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Stromspeicher für dein Zuhause

Über diesen Artikel

Lesezeit

5 Minuten

Veröffentlichung

13.11.2020

Letztes Update

24.11.2021

Hol mehr aus der Sonne raus: Stromspeicher für Zuhause

Im Herbst scheint die Sonne weniger und der Solarstromertrag sinkt. Daher muss wieder zusätzlich teurer Strom gekauft werden. Mit einem Stromspeicher für dein Zuhause hast du mehr von sonnigen Tagen.

Inhalt des Blogartikel

Stromspeicher für Zuhause sind im Kommen

Mit einem Stromspeicher kannst du deinen vor Ort erzeugten Solarstrom speichern, um ihn zu einem späteren Zeitpunkt zu verbrauchen. Je nach Hersteller können auch Mikro- und Nano-Blockheizkraftwerke sowie Kleinwindkraft-Anlagen an einen Batteriespeicher angeschlossen werden. Das erhöht generell deine Unabhängigkeit vom Stromversorger und deinen Eigenstromverbrauch. Sogar steigende Strompreise können dir dann fast egal sein.

Nach Angaben des Bundesverbandes Solarwirtschaft e. V. (BSW) hat sich die Zahl der in Deutschland installierten Solarstromspeicher innerhalb von nur 2 Jahren auf 200.000 verdoppelt; Stand Juni 2020. In den vergangenen Jahren haben sich die Preise für Solarspeicher mehr als halbiert. Hier ist ein klarer Trend zu erkennen: Die Zahl derer, die möglichst viel ihres Strombedarfs klimaschonend und kostengünstig selbst erzeugen wollen, wächst. Bei neu installierten Photovoltaikanlagen gehört inzwischen meist ein Speicher dazu.

 

Funktion eines Stromspeichers für Zuhause

Eine intelligente Ladetechnik managt die Verteilung des Sonnenstrom zwischen den elektrischen Verbrauchern im Haus, dem Speicher und dem öffentlichen Stromnetz. Die Deckung des Strombedarfs im Haus hat dabei oberste Priorität. Wird mehr Strom produziert als aktuell benötigt wird, wird der Stromspeicher geladen. Erst wenn dieser komplett geladen ist und kein Strom im Haushalt benötigt wird, speist die Photovoltaikanlage den Überschussstrom ins öffentliche Netz ein. In der Regel bestehen Stromspeicher für die Anwendung in Wohnhäusern aus:

  • Batterien (Lithium-Ionen-Batterie)
  • Batterie-Management-System (BMS)
  • Laderegler
  • Batterie-Wechselrichter
  • Energiemanagementsystem (EMS)
  • Monitoring-System

Was bringt ein Stromspeicher für dein Zuhause?

Du kannst mehr des von dir produzierten Stroms selbst verbrauchen. Damit kannst du auch Solarstrom einsetzen, wenn die Sonne gerade die Energielieferung eingestellt hat oder nicht ausreichend davon liefert: nachts oder bei schwacher Sonneneinstrahlung. Außerdem kannst du dann, wenn das Sonnenangebot größer ist als dein Bedarf, den Überschuss für später speichern, wenn du es brauchst. Das hat den Vorteil, dass du Geld sparst, weil du weniger teuren Strom vom Energieversorger kaufen musst. Zudem kannst du immer sicher sein, dass dein Strom ökologisch ist. Und das ist gut für Klima und Umwelt. Und wenn andere über steigende Strompreise stöhnen, kannst du gelassen in die Zukunft blicken, denn dich betrifft das nur noch zu einem ganz geringen Teil. Da Stromspeicher in der Regel mit Photovoltaikanlagen kombiniert werden, sind meist Solarstromspeicher gemeint. Falls du aber eine kleine Windkraftanlage betreibst, funktioniert das genauso. Allerdings muss dazu der Stromspeicher etwas an die speziellen Anforderungen der Mini-Windanlage angepasst werden.

