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Solaranlage: Steuer & Formulare verstehen

Über diesen Artikel

Lesezeit

5 Minuten

Veröffentlichung

04.06.2021

Letztes Update

30.11.2021

Solaranlage & Steuer: Hinweise zu Formularen

Wenn du eine Solaranlage nutzt, solltest du dich auch mit dem Thema Steuern auseinandersetzen. Wir zeigen dir, was du beachten und welche Formulare du beim Finanzamt abgeben musst.

Inhalt des Blogartikels

Wann fällt für meine Solaranlage eine Steuer an?

Betreiber von Photovoltaikanlagen (PV-Anlagen) müssen die beiden Steuerarten Umsatzsteuer und Einkommensteuer im Blick behalten:

Umsatzsteuer bei Einnahmen

Die Umsatzsteuer ist eine Verbrauchssteuer, die Unternehmen erheben und an das Finanzamt abführen müssen. Erzeugst du mit deiner Solaranlage Strom und verkaufst diesen weiter, liegt sogleich eine unternehmerische Tätigkeit vor, die umsatzsteuerliche Relevanz besitzt. Machst du nicht von der Kleinunternehmerregelung Gebrauch, versteuerst du die Einnahmen mit der Umsatzsteuer und bist gleichzeitig zum Vorsteuerabzug berechtigt. Letzteres nennt sich Regelbesteuerung.

Du fragst dich, was der Begriff Vorsteuer bedeutet? Die Vorsteuer ist die Umsatzsteuer, die Unternehmen von anderen Firmen berechnet bekommen. Wenn du umsatzsteuerpflichtig bist, kannst du sie unter Umständen vom Finanzamt zurückerstattet bekommen.

Einkommenssteuer berücksichtigen

Außerdem musst du die Einnahmen in deiner Einkommensteuererklärung angeben. Gewinne erhöhen dein zu versteuerndes Einkommen, Verluste können dieses verringern.

Beim Eigenverbrauch fällt keine Steuer für Photovoltaik an

Du musst für deine Anlage keine Photovoltaik-Steuern zahlen, wenn du den produzierten Strom selbst verbrauchst. Das ist zum Beispiel bei Inselanlagen der Fall, die nicht mit dem öffentlichen Stromnetz verbunden sind. Das gilt auch dann, wenn du den überschüssigen Strom direkt einem Stromspeicher im Haus zuführst. Hier ist der Photovoltaik-Eigenverbrauch ebenfalls vorgesehen, wenn auch zu einem späteren Zeitpunkt. Das spielt für die steuerliche Betrachtung keine Rolle.

 

Wann kann ich meine Solaranlage von der Steuer absetzen?

Grundsätzlich besteht bei Solaranlagen eine steuerliche Absetzbarkeit. Davon kannst du als Photovoltaik-Betreiber profitieren. Die Absetzbarkeit bezieht sich auf die Anschaffungskosten, die Betriebskosten und Ausgaben für Wartungen. Folgende Kostenfaktoren lassen sich absetzen:

  • Betriebsausgaben: Kreditzinsen, Beiträge zur PV-Versicherung, Miete des Stromzählers und vergleichbare Kosten
  • Anschaffungskosten inkl. Montage und Anschaffung von Zusatzgeräten
  • Umsatzsteuer bei der Anschaffung, wenn du dich der Regelbesteuerung unterwirfst

Welche Dokumente sind für die Steuererklärung relevant?

Für die Ermittlung der Einkünfte aus deiner Photovoltaikanlage dient die Einnahme-Überschuss-Rechnung (EÜR). Die hier vorgenommenen Eintragungen dienen als Bemessungsgrundlage für die Besteuerung. Außerdem musst du deiner Steuererklärung die Anlage G beifügen. Das ist wichtig, weil du hier die Einkünfte aus dem Gewerbebetrieb erfasst.

Was muss ich im Formular der Anlage EÜR eintragen?

Die Einkünfte aus deiner Solaranlage ermittelst du anhand der Einnahme-Überschuss-Rechnung. Hier erfasst du die Betriebseinnahmen sowie Betriebsausgaben, stellst diese einander gegenüber und ermittelst daraus den Gewinn. Ergibt sich ein Verlust, kannst du diesen unter Umständen mit anderen Einkünften verrechnen lassen und Steuern sparen.

Zu den Einnahmen gehören alle Erlöse, die du aus deiner Photovoltaikanlage erzielst. Verkaufst du den Solarstrom umsatzsteuerpflichtig, zählt auch die Umsatzsteuer zu den Betriebseinnahmen. Der Verkauf des Stroms erfolgt zum Beispiel in Form einer garantierten Einspeisevergütung, im Rahmen der Direktvermarktung und als Verkauf an Mieter.

Zu den Betriebsausgaben zählen beispielsweise Kosten für Versicherungen, Reparaturen und Wartungen sowie Abschreibungen von Photovoltaikanlagen – also die Absetzung für Abnutzung (AfA). Bei umsatzsteuerpflichtigen Einnahmen kannst du auch die Umsatzsteuer-Beträge als Betriebsausgaben werten. Zudem hast du die Möglichkeit, Kosten für Büromaterial oder Telefon anteilig anzugeben.

Übertragung in Anlage G

In der Anlage G erfasst du in deiner Einkommensteuererklärung die Einkünfte aus Gewerbebetrieb. Dafür ist es erforderlich, den erzielten Gewinn aus der Anlage EÜR in die Anlage G zu übertragen. Die Berechnungen aus der EÜR sind also Voraussetzung für das korrekte Ausfüllen der Anlage G. Bei der Verwendung einer Software für die Erstellung der Steuererklärung sollte die Übertragung des Gewinns in die Anlage G automatisch erfolgen.

