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Solarthermie Fassade

Über diesen Artikel

Lesezeit

4 Minuten

Veröffentlichung

23.04.2021

Letztes Update

30.11.2021

Solarthermie Fassade: Die Alternative zur Installation auf dem Dach

Nicht immer ist ein Dach dafür geeignet, Solarwärme zu gewinnen. Die Installation der Solaranlage an der Gebäudefassade bietet dir eine Alternative mit vielen Vorteilen.

Inhalt des Blogartikels

Was ist eine Solarfassade?

Bei einer Solarfassade sind Solarmodule oder Kollektoren außen auf die Fassade montiert oder nahezu unsichtbar in die Fassadengestaltung integriert. Die Fassadenkollektoren funktionieren auf die gleiche Weise, wie auf einem Dach aufgestellte Solarkollektoren. Sie sammeln das Licht der Sonne und erzeugen daraus entweder elektrischen Strom (Photovoltaikanlage) oder für die Heizungsunterstützung und Warmwasserbereitung nutzbare Wärme (Solarthermie). Außerdem haben die Kollektoren mit ihrer widerstandsfähigen Oberfläche auch eine gewisse Schutzfunktion für die Fassade gegen Witterungseinflüsse.

 

Welche Solaranlagen eignen sich für die Installation an der Fassade?

Grundsätzlich kannst du jede Art von Solaranlage, die auf einem Dach montiert wird, auch an einer Fassade installieren. Das gilt gleichermaßen für Photovoltaik wie für Solarthermie. Ein Experte für Solaranlagen wird dir anhand des Standortes und der Gestaltung des Gebäudes sagen können, welche Kollektoren sich für deine Zwecke am besten eignen. Zum Beispiel werden im Bereich der Solarthermie Röhrenkollektoren für Dach und Fassade empfohlen, Flachkollektoren aber ausschließlich für das Dach.

 

Was sollte ich bei der Installation beachten?

Ebenso wie bei einem Solardach gilt es, die optimale Platzierung sowie Ausrichtung zu wählen, sodass ein möglichst hoher Ertrag durch die Solarfassade erzielt werden kann. Einige Aspekte, die du deshalb bei der Installation einer Solarthermie an der Fassade beachten solltest, sind:

Die richtige Positionierung

Besonders förderlich ist es, die Südseite des Hauses für die Montage der Solarkollektoren zu nutzen. Durch den Lauf der Sonne von Ost über Süd nach West, scheint die Sonne auf diese Wandfläche am längsten und intensivsten. Wie bei einer Dachanlage ist auch hier darauf zu achten, dass keine Verschattungen auf die Solarfassade fallen. Schon kleinere Bäume und Büsche welche Schatten auf die Fassade werfen, können den Ertrag an Solarwärme schmälern. Bei tief stehender Sonne können auch weiter entfernte Bäume und Büsche die Solarthermieanlage einschränken.

Der richtige Winkel

Auch der Einfallwinkel der Sonnenstrahlen beeinflusst den Ertrag der Solarfassade. Die Sonnenstrahlen sollten möglichst senkrecht auf die Kollektoren auftreffen, da so die meiste Wärmeenergie übertragen wird. Auf dem Dach wird dies durch die übliche Dachschräge gewährleistet. Beim Flachdach werden die Solarkollektoren in dem entsprechenden Winkel aufgeständert. An der Fassade sind die Module jedoch senkrecht montiert. Natürlich könntest du die Anlage mit einer Unterkonstruktion ebenfalls in einen passenden Winkel zur Sonne positionieren. Allerdings vergrößert dies die Abmessungen des Gebäudes und wird oftmals optisch weniger ansprechend empfunden.

Aus diesem Grund gibt es mittlerweile spezielle Röhrenkollektoren für Fassaden, bei denen jede einzelne Röhre in einen optimalen Winkel zur Sonne gedreht werden kann. Eine weitere Möglichkeit, Fassadenkollektoren in einem optimalen Winkel zu installieren, ist die Montage auf Vordächern. So können sie auch direkt als Vordach dienen.

 

Vorteile gegenüber einem Solardach

Zwar gewinnt ein senkreckt an die Fassade montiertes Modul etwa 30 Prozent weniger Solarenergie als schräg auf dem Dach, die Solarfassade bietet jedoch diverse Vorteile, die es dennoch zu einer lohnenswerten Investition machen.

Alternative zu ungeeigneten Dächern

Nicht jedes Dach ist für den Aufbau einer Solaranlage geeignet. Grund dafür können beispielsweise statische Probleme sein oder Dachflächen mit einer ungünstigen Ausrichtung. Es gibt auch Dächer, die durch Fenster, Gauben und Schornsteine keine ausreichend großen Flächen für Solarkollektoren bieten. Es ist ein großer Vorteil, wenn du dann auf die Fassade deines Gebäudes ausweichen kannst.