Mit deiner Photovoltaikanlage und einem Batteriespeicher kannst du dein Heim jedes Jahr mit bis zu 80 Prozent selbst produzierten Strom versorgen. Ohne deinen Speicher sind es gerade einmal rund 30 Prozent. Immerhin 70 Prozent musst du dann für teures Geld zukaufen, denn Solarstrom kostet nur etwa die Hälfte wie Strom aus dem Netz.

 

Du willst möglichst autark sein?

Das kann funktionieren. Allerdings musst du dazu in einer windsicheren Gegend wohnen, wo zudem der Betrieb einer Kleinwindanlage erlaubt ist. Stromspeicher, Photovoltaikanlage und Kleinwindanlage sind dann ein unschlagbares Gespann, denn die kleine Windkraftanlage ist gerade im Winter, wenn das Sonnenangebot eher schwach ist, ganz besonders aktiv. Wenn du dir das finanziell leisten kannst, erzeugst du deinen Strom bis zu 100 Prozent selbst. Wie bereits erwähnt, muss dann der Solar-/Windstromspeicher allerdings spezielle technische Voraussetzungen erfüllen.

 

Gibt es Effizienznachteile bei nachgerüsteten Speichern?

Grundsätzlich hast du bei Stromspeichern die Wahl zwischen AC-Systemen (Wechselstrom) und DC-Systemen (Gleichstrom), die beide für Photovoltaikanlagen geeignet sind. Bei Neuinstallationen wird inzwischen die DC-Anbindung bevorzugt. DC-gekoppelte Systeme werden direkt mit Gleichstrom von der Photovoltaik-Anlage geladen. Daher wird kein Batteriewechselrichter benötigt. Bei Lithium-Ionen-Akkus ergibt sich dadurch ein Speicher-Gesamtwirkungsgrad von bis zu 90 Prozent.

AC-gekoppelte Speichersysteme wandeln den Gleichstrom der Photovoltaikanlage über einen Batteriewechselrichter in Wechselstrom um, damit er im Haus verwendet werden kann. Soll Überschussstrom gespeichert werden, muss der Batteriewechselrichter ihn erneut in Gleichstrom umwandeln. Durch die doppelte Umwandlung entstehen Verluste, daher haben AC-Systeme geringere Wirkungsgrade als DC-Systeme. AC-Systeme werden bevorzugt für die Speichernachrüstung eingesetzt, weil dann die Leistungsgröße der Photovoltaikanlage unerheblich ist.

DC-Systeme sollen effizienter sein als AC-Systeme. Eine Studie der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW Berlin) zur Bewertung und Optimierung der Energieeffizienz von Photovoltaik-Batteriesystemen (EffiBat) vom Juli 2020 hat jedoch gezeigt, dass sowohl AC- als auch DC-gekoppelte Systeme eine herausragende Systemeffizienz erzielen können.

 

Welche Batterien sind zu empfehlen?

Im Bereich der Heimspeicher haben Lithiumbatterien mittlerweile Bleibatterien im Markt verdrängt. Lithiumbatterien sind aktuell Stand der Technik und Blei-Akkus eindeutig überlegen. Lithium-Ionen-Akkus haben eine hohe Energiedichte, sind langlebig und wartungsarm. Selbst bei längerem Betrieb bleibt ihre Speicherkapazität konstant. Auch Zwischenladungen sind jederzeit problemlos möglich. Ihre Lebensdauer wird mit bis zu 20 Jahren angegeben und die nutzbare Kapazität mit 80 bis 100 Prozent; Bleibatteriespeicher haben nur 50 bis 60 Prozent. Was die Lebensdauer betrifft, fehlen natürlich noch die Erfahrungswerte, um zu beweisen, wie lange sie tatsächlich ist. Bleispeicher musst du meist bereits nach zehn Jahren austauschen, du musst also in der gleichen Zeitspanne zweimal investieren.