 

Wie sieht es mit AfA und Sonderabschreibung aus?

Wer seine Solaranlage gewerblich nutzt, damit Erträge erzielt und Gewinne versteuern muss, hat auch ein Recht auf die Berücksichtigung von Abschreibungen für die Abnutzung der Photovoltaikanlage über ihre Nutzungszeit hinweg. Abschreibungen gehören, wie bereits erwähnt, zu den Betriebsausgaben. Sie verringern den zu versteuernden Gewinn. Aus diesem Grund solltest du dir die Möglichkeiten für Abschreibungen genau ansehen.

Die entsprechenden Regelungen hierfür findest du im § 7 Abs. 2 EStG (Einkommensteuergesetz). Möglich sind Abschreibungen auf deine PV-Anlage, wenn du mindestens 50 Prozent des produzierten Stroms verkaufst. Für verschiedene Wirtschaftsgüter sieht die AfA-Tabelle eine bestimmte gewöhnliche Nutzungsdauer vor. Die Abschreibung erfolgt verteilt über den hier angegebenen Zeitraum hinweg. Im Fall der Solaranlagen sind das 20 Jahre.

Zu unterscheiden sind die Methoden, nach denen du abschreiben darfst. Es gibt die lineare und degressive Methode:

  • Bei der linearen Methode schreibst du in jedem Jahr gleich viel ab. Bei 20 Jahren Nutzungsdauer kannst du also jedes Jahr 5 Prozent der Anschaffungskosten absetzen.
  • Bei der degressiven Methode schreibst du am Anfang der Laufzeit deutlich mehr und später weniger ab. Das ist jedoch nur möglich bei Anlagen, die du in den Jahren 2009 oder 2010 gekauft hast.

Fraglich ist auch, welche Anschaffungskosten überhaupt anzusetzen sind. Das hängt davon ab, ob du von der Kleinunternehmerregelung nach § 19 UstG (Umsatzsteuergesetz) Gebrauch machst oder nicht. Kleinunternehmer setzen den Bruttokaufpreis als Anschaffungskosten an. Bei allen anderen Unternehmern, welche die Umsatzsteuer abführen müssen, ist der Nettopreis zugrunde zu legen.

Eine weitere Möglichkeit der Abschreibung besteht in der sogenannten Sonderabschreibung. Diese Abschreibung erfolgt zusätzlich zur linearen Abschreibung und beträgt 20 Prozent im Jahr der Anschaffung und den 4 darauffolgenden Jahren. Du kannst selbst entscheiden, wie du die Abschreibungen auf die einzelnen Jahre verteilen möchtest. Denke aber daran, dass die Inanspruchnahme der Sonderabschreibung eine Neuberechnung der linearen Abschreibung zur Folge hat. Ansonsten würdest du mehr als 100 Prozent abschreiben.

 

Muss ich zwingend eine Umsatzsteuererklärung abgeben?

Betreibst du mit deiner Anlage ein Gewerbe und ist der produzierte Strom für den Verkauf vorgesehen, musst du auch eine Umsatzsteuererklärung abgeben. Das gilt jedoch nicht bei Umsätzen, die maximal 22.000 Euro pro Jahr betragen. In diesem Fall kannst du die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen und musst keine Umsatzsteuererklärung abgeben.

Fällt keine Umsatzsteuer auf den produzierten Solarstrom an, bist du aber auch nicht zum Vorsteuerabzug berechtigt. Dir entgeht also die Möglichkeit, die Umsatzsteuer, die für Ausgaben im Zusammenhang mit der Planung, dem Kauf und der Installation der PV-Anlage für dich angefallen ist, zurückzuerhalten. Daher lohnt es sich für Betreiber einer Photovoltaikanlage in vielen Fällen, auf die Kleinunternehmerregelung zu verzichten.

 

Finale Checkliste: Diese Formulare musst du einreichen

Gehe noch einmal die folgende Checkliste durch, um zu überprüfen, ob du bei deiner Steuererklärung nichts vergessen und alle erforderlichen Formulare beigelegt hast:

  • Ist die Anlage G vollständig ausgefüllt?
  • Hast du eine EÜR beigelegt?
  • Ist die Umsatzsteuererklärung vorhanden?
  • Hast du Belege in Bezug auf die Anschaffungskosten der Anlage (z.B. für Solarmodule oder die Montage der Anlage) beigelegt?
  • Sind die Belege über eventuell erhaltene Zuschüsse aus Förderprogrammen enthalten?
  • Hast du an die Verträge über die Einspeisevergütung mit den Energieversorgern gedacht?

So reichst du die Unterlagen beim Finanzamt ein

Die Einreichung der Einkommensteuererklärung beim Finanzamt erfolgt heute auf elektronischem Wege. Das gilt nicht nur für die Steuererklärung selbst, sondern auch für die beiden wichtigen Anlagen EÜR und G. Die Steuererklärung ist bis zum 31. Juli des Folgejahres beim Finanzamt einzureichen. Eine Fristverlängerung ergibt sich, wenn ein Steuerberater die Erklärung für dich erstellt.

Damit du die Formulare elektronisch übermitteln kannst, benötigst du ein entsprechendes Zertifikat. Dieses ist wichtig für die authentifizierte Übermittlung und dient der Sicherheit. Das entsprechende Angebot des Finanzamts nennt sich Elster. Hier kannst du ein solches Zertifikat beantragen.

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