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Solarthermie: Diese Förderung gibt es

Über diesen Artikel

Lesezeit

5 Minuten

Veröffentlichung

16.07.2021

Letztes Update

30.11.2021

Solarthermie-Förderung: So viel Geld bekommst du vom Staat

Solarthermie ist vergleichsweise teuer. Eine Förderung macht dir jedoch die Entscheidung für Sonnenenergie leichter. Lies hier nach, welche Fördermittel es aktuell vom Staat gibt.

Inhalt des Blogartikels

Mehr Solarwärmeanlagen durch Solarthermie-Förderung

Solarthermie gewinnt heute immer mehr an Bedeutung. Die Sonnenstrahlen mithilfe von Sonnenkollektoren einzufangen und in Wärme umzuwandeln, die sich dann für Heizung und Warmwasser nutzen lässt, spart Energie und dadurch langfristig Geld ein. Im Schnitt deckst du mit Solarthermie für Warmwasser und Raumheizung etwa 25 Prozent deines jährlichen Wärmebedarfs. Wie viel Energie du genau sparst, hängt natürlich von der Größe der Kollektorfläche ab. Deinen konventionellen Heizkessel musst du in der Übergangszeit nicht einschalten. Willst du nur das Warmwasser mit solarer Energie aufbereiten, kann die Sonne 50 bis 60 Prozent des gesamten Warmwasserbedarfs übernehmen.

Die Anschaffung so einer Solaranlage ist zwar teuer, doch durch die mit dem Klimapaket verbesserte Förderung des Bundes sind diese Anlagen attraktiver und wirtschaftlicher geworden. Wir verraten dir, welche Solarthermie-Förderung es gibt und was du beachten musst.

 

Wer wickelt diese Förderungen ab?

Seit Anfang 2021 gilt in Deutschland die neue Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG), die die bisherigen Programme für das Heizen mit erneuerbaren Energien und energieeffiziente Häuser zusammenfasst. Die BEG besteht aus den 3 Teilprogrammen BEG Einzelmaßnahmen, BEG Wohngebäude und BEG Nichtwohngebäude. Für die Förderung von Solarthermie sind vor allem die BEG Einzelmaßnahmen und hier speziell der Heizungsaustausch von Bedeutung.

Es gibt verschiedene Stellen, die Kredite und Zuschüsse für Solarthermieanlagen gewähren. Die 2 wichtigsten sind das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Diese beiden Ansprechpartner gewähren für Verbraucher in ganz Deutschland Fördermittel, sodass sich die Anschaffungskosten für deine Anlage deutlich reduzieren lassen.

Entweder erhältst du für deine Solarthermieanlage einen einmaligen Zuschuss (BAFA) oder einen günstigen Kredit mit Tilgungszuschuss (KfW). Wobei es bei der Höhe der Förderung keinen Unterschied macht, für welche Variante du dich entscheidest, denn sie ist in beiden Fällen gleich.

 

Solarthermie-Förderung: Was wird eigentlich gefördert?

Einen Zuschuss des BAFA beziehungsweise einen Tilgungszuschuss der KfW bekommst du, wenn du im Gebäudebestand (Wohn- und Nichtwohngebäude) eine Anlage für Solarthermie installierst oder deren Kollektorfläche erweiterst, um die Energie der Sonne für die Wärme- und/oder Kältebereitung einzusetzen. Wobei die thermische Nutzung überwiegend, also mit mehr als 50 Prozent der erzeugten Wärme beziehungsweise Kälte, mindestens für einen der folgenden Einsatzzwecke vorgesehen sein muss:

  • Warmwasserbereitung
  • Raumheizung
  • kombinierte Warmwasserbereitung und Raumheizung
  • solare Kälteerzeugung
  • Wärmezuführung und/oder Kältezuführung in ein Gebäude- und/oder nicht-öffentliches Kältenetz

Hast du eine große Solarthermieanlage, deren Kollektorfläche – Gesamtfläche des Kollektors inklusive Rahmen – mindestens 20 Quadratmeter aufweist, kannst du diese alternativ durch Anteilsfinanzierung im Rahmen einer „ertragsabhängigen Förderung“ finanzieren. Allerdings müssen dazu die vorgegebenen technischen Mindestanforderungen erfüllt sein.