Zusätzliche Wärmedämmung

Kollektoren für Solarwärme werden als hinterlüftete und nicht hinterlüftete Variante angeboten. Bei Fassadenkollektoren entfällt die Hinterlüftung. Die Kollektoren sitzen praktisch direkt auf der Fassade und bilden damit eine zusätzliche Wärmedämmung. Durch die senkrechte Positionierung entgeht die Anlage auch bei intensiver Sonneneinstrahlung einer Überhitzung oder Beschädigung.

Erhöhte Heizungsunterstützung

Kollektoren auf dem Dach befinden sich durch die Dachneigung über die Mittagsstunden und im Sommer in einem optimalen Winkel zur Sonne. Entsprechend sammeln sie zu diesen Zeiten die meiste Solarwärme. Doch der Wärmebedarf im Haus in dieser Zeit fällt meist eher gering aus. Im Sommer wird die Wärme nur für die Warmwasserbereitung benötigt. Bei tieferen Sonnenständen in den Vor- und Nachmittagsstunden sowie im Frühling, Herbst und Winter liefern die Dachkollektoren weniger Energie. Durch die senkrechte Positionierung sind die Fassadenkollektoren hier im Vorteil. Bei niedrigen Sonnenständen gewinnen sie mehr Wärme für das Gebäude und sind daher besser für die Heizungsunterstützung geeignet.

Schutz gegen Witterungseinflüsse

Die senkrechte Montage an der Fassade hat auch Vorteile in Bezug auf Witterungseinflüsse. Auf einem Fassadenkollektor kann kein Schnee liegen bleiben. Bei einem Dachkollektor kann dies zu einer erheblichen Reduktion des Ertrages führen. Regen perlt vom Fassadenkollektor ab, auf dem Dachkollektor kann er sich jedoch sammeln und nach dem Abtrocknen Wasserflecken bilden, auf denen sich Schmutz anhaften kann. Auch gegen Hagel ist der Fassadenkollektor unempfindlich, da dieser, anders als beim Dachkollektor, kaum direkt aufschlagen kann.

 

Kosten und Fördermöglichkeiten

Die tatsächlichen Kosten für eine Solarthermieanlage und ihre Installation variieren stark. Neben der Leistung und Art der Kollektoren wirkt sich auch die Größe auf die Kosten aus. Bei Röhrenkollektoren für die Fassade, kannst du mit Preisen zwischen 350 und 1.000 Euro pro Quadratmeter Kollektorfläche rechnen. Die Kollektoren sind somit etwas teurer als Flachkollektoren für Dächer, welche durchschnittlich zwischen 200 und 550 Euro pro Quadratmeter kosten. Ebenso hat die Wahl des Herstellers sowie das Material einen Einfluss auf den Preis. Hinzu kommen Montage- und Betriebskosten.

Solarthermie-Förderungen durch das BAFA

Seit 2021 wird der Einbau von Solarthermieanlagen in Wohngebäuden durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) über die Bundesförderung energieeffiziente Gebäude gefördert. Der Fördersatz der Bezuschussung beträgt 30 Prozent der förderfähigen Kosten. Dabei wird nicht zwischen Dach- und Fassadenanlagen unterschieden. Mit der Förderung kannst du also ein Drittel deiner Kosten für die Planung, Installation, Erweiterung oder Optimierung decken.

Solarthermie-Förderungen durch die KfW

Zusätzlich zu den Zuschüssen hast du die Möglichkeit, bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zinsgünstige Kredite für den Einbau von Solarthermieanlagen zu beantragen. Darüber hinaus solltest du immer prüfen, ob dein Bundesland, deine Kommune oder dein regionaler Energieversorger Förderprogramme für den Einbau von Solarthermie aufgelegt hat. Auch die Konsultation eines Energieberaters und die Planung einer Solaranlage sind förderfähig. Mit der Nutzung aller Fördermöglichkeiten kannst du deine Investitionskosten erheblich verringern.

Um die Fördermittel zu erhalten, solltest du sie unbedingt vor Beginn deines Projektes beantragen. Nur wenn der Antrag vorher gestellt wurde, kannst du von der Solarthermie-Förderung für deine Solarfassade profitieren.

 

Fazit: Solarthermie auch ohne Dach möglich

Sollte sich dein Dach aus statischen Gründen oder wegen einer unpassenden Ausrichtung nicht für die Solarthermieanlage eignen, bietet dir die Installation auf oder in der Fassade eine gute Alternative. Die Module oder Kollektoren lassen sich sowohl an Alt- als auch Neubauten anbringen und erzeugen im Winter, wenn eine erhöhte Heizungsunterstützung benötigt wird, einen höheren Ertrag an Energie.

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