 

Speichergröße für ein Einfamilienhaus

Bei einem Jahresstromverbrauch von 4.000 Kilowattstunden (kWh) und einer Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 4 Kilowatt Peak (kWp) sollte der Speicher eine Netto-Kapazität zwischen 6 und 7 kWh haben. Hierfür werden aber auch Speicher mit nur 4 kWh Netto-Kapazität angeboten. Was sich dann natürlich preislich positiv auswirkt. Das zeigt aber auch, wie wichtig es ist, dass ein Fachmann ganz exakt die tatsächlich erforderliche Speicherkapazität berechnet. Denn mehrere Faktoren beeinflussen die erforderliche Kapazität:

  • Verbrauchsverhalten der Bewohner
  • Leistung der Photovoltaikanlage
  • Modulausrichtung
  • Eigenverbrauchsanteil
  • Wirtschaftlichkeit

Platzbedarf

Solarstromspeicher sind meist nicht viel größer als ein Kühlschrank. Oft sind sie für die Anbringung an der Wand geeignet. Der Aufstellort sollte frostfrei, gut belüftet und trocken sein. Ideal sind Temperaturen um die 20 Grad Celsius hat. Stromspeicher arbeiten nicht immer leise, sie sind daher im Keller oder dem Hauswirtschaftsraum gut aufgehoben, denn dort stören sie niemanden.

 

Das kosten Stromspeicher 2020

Laut BSW – Bundesverband Solarwirtschaft e. V. – beträgt die durchschnittliche Größe eines Heimspeichers 7 bis 8 Kilowattstunden. 2020 sind kleine Speicher mit bis zu 6 kWh für rund 1.100 bis 2.260 Euro pro kWh zu haben. Ein Stromspeicher mit 7 kWh kostet somit zwischen 7.700 und 15.820 Euro brutto. Speicher mit bis zu 14 kWh nutzbarer Speicherkapazität kosten ab rund 700 Euro pro kWh. Dies sind die reinen Gerätekosten. Es kommen dann noch die Installationskosten hinzu. Du siehst, die Preisspanne ist recht groß. Hole dir daher mehrere Angebote ein und lass dich ausführlich beraten.

 

Die besten Heimspeicher 2020

Inzwischen ist das Angebot an Speichern für Wohnhäuser sehr groß und dementsprechend unübersichtlich. Um hier etwas Orientierungshilfe zu geben, hat die Forschungsgruppe Solarspeichersysteme der Berliner Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW Berlin) im Rahmen der Stromspeicher-Inspektion 2020 zum dritten Mal die Energieeffizienz von Solarstromspeichern bewertet. Es wurden 21 Speicher von 14 Unternehmen unter die Lupe genommen. Die oberen 3 Ränge teilen sich gleich mehrere Produkte: Fronius Symo GEN24 10.0 Plus, BYD Battery-BOX H 11.5, RCT Power mit Power Storage DC 6.0 und KOSTAL PLENTICORE Plus 5.5.

Bereits 2018 hat das Deutsche CleanTech Institute gemeinsam mit EuPD Research eine weitaus umfangreichere Prüfung durchgeführt und 114 Speichermodelle von 75 Herstellern hinsichtlich Preises, Eigenschaften und Service miteinander verglichen. Bei den großen Heimspeichern belegt die Allgäuer Firma Sonnen mit dem Hybrid 8.1/10 den ersten Platz, gefolgt vom niedersächsischen Hersteller E3/DC mit dem Modell Hauskraftwerk S10 E PRO. Auf den dritten Platz schaffte es die BYD Company Limited aus China mit der Battery-BOX H 11.5.

 

Stromspeicher für Zuhause lohnen sich

Heimspeicher sind ein bedeutender Bestandteil der nachhaltigen Energieversorgung. Denn die positive Ökobilanz der Photovoltaik lässt sich mit Stromspeichersystem erst wirklich voll ausschöpfen. Zudem bewegen sich die Anschaffungskosten inzwischen in Bereichen, die auch einen wirtschaftlichen Betrieb ermöglichen.

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