Für die Nachrüstung von Solarthermie bekommst du 30 Prozent der Investitionskosten vom Staat erstattet. Wie bereits geschildert: entweder als direkten Zuschuss vom BAFA oder als Tilgungszuschuss von der KfW. Neu ist jedoch, dass nicht nur die Kollektoren förderfähig sind, sondern sämtliche Kosten, die anfallen, um so eine Anlage zu betreiben. Dazu zählen neben der Kollektorfläche der Solar- oder Pufferspeicher, die Solarstation und (soweit erforderlich) auch die Aufständerung sowie die Regelung. Darüber hinaus gibt es für alle erforderlichen Anschluss- und Demontagearbeiten Fördermittel. Bei Bedarf bekommst du sogar für einen neuen Heizungsraum anteilig einen Zuschuss.

Soll die Solarthermie nicht nur Wärme für die Warmwasserbereitung liefern, sondern auch die Heizung mit Energie von der Sonne unterstützen, werden aufgrund ihrer Effizienz mitunter Niedertemperaturheizsysteme wie Fußboden- oder Flächenheizungen eingebaut. Dafür kannst du dann ebenfalls anteilig eine Förderung erhalten.

Den Fördersatz von 30 Prozent kannst du um 5 Prozent erhöhen, wenn die Installation deiner Solarthermieanlage im Rahmen eines individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP) erfolgt, den ein Energieberater angefertigt hat, der beim BAFA gelistet ist. Keine zusätzlichen Prozente gibt es beim Austausch einer alten Ölheizung. Dies funktioniert nur in Kombination mit einem Heizsystem auf Basis erneuerbarer Energien, wie wir dir im Folgenden vorstellen.

Solarthermie als Gas-Hybridheizung

Wenn du ein neues Gas-Brennwertgerät mit einer Solarwärmeanlage kombinierst und im Zuge dieses Austauschs deine alte Ölheizung ersetzt, erhöht sich die Förderquote auf 40 Prozent. Mit iSFP-Bonus sind es dann sogar 45 Prozent.

Solarthermie als EE-Hybridheizung

Bis zu 55 Prozent Förderquote sind möglich, wenn du einen Pelletkessel mit deiner Solaranlage kombinierst, den Ölkesselaustausch- und iSFP-Bonus in Anspruch nehmen kannst und für den Pelletkessel den Innovationsbonus Biomasse von 5 Prozent erhältst. Allerdings gibt es den Innovationsbonus nicht für die Umfeldmaßnahmen, sondern nur für den Pelletkessel. Für alle anderen Investitionen – auch die Solarthermieanlage – gibt es maximal 50 Prozent Zuschuss. Kombinierst du beispielsweise deine Anlage mit einer Wärmepumpe, sind maximal 50 Prozent Förderung möglich.

 

Voraussetzungen für die Solarthermie-Förderung

Neu ist, dass die Förderfähigkeit einer Solarkollektoranlage nicht mehr von der Einhaltung einer Mindestkollektorfläche und eines Mindestspeichervolumens abhängt.

Um förderfähig zu sein, musst du deine Solarthermieanlage auf dem Grundstück installieren, auf dem das zu versorgende Haus steht. Wichtig ist, dass die Solarkollektoren über das europäische Zertifizierungszeichen „Solar Keymark“ verfügen. Das entsprechende Zertifikat muss inklusive Prüfbericht eines akkreditierten Prüfinstitutes beim BAFA gelistet sein. Der jährliche Kollektorertrag muss mindestens 525 Kilowattstunden pro Quadratmeter betragen. Die Berechnung der Kollektorerträge basiert auf den Angaben des Solar Keymark Datenblattes. 

Grundsätzlich gilt, dass beim Austausch der Heizung in Bestandsgebäuden zum Zeitpunkt der Antragstellung deren Bauantrag beziehungsweise Bauanzeige mindestens 5 Jahre zurückliegen muss. Bei allen Maßnahmen im Teilprogramm BEG Einzelmaßnahmen ist die Höhe der maximal förderfähigen Kosten auf 60.000 Euro pro Wohneinheit beschränkt. Für Investitionen unter 2.000 Euro bekommst du keine Förderung.

Die Förderung für deine Solarthermie entfällt ebenfalls, wenn die Kollektoren der Anlage keine transparente Abdeckung auf der Frontseite besitzen. Das ist beispielsweise bei Schwimmbadabsorbern der Fall.

