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Stromspeicher nachrüsten | AC- oder DC-Solarspeicher?

Über diesen Artikel

Lesezeit

4 Minuten

Veröffentlichung

10.03.2022

Letztes Update

14.03.2022

Stromspeicher nachrüsten lohnt sich

Eine möglichst autarke Stromversorgung funktioniert nicht ohne Stromspeicher. Auch für ältere PV-Anlagen ist daher die Nachrüstung sinnvoll.

Inhalt des Blogartikels

Gut für’s Klima: Deshalb lohnt es sich, einen Stromspeicher für die PV nachzurüsten

Ein Stromspeicher bevorratet Überschussstrom, damit du ihn später nutzen kannst. In Kombination mit einer Photovoltaikanlage kannst du so auch nachts oder wenn die Sonne kaum scheint dein Haus mit Sonnenstrom versorgen.

Lässt man hierbei die Wirtschaftlichkeit außen vor, dann ist die Nachrüstung eines Stromspeichers für Photovoltaik immer eine sinnvolle Sache. Mit einem Speicher wirst du von deinem Energieversorger unabhängiger, steigende Strompreise betreffen dich wesentlich weniger und dein persönlicher CO2-Fußabdruck wird ein gutes Stückchen kleiner. Ein 8-Kilowattstunden (kWh)-Stromspeicher in einem normalen Einfamilienhaus erspart der Umwelt während seiner Lebensdauer etwa 12,5 Tonnen CO2.

Aber auch aus wirtschaftlicher Sicht lohnt sich oftmals die Anschaffung eines Speichers. Seit Jahren ist die Einspeisevergütung für selbst produzierten Solarstrom soweit gesunken, dass sie sich inzwischen unterhalb der angebotenen Strompreise bewegt. Geld verdienen kann man mit einer Photovoltaikanlage daher auf diese Weise nicht mehr. Aus diesem Grund geht auch der Trend hin zu einem größtmöglichen Eigenverbrauch. Ein Stromspeicher hilft, dieses Ziel zu realisieren. Der Eigenverbrauchsanteil von Strom ohne Speicher beträgt um die 30 Prozent. Mit Stromspeicher sind Anteile bis 80 Prozent möglich.

Hinweis: Wurde deine Solarstromanlagen vor dem 1.1.2009 installiert, ist es dir noch nicht erlaubt, den Solarstrom selbst zu nutzen. Sie darf aktuell auch nicht mit einem Stromspeicher nachgerüstet werden. Dies ist erst dann möglich, wenn der Stromliefervertrag ausgelaufen ist. Strom von solchen Photovoltaikanlagen werden mit bis zu 50,62 Cent pro eingespeiste Kilowattstunde vergütet. Weil derzeit Netzstrom durchschnittlich nur etwa 30 Cent pro Kilowattstunde kostet, ist auch aus wirtschaftlicher Sicht die Nachrüstung eines Stromspeichers nicht ratsam.

 

AC- oder DC-Anbindung?

Bei den Anlagen gibt es AC-Systeme und DC-Systeme. Die Abkürzung AC steht für „alternating current“ (Wechselstrom) und DC bedeutet „direct current“ (Gleichstrom). Grundsätzlich sind beide Speichersysteme für Photovoltaikanlagen geeignet. Es gibt jedoch Unterschiede. Für neu installierte Solarstromanlagen werden immer öfter Speichersysteme mit DC-Anbindung verwendet, weil diese effektiver sein sollen. Auch die Installation ist in der Regel kostengünstiger. Allerdings werden DC-Speicher direkt hinter den Photovoltaikmodulen angeschlossen, also vor dem Wechselrichter. Soll dieses System für die Nachrüstung verwendet werden, muss der vorhandene Wechselrichter ausgetauscht werden. Außerdem muss die Speicherkapazität der Leistung der Photovoltaikanlage angepasst werden.

Für die Speichernachrüstung sind daher AC-Systeme weitaus besser geeignet, weil sie hinter dem Wechselrichter angeschlossen werden. Mit dem richtigen Batterie-Wechselrichter ausgestattet, ist dann die Leistungsgröße der PV-Anlage eher unbedeutend. Somit lassen sich AC-Systeme einfacher in bestehende Photovoltaikanlagen und in das Hausnetz integrieren. Hinzu kommt, dass kleine Blockheizkraftwerke oder kleine Windräder ohne Probleme zusätzlich in ein AC-System integriert werden können. Was beispielsweise zur Erreichung größtmöglicher Energieautarkie von Vorteil ist.  

