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Der Umzug einer Photovoltaikanlage

Über diesen Artikel

Lesezeit

3 Minuten

Veröffentlichung

29.08.2020

Letztes Update

06.12.2021

Inhalt des Blogartikel

Was du über den Umzug der Photovoltaikanlage wissen solltest

Die Photovoltaik (PV) erfreut sich unter Eigenheimbesitzern seit Jahren großer Beliebtheit. Zwar sinkt die Einspeisevergütung mittlerweile jährlich, aber eine PV-Anlage auf dem Dach lohnt sich meist immer noch. Eine solche Anlage hat eine Nutzungsdauer von 20 bis 30 Jahren. In dieser Zeit kann viel passieren und deine private und/oder berufliche Situation kann sich ändern. Dann stehst du vielleicht plötzlich vor der Frage: „Ist der Umzug einer Photovoltaikanlage möglich und wie kann ich diesen realisieren?“ In diesem Artikel erfährst du das Wichtigste zu dieser Frage.

 

Gründe für den Umzug der Photovoltaikanlage

  • Du ziehst um und der neue Mieter oder Käufer deines Hauses will die Anlage nicht weiter betreiben.
  • Du hattest die Dachfläche für die Anlage auf einem fremden Haus gepachtet und der Pachtvertrag ist dir gekündigt worden.
  • Du kaufst eine gebrauchte PV-Anlage.
  • Das Dach muss großflächig repariert werden. Daher muss die Solaranlage abgebaut werden.

Darauf musst du beim Umzug einer Photovoltaikanlage achten

Zuerst einmal: Der Umzug einer Photovoltaikanalage ist problemlos möglich, du solltest allerdings ein paar Punkte beachten. Vor dem Umzug musst du einen Antrag zur Anlagenverlegung bei dem Netzbetreiber stellen, der bisher für die Anlage zuständig war, und die Bundesnetzagentur über die Verlegung informieren.

Bei der Demontage der Anlage

Die sicherste Lösung ist es, den Umzug der Photovoltaikanlage von einem Fachmann ausführen zu lassen. Wenn auf den Solarmodulen noch Garantie ist, kann diese bei unsachgemäßer Demontage oder Montage entfallen. Ganz abgesehen davon, dass Arbeiten auf dem Dach für Ungeübte immer gefährlich sind.

Solltest du aber die Photovoltaikanlage selbst demontieren wollen, achte darauf, dass alle elektrischen Verbindungen gelöst sind. Ein Solarmodul produziert immer Strom, sobald Licht darauf fällt. Die Strommenge eines einzelnen Moduls ist für den Menschen ungefährlich. Aber wenn noch mehrere Module miteinander verbunden sind, kann es lebensgefährlich werden.

Beim Transport der Photovoltaik

Du solltest die Module gut gepolstert und durch Decken oder Ähnliches geschützt transportieren, damit weder die Vorderseite noch die Folie auf der Rückseite der Module beschädigt werden. Schäden auf der Vorderseite der Module führen zu den sogenannten Hot Spots. An diesen Stellen überhitzt das Modul dann im Betrieb schnell, was zur Zerstörung des Moduls führt. Wird die Folie an der Rückseite des Solarmoduls beschädigt, kann Wasser in das Modul eindringen, was zu Kurzschlüssen führen kann.

Bei einer neuen Montage der Anlage

Vor der Montage an dem neuen Standort der Anlage solltest du eine Sichtprüfung der Module vornehmen. Defekte Module musst du austauschen. Hast du die Photovoltaik nur demontiert, um eine Dachsanierung zu ermöglichen, kannst du sie genau so wieder montieren, wie sie ursprünglich ausgelegt war.

Bei einem Umzug der Photovoltaikanlage wirst du aber auf die Gegebenheiten auf dem neuen Dach Rücksicht nehmen müssen. Dieses Dach kann kleiner oder größer als das alte sein, auch die Ausrichtung solltest du beachten. Eventuell gibt es zudem Dachfenster, die ausgespart werden müssen. Hier gilt das Umgekehrte zur Demontage: Erst werden alle Montagearbeiten ausgeführt, bevor die elektrischen Verbindungen geschlossen werden. Ist das neue Dach kleiner und du hast deshalb noch voll funktionstüchtige Module übrig, kannst du diese verkaufen. Es gibt zahlreiche Händler, die sich auf gebrauchte Solaranlagen und Teilen davon spezialisiert haben.

Eventuell brauchst du einen neuen Wechselrichter. Nach den neuen Richtlinien, die du bei einer Neumontage einhalten musst, muss der Wechselrichter vom Netzbetreiber ferngesteuert werden können.

Bei der Entsorgung defekter Teile

Mit der Entsorgung defekter Teile der Photovoltaikanlage solltest du keine großen Probleme haben – die Hersteller sind zur Rücknahme verpflichtet. Was ist aber, wenn du Module ausländischer Hersteller gekauft hast? Die hast du höchstwahrscheinlich nicht im Ausland direkt bestellt. Dann ist der Händler, bei dem du die Module gekauft hast, zur Rücknahme verpflichtet. Als Alternative kannst du die Teile auch einfach zum nächsten Recyclinghof deiner Stadt bringen.

Nach dem Umzug der Anlage

Nach erfolgreichem Umzug deiner Photovoltaikanlage musst du sie bei dem nun zuständigen Netzbetreiber anmelden und der Bundesnetzagentur den neuen Standort und eine eventuell geänderte Leistung anzeigen. Der neue Netzbetreiber benötigt eine Bescheinigung über die erste Inbetriebnahme deiner Anlage. Diese stellt dir der alte Netzbetreiber aus.

 

Welchen Einfluss hat der Umzug einer Photovoltaikanlage auf die Einspeisevergütung?

Die Verlegung der Anlage an einen anderen Ort oder der Besitzerwechsel der Anlage haben keinen Einfluss auf die Höhe oder Laufzeit der Einspeisevergütung. Diese ist an die erste Inbetriebnahme der Module gebunden, nicht an den Standort oder den Anlagenbetreiber.

 

Wie sieht es mit dem Bestandsschutz bei der EEG-Umlage aus?

Der Bestandsschutz der EEG-Umlage (Erneuerbare-Energien-Gesetz) bleibt dir nur erhalten, wenn du die Anlage am alten Standort wieder aufstellst – also beispielsweise nach einer großen Dachreparatur. In allen anderen Fällen verfällt der Bestandsschutz und du musst die EEG-Umlage in Höhe von 40 Prozent auf den Eigenverbrauch bezahlen.

 

Umzug einer Photovoltaikanlage bringt Vor- und Nachteile

Der Umzug einer Photovoltaikanlage ist manchmal notwendig und kann auch lohnend sein. Schließlich bekommst du für eine ältere Anlage eine höhere Einspeisevergütung als für eine neue Anlage. Dagegen musst du den Aufwand und die Kosten für den Umzug berücksichtigen. Beachtest du unsere Tipps, sollte der Umzug aber problemlos funktionieren.

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