 

Solarthermie-Förderung im Neubau

Eigentlich gibt es seit Januar 2021 keine Förderung für Heizungen im Neubau mehr. Allerdings fördert die BEG Wohngebäude alle, die ein KfW-Effizienzhaus mit den Standards KfW 55, KfW 40 oder KfW 40 Plus bauen oder einen Altbau zu einem solchen umbauen. Zudem gibt es einen EE-Bonus. Wenn du jene Vorgaben erfüllst, erhöht sich der maximal mögliche Kreditbetrag auf 150.000 Euro. Mit EE-Bonus ergibt sich beim Neubau eines KfW-Effizienzhaus-Standards 55 ein Tilgungszuschuss von 17,5 Prozent der Kreditsumme. Beim KfW-Effizienzhaus-Standard 40 gibt es 22,5 Prozent. Lediglich für ein KfW-Effizienzhaus-Standard 40 Plus gibt es keinen EE-Bonus.

Antragsberechtigt sind:

  • Privatpersonen und Wohnungseigentümergemeinschaften
  • Freiberufler
  • kommunale Gebietskörperschaften, kommunale Gemeinde- und Zweckverbände
  • Körperschaften und Anstalten des öffentlichen Rechts
  • gemeinnützige Organisationen inklusive Kirchen
  • Unternehmen inklusive Einzelunternehmer und kommunale Unternehmen
  • sonstige juristische Personen des Privatrechts und Wohnungsbaugenossenschaften

Zudem sind Eigentümer, Pächter oder Mieter des Grundstücks, des Grundstücksteils, des Gebäudes oder Gebäudeteils, auf dem die Solaranlage geplant ist, sowie Contractoren antragsberechtigt.

 

Energetische Fachplanung und Baubegleitung

Für Ein- und Zweifamilienhäuser gibt es 5.000 Euro pro Kalenderjahr, für Mehrfamilienhäuser sind es 2.000 Euro pro Wohneinheit, allerdings maximal 20.000 pro Zusage und Kalenderjahr. Finanziert werden bis zu 100 Prozent der förderfähigen Kosten.

Die Inanspruchnahme eines Energieexperten ist beim Austausch der Heizung nicht zwingend erforderlich. Dies kann auch ein Fachunternehmen übernehmen. Allerdings gelten dann andere Fördersätze.

 

Wann musst du den Antrag zur Förderung stellen?

Der Antrag zur Förderung einer Solarthermieanlage muss grundsätzlich vor der Installation eingegangen sein. Das gilt auch für vorbereitende Maßnahmen. Zu spät eingereichte Anträge werden abgelehnt. Sobald einige Angaben fehlen, zieht sich die Antragstellung nur unnötig in die Länge. Deshalb solltest du unbedingt auf Vollständigkeit achten. Im Allgemeinen dauert es ungefähr 6 Wochen, bis der Antrag geprüft und genehmigt ist.

Die Zuschüsse des BAFA kannst du nur online beantragen. Solltest du dazu keine Möglichkeit haben, kannst du auch eine andere Person bevollmächtigen. Anträge für KfW-Kredite kannst du nur bei Finanzierungspartnern der KfW stellen, beispielsweise bei deiner Hausbank. Eine Liste mit zugelassenen Finanzierungspartnern findest du auf der Website der KfW und dort im jeweiligen Förderprogramm unter „So funktioniert's“. Zuschüsse kannst du über das KfW-Zuschussportal beantragen.

 

Einsatz von Solarthermie lohnt sich

Solarthermieanlagen sind definitiv eine gute Investition in die Zukunft. So eine Anlage erscheint zwar auf den ersten Blick etwas teuer, jedoch gibt es heute viele Fördermöglichkeiten, die beispielsweise das BAFA oder die KfW mitfinanzieren. Hinzu kommen Förderprogramme der Länder, Kommunen und Städte, die du oftmals zusätzlich in Anspruch nehmen kannst.

Dank Förderung rechnet sich Solarthermie schneller beziehungsweise wird in einigen Fällen überhaupt erst wirtschaftlich. Mit Blick auf den Klimawandel und eine saubere, nachhaltige Energieversorgung ist das eine gute Nachricht.

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