 

Welche Speichergröße ist die richtige für meine PV-Anlage?

Das Größe der Anlage ist natürlich individuell verschieden. Entscheidende Faktoren sind der jährliche Bedarf an Strom und die Leistung der vorhandenen Photovoltaikanlage. Aber auch die Motivation, warum der Speicher eingebaut werden soll, spielt eine Rolle. Wenn du hauptsächlich die Wirtschaftlichkeit deiner Stromproduktion und Speicherung im Blick hast, dann solltest du die Speicherkapazität wie folgt ansetzen: für 1.000 Kilowattstunden Jahresstromverbrauch eine Kilowattstunde nutzbare Kapazität für den Stromspeicher. Wobei dies nur ein Richtwert ist, denn grundsätzlich kann man sagen, je kleiner der Stromspeicher ausgelegt ist, umso wirtschaftlicher ist er. Daher in jedem Fall vom Fachmann exakt berechnen lassen. Steht jedoch die autarke Versorgung mit Strom im Vordergrund, kann ungeachtet der Kosten der Stromspeicher wesentlich größer dimensioniert werden. Für ein kleines Einfamilienhaus mit einem Jahresstromverbrauch von 4.000 Kilowattstunden ist die Entscheidung für eine Anlage mit 4 Kilowattstunden Netto-Kapazität genau richtig. Die Autarkiezugewinne durch eine größere Auslegung sind eher marginal und stehen in keinem Verhältnis zu den höheren Kosten.

 

Platz und Raumtemperatur für Stromspeicher: Das muss bei Batteriespeichern stimmen

Ein kompakter Solarstromspeicher ist oft nicht größer als ein Kühlschrank mit Gefrierfächern oder als eine Gastherme. Je nach Hersteller sind die Speicher auch für die Aufhängung an der Wand geeignet. Natürlich gibt es ebenfalls Solarspeicher, die mehr Platz benötigen. Den Aufstellort solltest du trocken, frostfrei und belüftet wählen. Achte darauf, dass die Umgebungstemperatur einen Wert zwischen 15 und 25 Grad Celsius hat. Ideale Aufstellorte sind der Keller und der Hauswirtschaftsraum. Was das Gewicht betrifft, gibt es natürlich auch große Unterschiede. Allein die Batterien für einen 5-Kilowattspeicher wiegen bereits rund 50 Kilo, also ohne Gehäuse und Batteriemanagementsystem.

 

Wie hoch ist die Lebensdauer eines Stromspeichers?

Lithiumbatterien haben sich gegenüber Bleibatterien durchgesetzt. Sie sind Blei-Akkus hinsichtlich Effizienz, Ladezyklen und Lebenserwartung klar überlegen. Blei-Akkus erreichen 2.000 bis 4.000 Voll-Ladezyklen und werden maximal 10 bis 15 Jahre alt. Die nutzbare Kapazität bewegt sich zwischen 60 bis 80 Prozent. Solarstromspeicher aus Lithium hingegen bringen es auf ca. 5.000 bis 7.000 Voll-Ladezyklen. Die Lebensdauer beträgt bis zu 20 Jahre. Die nutzbare Kapazität liegt bei 80 bis 100 Prozent.


Was kostet es, einen Stromspeicher nachzurüsten?

Speicheranlagen für Einfamilienhäuser oder auch kleinere Mehrfamilienhäuser werden inzwischen bereits als fertige Komplettsysteme angeboten. Die Zeitschrift pv magazine hat 2020 eine „Marktübersicht Batteriespeicher für Photovoltaikanlagen“ angelegt. Dort sind über 50 Anbieter-Informationen zu mehr als 400 Systemen hinterlegt: Details zu Aufbau, Batterie und meist auch zum Preis. Die Marktübersicht kann auf der Website von pv magazine aufgerufen werden.

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass in den vergangenen Jahren die Preise für Stromspeicher extrem gesunken sind. Die Kosten inklusive Installation – je nach Leistung und Speichertechnologie – bewegen sich 2020 ungefähr zwischen 7.000 Euro und 20.000 Euro.

 

Fördergelder für Solarstromspeicher

Solarstromspeicher werden über das KfW-Programm Erneuerbare Energien „Standard“ 270 gefördert. Auch Länder und Kommunen bieten verschiedene Förderprogramme an. Es lohnt sich daher, sich zu informieren, ob in deiner Stadt oder Kommune solche Förderprogramme existieren. Zumal diese oftmals sehr lukrativ sind.

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