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Solaranlage nachrüsten: Darauf musst du achten

Über diesen Artikel

Lesezeit

4 Minuten

Veröffentlichung

26.10.2021

Letztes Update

30.11.2021

Lohnt es sich eine Solaranlage nachzurüsten?

Eine Solaranlage auf dem Dach ermöglicht eine nachhaltige Strom- und Warmwassererzeugung- und versorgung deines Hauses. Zusätzlich bekommst du eine gewisse Unabhängigkeit von den schwankenden Strom- und Ölpreisen. Bei Neubauten ist es mittlerweile Standard, dass die Bauherren ihr Haus mit einer Solaranlage ausstatten. Jedoch überlegen etliche Besitzer von bereits bestehenden Immobilien ihr Haus mit einer Solaranlage nachzurüsten. Aber: Ist das überhaupt möglich?

Inhalt des Blogartikels

Was ist eine Solaranlage?

Der Begriff Solaranlagen ist der Oberbegriff für jede Anlage, die mit der Wärme der Sonne Energie gewinnt. Es wird in zwei verschiedene Arten von Solaranlagen unterschieden.

Solarthermie

Bei der Solarthermie wird die Sonneneinstrahlung direkt in Wärmeenergie umgewandelt. Diese kann sowohl für die Erzeugung von Warmwasser als auch für das komplette Heizsystem verwendet werden.

Photovoltaik

Bei einer Photovoltaikanlage wird die Energie der Sonne in Gleichstrom und durch einen Wechselrichter letztendlich in Wechselstrom umgewandelt, welcher für die normalen Haushalts- und Elektrogeräte benötigt wird. Bei der Photovoltaikanlage gibt es auch die Möglichkeit „überflüssigen“ Strom in das Stromnetzwerk einzuspeisen und so von der Einspeisevergütung zu profitieren.

 

Kann eine Solaranlage nachgerüstet werden?

Eigentümer können aufatmen: Hausbesitzer haben jederzeit die Möglichkeit eine Solaranlage in Form einer Photovoltaik- oder Solarthermieanlage nachrüsten zu lassen und so einen wichtigen Beitrag zur Klimawende zu leisten. Der Aufwand dafür ist verhältnismäßig klein, die Nachrüstung sollte dennoch gründlich geplant werden. Es sollte sich genau über die Kosten und die benötigten Voraussetzungen (Platz, Neigungswinkel & Co.) informiert werden. Dafür gibt es hier einige wichtige Informationen, die du auf jeden Fall bedenken solltest.

 

Solaranlage nachrüsten: Was spricht dafür?

Es gibt zahlreiche Gründe für die Nachrüstung einer Solaranlage. Vorneweg steht natürlich der Aspekt der Nachhaltigkeit. Die Nutzung der Sonnenwärme für die Erzeugung von Strom und Warmwasser ist sehr nachhaltig und reduziert den eigenen CO2-Verbrauch.

Jedoch haben Solaranlagen durchaus auch wirtschaftliche Vorteile. Immerhin wird mit der Solaranlage eigener Strom erzeugt und das Wasser mit der Sonnenwärme erhitzt. Somit sinken die Kosten für den Strom und das Heizöl. Zugleich kann der selbst generierte Strom bei einer Überproduktion in das Stromnetzwerk eingespeist und somit gewinnbringend verkauft werden.

Bund und Länder streben seit langem einen höheren Anteil an nachhaltiger Energieproduktion an. Daher gibt es derzeit einige wirklich attraktive Fördermittel für die Nachrüstung von Solaranlagen durch die KfW und das BAFA. Wer mit dem Gedanken einer Nachrüstung spielt, sollte sich genau über die finanziellen Unterstützungen informieren, um die eigenen Kosten möglichst gering zu halten.

Funktioniert die alte Heizanlage nicht mehr oder ist sogar kaputt, so lohnt sich oft nicht eine 1:1 Austausch. Vielmehr bietet diese Gelegenheit dir die Chance, dein Haus mit einer Solaranlage nachzurüsten. Bevor du erneut in eine Ölheizung investierst, solltest du lieber mit dem Gedanken spielen in eine Solaranlage zu investieren. Hier wirst du langfristig unabhängiger sein und kannst etwas zum Klimaschutz beitragen.

 

Was gibt es bei der Nachrüstung einer Solaranlage zu beachten?

