Prozent und der Energieverbrauch um bis zu einem Drittel. Du leistest also deinen persönlichen Beitrag, Natur und Umwelt für die nachfolgenden Generationen zu erhalten.

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