Bei einem Neubau wird die Solaranlage direkt in die Planung mit integriert, bei einer Nachrüstung ist die Integration schwieriger, jedoch nicht unmöglich. Es sollten vorab jedoch einige Faktoren abgeklärt werden. Besonders von Vorteil ist es, wenn die Dachschräge bereits nach Süden ausgerichtet ist. Hier gibt es die größte Sonneneinstrahlung und somit die Möglichkeit mehr Strom zu produzieren.

Ebenso ist der Neigungswinkel des Daches von besonderer Bedeutung. Je nach Neigung kann mehr oder weniger Strom produziert werden. Das Gleiche gilt für den Standort des Daches. Ist das Dach im Schatten von anderen Häusern oder Gebäuden, könnte es ebenfalls schwierig werden ausreichend Strom zu produzieren.

Natürlich kann eine Solaranlage fast immer nachgerüstet werden. Die beste Zeit für eine solche Investition ist im Sommer. Gerade zu Beginn kann es schon einmal zu Problemen bei der Inbetriebnahme kommen. Da ist es ganz angenehm, wenn du noch nicht zwingend auf Warmwasser angewiesen bist. Da Heizungsfachbetriebe meist sehr beschäftigt sind, kann es durchaus zu langen Wartezeiten kommen, daher lohnt sich eine rechtzeitige Planung.

 

Tipps für das Nachrüsten

Die Größe der Anlage ist von besonderer Bedeutung. Diese wird im Idealfall von einem Berater berechnet. Hier sind folgende Fragen zu klären:

  1. Soll die Anlage nur Warmwasser produzieren oder auch die Heizung versorgen?
  2. Wie viele Menschen wohnen in dem Haushalt und wie hoch ist der Eigenverbrauch?
  3. Soll die Anlage auch Strom produzieren oder nur Wärmeenergie?

Tipp 1: Angebote und Hersteller vergleichen

Es lohnt sich auf jeden Fall die Angebote diverser Anbieter zu vergleichen. Es gibt sehr viele verschiedene Anlagen zu unterschiedlichen Preisen. Daher lohnt es sich auf jeden Fall diverse Angebote einzuholen und diese nicht nur nach dem Preis, sondern auch der Leistung zu vergleichen.

Tipp 2: Rechtzeitig Förderung von Bund und Land beantragen

Die verfügbaren Förderungen von Bund und Ländern sollten bei der Nachrüstung auf jeden Fall in Erwägung gezogen werden. Zum Teil sind diese von der Leistung und/oder Größe der Anlage und anderen Faktoren abhängig.

Tipp 3: Informiere dich über verschiedene Montagesysteme

Es gibt durchaus eine Vielzahl an Montagesystemen, welche meist je nach örtlichen Gegebenheiten eingesetzt werden. Hier gilt es zum Beispiel den örtlichen Schneefall oder auch die Windstärke zu bedenken. Am besten informierst du dich selbst schon einmal über die Montagesysteme, bevor du dich mit einem Installateur zusammensetzt.

 

Mit welchen Kosten muss ich beim Nachrüsten rechnen?

Wer eine Anlage rein für das Warmwasser nachrüsten möchte, kann mit Kosten von 3.000 bis 6.000 Euro rechnen. Hier können rund 30 % der Kosten durch Förderung wieder hereingeholt werden. Diese Investition spart dir langfristig jedoch etwa 60 % der Warmwasserbereitung ein.

Wer zugleich auch die Heizung durch die Solarwärme betreiben möchte, muss dagegen mit Kosten von rund 8.000 bis 10.000 Euro rechnen. Auch hier beträgt die Förderung rund 30 % und die Einsparung der Heizkosten beträgt rund 20 %.

Bei einer Photovoltaikanlage kann die Investition gut und gerne einmal über 13.000 Euro erreichen. Die Anlage hat sich in der Regel in rund 20 Jahren amortisiert.

Zusätzliche Kosten können auch für einen Stromspeicher anfallen. Solarenergie kann nur während Sonneneinstrahlung produziert werden. Wer jedoch auch im Winter und an sonnenarmen Tagen den nachhaltigen Strom nutzen möchte, sollte sich einen Stromspeicher zulegen. Dieser kostet in der Regel zwischen 6.000 und 10.000 Euro.

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